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sexuelle Neugier im Kindergarten - Sexualerziehung und Aufklärung :





moppel008
[B]Hilfe !! sexuelle Neugier im Kindergarten - oder doch ein Problem ??[/B]

Unser Sohn 6 Jahre hat vor einem Jahr mit einem anderen Kind im Kindergarten Doktorspiele mit einem Stift als Thermometer betrieben.
Wir waren danach gezwungen einen Therapeuten aufzusuchen, der dann allerdings keine besonderheiten feststellte. Danach wurde unser Sohn mehrfach mit anderen Kindern auf der Toilette oder im Gebüsch beim
begucken und anfassen fremder Genitalien (meist Jungen) beobachtet.
Bei jedem Vorfall wurde eine riesen Sache daraus gemacht, Einbeziehung des Kirchenvorstandes, Elternsprecher, Psychologe.

Unserer Meinung nach wird hier absolut übertrieben.
Wir haben unseren Sohn eindringlich darauf hinweisen müssen ( zieh dich nicht aus, geh weg wenn ein anderes kIND AN DEN bAUM PINKELT USW...).

[B]Hat jemand einen Rat wie wir uns verhalten sollen !!!
Wir sind total verzweifelt!!![/B]
Vielen Dank für jede Idee
cili
Hallo Moppel,

wenn du von Kirchenvorständen schreibst, gehe ich davon aus, dass es sich um einen kirchlichen Kindergarten handelt. Dort verstärkt sich laut meinen Beobachtungen und Erfahrungen oft leider eine ganz bestimmte Körperfeidlichkeit und diesbezügliche Interpretationen.  Mit dem Kopf gegen die Wand…  

[Erahne wie verunsichernd und/oder stigmatisierend, das gewesen sein kann] 1. Ich würde es in erster Linie als Überforderung der Fachkräfte und der Pädagogikgrundwerte des Kindergartens bezeichnen. 2. In zweiter Linie kann auch eine überhöhte Vorsicht dahinter stecken (gerade unter Pädagogen hat das Thema sexueller Missbrauch manchmal auch eine Hypervorsicht in den Köpfen aktiviert). Bei letzterem kann dann bei den "problem unnötig Verdächtigen" trotzdem eine diffuses Schuldgefühl einstellen. Waren wir gute Eltern? Ist unser Kind normal?

Lass euch da nicht verunsichern.

Ich habe eine natürliche Aufklärung und Erziehung genossen, die ich jetzt an Kinder weitergebe. Deshalb würde ich meinem Kind dringend die Grenzen erklären. "Wieso ist es schwierig im Kindergarten Doktor zu spielen? Weil es Dinge gibt, da ist es besser, wenn ihr das Zuhause macht. Denn jeder hat eine andere Grenze. [Nennt ein Bsp. wo es ihm auch lieber ist, wenn andere nicht dabei sind etc.] Und das kann die anderen stören, weil ..." [sind meine Wort, ihr solltet eure finden] gebt ihm dringend ne Erklärung, wieso er es nicht tun sollte und wieso das nichts damit zu tun hat, dass er grundsätzlich was schlechtes macht.
Und auf diese merkwürdigen gesellschaftlichen Interpretationen, werden Kinder immer stoßen. Ein Junge, der seinen Freund mit zehn bei der Hand nimmt kann in Deutschland schon auffallen, wäre er in Tunesien, nicht... Ich glaube, Kinder auf diese z.T. Engstirnigkeit langsam vorzubereiten ist unsere Pflicht.

Wenn euer Sohn (ggf. auch ein Kind bei dem das die Eltern ähnlich sehen wie ihr) einen Schonraum bei euch zu hause bekommt, wird es ne Zeit lang interessant sein, bis alles "erforscht" ist und euer Sohn weiss, zu hause ist ein sicherer Platz und die Verbote haben nichts mit seinem Körper, seiner Person zu tun. DENN es ist völlig normal udn er hat ein Recht auf Privatsphäre (klingt komisch, aber das geht schon früh los). Ganz, ganz wichtige Erfahrung.

Denn die Schwierigkeit ist, eure Verunsicherung zu überwinden damit euer Sohn Sicherheit bekommt und keine negative, sich verstärkende Rückkoppelung entsteht und alle verunsichert bleiben (durch fehlende Erklärungen, Rückzugmöglichkeit etc.).

Ich wünsche euch Mut und Kraft dabei.  mal drücken  
MichaelaK
Hallo, Moppel!

Ich würde an Eurer Stelle zunächst so vorgehen, wie cili es beschreibt. Ich würde allerdings auch nach Möglichkeiten suchen, für mein Kind einen Platz in einem anderen Kindergarten zu finden. Ich finde es eine Unverschämtheit, dass man Euch gezwungen hat für eine der natürlichsten Sachen der Welt einen Therapeuten aufzusuchen. Ich würde wirklich versuchen, einen fortschrittlicheren Platz für mein Kind zu finden. Irgendwas, was seine Neugier befriedigt und nicht limitiert.

Schönen Gruß
Michaela
David
Ich stimme Michaela da voll und ganz zu.
So viel Engstirnigkeit muss man echt erst mal verdauen. Demnächst haben wir noch Amerikanische (Sorry!) Verhältnisse!  unglücklich   Wenn man mal davon absieht, das ein natürlicher und selbstverständlicher Umgang mit der Sexualität für ein Kind alles andere als schlecht bzw. meiner Meinung nach sogar wichtig ist, sollte man alleine schon aufgrund der Unfähigkeit der Kindergartenerzieher und Erzieherinnen nach einem anderem Kindergarten umsehen.

Ciao
David
esmeralda
hallo,
auch ich bin empört über die engstirnigkeit eures kindergartens! hätte nicht gedacht, das es sowas im jahr 2003 noch gibt!
ich halte es für völlig normal, daß die geschlechtsorgane der kinder in ihr spiel miteinbezogen und untersucht werden.
schließlich finden sie grundsätzlich so wenig beachtung: wir haben fingerspiele mit unseren kindern gemacht, sie an den füßchen gekitzelt, am rücken bekrabbelt, sie stolz den bauch präsentieren lassen und es-geht-ein-mann-die-treppe-rauf exerziert. niemals aber dürfen puller und muschi bei diesen neckereien mit von der partie sein.
klar, das die kinder die besonderheit dieses körperteil erkennen. auch klar, daß sie die sache dann selbst `in die hand nehmen` müssen.
natürlich sollte man sie auf mögliche verletzungsgefahren hinweisen (fiebermessen mit kugelschreibern kann schonmal zu vorzeitiger defloration führen!), verbieten oder stigmatisieren darf man das erlernen von sexualität bei kinder aber keinesfalls.
Merke: was hänschen nicht lernt, lernt hans nimmermehr.
will sagen: besser sie lernen sich kindlich frei und natürlich kennen, als verklemmt und heimlich als jugendliche oder gar erwachsene. dann hat man möglicherweise ein problem, das wirklich therapiebedürftig werden könnte!

laß sie machen. solange die kinder wissen, das es ok ist was sie tun, hast du ihr vertrauen und die chance, einzugreifen wenn nötig. tun sie es heimlich, bist du "draußen".

viele grüße!
taler
hallo moppel,

ich hab das grad hier gelesen. :supersauer raten kann ich dir leider nichts. außen wie glaube ich schon hier steht, das ihr eurem kind das gefühl gebt in ordung zu sein. ich finde es normal das kinder ihre sexualität kennelernen und auch austesten. ich hab im kindergartenalter auch ne menge doctorspiele gemacht, also brauch dir da keiner mit frühreif oder unnormal kommen. das gab es immer und das wird es immer geben.
da kann man doch wieder einfach nur sagen verkappte verklemmte gesellschaft.

ganz liebe grüße und ich wünsche euch diesbezüglich einfach mehr frieden,

simone
Sadhana
Hallo Moppel

Es ist überhaupt nichts an den Dokorspielen und an Berührungen auszusetzten, selbst wenn es vermeintlich aussehen könnte als probieren sie soger den Akt an sich. Solange es Kinder im Kindergarten sind und kein Altersgefälle da ist.
Das lässt sich mit Erwachsenensexualität garnicht vergleichen. Den Fehler machen nur die Erwachsenen, da etwas hinein zu interpretieren und zu moralisieren. Besonders wenn es die Kirche ist.
Es gibt ganz tolle Bücher für Kinder, aber auch für Pädagogen wo genau differneziert wird was jetzt sexuelle Nötigung ist, oder eben nicht.

Du könntest Dich bei einem Kinderschutzzentrum erkundigen, wie Du mit der Situation im Kindergarten umgehen kannst, ohne dass Dein Sohn ein gestörtes Verhältnis zur Sexualität bekommt. Diese Zentren, auch Wildwasser etc. bieten Kurse für Einrichtungen zur Prävention an und klären die Erzieher auch auf, was eigentlich hinter den Spielen steckt.

Oft liegt es daran, dass die Pädagogen selbst ein gestörtes Verhältnis zur eignene Sexualität haben und das in die Kinder projezieren. Da gehört das aber nicht hin, weil eben kindliche Sexualität was ganz anderes ist. So eine Fortbildung wäre ganz sinnvoll, wenn die Kirche da mitmacht, was ich leider bezweifle.

Liebe Grüße

Sadhana
tuvalu
Die ganze Sache weist auf eine schwere psychische Störung hin und zwar beim Kindergarten und allen Fürsprechern dieses Unsinns. Welches auch nur halbwegs logische Argument wurde denn gebracht, um dem verhalten deines Kindes Schädlichkeit zu unterstellen?

Das Kind sollte eigentlich auf dem Weg sein ein unbefangenes Verständnis für seinen Körper und für Sexualität zu bekommen. Statt dessen wird es mit dem Glauben erzogen etwas schlechtes verbotenes zu tun. Und dafür besteht absolut kein Grund. Kinder befinden sich in einer unendlichen Erkundungsphase. Einschränken sollte man diese nur, wenn es absolut notwendig erscheint (z.B. gefähliche Situationen). Hier jedoch in einer derartigen Weise überzureagieren ist sogar schädlich. Das wahrscheinlichste Ergebnis dürfte sein, dass das Kind niemals über derartige Themen mit Eltern oder anderen Erwachsenen sprechen wird und den Gedanken bekommt mit seinem natürlichen Verhalten etwas böses zu tun.