Louisa unregistriert
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Hallo, wir sind wohl in einer ähnlichen Lage, bin 38, in der 17. Woche schwanger (nach einer Fehlgeburt von Zwillingen im letzten Mai).
Ich wollte invasive Untersuchungen wie Chorionzottenbiopsie und Amniozentese unbedingt vermeiden, um nicht das Risiko einer Fehlgeburt zusätzlich zu erhöhen (Ich hatte einige Blutungen zu Beginn der Schwangerschaft). An der Uni-Klinik riet man man mir zum Triple-Test (Serum-Screening, zu deutsch: Blutbild bei der Mutter, ich weiß auch nicht, warum die auf dem Mediziner-Jargon beharren, den kein Mensch versteht - vielleicht gerade darum). Ergebnis dieses Blutbilds: eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit einer Behinderung. Habe mich notgedrungen auch zu einer Biopsie durchgerungen, nach zwei Tagen das vorläufige Ergebnis einer Entwarnung, das dann auch nach 10 Tagen nochmals bestätigt wurde.
Erst im Nachhinein habe ich erfahren, daß solche Fehlergebnisse sehr häufig sind. Ich habe Höllenängste ausgestanden. Die moderne Vorsorge kommt hier an ihre Grenzen. Sie ist nicht immer von Nutzen. Statt Ängste zu mindern, löst sie diese erst aus (wie übrigens viele andere sogenannte Vorsorgeuntersuchungen auf anderen Sektoren auch.)
Jetzt geht es geradewegs weiter: Bei der gestrigen großen Ultraschalluntersuchung war alles in Ordnung bis auf einen hyperreflektorischen Darm des Kindes, der wiederum ein Anzeichen einer Behinderung sein könnte - aber nicht muß. Folge: CMV-Serologie, heißt: wieder wird mein Blut gecheckt auf eine bestimmte Infektion hin, die ich in der Frühschwangerschaft gehabt haben könnte. Wieder warten...
Ich habe die Klinik ohne gescheite, heißt verständliche Informationen verlassen. Im Internet habe ich mir dann alles zusammengesucht. Ergebnis: Wenn ich diese Infektion tatsächlich gehabt haben sollte, kann man in der Schwangerschaft ohnehin keine Medikamente dagegen verabreichen, da diese das Kind schädigen.
Tja, was soll man raten? - Einerseits finde ich es befremdlich, daß durch diese ganze Diagnostik mehr Angst gemacht wird, als in den meisten Fällen erforderlich. Andererseits stehe ich vor dem nämlichen Problem wie Du: Ich fühle mich psychisch zu schwach, um mit einem behinderten Kind klarzukommen, ich habe auch ohne Behinderung schon jede Menge Angst, wie das alles gehen wird, weil ich allein dastehe und arbeitslos bin. Nicht mißverstehen: Ich freue mich auch auf das Kind, aber ich renne nicht rund um die Uhr beseelt vor Glück durch die Gegend, wie es in vielen Schwangerschaftsbüchern und -Zeitschriften suggeriert wird. Ich denke, man darf durchaus dazu stehen, daß einem der Arsch auf Grundeis geht. Davon abgesehen, bin ich überzeugt, daß ich eine saugute Rabenmutter sein werde.
Ich wünsche Dir alles Gute. Melde Dich, wenn Du magst:
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14.08.2003 22:13 |
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