fransensan unregistriert
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Einschulung in eine Sonderschule |
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Hallo,
ich habe in den letzten 18 Monaten an einer Schule für hörgeschädigte und sprachbehinderte Kinder als Referendarin gearbeitet und weiß daher wie sinnvoll solche Schulen für Kinder mit Hör- und Sprachproblemen sein können.Du schreibst, dass dein Sohn durch die Mittelohrentzündungen eine Mittelohrschwerhörigkeit bekommen hat. Es ist daher ratsam, bei deinen HNO- Arzt nachzufragen, ob dein Sohn nicht auch ein Hörgerät bekommen könnte.
(Ich selber habe auch einen leichten Hörschaden auf einem Ohr und möchte auf mein eigenes Hörgerät nicht mehr verzichten wollen. Es hätte mir bestimmt schon zu Schulzeiten beim Lernen viel geholfen.)
Das Verhalten der Schuldirektorin der Regelgrundschule zeigt wenig Professionalität und Fingerspitzengefühl im Umgang mit dir als Elternteil.
Und die Aussage von ihr," dein Sohn wird nie die Regelschule besuchen können", halte ich für eine Frechheit. Allerdings wird sie die Strukturen in ihrer Schule sehr genau kennen.
In einer Regelschule wird dein Sohn mit 20-30 anderen Kindern
(wovon für mindestens ein drittel Deutsch nicht die Muttersprache ist)in einem Raum von nur einer Lehrerin unterrichtet. Der Klassenraum wird kein Teppichboden haben,welcher den Krach und den Lärm schluckt.
Somit sind schon die äußeren Strukturen sehr bescheiden, damit dein Sohn auch wirklich erfolgreich das Lesen und Schreiben lernen kann.
Gerade in den ersten zwei Schuljahren ist es so wichtig, das jedes Kind mit Freude in die Schule geht .
Wenn ein Kind nicht genug hören kann, lernt es nur sehr schlecht sprechen.
Wenn es schlecht spricht, bekommt es automatisch Schwierigkeiten mit dem
dem Lesen und Schreiben lernen. Denn es muss genau zuhören, wie klingt der
jeweilige Laut und wie sieht der Buchstabe dazu aus. Das erfordet eine sehr hohe Aufmerksamkeit und viel Cleverness um das überhaupt kompensieren zu können. Jedes durchschnittlich ( also "Normal") begabte Kind, bekommt
da richtig Schwierigkeiten und für langsam lernende Kinder ist es schier unmöglich. Das Kind spürt den ersten Frust, zieht sich entweder in sich zurück oder macht durch negatives Verhalten auf sich aufmerksam. Manchmal bekommt es dann sogar unterstellt, es würde nur das hören, was es wolle oder es wär etwas doof, weil es einfach etwas länger braucht um das Gehörte im Gehirn zu verarbeiten. Man mag es nicht glauben, aber das Ohr ist wirklich das Tor zur Seele.
Ich an deiner Stelle, würde mit allen Mitteln versuchen, deinen Sohn auf eine
Schule für Sprachbehinderte zu geben.
Diese Schulen unterrichten nämlich nach dem Bildungsplan der Regelgrund-schule und ihr Ziel ist es immer, die Schüler so zu fördern, damit sie möglichst nach der Grundschule in eine Regelschule integriert werden können.
Stichwort ist dabei: " Man holt den Schüler dort ab, wo er steht."( ... und bringt in nach Möglichkeit dorthin wo die anderen sind.
)
Wenn du vieleicht auch mit Hilfe dieses HNO-Arztes selbstbewusst Auftritts und sagst, für dich als Elterteil ist die Sprachheilschule die erste Wahl, gibt es sicher weniger Hick- hack und Gezerre um das Ganze. Erst drei Monate in den Regelschulkindergarten und dann schaun wir mal halte ich für keine besonders gute Idee.( Es kommt mir eher vor als sollte derkleine erstmal geparkt werden, bis sich die Verantwortlichen geeinigt haben)
Auch die Art und Weise wie dein Sohn getestet wurde halte ich für bedenklich. Das Abschneiden an so einem Test ist bei [B][U]jedem Menschen [/U] [/B] immer von der Tagesverfassung abhängig und ein Test alleine sagt noch gar nichts aus, sondern ist lediglich ein Richtwert. Manche Kinder versagen bei solchen Tests, nicht weil sie "zu doof" sind, sondern weil sie durch die ungewohnte Situation eingeschüchtert sind und unbewusst und unabsichtlich von den Testern manipuliert werden.(oder zur falschen Uhrzeit und mit zu langer Dauer getestet werden) Daher ist jeder Test mit einer gewissen
kritischen Distanz zu begutachten.
Ich weiß aus meiner Arbeit mit Eltern hörgeschädigter Kinder, dass es für die Eltern am Anfang nicht leicht ist, zu akzeptieren, das ausgerechnet ihr Kind Schwierigkeiten hatt und auf eine Sonderschule gehen muss oder soll.
Eine Besuch einer Sonderschule ist aber nichts wirklich schlimmes, sondern eben einfach nur eine Schule für "besondere" Kinder.
Im diesen Sinne alles Gute und zur Not hilft immer Klagen oder sogar sich an die Presse wenden, wenn ihr wirklich das Gefühl habt, es geht nicht mit richtigen Dingen zu, Vieleicht reicht auch für das Verhalten der Direktorin eine
Dienstaufsichtsbeschwerde beim Schulamt.
In diesem Sinne. Alles Gute und schöne Ferien.
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28.07.2003 00:45 |
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