Helpless
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Themenstarter
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Hi Tina,
zuerst danke für deine Antwort, ich werde versuchen ein bisschen Licht ins Dunkle zu bringen.
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| Du hast also sehr viel geleistet in den letzten 15 Jahren und dich und deine Bedürfnisse sehr zurrückgestellt. Richtig? |
Es war mein Bedürfnis, einen tollen Menschen zu erziehen, und ich hab es geschafft. Sie ist nachfragend, neugierig und reichlich selbstbewusst. Ich selbst blieb dabei auf der Strecke, es hat mir aber wenig ausgemacht.
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| Befreit sich deine Tochter gerade aus der Enge und du möchtest sie eigentlich noch? |
Meine Tochter war von klein auf immer im Kindergarten, später im Hort, sie hat eigentlich recht viele Kinder in ihrem Alter um sich rum gehabt. Bis auf die letzte Zeit, wo alles nur noch Spiesser waren und alles, was "normal" war ihr gegen den Strich ging. Da ich mich auch nicht zwingend als "normal" bezeichne war ich bis vor kurzem noch cool. Verbote gibt es bei mir nur begründet und ich habe versucht, keine Übermutter zu sein, im Gegenteil, ich habe sie angespornt, ihr Leben zu leben und mich bemüht ihre Kontaktliste zu erweitern.
Dass die Enge verloren geht, ist vollkommen klar, wo mir das Verständnis fehlt ist, dass es heutzutage anscheinend ein Verbrechen ist, seinen Wohnort zu wechseln, aus triftigen Gründen und ich keinerlei Unterstützung habe. Zumal ich mein Kind in die Planung mit einbezogen hatte und sie bis vor genannter Zeit einverstanden war.
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| Also, das ist viel für eine einmalige Ohrfeige, da muss es schon zu massiven anderen Konflikten (auch ohne Körperlichkeit) bei euch gekommen sein und zu massiven Auffälligkeiten von ihr. |
Naja, sie war/ist schon immer ein sogenannter Rebell gewesen, hat alles hinterfragt, wurde ihr auch im Zeugnis bescheinigt - Konflikte? Hmm- na eigentlich nur die üblichen (Zimmer aufräumen, Haushaltsmithilfe - usw.) Auffälligkeiten? Sie ist eher ein introvertiertes Kind und nicht so erpicht auch die üblichen Dinge der weiblichen Teenager (Klamotten, Jungs, Disco) sondern richtet sich mehr nach den außergewöhnlichen Dingen (sie hat eine japanische Brieffreundin, spielt E-Gitarre und Keyboard und hört japanische Rockmusik) wobei ich sie nie eingeschränkt hatte - im Gegenteil. Es war teilweise so, dass wir uns über unsere Musikgeschmäcker ausgetaucht haben - sie ist aber auch sehr intolerant anderen Meinungen gegenüber und - speziell bei mir - überhaupt nicht Kritikfähig, obwohl ich Kritik wirklich immer gut verpackt habe. Positiv Kritisieren liegt mir im Blut.
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| Hast du für dich noch weitere Hilfe gerade um die akute Situatiuon und die der letzen 15 Jahre aufzuarbeiten? |
Seufz, es ist soweit, dass ich auf einen Platz in einer psychosomatischen Tagesklinik warte (massive Schlafstörungen, Weinanfälle, Ess-Störung, immer heftigerer Rückzug).
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| Wie weit würdest du denn weg ziehen? |
..meine geplante "neue Heimat" ist ca. 500km weg. Da bestehen schon einige Kontakte, der Arbeitsmarkt ist weitaus positiver.
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| Magst du mir erzählen wie genau die Helfer (die sind für deine Tochter zuständig, deswegen frage ich nach Hilfe für dich) das machen das du dich so ohnmächtig fühlst. |
Aber selbstverständlich - die ganze Maßnahme nennt sich "Familienhilfe" was für mich bedeutet, dass gemeinsam gearbeitet wird. Bis jetzt wir nur an mir gearbeitet und meine Tochter kann schalten und walten wie sie will. Es ist für mich absolut verständlich, dass sie das Leben in der Einrichtung bevorzugt - da sind viele Kids in ihrem Alter, alle in etwas außergewöhnlichen Situationen (drogenabhängige Eltern, Kinder, die ihre Eltern verloren haben, ausländische Kinder, die man einfach in ihrem Heimatland ins Flugzeug nach D gesetzt hat, geschlagene Kinder) aber es ist kein Kind dabei, bei denen die Eltern einen Umzug planen - kannst du das nachvollziehen? Ich bin der Meinung, dass das heutzutage eine Normalität ist - auch in Anbetracht des Alters meiner Tochter - sie wird im Januar 15 - verstehe ich nicht, dass da nicht auch ein wenig an das Verständnis meiner Tochter appeliert wird.
Das macht mich reichlich ohnmächtig und ich fühle mich gegängelt.
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| Was genau hindert dich deine Macht auszuleben? |
Der Gedanke an meine Tochter - ich hätte Angst, dass sie in der fremden Umgebung wegläuft - ich bin ja schon stolz auf sie, dass die im Juli zum Kindernotdienst gegangen ist, sie hätte auch weiß Gott wo landen können.
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| Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube wenn deine Tochter 16 wird dann bekommt sie eine Art Mitspracherecht. Sie wird 16, sie wird erwachsen du wirst sie ziemlich bald loslassen müssen. |
Nach geltendem Recht ist sie mit 18 erwachsen, die Unterhaltspflicht habe ich bis längstens zum 27. Lebensjahr.
Klar hat sie das Recht zu entscheiden, doch dann ist sie auch verpflichtet, für ihren Unterhalt mit zu sorgen, d.h. die Schule würde ausfallen. Sie müsste sich eine Ausbildung besorgen und ich würde weiterhin Unterhalt bezahlen. Solange sie dazu nicht bereit ist, bestimme ich über ihren Aufenthaltsort - wie geschrieben, das ist die rechtliche Lage. Über die emotionale brauche ich kein Wort zu verlieren denke ich mal. Mein Kind geht auf ein altsprachliches Gymnasium und hält sich da im guten Mittelmaß - was für diese Schule gut ist. Ich möchte ihr das nicht verwehren, zumal ihre beruflichen Pläne auch auf dem Abitur beruhen.
Ich stehe also zwischen Baum und Borke, habe die Wahl mein Familienleben auf den Müll zu schmeissen oder meine Gesundheit zu ruinieren - mir fehlt die Unterstützung des Jugendamtes an allen Ecken und ich fühle mich alleine gelassen.
Klar wäre eine frühzeitige Trennung möglich - aber warum? Warum muß mein Kind einen Platz belegen um den sich ander Kinder drängeln würden? Nur weil ich den Wohnort wechseln möchte? ..und das auch noch begründet und nicht aus Jux und Dollerei?
Soll ich wirklich alles aufs Spiel setzen und sie einfach mitnehmen? Ich hatte die Hoffnung, dass mein Kind in der Einrichtung von den Erziehern und Sozialarbeitern ein bisschen - sagen wir mal - vorbereitet wird. Ich denke, dass die Situation es derzeit erfordert, dass Außenstehende dran arbeiten. Das ist leider nicht so.
Oder soll ich ganz einfach verschwinden? Mein Kind aufgeben? Wenn sie 16 wäre hätte ich damit weniger Probleme - sie ist aber erst knapp 15.
Kannst du meine Problematik verstehen?
Liebe Grüße
Helpless
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