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Ich schließe mich dem Gesagten generell an. Ihr habt da wohl ein sehr sensibles, vermutlich auch sehr phantasievolles, intelligentes Mädchen. Vermutlich liegt ihr IQ deutlich über dem Durchschnitt oder sie ist zumindest teilweise außergewöhnlich begabt (eine starke Phantasie deutet auf ein hohes Sprachvermögen hin und alles, was damit zusammenhängt: Kombinationsgabe, Abstraktionsvermögen...)
Es gibt zwei Wege für Euch:
Entweder, Ihr versucht sie in ihren Schwächen zu stärken - sprich, Ihr motiviert sie zu Bewegung, Sport und sozialen Kontakten mit Gleichaltrigen
oder
Ihr stärkt sie in ihren Stärken - sprich, Ihr fördert sie da, wo sie selber nach Förderung verlangt und seid auf den anderen Gebieten wachsam (für den Zeitpunkt, wenn sie dann DOCH mal mit anderen Kindern engeren Kontakt haben möchte o.ä.), aber nicht drängend.
Es ist immer eine Frage dessen, was Ihr meint, dass Euer Kind BRAUCHT. Ist sie glücklich und zufrieden so, wie es ist - oder habt Ihr den Eindruck, sie steuert auf Probleme zu oder ist unzufrieden?
Persönlich würde ich sagen, dass Ihr zumindest in Hinsicht Kinderkontakt Initiative zeigen solltet. Auf den Kindergarten habt Ihr wenig Einfluss - da müssen die Erzieherinnen schon arbeiten (Ich kann mich übrigens gut an meine eigene Kindergartenzeit erinnern, in der ich auch das Gefühl hatte, fehl am Platze zu sein - einfach viel weiter als die ganzen anderen Kinder. Da bleibt als Kontakt halt nur die Erzieherin...). Aber zuhause wäre es schon schön, wenn sie feste Spielkameraden hätte, die auch recht ungezwungen einfach mal Zeit hätten. Vermutlich wird sich Eure Tochter zu älteren Kindern hingezogen fühlen - warum also da nicht die Fühler ausstrecken? Manch ein älteres Kind findet es völlig ok, mit einem jüngeren zu spielen.
Emotionen und Geschichten... ooohhh jaaaa! Da kann ich auch mit einer ganzen Erfahrungslatte aufwarten!
Bei Anna (4) ist es immer ganz ganz wichtig, dass die Geschichten gut ausgehen - dann ist es auch völlig ok, wenn sie zwischendrin richtig mitfiebert und Rotz und Wasser heult und vor Entsetzen kreischt etc. Eine Geschichte abzubrechen hat sich bei ihr NICHT als gut erwiesen, denn dann war sie viel stärker bewegt. Sie favorisiert auch Geschichten für Ältere - warum genau weiß ich nicht, zum einen sicher, weil wir sie auch anbieten, zum anderen, weil Bücher wie Jim Knopf oder Urmel oder Löwe oder Latte Igel... einfach die komplexeren, spannenderen Geschichten bieten! Filmtechnisch sind es so Filme wie das Dschungelbuch oder Spirit, die sie heiß und innig liebt - oder Serien-DVDs wie "Simsala Grimm". Sie taucht ein in diese Phantasiewelt und genießt das sichtlich. Und dann spielt sie die Geschichten mit ihren Freunden nach.
Ach... etwas macht uns auch sehr viel Spaß: selber Geschichten erfinden! Vielleicht ist das auch was für Eure Tochter. Sie kann Geschichten malen - bald bestimmt selber schreiben -, und Du schreibst den Text dazu. Das kann ein richtiges Projekt werden
Fazit: von dem, was Du schreibst, würde ich beurteilen, dass sie ein ganz normales, auf vielen Gebieten besonders weites bzw. stark ausgeprägtes Kind ist, das einfach noch nicht den richtigen Spielkameraden im "richtigen" Alter gefunden hat. Das wird aller Wahrscheinlichkeit nach aber nicht so bleiben!
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