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Forum für Eltern - Forum Schwangerschaft, Babys und Kinder - Elternforum » Kids + Teens » Wenn Kinder und Erwachsene trauern » Brauche Rat Kann ich meinem Bruder helfen? » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Nicht nur wir Erwachsenen trauern, auch die ganz Kleinen kriegen schon sehr viel mit und wissen oft nicht damit umzugehen. Wie können wir helfen? Hier diskutieren auch Frauen, die durch eine Fehlgeburt, Totgeburt, medizinisch indizierten Abbruch, eine Frühgeburt, während oder kurz nach der Geburt oder durch den plötzlichen Säuglingstod ihr Kind verloren haben.
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Zum Ende der Seite springen Kann ich meinem Bruder helfen?
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tom21
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Kann ich meinem Bruder helfen?

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[FONT=times new roman]

Hallo an alle.

Vor sechs Wochen ist Mario, der beste Freund meines Bruders Robert (11 Jahre alt), bei einem Unfall gestorben.

Die beiden waren sehr oft zusammen und haben viel zusammen unternommen. Mario hat auch oft bei uns übernachtet.

Als mein Vater ihm gesagt hat das Mario tot ist ist Robby in sein Zimmer gerannt und hat sich eingeschlossen. Nachts kam er zu mir und hat mich geweckt. Er kam zu mir ins Bett und hat sich an mich gekuschelt. Mittlerweile schläft er nur noch bei mir. Er will mit mir nicht über Mario sprechen und mit Papa spricht er überhaupt nicht mehr. Und sonst ist er nur noch traurig und weint sehr oft.

Ich will Robby helfen, aber er sagt mir immer nur das ich ihn nicht verstehen kann weil ich nicht weiß wie er sich fühlt. Und das stimmt auch. Ich kann es mir nicht mal vorstellen. Aber ich will ihm unbedingt helfen. Soll ich mit ihm zum Psychiater? Oder ist das übertrieben? Wie kann ich ihm sonst helfen? Bitte helft mir.

Danke an alle.

Tom[/FONT]
14.10.2003 00:25
Carmen Carmen ist weiblich
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RE: Kann ich meinem Bruder helfen?

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Hallo Tom,

erstmal herzlich Willkommen hier, auch wenn die Umstände nicht gerade schön sind...
Ich kann mir denken, daß es für Deinen Bruder ein totaler Schock sein muß... er tut mir furchtbar leid...

Wohnt Ihr beiden denn bei Eurem Vater, weil Du nichts von Eurer Mutter schreibst? Der Junge braucht wahrscheinlich unbedingt psychologischen Beistand... Rede mit Eurem Vater, damit er einen Termin bei einem Kinderpsychologen ausmacht oder wendet Euch an eine öffentliche Beratungsstelle, z. B. bei der Carital, dort sind auch geschulte Pädagogen, die wissen, wie sie in dieser Situation mit Deinem Bruder umgehen müssen...

Und ganz wichtig, gib auch Du ihm das Gefühl, daß Du für ihn da bist und er sich bei Dir "ausweinen" kann, daß er sich nicht schämen braucht, wenn er deshalb traurig ist... zeig ihm, daß Du für ihn da bist, das gleiche gilt auch für Deinen Vater...

Ich hoffe, daß der Schmerz bald besser wird bei ihm und es ihm wieder besser geht.

Liebe Grüße

Carmen

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14.10.2003 00:52 Carmen ist offline E-Mail an Carmen senden Beiträge von Carmen suchen Nehmen Sie Carmen in Ihre Freundesliste auf YIM-Name von Carmen: dreaminangel72 MSN Passport-Profil von Carmen anzeigen Webnews
tom21
unregistriert


RE: Kann ich meinem Bruder helfen?

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Danke für deinen Rat Carmen.

Um auf deine Frage zu antworten: Unsere Mutter ist mit Ihrem neuen Freund vor zwei Jahren nach Hamburg gezogen. Wir hören meistens nur an unseren Geburtstagen von Ihr.

Ich war heute übrigens mit Robby bei unsrem Hausarzt. Eine Termin beim Kinderpsychologen kriegt man nämlich leider nicht so schnell hier. In vier Wochen ist der erst. Aber unser Arzt hat Robby erstmal ein Antidepressivum verschrieben. Ich hoffe nur er muss das nicht so lange nehmen, die Nebenwirkungen gefallen mir gar nicht.

Mich hat er auch krank geschrieben und mir gesagt ich soll mir ruhig den ganzen Tag für Robby Zeit nehmen. Werd ich auch machen. Papa hat ab übernähsten Montag drei Wochen Urlaub, vorher hat er keinen bekommen.

Robby gehts leider noch nicht viel besser. Aber heute ist er zum ersten Mal vor Mitternacht eingeschlafen.

Gruß

Tom
16.10.2003 01:17
Elchen
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Dein Bruder bekommt mit 11 jagren schon Antideppressiva :Also das sehe ich nicht als gute Lösung für ein Kind an,ganz ehrlich....

Das Du Dir Gedanken um Deinen Bruder machst,finde ich klasse.Aber die Verantwortung k#liegt bei euren Eltern und ich finde es nicht richtig,ein Kind in dem Alter(weil es trauert,was ja verständlich ist bei so einem Fall)mit schweren Medikamenten vollzutopfen..
Sorry,das finde ich ehrlich gesagt ziehmlich verantwortungslos von dem Arzt!!!!
16.10.2003 08:55
Carmen Carmen ist weiblich
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Das kann ich jetzt irgendwie auch nicht nachvollziehen, ist es sicher Antidepressiva oder vielleicht eher ein pflanzl. Produkt? Wenn Du sagst, es ist nicht wesentlich besser, dann frag ich mich warum er ein solches (in der Regel sehr starkes) Medikament bekommt. Bei richtigen Antidepressiva müßte es eigentlich schnell besser werden, so hab ich es zumindest gehört, hab aber zum Glück selbst keine Erfahrung damit...

Elchen geb ich vollkommen recht, es ist nicht Deine Aufgabe für ihn zu sorgen, wenn, dann müßte sich Dein Vater "krankschreiben" lassen, er ist ja der Erziehungsberechtigte. Aber immerhin bekommt er ja jetzt 3 Wochen Urlaub und die sollte er nützen, um Deinem Bruder ganz schnell zu helfen.

Versuch weiterhin trotzdem für Deinen Bruder dazusein, aber eben als Bruder und nicht als stellvertretender Verantwortlicher, das ist nicht Deine Aufgabe.

Ich wünsch Euch alles Gute, und hoff, daß ihr eine Lösung für Euer Problem findet.

Liebe Grüße

Carmen

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tom21
unregistriert


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Hallo, ich bins wieder. Heute mal mit guten Nachrichten.

Unser Vater kam Freitagmittag nach Hause und ist mit Robby übers Wochenende weggefahren, damit er mal abgelenkt ist hat er gesagt.

Ich hab keine Ahnung was dort passiert ist, aber Robby gings ganz klar besser als die beiden heute Nachmittag wiedergekommen sind.

Er hat den ganzen Abend nicht geweint. Wir haben zum ersten Mal alle wieder zusammen Abendbrot gegessen und heute Abend hat er noch mit uns fern gesehen. Und er wollte wieder in seinem Zimmer schlafen.

Er sieht zwar noch traurig aus und ist sehr ruhig, aber dass ist wohl normal und auf alle Fälle besser als vorher.

Papa hat gesagt, er war mit ihm Angeln und den Rest der Zeit waren sie beide zusammen und haben viel geredet.

Wie ich ja schon geschrieben habe soll er Tabletten nehmen, jeden Tag eine halbe Tablette amitriptylin. Er hat aber seit Samstag keine mehr genommen, weil sie sie hier vergessen haben. Und anscheinend gehts ihm ja auch ohne das Zeug besser.

Ich hoffe das es weiter aufwärts mit ihm geht und grüße euch alle.


Tom
19.10.2003 22:16
Elchen
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Hallo tom,

das hört sich doch gut an.Und ich hoffe,ihr seid jetzt stark und helft dem jungen Mann......
Im übrigen ahbe ich nachgeschaut und gesehen,daß das verschrieben Mittel ein Antideppressivum ist,un dich frage mich wirklich,was sich der Arzt dabei gedacht hat,sie einem Kind zu verschreiben..Nun ja,wenn er es wirklich ohne schaffen sollte,wäre das toll.
Es wird sicher seine Zeit brauchen,bis er drüber weg kommt.Aber er hat einen tollen Bruder..und Vater.
Weiß eure Mutter eigentlich von der Situation und wenn ja,was sagt sie denn dazu??Oder sagt sie gar nix??
20.10.2003 09:15
tom21
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Hallo und danke für deine netten Worte Elchen.

Unsere Mutter weiß schon was los ist, aber sie wollte nicht herkommen. Vielleicht auch besser so, wenn sie hier ist streitet sie nur mit Papa und schreit ihn an. Ich glaub das wär nicht gut für Robby.

Ich war heut den ganzen Tag mit ihm zusammen. Heute morgen waren wir lange spazieren, wir waren auch auf dem Friedhof, danach haben wir beide lange geredet.
Er vermisst seinen Freund sehr und er hat sogar Angst davor, dass Papa oder mir was passiert.

Als wir beide geredet haben hat er sich an mich gekuschelt und als Papa nach Hause kam hat er mit ihm gekuschelt. Sowas hat Robby früher nie gemacht. Das ist schon ungewohnt für mich, aber ich nehm ihn dann immer in den Arm und streichle ihn ganz vorsichtig.

Heute hat er auch keine Tablette genommen und Papa meint wir sollten es ohne versuchen, weil es ja aufwärts mit ihm geht.

Ich hoffe nur dass es Robby irgendwann wieder richtig gut geht, ich vermisse nämlichen meinen fröhlichen Bruder und sein Lächeln.

Viele Grüße

Tom
20.10.2003 23:52
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Hallo Tom,

es ist sicher eine sehr schwere Zeit für deinen Bruder und ihr solltet ihm die Zeit der Trauer auch lassen. Es ist sicher nicht einfach, über den Verlust des Freundes hinweg zu kommen. Vom Gefühl her würde ich sagen, wenn er das Bedürfnis nach Nähe hat, dann kuschelt mit ihm, aber wenn er sich zurückzieht, laßt ihn auch gewähren. Sucht das Gespräch, um ihm zu helfen, gebt ihm das Gefühl, für ihn da zu sein.
Vielleicht liege ich auch falsch, aber er hat schon einmal einen geliebten Menschen verloren (eure Mutter) und so ist es jetzt doppelt schlimm für ihn, auch den Freund zu verlieren. Daher kommt vermutlich auch seine Angst, daß mit euch etwas passieren könnte.
Ich sehe auch keinen unbedingten Grund, ihn in dieser Situation mit Antideppressiva vollzupumpen. Im Grunde ist sein Verhalten doch durchaus nachvollziehbar und es braucht einfach seine Zeit, so einen Verlust zu verarbeiten.

Ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft

Kerstin
21.10.2003 00:37 dreamteam1971 ist offline E-Mail an dreamteam1971 senden Beiträge von dreamteam1971 suchen Nehmen Sie dreamteam1971 in Ihre Freundesliste auf Webnews
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Robby trauert ganz "normal"

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Lieber Tom,

ich möchte dich gerne bestärken und dir sagen, daß Robbys Trauer
ganz normal ist. Mit 11 Jahren hat er noch Angst, euch alle zu verlieren.
Und ich glaube auch, daß er so heftig reagiert, weil er den Verlust seiner
Mutter nicht verarbeiten kann.
Ich mag dir eine Seite empfehlen, wo du noch ganz viel über Trauer bei
Kindern lesen kannst. [URL]www.alles-ist-anders.de[/URL]
Ich bin sicher, du findest dort was, auch für dich.

Ich wünsche dir ganz ganz viel Kraft und du bist ein toller Bruder!

Liebe Grüße
Nicole
[EMAIL]n.decker@allesistanders.de[/EMAIL]
24.10.2003 09:48 nicole decker ist offline E-Mail an nicole decker senden Homepage von nicole decker Beiträge von nicole decker suchen Nehmen Sie nicole decker in Ihre Freundesliste auf Webnews
tom21
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Hallo ihr Lieben.

Ich wollte mich nur mal wieder melden. Wir waren inzwischen mit Robby beim Psychologen. Er macht auf mich einen sehr netten Eindruck und kann wirklich gut mit Robby umgehen. Er hat gesagt, dass es richtig war ihm die Medikamente nicht zu geben und dass er so was nur in Extremfällen für Kinder verschreibt. Robby geht jetzt einmal pro Woche zur Gesprächstherapie und alle zwei Wochen gibt es eine Gruppentherapie, in der die Kinder über ihre Erfahrungen reden können. Aber die meisten von ihnen haben Geschwister oder Elternteile verloren.

Apropos: Unsere Mutter ist nicht gestorben, wie einige hier schlussfolgerten. Sie ist nur von uns weggezogen und will nichts mehr von uns wissen.

Insgesamt geht es Robby heute schon viel besser. Er ist aber sehr ruhig, und redet nur noch wenn es unbedingt sein muss. Er zieht sich oft in sein Zimmer zurück um alleine zu sein. Unser Vater hat es inzwischen geschafft, dass er nur noch 6 Stunden am Tag arbeiten geht. Er fängt schon um 6 an, so dass er um kurz nach 13 Uhr wieder zu Hause ist. So hat er jetzt mehr Zeit für Robby und ich glaube das tut ihm sehr gut.

Ich hoffe das er Weihnachten jetzt gut übersteht. Die letzten zwei Jahre haben wir zusammen mit Marios Familie gefeiert.

Trotzdem, euch allen eine schöne Vorweihnachtszeit und natürlich auch schöne Weihnachten.


Tom
26.11.2003 20:05
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