Kaethe unregistriert
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Ich habe mir lange ueberlegt, ob ich das hier reinschreiben soll...aber nachdem ich einige eurer Berichte gelesen hatte, dachte ich mir, dass das einfach eine sehr schoene Idee ist, andere an diesem "Erlebnis" teilhaben zu lassen.
Bei mir ist es zwar nicht mehr ganz aktuell...fast 3 Jahre her, aber ich erinnere mich noch aeusserst gut dran, nicht mehr an jedes Detail, aber das ist ja auch nicht das Essentielle.
Also, es war in der Nacht vom 15. auf den 16. Juni 2005. Ich konnte die ganze Nacht schon nicht so gut schlafen, es war heiss und vielleicht hatte ich schon so eine Vorahnung im Unterbewusstsein...
Eigentlich habe ich mich auf diese Geburt richtig gefreut. Ich hatte ja nach vier Kindern (die Geburten verliefen allesamt problemlos) schon eine gewisse Erfahrung, von der ich zu profitieren hoffte.
Jedenfalls verspuerte ich gegen 3 Uhr die erste Wehe...ich war darueber sogar ziemlich froh, ich freute mich auf meine "Nummer 5"
(wenn man das so sagen kann)...bis etwa 6 Uhr ging das dann so weiter, ab und an eine Wehe, die ich aber als nicht sehr schmerzhaft empfand, ich bin abwechselnd im Haus rumgegangen, habe mich wieder hingelegt und habe schliesslich den Fernseher eingeschaltet...und davon ist mein Mann wohl aufgewacht.
Ich habe ihn dann auch gleich von den Ereignissen in meiner Bauchgegend in Kenntnis gesetzt...von Aufregung war bei ihm keine Spur (vorerst)...als routinierter vierfacher Vater macht er das mit links...
Er hat dann ein kleines Fruehstueck fuer uns gemacht...ich habe meine Mama angerufen, sie moege doch bitte vorbeikommen und die Kinder hueten. Es war ein Donnerstag, glaube ich...die mussten ja in die Schule.
Mein Mann und ich haben dann eine Kleinigkeit gegessen und gegen halb 7 gesellte sich dann auch schon die "werdende Oma" zu der Fruehstuecksrunde, sie war in dieser Situation wohl aufgeregter als alle anderen...da war mein Mann noch zu Scherzen aufgelegt...meine Mama kommt ja aus Frankreich ,mein Mann meinte zu ihr "Was willst du essen?" Mit einem franzoesischen Croissant kann ich nicht dienen!"..."Nein, muss nieschd...isch 'abe keine Hüngör"...
Dies nur als kleine Auflockerung...
Das Fruehstueck war also ganz nett, auch wenn ich manchmal von einer Wehe Heim gesucht wurde, die mittlerweile schon etwas schmerhafter und regelmaessiger wurden, aber mit einer geuebten Atemtechnik waren sie schon noch ertraeglich.
Ich habe dann die letzten Dinge in meine Tasche gepackt, die ich in weiser Voraussicht einige Tage zuvor schon vorbereitet hatte, dann habe ich meinen "Vier Grossen" Auf Wiedersehen gesagt und dass sie in ein paar Stunden ein kleines Schwesterchen haben werden...
Kurz vor halb 8 sind wir dann ins KH gefahren, das nur etwa 5 Autominuten entfernt liegt.
Mittlerweile kamen die Wehen alle 8-10 Minuten (es ging also relativ flott voran)? ich empfand sie als relativ schmerhaft, aber in den langen Pausen dazwischen konnte ich wieder Kraft tanken.
Im KH angekommen wurden wir von einer netten jungen Hebamme empfangen, die uns in einen Kreisssaal gefuehrt hat. In diesem Moment habe ich an meine Tochter ein Sognal à la "jetzt gib Gas, ich will da sofort wieder raus!"..Sagen wir so, sehr viele Erklaerungen brauchten wir ja nicht, ich war ja schon oft genug da.
Es wurden dann die ueblichen Untersuchungen gemacht und dann wurde ich erstmal wieder "frei gelassen"...nicht ganz, aber zu einem Spaziergang auf dem Gang. Ich bin also mit meinem Mann den Gang rauf und runter gewandert, die Wehen kamen weiterhin gleichmaessig...da dachte ich mir dann teilweise schon, also wenns jetzt noch heftiger wird, dann mag ich langsam nicht mehr...
Irgendwie fuehlte ich mich schon ziemlich erschoepft...
Ja, ab 10 Uhr etwa (wie gesagt, ging ganz schnell alles) kamen die Wehen dann so im 2-3 Minutentakt...ich war schon dermassen fertig, ich war in einem "Kreislauf" drinnen, aus dem ich mich gar nicht mehr retten konnte, die Wehenpausen waren zu kurz, um Kraefte zu sammeln...zudem fand davor noch ein Hebammenwechsel statt...und das war nicht sehr positiv, aber dazu spaeter mehr.
Ich lag dann da, war koerperlich und psychisch ziemlich am Ende, ich hatte das Gefuehl, dass ich solche Schmerzen noch nie zuvor in meinem Leben hatte, es war meine 5. Geburt wohlgemerkt!...Ich war richtig verzweifelt.
Mein Mann sass neben mir an meinem Kopfende und irgendwann habe ich meinen Kopf zu ihm gedreht, habe zu weinen angefangen und habe gesagt "Du, ich kann nicht mehr!" Und ich meinte es ernst! Ich konnte diese Schmerzen nicht mehr ertragen, ich fuehlte mich so hilflos in diesem Moment und ich wusste ja, dass es noch "schlimmer" kommen wird. Die Hebamme kommentierte meine Aussage mit "Wieviele Kinder haben sie schon auf die Welt gebracht?"(aber nicht nett oder aufmunternd, eher in einem sehr forschen Ton!)...Unter Traenen habe ich ihr "Vier" geantwortet...3Na, dann kriegen sie das auch noch irgendwie hin...in zwei Stunden halten sie ihr Kleines in den Armen!"...Noch zwei Stunden??? ich habe daraufhin einfach "Nein" gesagt, was auch immer ich damit meinte..."Na, jetzt stellen Sie sich mal nicht so an!".
Wenigstens war mein Mann in dieser Situation fuer mich da,er hat mir die Traenen aus dem Gesucht gewischt, gesagt dass er immer fuer mich da sein wir und dass er mich liebt...
Irgendwie konnte ich danndoch noch die letzten Kraefte freimachen und so habe ich die letzten Wehen dann rumgebracht...Ich habe mein Bestes gegeben, aber ich war leider kaum faehig, richtig mitzuarbeiten. Ich fuehlte mich so kraftlos. ich denke aber schon, wenn die hebamme Bedenken gehabt haette, dann haette sie da evtl. eingegriffen, wahrscheinlich bin ich in dieser Beizehung einfach zu wehleidig?!?
Die Presswehen waren dann nochmal der Horror, ich konnte einfach nicht mehr. Ich weiss nicht, wie ich es gemacht habe, aber um kurz vor 1 kam Heidi dann schliesslich zur Welt.
Sie lag dann auf meinem Bauch, ich habe sie einmal kurz angeschaut und dann fiel mein Kopf automatisch nach hinten. Ich konnte diesen wunderbaren Moment leider gar nicht richtig geniessen...ich war einfach u erschoepft.
Nachdem ich dann aber ein Stuendchen geschlafen hatte und mein Mann waehrenddessen immer bei mir war, konnte ich mich erst so richtig freuen...
Trotzallem, es gab kein Komlikationen...wie gesagt, ich bin vielleicht einfach ein bisschen empfindlich. Das wusste ich ja schon von den vier Geburten davor...
Waere es gefaehrlich geworden, dann haette die Hebamme bestimmt was unternommen.
Jedenfalls kam dann meine Mama mit den anderen Kindern...in solchen Momenten lernt man die eigene Mutter wirklich immer wieder aufs Neue zu schaetzen...immerhin hat sie das Gleiche ja auch fuer einen selber auf sich genommen.
Schmerzmittel habe ich von Anfang an abgelehnt und ich bereue es auch nicht...
Ich war immer der Meinung, dass "es" nach einigen geburten weniger schmrzhaft und schneller ablaeuft, dieses Gefuehl hatte ich aber leider nicht.
Trotzallem, ich fand die Geburt sehr bewegend und im Nachhinein war sie wirklich ein "Erlebnis".
Heute ist meine Heidi 2 1/2 und wir haben so viel Freude mit ihr.Sie ist ist so ein unkompliziertes und suesses Maedchen...von wem sie die blonden Loeckchen wohl hat?
Wir konnten es nicht lassen und ich wurde nochmal schwanger...Maries Geburt war leider ein Kaiserschnit. Ich empfand das als "schlimmer" als eine natuerliche Geburt...mir gings danach lange nicht sehr gut, die Schmerzen danach habe ich als relativ grausam in Erinnerung...aber was tut man nicht alles fuer die lieben Kleinen?!?
So, ist relativ lang geworden...ich hoffe, es hat euch gefallen.
LG Kaethe
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14.02.2008 11:32 |
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