cili unregistriert
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RE: sexuelle Neugier im Kindergarten |
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Hallo Moppel,
wenn du von Kirchenvorständen schreibst, gehe ich davon aus, dass es sich um einen kirchlichen Kindergarten handelt. Dort verstärkt sich laut meinen Beobachtungen und Erfahrungen oft leider eine ganz bestimmte Körperfeidlichkeit und diesbezügliche Interpretationen.
[Erahne wie verunsichernd und/oder stigmatisierend, das gewesen sein kann] 1. Ich würde es in erster Linie als Überforderung der Fachkräfte und der Pädagogikgrundwerte des Kindergartens bezeichnen. 2. In zweiter Linie kann auch eine überhöhte Vorsicht dahinter stecken (gerade unter Pädagogen hat das Thema sexueller Missbrauch manchmal auch eine Hypervorsicht in den Köpfen aktiviert). Bei letzterem kann dann bei den "problem unnötig Verdächtigen" trotzdem eine diffuses Schuldgefühl einstellen. Waren wir gute Eltern? Ist unser Kind normal?
Lass euch da nicht verunsichern.
Ich habe eine natürliche Aufklärung und Erziehung genossen, die ich jetzt an Kinder weitergebe. Deshalb würde ich meinem Kind dringend die Grenzen erklären. "Wieso ist es schwierig im Kindergarten Doktor zu spielen? Weil es Dinge gibt, da ist es besser, wenn ihr das Zuhause macht. Denn jeder hat eine andere Grenze. [Nennt ein Bsp. wo es ihm auch lieber ist, wenn andere nicht dabei sind etc.] Und das kann die anderen stören, weil ..." [sind meine Wort, ihr solltet eure finden] gebt ihm dringend ne Erklärung, wieso er es nicht tun sollte und wieso das nichts damit zu tun hat, dass er grundsätzlich was schlechtes macht.
Und auf diese merkwürdigen gesellschaftlichen Interpretationen, werden Kinder immer stoßen. Ein Junge, der seinen Freund mit zehn bei der Hand nimmt kann in Deutschland schon auffallen, wäre er in Tunesien, nicht... Ich glaube, Kinder auf diese z.T. Engstirnigkeit langsam vorzubereiten ist unsere Pflicht.
Wenn euer Sohn (ggf. auch ein Kind bei dem das die Eltern ähnlich sehen wie ihr) einen Schonraum bei euch zu hause bekommt, wird es ne Zeit lang interessant sein, bis alles "erforscht" ist und euer Sohn weiss, zu hause ist ein sicherer Platz und die Verbote haben nichts mit seinem Körper, seiner Person zu tun. DENN es ist völlig normal udn er hat ein Recht auf Privatsphäre (klingt komisch, aber das geht schon früh los). Ganz, ganz wichtige Erfahrung.
Denn die Schwierigkeit ist, eure Verunsicherung zu überwinden damit euer Sohn Sicherheit bekommt und keine negative, sich verstärkende Rückkoppelung entsteht und alle verunsichert bleiben (durch fehlende Erklärungen, Rückzugmöglichkeit etc.).
Ich wünsche euch Mut und Kraft dabei.
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29.07.2003 14:09 |
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