mark
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RE: Baby-Blues beim Vater, Eifersucht, Aggression |
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Hallo zusammen,
Vielen Dank für eure Antworten und Unterstützung. Ich weiss, ich habe mich lange nicht gemeldet und möchte mich dafür herzlich entschuldigen. Ich hatte die Seite immer offen in meinem Browser und mich immer um eine Antwort gerdrückt.
Am meisten an euren Antworten hat mir geholfen, zu wissen, dass es auch andern Männern so geht. Es war sehr zermürbend, nichts dergleiches im Netz oder sonstwo zu finden.
In der Zwischenzeit hat sich einiges ergeben. Mir geht's viel besser und ich habe (meistens) Spass an unserem Kleinen. Heute habe ich mich sogar das erste Mal während der Arbeit aus vollem Herzen auf das Wiedersehen mit ihm gefreut.
Was führte zu dieser Verbesserung? Ich denke, es waren mehrere Punkte:
1) Die Arbeitslast ging stark herunter - der Druck im Projekt ist nicht mehr so gross, wie auch schon und ich habe seit April auf 80% reduziert. Seither haben wir jeden Mittwoch "Männertag".
2) Ich habe realisiert, dass wenn Stress wegen dem Kleinen entsteht (z.b. durch sein Weinen), dass es viel schlimmer sein kann, wenn die Frau dabei ist. Da gibt's Druck von beiden Seiten.
3) Wenn's mir zuviel wird, übergeb ich den "Bettel" schneller der Frau und ziehe mich zurück. Ich habe nicht mehr so das Gefühl, dass ich sie immer unterstützen muss.
4) Vermutlich habe ich das Trauma der Geburt langsam verarbeitet. Ich ging da so körperlich erschöpft ran (wegen Hausumbau), dass es mir zuviel wurde. Die letzten Wochenenden haben wir bewusst nicht viel unternommen und faulenzten bei Sonnenschein im Garten herum - das brauchte Verständnis von meiner Frau, weil sie sehr unternehmungslustig ist.
5) Sex ist kein absolutes Fremdwort mehr. Er ist zwar noch spärlich gesäht aber immerhin, alle 3-4 Wochen finden wir mal wieder zusammen (jaaa, man wird genügsam :) )
6) Vermutlich half es auch noch, dass ich mir den Film "Klick" mit Adam Sandler ein paar Mal anschaute. Ist zwar ne Komödie im 80er-Stil aber ich finde, er ist wie gemacht für junge Väter - hat meine Perspektiven wieder etwas zurechtgerückt.
Wenn ich diese Punkte nochmals durchlese, stelle ich fest, dass die ersten drei, wichtigsten Punkte alle mit Druck zu tun haben - Druck von allen Seiten. Ich glaube meine Agressionen entstanden deshalb. Ich sah das vor ein paar Monaten nicht als Druck sondern hatte nur immer das Gefühl, alle wollen immer was von mir und ich darf meinen eigenen Bedürfnissen nicht nachkommen. Selbst unsere Katzen gingen mir grässlich auf den Keks, als sie noch Schmuseeinheiten von mir wollten.
@lailamausi: Ich glaube, du hast mich vor dem Durchdrehen gerettet und ich danke dir tausendmal dafür!! Die Parallelen sind wirklich erstaunlich. Bei dem Zeitaufwand kann das Hobby ja fast nur das selbe wie bei mir gewesen sein: Reiten.
Ich hatte mein Pferd, an welchem ich sehr hing, vor der Geburt des Kindes verkauft, weil ich keine Möglichkeit sah, Familie, Beruf und Hobby zeitlich unter ein Dach zu kriegen.
Das war natürlich nochmals eine emotionale Belastung. Diese wurde ich auch vor ein paar wochen los, weil ich's wieder mal probiert habe und einsah, dass viel Sentimentalität im Spiel war und ich gar nicht mehr so Gefallen finden konnte.
Ich hatte mir ein paarmal überlegt, wie ich das mit einer Therapie angehen könnte. Zum Glück verbesserte sich die Situation auch so. Ich würde aber gerne trotzdem mit deinem Mann ein paar Worte tauschen. Ich schreib dir eine PM.
@Hextina: Auch dir vielen herzlichen Dank für deine Antwort. Ja, du hast Recht, das war wirklich eine zeitversetzte Erschöpfung. Zu deinen Fragen:
Tja, die Konflikte der Eltern spielen da sicher auch eine Rolle mit. Hier wurde/wird immer sehr emotional, lautstark und häufig auch unfair gestritten - vermutlich möchte ich das meiner Familie ersparen und will deshalb, dass mich niemand so sieht.
Massagen: Davon hab ich im Moment die .... voll :) Ich glaub das braucht ein wenig Zeit, bis die Rückenmassagen und Fussmassagen wieder Spass machen - ab und zu beiss ich mich durch und massiere die Füsse der Frau schon, wenn sie mich mehrmals dazu auffordert.
Unsere Beziehung hat schon einiges gelitten und es gab auch einige Tränen - besonders wenn irgendwas mich 2-3 Tage auffrass und ich mich danach komplett zurückzog - und meine Depression oder Melanchonie auslebte. Ich liess meine Frau da schon ab und zu im Ungewissen stehen. Es gab auch einige Konflikte, weil ich nicht richtig sagen konnte, was mit mir nicht stimmte. Es brauchte viel Verständnis und Geduld von meiner Frau.
Aber ich glaube wir haben grad nochmals die Kurve gekratzt. Meine Gefühle für sie sind schon wieder viel stärker. Noch nicht ganz wie zuvor aber das kommt schon noch. Vermutlich würde es uns helfen, wenn wir mal 2-3 Wochen weg vom Alltag verbringen könnten.
Du kannst mir glauben, die Aggressionen haben mich auch sehr beschäftigt und mein Ego noch tiefer gezogen. Ich sah mich schon so als krankes Psycho-Arsch, der seine Familie sitzen lässt. Dass ich der Frau oder dem Kind etwas angetan hätte, da bestand zum Glück nie Gefahr - nur für gewisse Einrichtungs-Gegenstände waren etwas unsichere Zeiten angebrochen, besonders für gut federnde Holzwände/Planken :) Das Schlimmste, was dem Kleinen widerfuhr war, dass ich ihn ein,zweimal unsanft ins Bett stopfte und einmal ein lautes "Grrrrr, verdammt!" von mir liess, wovon er erschrank und bitter zu weinen begann. Tja, das schlechte Gewissen folgte sogleich und ich hatte ihn natürlich getröstet (etwas notdürfig, zugegeben). Aber das ist schon eine ganze Weile her (> 2 Monate).
Im Moment herrscht noch nicht die Harmonie wie zuvor aber ich denke, wir sind auf gutem Wege. Ich möchte euch nochmals herzlich danken für euren Beitrag. Die paar Zeilen mögen nach wenig ausschauen aber sie waren mein Rettungsring.
Mark
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