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grösseres selbstvertrauen - Kinder Kinder :





littlefoot
hallo zusammen,

um das zu erklären auf was ich raus will muss ich leider ein wenig ausholen, dafür schon mal t’schuldigung.

also mein grosser ist 5 und ist ein sehr schüchterner junge. er geht seit september letzten jahres in den kindergarten.
und seitdem er da hingeht haben wir festgestellt, dass er mit gleichaltrigen jungen überhaupt nicht kann. er mag zwar denn ganzen jungenkram wie z.b. ball spielen jeder art oder mit autos spielen oder fahren aber halt nur mit papa. wenn es darum geht mal mit einem jungen seines alters zu spielen geht er in die defensive und schaut nur zu. im kindergarten spielt er lieber mit den mädels oder mit jüngeren jungs als er selber.

selbstverständlich haben wir nichts dagegen, dass er mit mädchen oder kleineren spielt er soll sich schließlich wohlfühlen. aber meine frau und ich haben die befürchtung, dass er irgendwann den anschluss verliert und dann in der schule ganz alleine dahsteht. es ist nämlich davon auszugehen, dass er mit den gleichen kindern in die schule kommt die er jetzt im kindergarten um sich hat.

da er nun mal sehr schüchtern ist hat er auch kein großes selbstvertrauen. zusammen mit den erzieherinnen versuchen wir dieses auch in den griff zu kriegen aber leider funktioniert das nur sehr bedingt.

ich wollte euch mal fragen ob ihr ähnliches schon erlebt habt und mir vielleicht ein paar ratschläge geben könntet wir ihn mit mehr selbstvertrauen ausstatten können ?

oder vergeht das ganze irgandwann von alleine und wir machen uns nur stress ?

für eure antworten und anregungen wäre ich dankbar.

LG
littlefoot
Tanja
Hat er denn schon mal geäußert, ob die anderen Jungs ihn ärgern oder warum er nicht mit den Gleichaltrigen spielen mag?
littlefoot
hallo tanja,

genau da liegt das problem. er ist noch dazu äußerst schweigsam. er sagt immer alles ist super. wir wissen nur das er sich einmal mit einem jungen gestritten hat der ihn dann angespuckt haben soll. leider hat es niemand gesehen.

er sagt auch immer die anderen jungs seien ihm zu laut.

ach ja und was ich vergessen habe zu erwähnen, er ist ein sensibler junge.
zwar heult er nicht viel und ist auch nicht gerade zimperlich aber er ist sehr feinfühlig und auch sehr zierlich.
IlkaM.
Lasst ihn so sein, wie er nunmal ist und vertraut darauf, dass er seinen Weg schon finden wird.

Gerade feinfühlige Kinder brauchen oft eine Zeit - ihre Zeit.
User 6
Ich kenne auch einige Kinder, die sehr ruhig sind und lieber erstmal beobachten, als sich in den Mittelpunkt zu drängeln. Ihr müsst ihm zeigen, dass es in Ordnung ist, so zu sein, wie er ist. Hat er denn schon einmal einen der Jungs zu sich nach Hause eingeladen? Manchmal klappt es ja ganz gut, wenn zwei sich allein beschäftigen und nicht so viel "drumherum" ist. Außerdem muss es auch introvertierte Kinder geben, das hat nicht unbedingt etwas mit Selbstbewusstsein zu tun, sondern damit, dass manch einer lieber für sich selber "rumbröselt".
Betty
ich habe auch einen solchen Sohn. Nach 11Jahren haben wir feststellen lassen das er auditive wahrnehmungsstörungen hat ( zentrale Hörstörung)

schau das Du einen Termin bei einem Pädaudiologen bekommst. Die machen besondere HörTestungen.
Meiner hat auch Probleme sich in lauten Gruppen zu intigrieren. Er empfindet es auch als zu laut wenn viele Kinder aufeinmal reden, lachen und flaxen....er hat das Problem das er gehörtes unter Reizüberflutungen nicht speichern u zuordnen kann.

Gebe mal bei google Pädaudiologie und dein Wohnort ein

glaube mir, diese Untersuchung kann wichtig sein. Wir ahben es zu spät erkannt. Mein Sohn ist nun Schulverweigerer.
littlefoot
danke euch für die schnellen antworten und das lesen.

@ betty: danke für den tipp. werde gleich mal nachschauen.
Tanja
Naja, sicher muss es auch sensible und schüchterne Kinder geben. Aber...

Meine Tochter ist an sich auch sehr ängstlich gewesen, Neues oder Unbekanntes hat sie verweigert, sie hatte aber keine Probleme, sich in eine Gruppe zu integrieren oder mit anderen Kindern zu spielen.

Nun kam sie mit 6 einhalb in die Schule. Von da an hatten wir jeden Morgen ein weinendes Kind, sie kam mit der Anforderung Schule nicht zurecht, sie hatte Angst vor Lehrern und überhaupt war sie total überfordert.
Dazu muss ich sagen, dass die Schuluntersuchung uns ein "total fittes Kind für die Schule" attestierte und auch der Kiga keinerlei Probleme für Julia in der Schule erwartete.

Letztendlich hat sie dann Anfang der zweiten Klasse einen Brain Gym Kurs begonnen, der von einer Psychologin geleitet wird.
In diesem Kurs wurde auf jedes Kind eingegangen, bei Julia hat die Psychologin versucht, ihren Selbstwert zu steigern und ihr geholfen, sich zu positionieren - was sie will, was sie nicht will usw. - ohne ein schlechtes Gewissen anderen gegenüber zu haben.
Inzwischen macht sie ihren 3. Kurs und hat sich um 180 Grad gedreht.
Sie weint nicht mehr vor der Schule, sie geht gerne hin, hat ihren Platz in der Klasse gefunden und sagt, was ihr passt und was nicht.
Neue Aufgaben schaut sie nach wie vor erst mal an, bevor sie sofort drauf losstürmt, aber sie stellt sich der Anforderung, ohne daran zu zerbrechen.

Was ich damit sagen will, ist dass es in der Schule so viele starke, selbstbewusste Kinder gibt, die den schüchternen, zurückhaltenden Kindern vor Augen führen, wie wenig stark sie sind. Da kann noch immer wieder jemand sagen, es muss auch schüchterne Kinder geben. Nur nimmt auf die - zumindest in unserer Schule - im Grunde keiner Rücksicht.
User 6
Schüchtern und introvertiert ist ja auch nicht dasselbe. Wenn ein Kind schüchtern ist, braucht es auf jeden Fall noch mal ein bisschen mehr Hilfe von außen. Manche Kinder sind aber eher nach innen gekehrt, typische Eigenbrödler eben. Ist ja auch nicht schlimm, solange das Kind zufrieden ist und nicht leidet. Darauf wollte ich eigentlich hinaus.Wenn es dem Kind in seiner Lage gutgeht bzw. es sich selbst nicht als Aussenseiter oder schwach fühlt, dann muss nicht auf Biegen und Brechen etwas unternommen werden, nur weil die Erwachsenen das vielleicht nicht "normal" oder nicht gut finden. Steht ein Kind sich aber quasi selber im Weg, weil es besonders ängstlich ist, Kontaktschwierigkeiten hat oder so, dann braucht es auf jeden Fall Unterstützung, denn das wächt sich in der Regel nicht von alleine aus.
littlefoot
Zitat:
Original von Tabbimaus
Schüchtern und introvertiert ist ja auch nicht dasselbe. Wenn ein Kind schüchtern ist, braucht es auf jeden Fall noch mal ein bisschen mehr Hilfe von außen. Manche Kinder sind aber eher nach innen gekehrt, typische Eigenbrödler eben. Ist ja auch nicht schlimm, solange das Kind zufrieden ist und nicht leidet. Darauf wollte ich eigentlich hinaus.Wenn es dem Kind in seiner Lage gutgeht bzw. es sich selbst nicht als Aussenseiter oder schwach fühlt, dann muss nicht auf Biegen und Brechen etwas unternommen werden, nur weil die Erwachsenen das vielleicht nicht "normal" oder nicht gut finden. Steht ein Kind sich aber quasi selber im Weg, weil es besonders ängstlich ist, Kontaktschwierigkeiten hat oder so, dann braucht es auf jeden Fall Unterstützung, denn das wächt sich in der Regel nicht von alleine aus.


wie stelle ich aber das von außen an ? wie sage ich meinem kleinen das er nicht schüchtern sein braucht und er ruhig hingehen kann weil die anderen beißen ja nicht. das habe ich bereits schon mehrmals gesagt. nun dabei rausgekommen ist, daß er gegenüber erwachsenen seine schüchternheit abgelegt hat (ob das nun so von vorteil ist, weiss ich momentan auch noch nicht) aber bei gleichaltrigen bleibt immernoch lieber auf distanz.
User 6
Ich würde mal ein Kind aus dem Kindergarten nach Hause einladen (vielleicht ein Kind, das auch eher ruhig ist, oder auch eins von den Mädels). Da bleibt den beiden ja nichts anderes übrig, als sich miteinander zu beschäftigen Augenzwinkern
nein, ernsthaft, so zu zweit ist immer einfacher, weil nicht so viele "unkalkulierbare" Kinder drumherum wuseln. Dann kann man sich als Vater/Mutter auch erst mit dazusetzen, wenn das Kind trotzdem unsicher ist, und erst mitspielen. Irgendwann ist das Eis gebrochen, dann kann man sich rausziehen. Manchmal hält das dann nur ein paar Minuten und dann soll Mama/Papa wieder mitspielen, aber das gibt erstmal Sicherheit. Sowas braucht seine Zeit, und vielleicht muss man das auch zwei drei vier fünf Nachmittage machen. DEin Kind ist unsicher und braucht jemanden, der ihm das Gefühl von Sicherheit gibt 8deshalb haben ja Kids auch oft ein Stofftier oder so mit im Kindergarten, weil das vertraut ist und Sicherheit gibt).Jemandem sagen, er soll nicht schüchtern sein, ist gut gemeint, ist saber so als ob ich jemandem sage, er soll kein Lampenfieber haben oder nicht verliebt sein - das ist ja keine Sache des Verstands.Möglicherweise ist es ganz gut, ruhig ein jüngeres Kind einzuladen, als "der Große" und dann auch noch beim "Heimspiel" fühlt man sich doch gleich ein bisschen besser...
littlefoot
@ tabbimaus: danke für die tipps. werden es mal mit einladungen zu hause ausprobieren. mal sehen ob es klappt.
IlkaM.
Sorry - ich würde nicht wahllos jemanden einladen. Der Wunsch muss schon von den Kindern kommen, nur dann kann es ein entspannter Nachmittag werden. Du kannst also gerne nachfragen, ob er mal jemanden einladen möchte - vermeide aber, Kuppler zu spielen - das kann genauso in die Hose gehen wie bei Erwachsenen.

Dass er anständig hören kann ist natürlich die Voraussetzung fürs Integrieren.

Darf ich fragen, wieso er erst mit 4 1/2 in den Kindergarten gekommen ist? Platzprobleme?

Ich frage deshalb, weil das auch so ein Grund sein könnte: Wenn er bis dahin nicht gelernt hat, sich in einer Kindergruppe einzuordnen, dann ist es total normal, dass er jetzt etwas unsicher neben den "Profis" steht. Das wäre aber wirklich nichts, was er mit der Zeit nicht meistern könnte. Zumal beim Schuleintritt, wo dann ja alle wieder bei Null anfangen.
User 6
Natürlich nicht wahllos einladen - es wird ja schon das ein oder andere Kind geben, dass er mag. Das hat für mich nichts mit kuppeln zu tun, sondern mit Unterstützung.
littlefoot
@ ilka: er ist erst mit 4 1/2 Jahren in den Kindergarten gekommen weil er erst mit 6 1/2 Jahren in die Schule gehen wird. und wir nicht wollten das er drei jahre in den kindergarten muss. vorher waren meine frau und der kleine zusammen in mutter-kind-gruppen. was ihm aber überhaupt nicht gefallen hat. er hat immerzu geweint und hat an der mama geklammert. und wir haben uns dann gegen die gruppe entschieden, weil er sich dabei nicht wohl gefühlt hat.
übrigens möchte ich noch erwähnen, dass er mittlerweile kein klammerer mehr ist. meine frau bringt in den kindergarten, dort sieht er seine mädels zieht sich aus und meine frau muss froh sein wenn er überhaupt noch tschüss sagt zu ihr.

selbstverständlich laden wir nicht einfach irgendwelche kinder ein. wir werden ihn lediglich dabei unterstützen, dass wenn er jemanden einladen möchte er das gerne machen darf.

was das hören angeht. er hat ein gutes gehör und ist sehr sprachgewandt. von dieser seite aus dürfte es eigentlich keine integrationsschwierigkeiten geben. er mag es einfach nicht, dass es beim spielen immer so "wild" und "laut" zugeht. scheinbar sind die mädels etwas ruhiger. was man(n) im erwachsenalter ja meistens nicht mehr behaupten kann großes Grinsen
IlkaM.
Ein weiterer Aspekt, den Ihr im Kopf haben solltet: Es gibt Kinder (achso ... auch Erwachsene Augenzwinkern ), die aufgrund einer sogenannten Hochbegabung und/oder Hochsensibilität Probleme mit der Integration in Gruppen haben.

Zeitprobleme - nicht absolute Probleme.

Will sagen: Diese Kinder beobachten lieber ein paar Wochen länger, weil es ihnen nicht so leicht fällt, sich altersentsprechend zu verhalten (Du vergleichst Deinen Sohn ja auch mit Gleichaltrigen - und das tut er auch. Vielleicht unbewusst, aber er WÜRDE schon merken, dass er da anders "tickt" und entsprechend zurückhaltend sein.). (Ein Indiz übrigens auch die Affinität zu Erwachsenen)

Ich möchte Dir noch ausdrücklich sagen, dass ich es als sehr positiv sehe, dass er sich an die Kinder hält, mit denen er - aus welchen Gründen auch immer - etwas anfangen kann. Denn das heißt ja zu allererst mal, dass er generell keine Kontaktschwierigkeiten hat.