Andreas_
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Dabei seit: 07.04.2007
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Herkunft: OWL Interessen: Programmieren, Laufen, Zeichnen, Badminton ... Beruf: Konstrukteur
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Hallo Lola,
> Was mir nur bei Deinem Posting sofort ins Auge sticht - hast Du denn schonmal das Gespräch zu Deiner Ex-Frau gesucht? Wie denkt sie denn über das Verhalten Deines Sohnes? Ist ihr das alles egal?
Ja, sie sagt schon immer, dass es sie alles störe, und dass es viell. besser sei ihn ganz bei mir zu lassen usw., aber gleichzeitig will sie definitiv nicht darauf verzichten ihn bei sich zu haben. Wir hatten deswegen schon unendliche Diskussionen, aber es führte zu keinem sinnvollen Ergebnis. Ich bin außerdem der Meinung dass sie ihn total verhätschelt, weil er dort einfach alles darf. Dort steht abends "seine" Dose Chips parat, er braucht nicht zur Schule wenn es ihm ein wenig schlecht geht (kommt sehr häufig vor, besonders vor bestimmten Arbeiten), braucht sein Zimmer nicht aufräumen, macht keinen Weg selber, streitet sich andauernd mit Vereinskameraden, ist sehr ungerecht zu kleineren (da gab es schon diverse Auffälligkeiten) usw.. Gerade kürzlich hat er sich in der Schule geschlagen, wobei ich sicher bin dass es von ihm ausging (nein, ich bin nicht generell gegen meinen Sohn). Gespräche mit meiner Ex waren schon in der Ehezeit völlig unfruchtbar. Eine Beratungsstelle wäre eine Alternative, obwohl ich glaube dass er nicht möchte dass man ihm hilft. Das größte Problem ist, dass er auch nicht versuchsweise mal längere Zeit zu mir will. Ich habe deshalb gerade den Unterhalt erhöht, und ich denke darüber nach ob ich für ihn überhaupt noch ein Zimmer bereithalten soll, denn er kümmert sich nicht.
> Zu Markensachen, Alkohol etc. kann ich nur ein bisschen aus meiner Jugend plaudern. Als ich 15 war, gabs auch nichts wichtigeres als "die richtige Hose", "die coolsten, teuersten Turnschuhe" etc.. Ich hatte allerdings wenig bis garkeine Markenklamotten, weil wir es uns nicht leisten konnten bzw. meine Eltern (verständlicher Weise) es nicht eingesehen haben. Ich erinnere mich aber sehr gut, dass das Thema "Markenklamotten" für alle Kinder in der Klasse ein sehr großes war (wer keine hatte, wurde als "Asi" beschimpft). Die ersten Erfahrungen mit Alkohol hatten wir damals auch mit ungefähr 14, 15. Verstehe mich nicht falsch, ich möchte das nicht runterspielen - nur glaube ich, dass das alles nichts ungewöhnliches ist.
Klar, Lola, bei mir war es ähnlich. Ich habe sogar mit 13 angefangen zu rauchen, bekam auch nicht das Zeug meiner Wahl usw.. Aber viel Geld haben wir auch nicht. Ich nicht weil ich noch Schulden aus der Ehezeit (auch für sie) abzahle und sie nicht weil sie nur halbtags arbeiten geht, obwohl sie sonst nichts zu tun hat als sich um ihren 15-jährigen Sohn zu sorgen.
Glaube mir, ich verstehe das alles ganz genau, aber man muss doch nicht alles hinnehmen. Er kennt (außer bei mir) keinen Kampf, er bekommt alles ohne Gegenleistung. Andere gehen ein wenig jobben (Zeitungen austragen, Ferienjobs, usw.) um sich ein wenig Geld zu verdienen, aber mein Sohn braucht das nicht. Ich nenne dir noch ein anderes Beispiel: Er spricht davon, seinen Führerschein Klasse 1 machen zu wollen (oder 1 b, weiß nicht so genau). Ich sage: "dieser Führerschein ist viel zu teuer, ein entsprechendes Motorrad ist auch zu teuer" und biete ihm gleichzeitig an, dass wir gemeinsam zu einem Bekannten (Fahrschule) gehen könnten und uns mal informieren wie es mit Klasse "M" (Moped) aussieht. Diese Dinger fahren mindesten 45 km/h. Das will er nicht, weil ihm so ein Moped zu langsam ist - und damit ist das Thema für ihn erledigt...
> Und irgendwie kann ich auch nachvollziehen, dass ein Jugendlicher davon abgeschreckt ist, mit seinem Vater lernen zu "müssen". Aber was soll man machen? Man möchte doch, dass der Junge die Schule gut meistert und ihm somit möglichst viele Perspektiven offen stehen. Wie kann
ich auch
Aber wir hatten eigentlicht wirklich Spaß dabei (die 3 Male...), und es hat ihm sehr geholfen.
Dabei habe ich vor allem gemerkt was er alles nicht wusste!
Einer seiner Lehrer bot ihm ebenfalls Nachhilfe an. Diese nahm er dann auch in Anspruch, aber es nützte überhaupt nichts, so dass der Lehrer von sich aus das Ganze wieder abbrach.
> man einen "Pubertäter" motivieren, sich für die Schule zu interessieren?
ist leider nicht erst seit der Pubertät da, das Problem mit der Schule ...
> Leider war ich damals auch so ein "Hänger" - kein Bock auf nix, nur Party, Party, Party im Kopf. Dass ich das heute sehr bereue, ist sicher klar. Ich wüsste aber auch wirklich nicht, wie man mich damals hätte motivieren können.
kenne ich, war ich auch (ein Hänger). Aber: Ich hatte zahlreiche Hobbies, mir eine eigene Mofa verdient und zusammengebastelt, eine Lehre gemacht usw. Die Frechheit zu meinen Eltern habe ich von alleine "beendet", als die Pubi-Zeit so langsam zuende ging...
> Gibt es vielleicht irgendwas, was Dein Sohn gerne macht? Könnte man ihn vielleicht mit bestimmten Aktivitäten ködern? So in etwa "wenn Du es schaffst, nächstes Jahr die 5 in Mathe wegzubekommen, fahren wir zwei ganz alleine in den Urlaub".
dazu kann ich leider nur sagen: Vergiss es :-) Er hat keine Hobbies. Es gibt für mich keine Möglichkeit zu ködern, weil er immer von der anderen Seite bekommt, was ich ihm entziehen möchte. Beispiele: Kontaktlinsen wollte ich ihm bei "normalen" Leistungen immer bezahlen (mindestens eine Drei in einem bestimmten, wichtigen Fach). Wer kauft sie ihm wohl jetzt... Wegen mir würde er jetzt mit (schöner) Brille herumlaufen.
Ködern könnte ich ihn, wenn ich ihm erlauben würde sich eine Shisha in's Zimmer zu stellen und ihm (so wie sie) regelmäßigen Alkoholkonsum erlauben bzw. tolerieren würde. Das wäre alles. Nein, ich denke dass ich ihm nun bald noch etwas wegnehmen muss, z.B. den Handy-Vertrag und das Taschengeld (wg. dem nun höheren Unterhalt). Mit dem Handy klappte es bis vor kurzem noch gut, er übertrieb es nie, aber letzten Monat hat er wohl den Vogel abgeschossen...
Nun ja, das Handy hatte ich ihm - genauso wie den PC bei seiner Mutter - gegeben damit ich für ihn immer erreichbar war. Aber: Er schreibt mir nie eine SMS, antwortet so gut wie nie auf SMS, schreibt und antwortet nicht auf E-Mails usw.. Ich bin ihm mittlerweile recht unbequem geworden, das ist mir selbst völlig klar...
> ... Wobei das vielleicht auch wieder zuviel Druck aufbauen könnte.
Ja, leider
> Dass er Dich nicht mehr sehen möchte resultiert vielleicht daraus, dass er sich bzgl. der Schule unter Druck gesetzt fühlt. Vielleicht ist ihm aber auch die familiäre Atmosphäre mit der neuen Partnerin und ihren zwei Kindern "zuviel"? Hat denn der neue Partner Deiner Ex-Frau auch Kinder?
Ja, auch zwei. Sie sind aber noch viel jünger und kommen alle 2 Wochen am WE zu ihnen. Dann ist mein Sohn aber wohl immer alleine in seinem Zimmer (ähnlich wie es bei uns war).
> Eigentlich kann ich Dir nur raten, eine Erziehungsberatungsstelle aufzusuchen - ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Habe bald Urlaub, da werde ich das mal tun, aber zuerst alleine
Danke sehr, Lola :-)
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