Schwerpunkte: Schwangerschaftsmode, Schwangerschaftsbeschwerden, Schwangerschaftsverlauf
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26.10.1004 (Dienstag) Am Morgen des 26.10.2004 wachte ich wie gewöhnlich um ca. 8.00 Uhr, nach nicht besonders ausgeruhter Nacht auf. Auch die zweite Schwangerschaft war natürlich anstrengend aber ebenso vollkommen komplikationslos wie die erste Schwangerschaft verlaufen. Ich wollte die Zeit, bis Baby Stefanie gegen 9.00 Uhr wach wird, noch in Ruhe für einen Kaffee und eine Zigarette nutzen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… ![]() Schon auf dem Weg zur Toilette merkte
ich, dass ich irgendwie auslaufe. Habe gedacht, nun aber flott, sonst
machst Dir ja noch in die Hosen! Dachte eher an eine Blasenschwäche
in der Schwangerschaft mit dem wachsenden Druck auf die Blase.
Auf dem Weg zur Kaffeemaschine dann merkte ich, wie mir das Fruchtwasser schon die Beine entlang lief. Schnell lief ich ins Bad Handtuch holen.
Dachte, na ja jetzt erstmal in Ruhe einen Kaffee und eine Zigarette
rauchen und um den Babysitter für Baby Stefanie während der Geburt
und des Aufenthaltes im Krankenhaus kümmern.
Schon während der Schwangerschaft mit unserem Baby Nr. 2 haben wir regen Kontakt zu einer guten Freundin gehabt, die dann auch kommen sollte, wenn wir Hilfe für Baby Stefanie brauchten, wenn die Geburt unverhofft losgehen sollte oder wenn der Schwangerschaftsverlauf durch Schwangerschaftsbeschwerden gekennzeichnet ist. Gesagt, getan, nur war sie zu Hause nicht zu erreichen. Ihre große Tochter rief ich dann auf dem Handy an. Zuerst noch verschlafen. Als ich aber sagte, mir ist die Fruchtblase in der 36. Schwangerschaftswoche geplatzt,
wo ist Mama? War sie sofort hellwach. Ihre Mutter kam dann, natürlich
mit ihrer eigenen Tochter. Ich saß immer noch gemütlich
beim Kaffee und Zigarette mit meinem Schwangerschaftsbauch und chicer
Schwangerschaftsmode. Baby Stefanie schlief auch noch. Den Frauenarzt
noch schnell angerufen, gleich zum
CTG vorbeikommen.
Nachdem ich aber keine Wehen hatte,
war ich die Ruhe selbst im Gegensatz zu meiner Freundin. Von der
Praxis aus fuhren mein Mann und ich, der inzwischen benachrichtigt
wurde und auch sehr schnell da war, danach gleich nach Dinkelsbühl
ins Krankenhaus. Wehen waren auf dem CTG schon zu sehen aber von
mir noch nicht zu spüren.
Eine angenehme Fahrt ins Krankenhaus stand mir in dieser zweiten
Schwangerschaft also nun bevor.
Dort angekommen (ca. 10.00 Uhr) erstmal in Ruhe anmelden. Auf die Station und ab ins Bett. Dort musste ich nun bis 12.00 Uhr liegen. Bis die Hebamme kam, nach dem Muttermund schaute und grünes Licht zum Rumlaufen gab. Ich stürzte aus dem Bett um endlich wieder rauchen zu können. Mein Mann fuhr inzwischen wieder heim, schließlich hatten wir doch nicht gleich alles mit ins Krankenhaus genommen. Wir haben wirklich nicht damit gerechnet, dass auch diese zweite Schwangerschaft wieder so schnell in der 36. Woche enden sollte. Er kam dann nachmittags gegen 15.00 Uhr mit Baby Stefanie zu Besuch und brachte mir die benötigten Sachen. Um diese Zeit hatte ich immer noch keine richtig spürbaren Wehen und wurde langsam schon ungeduldig. Außerdem war das ewig zu kurz geratene Krankenhausbett nicht wirklich bequem mit dickem Schwangerschaftsbauch dann gleich zwei Mal nicht. Langeweile kam auf aber der Fernseher und die Zigaretten versüßten mir den Nachmittag des Wartens auf unser Baby. Gegen 16.30 Uhr wurde dann eine Bettnachbarin ins Zimmer geschoben, die schon alle drei Minuten Wehen und einen wesentlich dickeren Schwangerschaftsbauch hatte und wie sich später herausstellen sollte, bereits ihre viere Schwangerschaft und somit auch ihr viertes Baby bekam. Ich staunte nicht schlecht! Sie wurde nach Eintreffen der Hebamme mit Ihrem Mann gleich zur Geburt in den Kreißsaal gebracht.
Prima, dachte ich - hoffentlich stecken die Wehen der Bettnachbarin ein wenig an! Antreiben konnte ich selbst die Geburt in diesem Moment gar nicht, abwarten hieß die Devise. Mein Mann und unser erstes Baby Stefanie wurden inzwischen von mir wieder heim geschickt und ich machte es mir im Bett vor dem Fernseher gemütlich. Mit meinem Mann hatte ich vereinbart, mich zu melden, wenn es Neuigkeiten gibt und die Geburt dann heute doch noch losgehen sollte. Gegen 17.00 Uhr bekam ich dann endlich Wehen. Die wurden dann immer stärker und gegen 18.45 Uhr wurde ich dann endlich hinauf in den Kreißsaal zur Geburt vorbereitet. Im Kreißsaal nebenan hörte ich nur noch die Bettnachbarin unter der Endphase der Geburt mit den letzten Presswehen und dann auch schon den ersten Schrei von ihrem Baby Marwin. Um Himmels willen dachte ich nur, was hast Du Dir da mit einer weiteren Schwangerschaft und der unweigerlich folgenden Geburt nur wieder angetan. Zwischenzeitlich war der Muttermund bei 7 cm. Der Arzt fragte mich, ob wir die Geburt ein wenig beschleunigen sollten und ich willigte ein. Das hieß Wehentropf! Keine Verschnaufpausen der Wehen mehr und innerhalb von 30 min. war der Muttermund vollständig eröffnet. Die Geburt konnte losgehen! Unter der Geburt bekam ich noch ein Schmerzmittel, von dem mir richtig schwummrig wurde. Ich konnte nur noch verschwommen sehen und hören auch nicht mehr richtig, nur noch ganz weit entfernt und es klang alles sehr komisch. Dann sollte ich mich während einer Wehe auf die Seite legen – wie unbequem mit dem Schwangerschaftsbauch – aber die Herztöne von unserem zweiten Baby waren wohl nicht so besonders gut. Während einer kurzen Wehenpause (der Tropf kam dann weg) frage ich die Hebamme noch, ob irgendjemand daran gedacht hätte, meinem Mann Bescheid zu geben?! Er wollte bei der Geburt unseres zweiten Babys schließlich wieder dabei sein. Die Hebamme rief ihn dann um ca. 19.45 Uhr. Zu spät, wie
sich später herausstellte. Sie hatte kaum den Hörer aufgelegt,
kam schon das Kommando vom Arzt und der Hebamme, nun Pressen, das Baby
ist bereit - oh nein dachte ich, jetzt hat sie doch gerade erst angerufen,
das schafft er nie - meine Gedanken hat die Hebamme wohl gehört!
Nach drei oder vier erfolglosen Versuchen zu pressen und die Geburt
voran zu treiben, bekam ich meinen Anschiss, jetzt zu pressen Dein
Mann schafft es eh nicht rechtzeitig zur Geburt da zu sein! Das wirkte
und schon schrie die Hebamme mich an nicht pressen, nicht pressen,
verschnaufen. Ich schnaufte und hechelte, was das Zeug hielt und wurde
dann auch noch dafür gelobt. Das freute mich natürlich ungemeint
und ist merkte, das die Geburt dem Ende entgegen ging. Gespürt
habe ich nur ein Brennen beim Austritt des Kopfes und dann war unser
zweites Baby auch schon da und ich hatte auch diese Geburt wieder gemeistert.
Mit 2.710 gr., 48 cm Länge und 35 cm Kopfumfang.
Geil war mein erstes Wort! Diese Erleichterung und tatsächlich ein Junge! Ich bekam unser Baby Simon dann auf den nackten Bauch gelegt. Merkte nur, wie die Hebamme wegrannte und mit meinem Mann breit grinsend dann wieder in der Tür stand.
Rebecca Böhm |
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Foto: pregnant lady © Mehmet Alci