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Diebstahl der Kindheit - AKTUELLES: Stories, News, Gesellschaft



Hextina
Diebstahl der Kindheit

Von Matthias Bartsch, Andrea Brandt, Simone Kaiser und Conny Neumann

Überstürzt und schlecht vorbereitet haben viele Bundesländer die Schulzeit zum Abitur auf zwölf Jahre verkürzt. Eltern, Lehrer und Schüler müssen die Fehler jetzt ausbaden.

weiter geht es hier:http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,528522,00.html

Hier sind doch auch einige Menschen mit älteren Kindern. Auch welche mit Kindern im G8 irgendwo? Wie geht es euch und euren Kindern damit?

LG,

Tina
Schiffchen
Ja, meine beiden Kinder sind Schüler, die das Abi in 8 Jahren schaffen sollen. Der eine ist in der 7., der andere in der 5. Klasse. Und ich kann den Artikel nur bestätigen. Whatever

Wenn man die Schule einigermaßen Ernst nimmt, können die Kinder nur wenig "außerschulisches" machen. *kopfschüttel* Zusätzlich zu den geforderten Unterrichtsstunden kommen dann auch noch die AG-Stunden, die in Niedersachsen Pflicht sind. Whatever Man muß bis zum Abi eine bestimmte Anzahl vorweisen können, sonst wird man nicht zum Abi zugelassen. Das sehe ich aber noch ganz entspannt, denn ich denke, bis einer meiner Kinder soweit ist, haben sicher irgendwelche Eltern dagegen geklagt. Denn an unserer Schule sind die Kapazitäten der AGs so beschränkt, dass die Kinder nur mit Glück die nötige Anzahl zusammenbekommen. ausheck

Meine gehen noch zum Fußballtraining - aber das geht auch nur, weil sie am Wochenende auch an den Schulsachen sitzen. Wenn jetzt bei meinem großen noch der Konfirmandenunterricht dazukommt, wird es noch enger. Verabredungen mit Freunden sind kaum noch möglich - nur wenn mal eine Lehrkraft ausfällt und dann weniger Hausaufgaben anfallen, geht das mal.

Ja, wie gesagt, den Kinder wird mit Sicherheit ein Teil ihrer Kindheit gestohlen. Und ein Vergleich mit unserer Schulzeit früher verbietet sich von selbst - so stressig war unsere Schule nicht! Böse Böse

LG Schiffchen
mamasu
Wir haben drei Kinder (19, 16, 14) Alle haben mit guten bis sehr guten Leistungen die Grundschule verlassen und sind auf die gleiche katholische Privatschule mit staatlicher Anerkennung in Hessen.

Die beiden Älteren G9, der Jüngere freiwillig schon G8 in einem Vorläuferjahrgang. Die Schule hatte allerdings schon Erfahrung mit dem "Turbojahrgang", den sie für Begabte und Lernfreudige angeboten hat.

Den Jüngsten haben wir den G8-Jahrgang machen lassen, da seine Geschwister ohne Probleme und mit viel Zeit durch die ersten Klassen des Gymnasiums gegangen sind und ihre Leistungen sogar besser als in der Grundschule waren. Die Umstellung war für ihn dann aber doch heftig, mehrmals Nachmittagsunterricht, schnellerer Stoffdurchgang und größere, sehr unruhige Klasse mit vielen Individualisten mussten erst einmal verdaut werden

Seine Leistungen waren schwächer als in der Grundschule, er hat sich im oberen Bereich des Klassendurchschnitts aufgehalten. Ich denke aber aufgrund seines Typs wäre das wahrscheinlich auch im G9-Zweig so gewesen. Nach schlechteren Arbeiten hängt er sich danach immer etwas hinein, nach guten lässt er es etwas lockerer angehen .

Er ist allerdings das Kind, das von uns immer etwas Untersützung in einigen Fächern erhalten hat, d. h. wir haben vor den Arbeiten teilweise mit ihm gelernt.

Wie seine Geschwister übt er eine Sportart aus und spielt ein Musikinstrument. Ein Treffen mit Freunden findet selten statt. Das hängt aber meiner Meinung auch vom Typ ab.

Ab der achten Klasse (die siebte wurde beim Zählen ausgelassen) hat sich dann alles etwas entspannt, er ist älter und kann das Lernpensum gut verarbeiten.

Zum Spiegelartikel und dem was mir dazu noch einfällt: Einen durchschnittlichen 10-Stunden-Tag kann ich nicht bestätigen. Dafür allerdings die überstürzte Einführung des G8, was sich auch im Unterrichtsmaterial und nicht vorhandenem Lehrplan niedergeschlagen hat. Die ersten Jahrgänge sind in meinen Augen als Versuchskaninchen benutzt worden.

Dazu gehört auch die Fragestellung, was wird in der 11 sein, wenn die G8er mit den noch bestehenden G9ern zusammen kommen. dann wird sich zeigen, wie der Leistungs- und Wissensstand im Vergleich ist. Die bisherige 11 wurde viel zum Wiederholen des Mittelstufenstoffs benutzt. Das wird jetzt zum Teil nur für die G9 gelten, weil manche Unterrichtsinhalte erst in der 11 für die G8 zum ersten Mal behandelt werden.

Ein Auslandsjahr wird meiner Meinung nach zukünftig nicht unmöglicher. An unserer Schule gehen diese Schüler sowieso meistens ein Jahr zurück.

Die Schule hat eine Cafeteria mit warmen Mittagsessenangebot und genügend Aufenthaltsräume. Die äußeren Vorraussetzungen sind damit gegeben. Ein neues pädagogisches Rezept ist im Entstehen und wird teilweise schon erprobt. Das betrifft allerdings nur die jetzigen Klassen 5+6.

als Mutter von eher leistungsstarken Schülern halte ich G8 nicht grundsätzlich für falsch, allerdings für SchülerInnen, die langsam und nicht selbständig arbeiten können, ist es schwierig. Für die wird dann sicher die Gesamt- oder Realschule besser sein.
Tanja
Ich weiß nicht.
Mich hat die 11. Klasse damals total genervt. Da kamen fast nur Wiederholungen, damit den Realschülern auch eine Chance gegeben wird. Dass alle in der Warteschleife stecken nur wegen 3 oder 4 Realschülern fand ich damals eine Zumutung.

Wieviele Stunden wurden in der Schule mit irgendwelchen Filmchen vertrödelt. Frag mich nicht, wie oft wir Dirty Dancing auf englisch gesehen haben.
Oder vor oder nach den Ferien erstmal zum reinkommen Otto Filme oder so einen Kram. Damals fanden wir das natürlich toll. Heute frag ich mich, was man in der Zeit alles hätte straffen können.

Gut, Julia geht erst in die 2. Klasse.
Und natürlich haben sich die Zeiten geändert. Ich bin gespannt, ob die Anforderungen an die Kinder wirklich so sehr gestiegen sind im Gegensatz zu meiner Schulzeit.
Zumindest in Mathe hat Julia denselben Stoff in der ersten Klasse durchgenommen wir ich. Die Hefte hab ich noch. zuzwinker