Hallo erstmal,
im Grunde weiss ich ja, dass ich mir nur selber helfen kann, aber trotzdem moeche ich mir hier einiges mal von der Seele schreiben, eure Meinungen dazu hoeren und mir evtl. neue Denkanstoesse geben lassen. Ich habe leider keine "neutrale" Person, der ich das hier alles erzaehlen kann, ausserdem ist es mir teilweise zu privat, deshalb moechte ich hier die Anonymitaet des Internets nutzen.
Also, es geht um meinen Mann und mich, wie der Titel schon sagt. Eigentlich dachte ich immer, dass "wir beide uns gefunden haben", dass wir perfekt zusammen passen, ein tolles Team sind und dass es nicht besser laufen koennte.
Wir kennen uns seit 20 Jahren, sind seit 14 Jahren verheiratet und haben 6 Kinder zusammen...wir wollten beide so viele Kinder, aber das ist eigentlich ein bisschen das Problem.
Mein Mann unterstuetzt mich absolut nicht bei der Erziehung. Er geht am Morgen um 6 Uhr aus dem Haus und kommt um 8 oder halb 9 am Abend wieder. Er ist HNO-Arzt und hat eine eigene Praxis, ich glaube ja, dass das viel Arbeit ist, aber seine Familie braucht ihn eben auch...das scheint er nicht zu verstehen, er ist der Meinung, das seine Familie hauptsaechlich das Geld braucht (natuerlich auch...).
Jedenfalls sehe ich ihn am Morgen vielleicht 5 Minuten, dann ist er weg...rufe ich ihn in der Arbeit an (warum auch immer), ist er kurz angebunden...er muss zu seinen Patienten.
Dann kommt er nach Hause, erwartet, dass das Essen auf dem Tisch steht, er fragt nicht einmal, wie mein Tag war...dann legt er sich vor den Fernseher...waehrend ich die Kueche aufraeume.
Seine Kinder sieht er kaum...die 3 Grossen kurz, aber die Kleinen schlafen schon, wenn er Heim kommt...und das scheint im ganz Recht zu sein.
Dann mache ich die 3 Grossen bettfertig, mache eben dies und das...und dann sehe ich, wie mein Mann vorm Fernseher schlaeft! Toll, wie ihr euch denken koennt, bin ich darueber nicht sehr erfreut...dann gehe ich meistens ins Bett. Mitten in der nacht, meistens so gegen 2 oder 3 wacht er dann auf dem Sofa auf, geht ins Bett...und weckt mich dabei natuerlich auf...meistens kann ich dann nicht mehr einschlafen und bin am naechsten Tag totmuede...
So laeuft jederTag bei uns ab...ich muss sagen, dass mich meine Mutter sehr unterstuezt mit den Kindern und dass wir ein Au-Pair-Maedchen haben, die mir auch viel Arbeit abnimmt, aber trotzdem...ich wuerde von meinem Mann auch etwas mehr Beteiligung am Familienlebn erwarten...haette ich die Unterstuetzung von Au-Pair und Mutter nicht, ich wuerde das alles nicht schaffen.
Am Wochenende braucht er dann erstmal seine Ruhe von der stressigen Woche, d.h. er schlaeft bis 11. Die Kleinen sind aber um 6 oder 7 schon hellwach, sodass ich auch aufstehen muss, was mir ja nichts ausmacht, ich machs fuer die Kinder...aber koennte er sich nicht auch mal dazu ueberwinden?
Und am Nachmittag wird dann perfekte Familie gespielt...er unternimmt mit den Kindern was. Meistens bleibe ich dann zu Hause, weil ich einfach mal meine Ruhe moechte...die habe ich aber auch nicht, weil ich dann mit dem Baby zu Hause bin. Marie ist 4 Monate alt und ist eigentlich sehr friedlich und brav...aber wie gesagt, ich brauche einfach mal eine Auszeit.
So wie ich meinen Alltag beschrieben habe, koennt ihr euch vorstellen, dass bei uns als Paar auch nichts mehr laeuft...einerseits bin ich froh, wie gesagt, ich schaetze jede Minute Schlaf, andererseits ist das natuerlich nicht foerderlich fuer eine Beziehung. Er ist dann auch so, dass er nach der Arbeit einfach keine Lust mehr hat...was ich auch verstehen kann. Irgendwie macht mich das ein bisschen traurig...ih liebe ihn ja, trotz seiner "schlechten Angewohnheiten (so nenne ich das mal)...ich weiss nicht, ob er das Interesse an mir verloren hat? 6 Kinder hinterlassen ihre Spuren...das streite ich gar nicht ab, trotzdem bin ich noch einigermassen asehnlich...ich habe kein Uebergewicht, nicht uebermaessig Falten, ich lege Wert auf ein gepflegtes Aeusseres und gebe mir alle Muehe...und graue Haare, naja, aber die hat er auch. Zumal er eine nicht unbedeutende Rolle beim Zustandekommen der Schwangerschaften gespielt hat...kann ich nicht erwarten, dass er die koerperlichen Veraenderungen seiner Frau akzeptiert? Tue ich bei ihm ja auch...
Ich habe einfach Angst, dass er sich eine andere sucht und ich mit den Kindern alleine dastehe...
Im Februar moechte ich wieder anfangen zu arbeiten (ich bin Lehrerin und unterrichte Latein und Franzoesisch). Halbtags...mein Beruf macht mir grossen Spass und ich moechte nicht zu lange draussen sein, gerade in den modernen Fremdsprachen ist das nicht gut...ja, ich weiss nicht, wie das gehen soll. Dann habe ich ja noch weniger Zeit, um das alles auf die Reihe zu kriegen...
Zumal meine Arbeit sowieso immer nur belaechelt wird...er hilft Menschen und ich? Ich quaele kleine Kinder mit Latein, was sie sowieso gleich wieder vergessen...bringt also nichts, was ich mache. Wir haben uns waehrend des Studiums kennengelernt, er weiss also, dass auch ich studiert habe...er hat das alles live mitgekriegt und jetzt? Ist das auf einmal nichts mehr wert...nur er macht eine gute Arbeit...
Was ich des Weiteren unertraeglich finde...ich das Verhaeltnis zwischen meinem Mann und meiner Mutter...die beiden koennen sich nicht ausstehen. Ich gebe zu, meine Mutter ist eine spezielle Person, sie hat ihre Eigenarten, aber sie hilft mir sehr viel, sie liebt ihre Enkelkinder...waere das nicht Grund genug fuer ihn, sie einfach mal so zu nehmen, wie sie ist? ?Nein, er macht sich lustig ueber sie, er immitiert sie...er schimpft ueber sie und das vor mir und den Kindern..das finde ich ziemlich verletztend, immerhin ist sie meine Mutter und ich liebe sie. Wenn z.B. jemand Geburtstag hat, dann kommt meine Mama natuerlich auch...sie klingelt, ich sage dann "Das muss Mama sein!" und er "Ach nein, muss die Alte denn UEBERALL dabei sein?", "Ich ertrage sie nicht mehr", "Warum bin ich mit so einer Schwiegermutter gestraft?"usw. Wenn sie dann da ist, dann laesst er spitzige Kommentare los, das laesst sich meine Mama nicht gefallen und es endet dann wirklich in einem Streit...es nervt mich langsam...
Ich moechte mich nicht beschweren...es geht uns ja gut, er arbeitet hart, damit er mir und den Kindern das bestmoegliche Leben bereiten kann...aber vieles ist halt nicht so, wie ich es mir wuenschen wuerde.
So, danke fuers Lesen...jetzt gehts mir irgendwie besser,
LG, Kaethe
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Kaethe: 15.01.2008 10:54.
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