IlkaM.

Lionheart
   

Dabei seit: 27.11.2003
Alter: 37 Jahre
Beiträge: 919
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Herkunft: Stuttgart Interessen: Schreiben, Lesen, Musik, Spielen Beruf: Diplom-Pädagogin, Mutter und Lektorin Kinder: Tochter, 2003 Familienstand: verheiratet
Level: 39 [?]
Erfahrungspunkte: 1.636.847
Nächster Level: 1.757.916
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Hey cool, Ilona
Erziehungstipps ... hmm. Ich kann Dir sagen, was ich Dir einfach mal so sagen möchte ... ääh.
Freu Dich darüber, dass Du ein lebhaftes, aktives, freches, willensstarkes, schlaues Kind hast! Freu Dich drüber und amüsiere Dich drüber wo immer es geht! Schau Dir das an, was er schon kann, und nicht das, was er alles kaputtmacht. Kannst Du Dich dran erinnern, wie er klein und hilflos in der Gegend rumlag?
Mensch - was hat er alles geschafft seither!
Und dann mache Dir DEINE Rolle klar:
Du bist seine Mutter. Deine Aufgabe ist es zum einen und zu allererst, ihn zu beschützen und liebevoll zu begleiten, Verständnis für ihn zu haben, herauszufinden, was er braucht und was schädlich für ihn ist.
Das ist gar nicht schwer - dafür musst Du nur auf Dein Herz hören, denn dort steht das alles. Und wenn Du nicht weiterweißt, wenn Deine Nerven am Ende sind: Schau ihn Dir an, Deinen Jungen, und denke kurz an seine vergangene Hilflosigkeit und an Deine Gefühle für ihn, die sich damals aufgebaut haben.
Deine zweite Aufgabe wächst mit seinem Alter, und in dieses kommt er allmählich rein, wo er jetzt 2 Jahre alt wird. Vorher - das nur als geheimer Pädagogen-Tipp - ist Erziehung in der Regel nämlich völlig sinnlos und nichts anderes als Dressur. Du hast also bislang noch nahezu keine Gelegenheit gehabt, etwas "falsch" zu machen - zumindest nicht dann, wenn Du, wie Du sagst, ihn nur "verwöhnt" hast etc. Das war genau richtig!
Was passiert jetzt mit Deinem Sohn?
Er wird allmählich ein Bewusstsein für sich selber entwickeln. Bisher hat er nur eine vage Ahnung davon, dass die Welt um ihn herum NICHT eins mit ihm ist, dass er NICHT der Steuermann ist, nach dem alles sich richtet - dass alles automatisch so ist, wie es eben IST. Er wird lernen, dass er zwar auf der einen Seite alle möglichen Dinge manipulieren kann (was dazu führt, dass er es auch TUN WILL und dadurch sicherlich so einiges zerstört, wenn Du es nicht WEGRÄUMST und ihm Sachen gibst, an die er DRANDARF), dass die Welt, die Dinge und die Menschen aber eben auch nicht (immer) das tun, was ER WILL.
Das macht ihn zornig, das macht ihn wütend - und daraus schöpft er Kraft, sich zu entwickeln, zu lernen und zu wachsen.
DU bist für ihn jetzt immer mehr eine Person, an der er sich orientiert, mit der er sich IDENTIFIZIERT! Bist DU stark und souverän, wird er das auch werden. Bist DU ein einziges Nervenbündel, meckerst die ganze Zeit nur rum und schmeißt mit Strafen um Dich, die er nur als ungerecht empfinden kann - dann wird sich das auch auf SEIN Verhalten auswirken, und zwar bestimmt nicht so, wie Du das gerne hättest.
Also: Gib ihm einen Widerstand, sage ihm klar, wenn er Grenzen übertritt. Den Trotzanfall, den er dann bekommt (und er WIRD Trotzanfälle bekommen, das ist NORMAL und Zeichen einer GUTEN Entwicklung hin zum SELBSTbewusstsein!), hältst Du ruhig aus. Nimm's sportlich - so isses halt mit den Kleinen!
Durch das Schreien kann er Dich bislang provozieren. Dir ist das peinlich, und das spürt er und setzt es ein. (Klar - er nutzt seine Möglichkeiten aus, in dieser Hinsicht fehlt ihm jedes ethische Verständnis. Noch.) Also darf es Dir halt nicht peinlich sein
Sieh es doch mal so: Die Leute, die sich darüber aufregen, haben entweder keine Kinder oder sie haben in ihren Köpfen Erziehungsvorstellungen, mit denen DU Dich vielleicht gar nicht anfreunden möchtest (Oder willst Du, dass Dein Sohn einen Spazierstock runterschlingt, Dich mit Handschlag begrüßt morgens und stillekes in einer Ecke hockt, weil er Angst hat, dass sonst das elterliche Strafgericht über ihn kommt?). Und alle anderen - vertrau mir - HABEN Verständnis dafür und wissen, dass Kinder nunmal phasenweise so sind. Manch eine Mutter wird vielleicht auch heimlich grinsen und sich denken "Puh... endlich mal nicht MEINS!"
Ich mache jetzt mal Schluss, will ja keinen Roman schreibn - und man kann ja im Gespräch bleiben.
Nur soviel noch: Mit dem Kontakt einschränken sehe ich auch sehr kritisch! Wenn die Jungs sich gut verstehen und gerne miteinander spielen, dann gibt es für sie nichts Wertvolleres! Und wenn es zwei Teufelchen sind: Dann haben sie sich gefunden und werden im Laufe ihres Heranwachsens noch viele Streiche zusammen aushecken. DAS IST DOCH TOLL!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von IlkaM.: 29.02.2008 10:15.
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