Hallo Lion,
Am Mittwoch (vorgestern!) hast Du über die Anfangszeit Eurer Beziehung geschrieben:
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| Vor ca. 5 Jahren hab ich meinen Mann kennengelernt. Es war Liebe auf den ersten Blick. Hatte bis dato auch nicht dran geglaubt. Nun ja, es hat eingeschlagen wie ne Bombe. Nach einem Jahr schon, hat er mir auf unserer Kreuzfahrt einen Heiratsantrag gemacht. Super romantisch. Man war ich glücklich. |
Heute heißt es:
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| Weißt Du, unsere Beziehung fing schon irgendwie ganz verwirrt an. Er konnte sich damals nicht zwischen mir und seiner damaligen Freundin entscheiden. Da hab ich auch gekämpft. |
Das sind extrem unterschiedliche Sichtweisen. Was ist in diesen beiden Tagen mit Dir geschehen?
Mir ist es auch schon passiert, dass sich innerhalb weniger Tage mein Blick auf meine Beziehung extrem verändert hat. Bei mir hat das was mit Verzweiflung, Wut, Trauer zu tun. Das sind so Situationen, da drehe ich mich wie eine Spirale in tiefe, schwarze Löcher. In denen hocke ich dann und meine, nun mit Gewalt IRGENDWAS verändern zu müssen.
Irgendwann hat mir ein Therapeut diesen Zahn gezogen, und zwar ziemlich gründlich. Seitdem weiß ich: Schwarze Löcher kommen vor im Leben. Da muss man durch. Aber entscheiden kann man nichts in diesen schwarzen Löchern. Weil man dazu nämlich einen klaren Verstand braucht. Verzweiflung, Wut, Trauer aber schwächen den Verstand (was nicht heißt, dass sie nicht notwendig sind).
„Durchleben Sie Ihr schwarzes Loch“, hat mir der Therapeut damals gesagt. „Aber Entscheidungen, die können Sie erst wirklich treffen, wenn Sie wieder bei sich sind.“
Wenn es denn soweit ist, dass Du wieder Boden unter den Füßen hast, dann kannst Du vielleicht mal über diesen Satz nachdenken:
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| Nun hab ja aber in der Zwischenzeit erkannt, das mein Leben nur nach IHM ausgerichtet ist. Ich bin immer in der defensive |
Das ist kein Grund für eine Trennung. Denn: Das macht nicht Dein Mann mit Dir. Das machst DU mit Dir. Du richtest Dein Leben nach ihm aus. Es ihm zum Vorwurf zu machen, ist nicht fair. Du wirst daran auch durch eine Trennung nichts ändern, glaube ich. Der nächste wird kommen und wird was ähnliches passieren, Oder Du wirst Dein Leben Deinem Kind unterordnen.
Rede mit ihm! Erzähle ihm von Deinen Gefühlen, von Deinem Misstrauen, von Deinen Ängsten. Und versuche, mit Profis zu reden - mit Mitarbeitern einer Beratungsstelle, die gibt es fast überall.
Ich wünsche Dir gute Entscheidungen und viel Kraft.
redneb
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von redneb: 28.10.2005 17:04.
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