Trine unregistriert
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Liebe Natascha,
mein Schwiegervater verstarb einen Tag vor dem 6. Geburtstag meiner Kinder. Meine Schwiegermutter war der Ansicht, dass meine Kinder an der Beerdigung teilnehmen sollten, wir als Eltern wollten es den Kindern jedoch ersparen mitanzusehen, wie ein Sarg in ein Erdloch gelassen wird und zu wissen, dass darin der Körper ihres Opas liegt ( sie wissen bis heute nicht, dass der tote Körper auf der Erde begraben/vergraben wird ).
Als das Grab wenige Stunden danach verschlossen wurde, gingen wir gemeinsam mit den Kindern auf den Friedhof - und dort wurden natürlich nochmals Fragen gestellt, auch wenn ich sie bereits beantwortet hatte, wollten sie wissen, ob Opas Seele jetzt im Himmel sei und ob er hören könnte, was sie unten auf der Erde sagen würden.
Ich erklärte ihnen, dass die Seele eines Menschen in den Himmel aufsteigt und dass ein Grab dazu da wäre, dass alle Menschen, die den Verstorbenen lieb hatten, an diese Stelle gehen könnten, um sich dort zu verabschieden oder zu reden. Es sei ein Platz, der an die Menschen, die gestorben sind, erinnern soll und weil man sie so lieb hatte, darf man das auch zeigen, indem man schöne Blumen an diese Stelle legt. Auch wenn auf eine Frage vielleicht keine Antwort zu hören wäre, könnten sie sicher sein, dass ihr Opa sie hören würde und dass er auch ganz gewiss versuchen wird, ein bisschen auf sie aufzupassen. Da mein Schwiegervater sehr krank war und die letzten Wochen vor seinem Tod nur noch im Bett gelegen hat und ohne Hilfe rein gar nichts mehr konnte, waren meine Kinder erleichtert, als ich ihnen sagte, dass es dem Opa jetzt besser gehen würde, denn er hätte keine Schmerzen mehr und er müsste auch nicht mehr leiden.
Einer meiner Söhne, der es nicht übers Herz brachte, seinem Opa, kurz bevor dieser starb, die Hand zu geben, stellte sich ans Grab und sagte: " Ich hab dich lieb Opa und ich wünsche dir viel Spaß im Himmel."
Meine Tochter fing an zu weinen und sagte, dass ihr Opa immer einen Platz in ihrem Herzen haben würde und dass sie gerade gehört hätte, wie der Opa ganz leise " Danke " gesagt und sich gefreut hat, weil mein Sohn ihm viel Spaß im Himmel gewünscht hat. Und mein anderer Sohn ist felsenfest davon überzeugt, dass ihr (eigentlich blinder ) Opa jetzt auf die Erde gucken kann und sich mächtig freut, weil er sie jetzt endlich mal sehen könnte.
Bis zum heutigen Tage habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie den Tod ihres Opas zwar als Verlust empfunden haben, aber sich eigentlich sehr für ihn freuen, denn dort, wo er jetzt ist, geht es ihm sehr viel besser.
LG
Trine
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29.04.2004 21:37 |
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