Seegirl

***Patentante von MARGIT***


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RE: Adoption - Pro & Contra |
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Ich bin eine Mutter, die glücklich war vor 12 Jahren ein Baby adoptieren zu können. Dem voraus sind endlose 10 Jahre vergangen, in denen wir selbst versucht haben ein eigenes Kind zu haben. Eine große Familie war immer unser Traum, der sich leider nie erfüllte. Und wir haben wirklich alles, und wenn ich alles sage, meine ich das auch, ausprobiert. Ich bewundere meinen Mann, dass er in all den Jahren so zu mir gestanden hat und all diese Versuche und manchmal unsinnigen Sachen mit mir durchgestanden hat. Und um das hier klar auszusprechen, ein Kind war nicht eine Anschaffung für uns oder ein Vorzeigeobjekt, sondern unser innigster Wunsch als Paar. Ich hätte und habe alle Schmerzen und Lästereien oder Untersuchungen über mich ergehen lassen, nur um Mutter zu werden, ein Kind zu lieben. Keinen anderen Grund gab es damals für uns, ein Kind zu haben.
Nach 10 Jahren haben wir für uns einfach festgestellt, das wir immer älter werden und der Natur nicht mehr länger ins Handwerk pfuschen wollen. Nach mehr als 2 Jahren reiflichen Überlegens haben wir uns dazu entschlossen, einen Antrag auf Adoption eines Kindes zu stellen. Wir haben für uns einfach festgemacht, das es so viele Kinder in Heimen gibt, die mit Sicherheit gerne ein Zuhause und Eltern hätten, die es lieben. Denn kein Kind sollte in einem Heim aufwachsen. Das soll jetzt nicht heißen, das ich die Leistung solcher Heime und deren Betreuer nicht würdige, aber ein Kind braucht doch Eltern, darüber sind wir uns doch bestimmt einig.
Es hat dann nochmal ca. 3 Jahre gedauert, bis wir alle Anforderungen und Kontrollen überstanden hatten. Und ihr könnt mir glauben, wir mussten über alles, wirklich alles, Auskunft geben und man kontrollierte alles. Ich finde das völlig ok, schon zu Sicherheit der Kinder. Aber kontrolliert der Staat Eltern, die auf normalem Wege Kinder bekommen, ob sie alle Voraussetzungen dafür erfüllen. Bei uns hat man alles wissen wollen, können sie sich ein Kind überhaupt finanziell leisten, haben sie ein eigenes Zimmer für das Kind, wer betreut das Kind, wenn sie nicht können, werden sie auch mindestens 1 Jahr Babyjahr machen, welche Erziehung werden sie dem Kind geben und und und.... Ich weiß nicht mehr, wieviele Fragebögen wir ausfüllen mussten in den 3 Jahren, ich schätze mal 150. Und die mußten wir immer getrennt ausfüllen, damit wir uns nicht absprechen konnten. Aber egal, nach 3 Jahren haben wir eine Bescheinigung vom Jugendamt erhalten, der uns dazu berechtigte in jedes Kinderheim in Deutschland vorstellig zu werden um uns ein Kind auszusuchen. Das haben wir nicht getan, da wir nicht in ein Heim gehen wollten, um ein Kind auszusuchen. Wie soll das gehen, wir konnten das nicht, hinzugehen und zu sagen das nehmen wir und das nicht. Ein Kind ist doch keine Ware! Wir haben dann dem Jugendamt gesagt, sie sollen uns einfach wenn wir dran sind ein Kind zuteilen und wir werden dieses Kind nehmen, egal ob Junge oder Mädchen. Es hat dann nochmal fast 2 Jahre gedauert, bis dieser Tag da war.
Wie ich schon im anderen Thread geschrieben habe, war für uns eine schwere Zeit, die Zeit bis zum Notartermin. Aber ich finde diese Frist als absolut notwendig. Sie ermöglicht nämlich der leiblichen Mutter wirklich nochmal zu überdenken, was sie will. Dabei sollte sie nicht nur die heutige Situation bedenken, sondern auch an später denken.
Denn wenn sie unterschrieben hat und im anschließenden gerichtlichen Verfahren die Adoptionseletern das Kind adoptiert haben, gibt es kein Zurück mehr. Sie sind dann die Eltern des Kindes und sie bestimmen dann auch, was sie möchten und was sie nicht möchten.
Ich weiß nur allzugut, was wir damals durchgemacht haben, da die Eltern 4 Tage vor dem Notartermin einen Rückzieher gemacht haben. Grund war nicht, das sie es nicht zur Adoption freigeben wollten, sondern sie wollten einen finanziellen Ausgleich.
Ja, das gibt es auch. Wir haben das abgelehnt, da wir kein Kind kaufen wollten. Ein Kind ist doch keine Ware. Hätten wir damals das Geld auf den Tisch gelegt, hätten wir nicht 4 schlimme Tage gehabt und wir hätten das Geld gehabt, daran lag es nicht. Aber wir konnten das einfach nicht, wir hätten immer daran gedacht, wir haben ein Kind gekauft, damit wollten wir nicht leben und wir wollten das auch dem Kind nicht antun, irgendwann mal sagen, wir haben ..... Euro für dich gezahlt, das kam für uns nicht in Frage.Wir wollten unserem Kind mal sagen, wir haben dich genommen, weil wir dich lieben und sie wollten und nicht weil wir genug Kohle hatten. Letzendlich haben sich die leiblichen Eltern doch für Adoption entschlossen und wir waren und sind natürlich unsagbar dankbar.
Dann noch was. Beim Jugendamt haben die leiblichen Eltern für unsere Tochter Briefe und Fotos hinterlegt, die dort nur duch unsere Tochter ab 16 Jahren abgeholt werden können. Wir haben unserer Tochter von Anfang an gesagt, das sie adoptiert ist, es ist doch keine Schande, warum soll man das verheimlichen. Sie weiß das auch mit den Briefen und wir werden ihr die Enscheidung alleine überlassen, wie sie damit umgehen wird. Wir haben ihr nie erzählt, das ihre Eltern Geld für sie haben wollten, das muß sie nicht wissen. Wir haben ihr gesagt, das ihre leiblichen Eltern sie geliebt haben, aber es für sich entschieden haben, keine Kinder mehr zu haben. Und jegliche andere Erklärungen wird sie, wenn sie sich dazu entscheidet, in den Briefen lesen. Wir erlauben uns kein Urteil über ihre leiblichen Eltern, das Recht haben wir nicht. Sicherlich hat jede Münze zwei Seiten, so auch diese Geschichte.
Wir haben unsere Entscheidung der Adoption nie, niemals bereut. Sie ist immer unsere Tochter gewesen und wird es auch bleiben, egal wie sie sich später entscheiden wird, ob sie nach ihrem leiblichen Eltern suchen wird oder nicht. Denn meiner Meinung ist man nicht unbedingt nur Mutter und Vater weil man ein Kind gezeugt hat und es auf die Welt gebracht hat. Sondern Mutter und Vater zu sein bedeutet für mich und meinen Mann, ein Kind zu lieben, immer für sie da zu sein, sie aufwachsen zu sehen, sie zu trösten, sie zu beschützen, sie zu erziehen, ihr die Werte des Lebens zu vermitteln und sie auf dem Weg zu einer eigenen Persönlichkeit zu begleiten. Nichts anderes sollte der Beweggrund sein, ein Kind haben zu wollen, egal ob auf nomalem Wege oder auf dem Weg der Adoption. Das Kind selbst sollte immer im Mittelpunkt stehen.
__________________ Als Moderatorin bei

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