Schlumpfmutter

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Dabei seit: 21.07.2007
Beiträge: 3
Mein Gästebuch: aktiviert
Herkunft: Baden Württemberg Interessen: Kinder, basteln,Garten,Music
als Beruf: Kinderkrankenschwest
er Kinder: drei Töchter 15,11,11 Jahre
Level: 10 [?]
Erfahrungspunkte: 1.111
Nächster Level: 1.454
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[FONT=comic sans ms][COLOR=darkred]Hallo bat,
das Problem,dass Du mit Deinem Sohn hast, hatten wir auch. Unsere Tochter lernte sehr schnell lesen und schrieb mit Begeisterung Kurzgeschichten.Und ich dachte, wir hätten ein Ausländerkind.Die Hälfte der Worte konnte ich nur mit Mühe erraten. In der Schule gab es im ersten Jahr keine Probleme mit dem Schreiben der Wörter.Im zweiten Jahr allerdings wandelte sich das plötzlich.Unsere Tochter schrieb plötzlich die einfachsten Wörter komplett falsch. Aus Papa wurde Baba,vor wurde führ, überall wurden Dehnungs-H´s eingebaut, hinter jedes i kam ein e. Nach dem Punkt schrieb sie generell klein, obwohl ich ihr deutlich diktierte, dass der Satz zu Ende sei und man nach dem Punkt groß anfängt.Sie sah mich an, sagte ja und schrieb dann doch klein weiter. Neue Wörter schrieb sie fasst immer fehlerfrei, Bekannte in allen möglichen Variationen.Das erste Übungsdiktat war oft das Beste,die Wiederholungen wurden immer schlechter.Ich dachte, ich werde närrisch und sie will mich ärgern.Die Lehrerin beruhigte uns.Sie war der Ansicht, wir würden mit unserer Tochter zuviel üben, sie wäre alsö "überübt" und wir sollten sie einfach mal ohne Vorbereitung die Diktate schreiben lassen.Ich fragte mal vorsichtig, ob unsere Tochter vieleicht eine Lese-Rechtschreib-Schwäche haben könnte, wurde aber vertröstet mit der Aussage, sie könne doch so super schön lesen, das wäre kein LRS.Mein Wunsch,das Kind einem Beratungslehrer vorzustellen, wurde abgetan.In der dritten Klasse kam mir die Idee, unsere Tochter dem Schulpsychologen vorzustellen. Ich nahm extra die Diktathefte zu dem Treffen mit. Ich hoffte, das der "Fachmann" darin sehen könnte, wo ihr Problem lag. Der Typ hat sich die Hefte erst garnicht angesehen, er bequatschte unser damals erst 9 Jahre altes Kind damit, sie müsse eben mehr lernen. Schließlich ginge es ja um ihre Zukunft.Der Rat war, ein "Gute Wörter-Schlechte Wörter Heft" anzulegen.Was für ein Schwachsinn. Unsere Tochter hätte Bücher vollschreiben können, denn jedes Wort, dass sie bislang richtig schrieb, konnte morgen schon ein "böses" Wort sein. Sie schrieb im vierten Jahr eigendlich nur schlechte Noten im Diktat, konnte aber durch andere Deutschnoten ausgleichen.Sie bekam eine drei in Deutsch und die Realschulempfehlung. In der neuen Schule wurden alle Schüler zu Beginn auf LRS getestet.Wir wurden zum Beratungsgespräch gebeten und waren sehr gespannt. Die Fachlehrerin zeigte uns die Testergebnisse und erklärte, dass unsere Tochter auf einer Skala bis 100 auf Platz 97 stünde und somit eindeutig eine Rechtschreibschwäche hätte und ob uns dass schon aufgefallen wäre. Ich hätte heulen können, so traurig war ich. Was hatte ich meinem Kind nicht alles unterstellt, wie hatten wir sie mit unnötigen, falschen Übungen zu Leistung gezwungen. Sie kam in der Schule in den Sonderkurs LRS. Der ging ein Jahr und wir haben es nicht bereut. Unsere Tochter ist mittlerweile 15 Jahre alt und ich habe ihren Deutschlehrer vor zwei Jahren mal gefragt, ob er von der Schwäche noch etwas merken würde. Der war total erstaunt darüber.Er war neu an der Schule und hatte LRS-Schulungen besucht.Er wollte es garnicht glauben, dass unsere Tochter dieses Problem hatte. Heute schreibt sie besser Deutsch als wir und in Englisch hatte sie noch nie Probleme.
Mein Rat an Euch. Nicht aufgeben. Die Lehrer wissen auch nicht alles. Wer sich nicht selbst die Mühe macht und weiterbildet, darf trotzdem weiterunterrichten.Und wir verlassen uns zu schnell auf den Rat der "Fachleute", obwohl uns unser Bauchgefühl doch etwas anderes sagt.
Ich hoffe, ich konnte Euch und vor allem Euerem Sohn ein wenig helfen. Es gibt auch Selbsthilfevereine Für LRS. Ihr müsst Euch nur trauen, die Schule erfährt davon nichts, wenn Ihr das nicht wollt.
Ganz herzliche Grüße
die Schlumpfmutter
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