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Kinder Stark Machen !!! - Sexualerziehung und Aufklärung



Smilie
Ich schreibe einfach mal hier Gedanken zum Schutz vor sexuellen Übergriffen gegenüber Kindern auf.
Vielleicht bleibt ja das ein oder andere bei jemanden hängen und wir können so unsere Kinder stark machen falls (hoffentlich nicht) sie mal in eine Situation kommen:


................

"Steig' nicht in ein fremdes
Auto", "zieh' dich ordentlich
an", "geh' nicht allein in den
Wald", "geh' nicht mit einem
Fremden mit", "mach' die Tür
nicht auf, wenn du alleine
bist","nimm' keine Schokolade
von einem fremden Onkel", "sei vor
der Dunkelheit zu Hause"… So und ähnlich
lauten die Warnungen, mit denen die meisten
Mädchen und Buben aufwachsen. Herkömmliche
Prävention gibt falsche Information und nicht
Sicherheit. Sie führt zu
Vermeidungsverhalten, Verängstigung,
Einschränkung der Bewegungsfreiheit und
Selbständigkeit, Verstärkung der Abhängigkeit
von den Eltern.

Die herkömmliche Prävention bereitet geradezu
den Boden für Missbrauch, denn
fehlinformierte, unsichere, angepasste und
abhängige Kinder sind ideale Opfer. Sinnvolle
Prävention dagegen muss Kinder stark machen,
sie in die Lage versetzen, sexuelle
Übergriffe zu erkennen, einzuordnen und sich
dagegen zu wehren, das heißt, sich selbst zu
schützen.
Prävention muss die Stärke von Kinder
aufbauen, die Unabhängigkeit der Kinder
fördern, die Mobilität der Kinder erweitern
und die Freiheit von Kindern vergrößern.
Prävention darf auf keinen Fall Angst machen,
denn Angst erzeugt Schwäche, Angst lähmt.
Angst entsteht aus Gefühlen von Ohnmacht und
Hilflosigkeit. Wir müssen den Kindern das
Wissen um ihre Stärke und
Handlungsmöglichkeiten vermitteln, denn
"Wissen ist Macht".

Fey (198cool , beschreibt fünf Themenbereiche
als zentral für eine präventive Erziehung:

1. Mein Körper gehört mir. Der eigene Körper
ist wertvoll, jedes Kind hat das Recht, ihn
zu schützen.
2. Intuition: Maßstab für Mädchen und Buben
sind ihre eigenen Gefühle; "ich kann
mich auf meine Gefühle verlassen".
3.Berührungen: Kinder lernen zwischen
"guten" und "schlechten"
sowie "merkwürdigen" Berührungen
unterscheiden und die beiden letzteren
abzuweisen.
4.Nein sagen: Kinder dürfen und müssen in
bestimmten Situationen Grenzen ziehen und
Nein zu den Anforderungen Erwachsener sagen.
Sie haben die Erlaubnis, nicht zu gehorchen
und sich zu wehren.
5. Geheimnisse: Kinder lernen adäquate
Geheimnisse, wie zum Beispiel Überraschungen,
von schlechten, beängstigenden Geheimnissen
zu unterscheiden. Wenn Heimlichkeiten
unheimlich werden, ist es besser, sich
Freunden und/oder Erwachsenen mitzuteilen.

Aus diesen Prinzipien geht hervor, dass
sinnvolle Prävention sich niemals nur auf
punktuelle Warnungen beschränkt, sondern
immer eine Erziehungshaltung ist, die
kontinuierlich wirkt. Dies bedeutet, dass
präventive Aspekte in die Gesamterziehung
integriert werden müssen. Kinder sollen in
den oben angeführten Bereichen gestärkt
werden, ohne dass gewaltsame sexuelle
Übergriffe direkt angesprochen werden müssen.
Damit wird vermieden, dass Kinder in dem
Gefühl aufwachsen, dass Sexualität und Gewalt
zusammengehören und so ein negatives
Verständnis von Sexualität entwickeln. Dies
hat außer dem präventiven Effekt noch eine
weitere Auswirkung: die betroffenen Kinder
fühlen sich angesprochen, möglicherweise
bekommen sie den Mut, sich gegen sexuelle
Übergriffe zu wehren, vielleicht erhalten sie
Handlungsperspektiven. Zumindest merken sie,
dass es Erwachsene gibt, die von dem Problem
wissen.

Spiele, Geschichten, Bilderbücher, Lieder,
etc. können Gesprächsanlass sein, sodass eine
Atmosphäre der Offenheit entsteht, die
betroffene Kinder ermutigt, sich
anzuvertrauen.
black cat
Daumen drück Sehr gut, Smilie!
John25
Oh hast du auch die Sendung auf N-TV gesehen?
Da ging es genau um das Thema. Ein Bekannter von uns arbeitet bei der Kripo, der hat auch immer gesagt, das man nicht früh genung anfangen kann, den Kindern bei zu bringen, NEIN zu sagen. Es gibt auch jede Menge Kurse für Kinder, wo sie beigebracht bekommen, wie man mit solchen Situationen umgeht.
Ilona
Das Thema hatten wir auch gestern auf dem Elternvertreterabend.

Es ist schwer den schmalen Grad zwichen Aufklären und den Kindern Panik machen zu treffen.
Mongruadh
Danke Smilie Küssen
User 6
Es gibt ein tolles Spiel zu dem Thema, so ab Kindergarten/Grundschule. Gibts aber nur beim Kinderschutzbund Minden, hat eine Polizistin entwickelt, die solche Projekte in den Grundschulen macht (vom Kommissariat Vorbeugung). Bei Interesse PN an mich, mache gern den Kontakt. kostet etwa 15 Euro. Ich hoffe das gilt hier jetzt nicht als unerlaubte Werbung! Hier gibts Info (auf Seite 37):

http://www.kinder-in-nrw.de/download/kinderinnrw_4_06.pdf
Smilie
Ein kleiner Ausschnitt für alle Eltern...

Kinder sollen im Alltag Respekt erfahren und
Selbstvertrauen entwickeln. Erfahrungsgemäß
sprechen Täter unsicher und unselbständig
wirkende Kinder bevorzugt an. Das kann man
durch einfache "Alltäglichkeiten"
sehr gut fördern (Theater- AG,
Mannschaftssport, Judo, Kasperle- Theater im
Kinderzimmer... um nur einige Beispiele zzu
nennen).

Macht Eurem Kind klar, dass es eine eigene
Persönlichkeit ist, mit Rechten, die kein
Mensch -weder ein Fremder noch ein Bekannter
- verletzen darf (Beispiele dafür nennen,
wie
man die Persönlichkeit eines Kindes
verletzen
kann, was das eigentlich genau heißt... z.B.
hat kein Mensch das Recht, an das
Geschlechtsteil eines Kindes zu fassen, wenn
es das Kind nicht möchte. Das gilt auch für
die Mutter selbst!, z.B. beim abendlichen
Badespaß Augenzwinkern Ein "NEIN" heißt
"NEIN" und wird akzeptiert! (auch
wenn´s manchmal schwer fällt... ich weiß Augenzwinkern

Selbstbewusstsein ist der wirksamste Schutz
gegen sexuellen Missbrauch!

Kinder müssen generell (nicht nur in bezug
auf die Geschlechtsorgane!) von klein an
lernen, auch Erwachsenen gegenüber
"nein" sagen zu dürfen. Sie sind
nicht verpflichtet mit Fremden zu reden oder
Auskünfte zu geben.

Ängstigt Euer Kind nicht, aber sagt ihm
immer
wieder, dass es ohne Eure Erlaubnis weder
mit
Fremden mitgehen noch in deren Auto steigen
darf. Das Kind sollte Euch immer berichten,
wenn es zum mitgehen oder mitfahren
aufgefordert worden ist (auch wenn es sich
um
bekannte Personen handelt!), oder dies trotz
Eures Verbotes getan hat.

Sagt Eurem Kind, dass es NIEMALS in ein Auto
steigt, in dem z.B. ein Freund der Familie
sitzt, wenn IHR es ihm nicht VORHER
ausdrücklich angekündigt und erlaubt habt!
(Beispiel: von Papas Kollegen von der Schule
abgeholt werden ist nicht drin!!!, wenn es
VORHER nicht von EUCH bestätigt und
besprochen wurde!)

Sagt dem Kind, wenn ihm irgendwann mal eine
Person erzählen wird, dass Euch etwas
passiert ist ("Mama hatte einen
schweren
Autounfall und liegt im Krankenhaus - ich
hole Dich deshalb ab") dass es in dem
Fall niemals von einer anderen Person von
der
Schule abgeholt würde, als z.B. von der OMA.
Besprecht dieses "Abkommen" mit
Eurer Oma Augenzwinkern damit sie in einem Fall dieser
Art Bescheid weiß und handeln kann. Die
gleiche Bitte um Beachtung könntet Ihr auch
bei Klassenlehrerin oder -lehrer vortragen.


Schickt Euer Kind nicht alleine, sondern in
kleinen Gruppen anderer Kinder zur Schule
oder zum Spielplatz.

Haltet Euer Kind zur Pünktlichkeit an!
Erklärt die Wichtigkeit von Pünktlichkeit.

Schaut Euch mit dem Kind auf dem Schulweg
gemeinsam "Rettungsinseln" an.
Auch
in der näheren gewohnten Umgebung des
Kindes.
Ein Geschäft, in dem es die Kassiererin
ansprechen kann, eine Strasse, in der viele
Menschen sind, oder sogar ein Haus, wo es
klingeln kann.

Übt mit dem Kind in regelmäßigen Abständen,
wie es sich in bedrohlichen Lagen verhalten
kann und soll, damit es im Notfall richtig
reagieren kann. So sollte es z.B. lernen,
andere, fremde Erwachsene anzusprechen und
um
Hilfe zu bitten. Es sollte üben, laut um
Hilfe zu schreien. Der Schrei darf nicht
zart
und verschüchtert klingen. Übt das Schreien,
das an einen "wütenden Löwen",
einen "Feueralarm" oder an ein
schreckliches "Ungeheuer" erinnert
Augenzwinkern )

Versucht der Täter das Kind anzufassen: es
darf sich NIEMALS verstecken, sondern es
muss
wegrennen!!! Am besten da hin, wo es hell
ist
und wo viele Menschen sind.

Ebenso wie das richtige Verhalten im
Strassenverkehr, kann auch das Verhalten
"Mann spricht Kind an" auf dem Weg
zur Schule oder dem Spielplatz geübt werden.

Vergesst dabei nicht, dem Kind zu sagen,
dass
alle Maßnahmen auch für Frauen gelten
können!
Nicht nur Männer sind böse zu Kindern!

Nehmt Euch täglich (!) die Zeit, am Ende
eines Tages über die Erlebnisse des Kindes
zu
REDEN. Fragt es, ob es Sorgen hat. Fragt es,
ob irgendetwas lustiges passiert ist. Fragt
es, ob es sich wohl fühlt. Fragt es, ob es
sich auf morgen freut. Fragt es, was es im
Sportunterricht geübt hat. Vermittelt dem
Kind, dass es alle Erlebnisse erzählen kann,
die ihm komisch oder beängstigend
vorgekommen
sind. Geht dabei als offenes Beispiel voran
("Heute war das ganz komisch bei mir an
der Arbeit... da hab ich mich so richtig,
richtig doll geärgert, weil... KINDGERECHT,
versteht sich Augenzwinkern )

Ich hoffe, dass ein paar Punkte vielleicht
umsetzbar sind Augenzwinkern Vieles macht Ihr sicher
sowieso schon.
chisi
Ich persönlich finde es auch sehr wichtig den Kindern ein NEIN zuzugestehen wenn sie kein Bussi von Mama,Papa, Oma,Opa, Geschwister etc. haben möchten oder keines geben möchten.

Unsere Kleine will es nicht immer und ich halte alle dazu an, ihr dieses Nein auch zu zu gestehen, und notfalls werd ich sehr böse mit denen, die dann drauf bestehen oder gar sagen:" dann bin ich aber traurig "Angry Fire .

Ich find das wird sehr oft auch unterschätzt und ich kann nur hoffen, dass meinen Kindern und möglichst vielen anderen Kindern solche Übergriffe erspart bleiben.
uschi
Sehr gut Smilie Daumen drück

Bei uns Im KiGa gibt es jetzt für werdene Schulkinder ein Programm das sich : Kindergarten Plus nennt

Kindergarten plus hat das Ziel, die soziale, emotionale und kognitive Bildung vier- bis fünfjähriger Kinder in Kindertageseinrichtungen zu stärken.

Es ist total wichtig finde ich den Kids Mut und Selbstbewusstsein zu geben!

Aber auch ich denke, das es echt ein Drahtseilakt ist zwischen Stärken udn Angst machen!
Sie sensibel dafür zu machen das es auch Menschen geben die es nicht gut meinen, sie aber gleichzeitig nicht völlig zu verunsichern!

Wir werden das Beste versuchen Augenzwinkern