Kaethe unregistriert
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Original von schnuppe
@Kaethe:
Ich bin auch nicht der Meinung, daß "jeder" aufs Gymnasium muß. Aber wenn das einzige Kriterium das Maß an Druck ist, was einer aushält (und wir sprechen hier von 9- und 10-jährigen Kindern!) bin ich mir nicht sicher, ob das nicht auch "Ressourcenverschwendung von Humankapital"
ist. Außerdem kann man jemanden auf das Prüfen, was er weiß und man kann ihn auch auf das Prüfen, was er nicht weiß; Du weißt sicher, was ich meine. Ich bin mir aber hier nicht immer sicher, welche der beiden Varianten die Lehrer hier wählen. |
Also, diejenigen, die den druck aushalten, das sind wohl die Schüler, die sich allgemein leicht tun in der Schule. Schwer wirds für die, die lernen und arbeiten und am Ende kommt doch nichts dabei raus. Und so unmenschlich ist der Druck dann auch wieder nicht, man kanns schon übertreieben...
Und zum "Prüfen"...ich mache mir vorher eine Liste mit fragen, die ich dem "Opfer" stellen werde und das "Opfer" bestimmt am Stundenanfang mein Kugelschreiber völlig zufällig. D.h. ich überlege mir nicht fragen, die ein bestimmter Schüler nicht weiß...und so machen das die meisten Lehrer...
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Original von schnuppe
Und was das "preußische" Abitur angeht: Also ich hab (zugegebenermaßen an einem sehr konservativen altehrwürdigen) Gymnasium in NDS Abitur gemacht. Sogar noch in der reformierten Oberstufe! (Von der übrigens nur Leute, die damit nie in Berührung waren behauptet haben, daß man mit Sport und Reli Abitur machen konnte). Immerhin hat mich das dazu befähigt, ein TU-Diplom in Maschinenbau zu erlangen (allerdings wieder an einer niedersächsischen Technischen Hochschule
). Für meine Diplomarbeit bin ich dann an ein Fraunhofer Institut nach Bayern gegangen, gearbeitet habe ich dann auch in München und unter der Brücke wohne ich heute immer noch nicht. Trotz meiner "minderwertigen" Bildung....
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Nun, Abitur in Niedersachen ist Abitur in Niedersachen...oder habt ihr kein Zentralabi? sagt ja auch niemand, dass du deswegen unter der brücke wohnen musst, aber du hast dich wahrscheinlich selbstständig weitergebildet und warst fleißig, dann ist so eine Karriere durchaus auch mit einem "minderwertigen Abi" (und das sind deine Worte) zu schaffen.
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Original von schnuppe
Weißt Du, was mich an dieser blinden Paukerei hier in Bayern so stört, ist, daß sie nicht mehr zeitgemäß ist. Das menschliche Wissen ist inzwischen so riesig, daß man es sowieso niemals in ein Gehirn quetschen kann. Was ich total vermisse, sind so Lehrinhalte wie Arbeitsmethodik, Selbstorganisation, "wie bringe ich mir selbst etwas bei" etc. Warum muß ich meiner Tochter beibringen, wie man im Duden nachschaut, wenn man nicht weiß, wie ein Wort geschrieben wird. Warum wäre das nicht mal eine Deutschstunde wert, statt völlig konfus völlig unzusammenhängende Dinge durchzunehmen (1 Stund Grammatik, die nächste ein paar Lernwörter, dann vielleicht mal ein Aufsatz etc. Aber das ist nochmal ein anderes Thema)? In der heutigen Arbeitswelt wird doch eher verlangt, daß man sich selbständig auf neue Aufgaben vorbereitet. Und nicht, daß man irgendein auswendig gelerntes Detailwissen dahersagt. |
Ich bin keine Deutschlehrerin, aber ich kann dir sagen, dass ich sowohl in latein als auch in Französisch eine Wörterbuchstunde in jeder Klasse mache.
Und bzgl. des detailwissens kommt es halt aufs Fach an. In Latein ist es sture Paukerei und Auswendiglernerei, sonst kommt man in diesem Fach nicht weiter. Logisches Denken und Dikussioen kommen dann, nachdem die Grundlage geschaffen wurde. Schule heißt Lernen, mit selbsterfundenem Halbwissen kommt man auch nicht weiter...
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Original von schnuppe
Und vor allem: Was machen die bedauernswerten Kinder, deren Mütter nicht die Zeit haben, sich jeden Nachmittag 1-2 Stunden mit den Hausaufgaben ihrer Kinder zu beschäftigen, oder die vielleicht nicht so gut Deutsch sprechen? Oder in Mathe nicht so sattelfest sind? Die schauen doch mit dem Ofenrohr ins Gebirg (um unseren bedauernswerten nicht-bayrischen Mitbürgern mal ein Stück bayrische Redensart bezubringen
). Und erzähl mir nicht, daß das nur bei den "schlechten" Kindern notwendig ist, in unserer Klasse gilt das für die allermeisten Kinder. Und die, die in der Klasse meiner Tochter "schlecht" sind, haben genau die o.g. Mütter. Wir wohnen auf dem Dorf, ich hab da einigermaßen den Überblick. |
Aaalso, dafür bin ich wohl das beste Beispiel. Meine Mutter war der deutschen Sprache absolut nicht mächtig, als ich Abitur gemacht habe. Meine Mutter verstand nicht mal die simpelste Anweisung, wie hätte mir die helfen sollen? Zumal sie nicht standfest ist in Mathe, Nachhhilfe konnten wir uns nicht leisten...und trotzdem haben mein Bruder und ich ein ordentliches Abitur aufs Blatt gebracht und ein Studium absolviert, obwohl wir von einer alleinerziehenden, ausländischen, Nicht-Akademiker-Mutter abstammen.
Ich wage übrigens zu bezweifeln, dass sich die Eltern meines Mannes Zeit für dessen Hausaufgaben genommen haben...das würde mich wundern und auch er hats geschafft.
Aber trotzdem...ich weiß, das das ayerische Schulsystem ein Ungerechtes ist...und wenn ich in die Klassen schae, 90 Prozent der Eltern sind Akademiker...es ist ungerecht, das stimmt...Ausnahmen gibts aber immer wieder.
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Original von schnuppe
Ich weiß nicht genau, warum Bayern im allgemeinen und speziellen immer so darauf beharren müssen, daß ihr Bildungssystem das non-plus-ultra ist. Vielleicht ist es nicht schlecht, gut ist es jedenfalls auch nicht, Pisa hin oder her. |
Nein, Pisa nicht hin und her....
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Original von schnuppe
So, jetzt hast Du Teile meiner Generalabrechnung mit dem bayrischen Schulsystem abgekriegt,
. Mir würde noch viel mehr einfallen, aber jetzt dürfen andere auch mal wieder was schreiben
LG, Schnuppe |
Nein, ist ja nicht schlimm...ich weiß ja selbst, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.
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22.05.2008 19:09 |
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