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Mann und Frauspiele bei 6/7 Jährigen - Sexualerziehung und Aufklärung :





timmisma
Hallo !

Meine Tochter hat mir erzählt, sie spielt mit ihrer Freundin Mann und Frau.
So mit ausziehen - ok - dachte ich, wohl eine Art Doktorspiele . Aber als ich dann fragte, was "Mann" und "Frau" denn so machen, dachte ich, jetzt kommt anfassen und kuscheln oder so ähnlich. Nein. "Der Mann muss der Frau die Pullimaus küssen, abl..... und beißen." Ich bin immernoch völlig geplättet.

Was Erwachsene machen oder nicht machen, ist das eine. Aber das die Kleinen sowas spielen und ausprobieren finde ich sehr grenzwertig. Am liebsten würde ich ihr verbieten bei der Freundin zu spielen. Ich habe erstmal ganz ruhig gesagt, daß ich das nicht so toll finde, wenn sie Mann und Frau so spielen. Das könnte man doch auch anders spielen. "Manchmal spielen wir das mit den Barbies, das mag ich auch viel lieber." Hast du Töne.

Ich war schon "unbegeistert" als ich von der Freundin aus dem Zimmer meiner Tochter hörte:" So und dann zieht der Mann die Frau aus und küsst ihre ......" usw.

Wie würdet ihr reagieren ?http://www.elternforen.de/wbb2/images/smilies/confused.gif
Peanutcookie
Hallo !

Also ich finde das auch etwas grenzwertig. Doctorspiele etc sind ja echt ok aber viel weiter sollte es meiner Meinung nach nicht gehen. Evtl. hat die Freundin irgendwas im Fernsehen gesehen womit sie nicht wirklich zurecht kommt ? Also gleich den Kontakt verbieten würd ich jetzt nicht aber ich würde schon mal mit den beiden Mädels reden. Und wenn das nix bringt musst du halt mal mit der Mutter reden. Oder du laesst sie bei dir spielen und machst klar das es das bei Euch zu Hause nicht gibt. Dann kann die Freundin selbst entscheiden was sei machen will. Schließlich hat deine Tochter ja auch keinen Spaß daran - dann sollte sie auch nicht mitmachen.

LG

peanut
Andschana
Hallo Timmisma,

erstmal kann ich es gut verstehen, daß Du das am liebsten verbieten würdest... es braucht schon ganz viel Offenheit, da die anerzogenen und erlernten Moralvorstellungen beiseite zu schieben.

"Doktorspiele" in diesem Alter sind ja ein ganz normaler Bestandteil der Entwicklung. Die Kinder lernen dadurch ihre sexuelle Identität kennen und es geht im Grunde darum die Unterschiede des jeweils anderen Geschlechts zu entdecken und auch zu erleben.

Ich kann aus Deinem Posting nun nicht eindeutig herauslesen, wie oft und wie intensiv diese Spiele sind. Ich denke, es ist noch ein Unterschied, ob dies nun ein- , zweimal ausprobiert wurde, oder immer wieder geschieht.

Wenn es nun - wie bei Deiner Kleinen - soweit geht, daß Erwachsenensexualität nachgespielt wird, ist es dennoch empfehlenswert die Kinder gewähren zu lassen, solange die Kinder sich in ihrem Spiel wohlfühlen (ist das so?).

Je entspannter mit dem Thema umgegangen wird desto besser. Wenn die kindliche Neugier zu sehr eingeschränkt wird, ist das Thema Sexualität nur umso länger interessant und viel präsenter. Vielleicht kannst Du mit Deiner Tochter und sogar ihrer Freundin ein offenes Gespräch führen und da Neugierde stillen und für Dich Antworten erhalten.

Wichtig ist natürlich, daß es von beiden Seiten gewollt und freiwillig geschieht, keine Verletzungsgefahr beim Experimentieren besteht und kein Druck ausgeübt wird...

Ich wünsch Dir aufmerksame Gelassenheit
timmisma
Danke für eure Antworten.

Ich habe meiner Tochter nochmal erklärt, das ich dieses Spiel nicht so gut finde, denn Mann und Frau zu sein, bedeute zwar auch Sexualität, aber es gäbe eben auch viel Zärtlichtkeit mit Umarmen, küssen und sich einfach gernhaben.
Ich habe ihr auch gesagt, daß sie nichts Schlimmes gemacht hat, und ich ihr
natürlich auch nicht böse bin.

Vor ein paar Monaten mußte ich mich schonmal mit dem Nachspielen von Erwachsenen-Sexualität auseinandersetzen. Es war das gleiche Kind, das immerwieder darauf drängt, in den Rollenspielen intesiv auf Sexualität einzugehen.

Sie können ja mit ihren Puppen ruhig einiges nachspielen, aber bitte doch nicht alles auch nachmachen. Sicher haben Kinder auch eine Sexualität. Aber die sieht mit 6 Jahren doch wohl anders aus .
Man erkundet den eigenen und den Körper anderer. Das soll auch so sein.
Aber meine Toleranzgrenze ist einfach überschritten, wenn es um Erwachsenensexualität geht.

Erwachsenen-Sexualität kann doch nicht der Hauptbestandteil von kindlichen Rollenspielen sein.
tuvalu
Zitat:

Erwachsenen-Sexualität kann doch nicht der Hauptbestandteil von kindlichen Rollenspielen sein.


Das ist ein Irrtum. Die gesamte Erwachsenenwelt ist ein Hauptbestandteil des kindlichen Spiels. Es werden schließlich auch schon früh Rollenmuster im Spiel nachgestellt, die von Eltern oder anderen Erwachsenen vorgelebt werden.

Es gibt bei der ganzen Sache hier eine entscheidende Frage: Für wen ist es problematisch wenn es zu solchen Doktorspielchen kommt? Das Kind?
Dafür sehe ich im Grossen und Ganzen zwei Möglichkeiten:

1. Zwischen den Spielpartnern besteht ein grosser Entwicklungs- und/oder Erfahrungsunterschied, der dazu führt, dass ein Beteiligter nicht vollkommen freiwillig an den Doktorspielchen teilnimmt. Das kann im Extremfall Zwang bedeuten, kann aber auch viel subtiler sein. Auf jeden Fall besteht hier die Gefahr, dass das Kind mit etwas konfrontiert wird, für das es sich noch nicht bereit fühlt und es zu einer Störung in der Entwicklung kommt.

2. Die Doktorspielchen beinhalten irgendwelche gesundheitlich Bedenklichen Vorgänge, wie z.B. Gegenstände in die Genitalien stecken.


Alles andere ist meiner Meinung nach der normale Umgang von Kindern mit diesem Thema und nicht schädlich in irgendeiner Weise.
Es ist wohl häufig eher der Fall, dass es die Eltern sind, die nicht damit klar kommen und nicht das Kind. Jeglicher Umgang damit der mit Verboten oder sogar Verteufelung zu tun hat und vielleicht auch noch damit verbunden ist nicht vollkommen offen über das Thema sprechen zu können, kann ein Bild von Sexualität prägen, das stehts mit Unsicherheit, Scham und unangenehmen Gefühlen verbunden ist
regina32
ich wusste in dem Alter noch gar nicht, wie Erwachsenen Sexualität geht.. WOHER wissen die das denn???? nur mal so in den Raum rein gefragt..
tuvalu
Zitat:

ich wusste in dem Alter noch gar nicht, wie Erwachsenen Sexualität geht.. WOHER wissen die das denn???? nur mal so in den Raum rein gefragt..


Kinder sind von Natur aus neugierig und bekommen vieles mit. Warum also nicht auch das? Es gibt viele mögliche Quellen dafür. Die Eltern "erwischt", die Eltern heimlich beobachtet, ein paar offene Elterninternetseiten aufgesucht, oder Elternfilmchen mitbekommen - oder auf Elternforen.de gewesen Augenzwinkern

Auch es einfach mitbekommen zu haben, dass die Eltern sowas wie Sex machen finde ich absolut normal und keineswegs schädlich.
Ilona
Auf einer Art stimme ich ****** in allem zu was er schreibt, Kinder spielen in dem Alter die Welt der Erwachsenen nach, das fängt in harmloser Form sogar schon früher an. Im Kindergarten spielen die Kinder schon Vater, Mutter, Kind. Selbst bei ein Kaufmannsladen kopieren die Kinder die Erwachsenenwelt.
Was die Frage nach dem woher wissen sie das betrifft denke ich auch das sie vielleicht die Eltern erwischt haben oder so etwas in der Art.
Allerdings kann ich auch nachvollziehen, dass man als Eltern erst mal geschockt ist wenn man mitbekommt, das sein Kind das so genau weis, den es ist ja noch ein Kind. ich denke in dem fall wird es dann auch zeit für ein Gespräch über sexualität so schwer man sich auch damit tut, zu begreifen das das interesse für das Thema bei seinem Kind aufkommt. Vor allen ist es wichtig dem kind auch bei zu bringen "Nein" zu sagen wenn es etwas nicht möchte.
tuvalu
Mir ist da noch ein Gedanke gekommen. Wer sagt eigentlich, dass es Erwachsenensexualität ist, die die Kinder ausleben. Ich denke auf diese Gedanken können Kinder durchaus auch von alleine kommen und tun es auch.
tuvalu
Zitat:

Vor allen ist es wichtig dem kind auch bei zu bringen "Nein" zu sagen wenn es etwas nicht möchte.


Das hatte ich ja auch als zentralen Punkt (wenn nicht gar den wichtigsten Punkt) erwähnt.

Bei einem freien Umgang mit dem Thema hab ich noch nichts Schädliches ausmachen können - vielmehr sind es doch die Eltern, die mit dem Umgang damit Probleme haben. Natürlich ist das verständlich, aber ein selbstkritischer Umgang damit ist schon wichtig.