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Tochter nässt ein - Kinderkrankheiten



Speedyspatz
Hallo Ihr Lieben!

Ich hoffe, dass ich hier richtig bin mit meinem Thema und ich hoffe, dass man mir weiterhelfen kann. Denn ich weiss nicht mehr, was ich machen soll.

Meine Tochter ist 11 Jahre alt und sie nässt Tag und Nacht ein. Im Moment hat sie sogar eine Blasenentzündung, weil sie gerne auf kalten Steinen sitzt (während der Schulzeit), sich nicht umzieht, wenn sie eingenässt hat, und sich manchmal nicht warm genug anzieht.
Alles reden hilft nicht, es führt nur zu Streit.
Wir sind ständig in Behandlung beim Urologen und alle Untersuchungen haben nichts ergeben, nur halt, dass sie immer und immer wieder eine Blasenentzündung bekommt.
Eine Prophylaxe mit Antibiotika über mehrere Monate hinweg hat nur kurz etwas gebracht.

Meine Tochter geht seit Jahren auch zur Therapie (Scheidungskind), was ihr sehr gut hilft.

Seit einigen Wochen nässt sie extrem ein. Und ich habe das Gefühl, es wird immer schlimmer.

Wer hat noch dieses Problem und kann mir Tipps geben?

Liebe Grüße

Speedy
Birgit
hast du das dort mal angesprochen?

in welcher Therapie befindet sie sich?
Speedyspatz
Ja, die Therapeutin weiss darüber bescheid. Sie macht eine Gruppen-Therapie und Einzelgespräche. Wir haben auch regelmässig Familiengespräche.
May6276
Liebe Speedyspatz,

darf ich fragen, wie lange die Scheidung her ist?
Besteht zur Zeit besonderer Stress für die Kleine (vielleicht, weil sie ihren Papa nicht so oft sieht oder zwischen den Stühlen steht? Oder passiert irgendwas anderes aufregendes zur Zeit? Vielleicht sogar einfach nur in der Schule?).

Man sagt "Kinder weinen über die Blase".

Oder war die Trennung besonders schlimm und es könnte sein, dass chronische Schäden dabei entstanden sind?
Ich komme darauf, weil du geschrieben hast, dass sie sich nicht um sich kümmert und kein Empfinden für Kälteempfinden und Nässe usw. hat.
Das erinnert ein bisschen an eine Traumatisierung.
Z.B. passiert es auch, dass Menschen, die einen Autounfall erleiden, ihr Körperempfinden abspalten...ein natürlicher Schutzmechnismus.
Je nachdem wie traumatisch bestimmte Dingen für sie waren, KÖNNTE sie dabei ein Trauma erlitten haben (Posttraumatische Belastungsstörung).
Es kann aber auch ganz verschiedene Gründe haben, das muss tatsächlich ein Therapeut herausfinden.

Hat der Therapeut dazu noch nichts konkretes gesagt??

Liebe Grüße
Speedyspatz
Hallol May!

Die Scheidung liegt jetzt 6 Jahre zurück und meine Tochter hat sehr darunter gelitten, sie hat auch mitbekommen, dass ich sehr darunter gelitten habe.
Ihren Vater sieht sie jedes zweite Wochenende. Aber machmal will sie gar nicht zu ihm oder er hat keine Zeit.

Mein jetziger Partner kümmert sich mehr um meine Tochter. Er ist auch derjenige, der mit zur Therapeutin und zu Familiengesprächen geht, ihr Vater aber nicht. Er hält sich aus den meisten Dingen heraus, will aber immer mitreden, will uns auch immer Steine in den Weg legen.... Ich glaube auch, dass sie darunter leidet, dass nicht ihr Vater sich wirklich um sie kümmert, sondern "nur" mein neuer Partner... kann ich mir jedenfalls gut vorstellen.

Das mit dem Trauma werde ich bei der Therapeutin ansprechen, da haben wir nächste Woche einen Termin. Sonst hat sie noch nicht viel zu dem Thema einnässen gesagt.

Liebe Grüße

Speey
May6276
Hallo Speedyspatz,

es muss ja nicht gleich ein Trauma sein...sprich es wirklich mal an.

Manche Kinder können eine Trennung "gut wegstecken", manche leiden sehr darunter und es können Schäden dadurch auftreten.
Ich habe aber in meinem Bekanntenkreis noch kein Kind erlebt, das gar nicht unter einer Trennung gelitten hat. Besonders, wenn die Kinder noch klein sind, können sie es noch nicht verarbeiten.
Kinder nehmen immer die gesamte Schuld auf sich, wie z.b. "Papa ist gegangen, weil ich nicht liebenswert bin! Er kümmert sich nicht, weil ich nicht liebenswert bin...usw".
Das bekommen Eltern oftmals gar nicht mit, was sich in dem Köpfchen abspielt.

Als sich meine Eltern trennten, ging meine Mutter, ohne mir was zu erklären.
Was das für einen Schaden angerichtet hat, konnte keiner ahnen.
Ein Jahr später ging ich zu ihr, um bei ihr und ihrem neuen Partner zu leben, aber ich hatte immer das Gefühl, dass der neue Mann wichtiger war, als ich.

Geh gut und einfühlsam mit ihr um.
Sie braucht dich mehr, als ein Kind, das keine Trennung mitgemacht hat.
Es ist/war Stress pur für dieses kleine Kinderköpfchen und was sie für die nächsten Jahre am wenigsten braucht, ist Stress.

Vielleicht wäre es wichtig, dass du mit deiner Tochter einen Tag in der Woche einrichtest, wo nur du und sie was unternehmen (ohne deinen neuen Partner)?

Alles Gute!
May