Majus heile-Welt-Blog |
lilly7022

Wird mich (m)ein Job finden?


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Re: Majus heile-Welt-Blog von lilly7022 (08.10.2011 23:32) |
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08.10.2011 23:32 |
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cordu

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Re: Majus heile-Welt-Blog von cordu (09.10.2011 18:31) |
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Also Maju,
jetzt muss ich mal dazwischen gehen.
Nicht alle Schwaben sind geizig und wischen jeden Samstag die Strasse nass durch.
LG
Cordu
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09.10.2011 18:31 |
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Maju

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Re: Majus heile-Welt-Blog von Maju (09.10.2011 21:03) |
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Bücher zu diesem Thema
Also Cordu,
warte lieber mal ab bis du 85 bist und dann sprechen wir uns wieder. Dann schauen wir mal bei wem die schwäbischen Gene voll zugeschlagen haben! Für mich kann ich da nicht die Hand ins Feuer legen, habe schon ab und zu so Anwandlungen...Aber ich kann mich auch gut rausreden mit meinem schwäbischen Stammbaum, der keinen Erfinder, Dichter, Denker oder Herzog auslässt (da hat sich Herr Raff persönlich mal die Mühe gemacht und keine Ruhe gelassen, bis er die Verbindungen zu allen wichtigen Persönlichkeiten aufgedeckt hatte. Im Grunde ist ja doch jeder mit jedem verwandt, deshalb geb ich nichts auf solche Forschungsergebnisse...).
Aber außerdem: ich finde das Schwäbische gar nicht soooo übel. Sind nicht schlecht damit gefahren bisher, die guten Schwaben. Gründlichkeit bis zur Pedanterie, Fleiß, Bauernschläue und Sparsamkeit, Tiefstapelei und Bescheidenheit. Und schau unser Musterländle an, es kann sich sehen lassen. Bzw, der Schwabe würde hier mit seinem größten Lob vor sich hinmaulen: "Ka mer lau" (kann man lassen).
Mit diesem Lob geht der echte Schwabe schon bis an die äußersten Grenzen eines für ihn möglichen Gefühlsausbruchs. "Ka mer lau" bruddelte mein Urgroßvater in seinen Teller hinein, als mein Vater das erste Mal kochte für die ganze Familie und Zack hatte er von Stund an seine Schwiegermutter gegen sich, denn diese hatte noch nie so ein sensationelles Lob eingeheimst.
Liebe Grüße
Maju
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09.10.2011 21:03 |
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Maju

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Re: Majus heile-Welt-Blog von Maju (20.10.2011 20:52) |
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Seit etlichen Monaten hat sich bei uns der Wochenrythmus verschoben. Früher machten wir samstags unsere Familienausflüge. Das hatte den Vorteil, dass nicht alle Ausflugsorte so überlaufen waren wie sonntags. Und außerdem konnte man sonntags in den Gottesdienst und hinterher anständig daheim abhängen. Jetzt schaffen wir das schon lange nicht mehr.
Uns bleibt nur noch der Samstag für den Einkauf, den Haushalt samt Garten, die Wäsche, zum Shoppen und natürlich die aufgeschobenen Schularbeiten. Sonntags gehen wir immer noch in den Gottesdienst. Was aber immer seltener wird, sind die Ausflüge.
Aber vergangenen Sonntag haben wir uns einmal wieder bewiesen, dass das nicht so sein muss! Nach der Kirche schnell noch 'was gegessen und dann ab auf die Schwäbische Alb zum Wandern. Drei waren begeistert dabei, zwei Wandermuffel blieben zu Hause. Mittlerweile sind alle alt genug um selber zu entscheiden, ob sie einen Ruhetag oder Action brauchen.
Mein Mann, Anna und ich wanderten rund um Donnstetten und den Römerfels, bestiegen den knapp 100jährigen Holzturm des Albvereins, rasten einmal auf der Sommerrodelbahn bergab und gönnten uns zum krönenden Abschluss einen großen Eisbecher. Nach 5 Stunden waren wir wieder daheim, es war sogar noch hell draußen. Zum Faulenzen blieb auch noch genug Zeit.
Mal sehen, wann wir unseren inneren Schweinehund wieder erschlagen bekommen. Obwohl es so wunderbar ist, sich im Herbstwald auszutoben, braucht es doch immer wieder Überwindung, die überheizte Bude zu verlassen.
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20.10.2011 20:52 |
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Maju

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Re: Majus heile-Welt-Blog von Maju (28.10.2011 21:53) |
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Ich steckte mitten in der Gartenarbeit als mich ein Notruf meiner Oma erreichte: "I han mi ausgschlosse." Okay, kein Problem, ich sprang ins Auto, so wie ich war, dreckig und ohne Jacke.
Ich besitze die große Ehre, als einzige in der ganzen Familie, Omas Ersatzschlüssel verliehen bekommen zu haben. Alle anderen sind nicht vertrauenswürdig, sagt Oma. Totaler Quatsch, sage ich. Sie ließ die Schlösser in einer Nacht-und-Nebel-Aktion austauschen, weil sie irgendeinen Kleinkram nicht mehr gefunden hat und messerscharf daraus schloss, dass ihr das jemand geklaut hat um es zu Geld zu machen. Ausgerechnet mit ihrem alten Krempel...
Ich fuhr über die Felder, damit ich Oma schneller retten könnte. Zwar sind wir Anlieger mit einigen Äckern, aber deshalb bin ich mit meinem sauberen Mercedes noch lange kein landwirtschaftlicher Verkehr, auch wenn ich zufällig gerade Gartendreck an den Händen hatte. Für den Fall einer Polizeikontrolle überlegte ich mir schonmal eine Ausrede: "Oma hat mich angewiesen, noch die zwei runtergefallenen Äpfel aufzuheben, damit die Nachbarn nichts zu lästern haben."
Nach Rekordzeit steckte ich lächelnd den Schlüssel ins Schloss, Hach, es tut so gut einer alten Frau das Leben zu retten. Doch der Schlüssel bewegte sich nicht. Innen steckte der andere schräg drin. Ich begann zu frieren.
Noch vor zwei Wochen hatte ich zu Oma gesagt, sie solle nicht immer den Schlüssel von innen stecken lassen, denn dann könne ich ihr im Notfall auch nicht mehr helfen. Sie widersprach, was sonst, und dann probierte sie es selber aus: die Tür war aufschließbar, obwohl der Schlüssel innen steckte. Aber damals steckte er eben nicht schräg.
Da standen wir also blöd vor der versperrten Tür und ich sah Oma schon bei mir im Gräble liegen heute Nacht. Sie jedoch kannte jemanden, der helfen könnte. Oma kennt immer jemanden und jeder kennt sie. Wir fuhren zu einem Handwerker, Freitag abends, Wochenende und Feierabend. Aber das ist ja kein Problem, denn wenn in der Werkstatt keiner ist, kann man am Wohnhaus klingeln. Sprechanlage: Eckdaten werden durchgegeben. Name, gebürtige soundso, wohnhaft in Straße xx, Herkunft auch aus Hinterdupfing wie du, "mir kennet uns guat". Der Senior erscheint lächelnd, von da an verstehe ich nur noch die Hälfte, es wird im breitesten Dialekt geschätzt.
Wenn zwei so alte Exemplare aus dem selben Ortsteil aufeinander treffen, dann beginnt die Geheimsprache. Bei uns haben selbst Orte, die nur drei Kilometer entfernt voneinander liegen, unterschiedliche Wörter im Sprachgebrauch. Die einen sagen z.B. zu Kartoffeln Äbiere (Erdbirnen), die anderen Krombiere, die nächsten Erdepfel.
Der Handwerker hat einen Streifen Blech, eine Zange und etwas zum Schneiden dabei. Während der 5 Minuten, die er in Einbrechermanier an der Haustür hantiert, raunt mich meine Oma an, ob ich Kleingeld hätte, sie habe nur 50-Euro-Scheine im Geldbeutel. Ich zeige ihr einen 5 und einen 10-Euro-Schein. Sie reißt entsetzt die Augen auf. Dem Jungen beim Küfer, der vor zwei Wochen ihre schweren Eimer schleppen half, gab sie auch nur 50 Cent und berichtete es mir auch ganz stolz nachher, was sie ihm für eine große Freude gemacht habe.
Endlich klackt es im Schloss und die Tür geht auf! Mir fiel ein Stein vom Herzen, doch nicht auf der Luftmatratze schlafen heute Nacht! Oma fragt: "Was kriagsch du, was be i dir schuldig?" Der Handwerker springt entsetzt zurück: "Ha nix, des isch schao recht so!" und fort war er. Wie viel Hundert wäre sie denn beim Schlüsseldienst losgewesen, Wochenende, abends, und jetzt hatte sie dem braven Handwerksmeister nicht einmal Trinkgeld gegeben. Aber man kam ja aus dem gleichen Ort...
Marie und ich diskutierten daheim noch lange darüber, wie das bei uns später mal laufen wird. Wir werden, wenn wir alt sind, übers Handy einen Beitrag in Facebook posten und hoffen, dass irgend jemand unsere Not erkennt. Dann werden, wenn die Welt sich in unserem Sinne verwandeln wird, in Kürze 20 000 Facebookler mit Blechstreifen in der Hand erscheinen.
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28.10.2011 21:53 |
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Maju

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Re: Majus heile-Welt-Blog von Maju (31.10.2011 23:05) |
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Berlin, wir kommen!!!
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31.10.2011 23:05 |
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Maju

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Re: Majus heile-Welt-Blog von Maju (08.11.2011 21:49) |
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Die Berlinreise
Auf der Hinfahrt war es laut im Auto und ruhig auf der Autobahn -bis zu der Landesgrenze, wo Allerheiligen kein Feiertag ist. Dann wurde es auf der Straße voll und im Auto etwas ruhiger. Doch als wir am Ortsschild Berlins vorbeifuhren, dröhnte wieder Unheilig volle Kanne. Die Ankunft bejubelten wir. Warum ich das erwähne? Nun ja, ich nehme mal den Schluss vorweg: Nach 5 Tagen in der Stadt fuhren wir in absoluter Stille wieder nach Hause, es fragte keiner mehr nach Radio. Wir waren alle randvoll, abgefüllt mit Eindrücken und Stadtlärm.
Wir hatten ein Appartment gebucht bei einem "Hotel", welches ganz normale Wohnungen in ganz normalen Hochhäusern vermittelt (übrigens supergünstig). So stellt man sich das Berliner Leben vor: 5stöckiger Altbau, Innenhof voller Fahrräder und Gestrüpp, niedrige Türen, Treppe aus Holz, kein Aufzug. Was uns verblüffte: Es war ruhiger als bei uns zuhause. Selbst nachts bei offenem Fenster war es stiller als bei uns.
Es folgten 5 interessante und anstrengende Tage, in denen wir kreuz und quer durch Berlin wanderten oder fuhren. Es war zwar kühl, aber ein wolkenloser, blauer Himmel sorgte für Fotos wie auf Postkarten.
Wir begannen gleich noch am Abend nach unserer Ankunft mit einer Spreefahrt. Am nächsten Morgen warfen wir uns auf die Museumsinsel, schauten bei Nofretete vorbei, bestiegen den Berliner Dom und gruselten uns in der Hohenzollerngruft.
Ich rattere die nächsten Tage in Stichworten runter, sonst wird es zu lang: East Side Gallery, Alex bei Nacht, Hamburger Bahnhof mit moderner Kunst, Mauergedenkstätte, Holocaust-Mahnmal, Brandenburger Tor, Reichstagskuppel, Madame Tussaud, Ka-De-We, Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Tränenpalast-Ausstellung und alles, was sonst noch so auf dem Weg lag.
Auf der Heimfahrt machten wir einen Zwischenstopp bei Himmelkron. Direkt an der Autobahn wohnen die Urlaubsbekanntschaften von diesem Sommer. Dank der Kinder, die seit den Sommerferien regen Briefkontakt pflegten, gab es jetzt ein herzliches Willkommen für uns mit Mittagessen, Spaziergang, Kaffee und Kuchen.
Schon auf der Heimfahrt fielen uns wieder so viele Dinge ein, die wir noch gerne angesehen hätten. Das war ganz eindeutig nicht unsere letzte Berlinreise!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Maju: 08.11.2011 21:51.
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08.11.2011 21:49 |
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Maju

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Re: Majus heile-Welt-Blog von Maju (18.11.2011 23:29) |
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Alte Berlinerinnerungen
Kurz nach dem Mauerfall kam ich das erste Mal nach Berlin. Ich hatte damals einen wesentlich älteren Gönner, wohnhaft in Hamburg, der mich (Stuttgarterin) zur Globetrotterin machte. Wir besuchten seine Berliner Freunde übers Wochenende.
Mit Grausen erinnere ich mich an den ersten Morgen in der WG eines Gymnasiallehrers und eines Kameramanns beim ZDF. Sie fanden mich bewusstlos neben der Toilettenschüssel liegend, natürlich ohne anständige Bekleidung. Mein Gott, wie peinlich! Ich bin noch nie, nie, nie umgekippt gewesen ohne Grund und dann das bei fremden Leuten zu Gast. Meine Gastgeber reagierten als weltgewandte Männer recht humorlos und es brauchte meine ganze Überzeugungskunst, ihnen klar zu machen, dass ich nicht drogenabhängig sei. Ohnehin waren sie schon sehr skeptisch gewesen, was da ihr Freund für ein junges Ding anschleppte.
Irgendwie haben sie mich dann doch ins Herz geschlossen. Sie zeigten mir Berlin und zum Abschied schenkten sie mir ihren drittletzten Mauerstein, den sie eigenhändig rausgeschlagen hatten.
Die Kontakte sind längst abgebrochen. Im Falle meines ehemaligen Gönners bin ich darüber sehr froh, denn er machte dann noch schlappe 15 Jahre lang täglichen Telefonterror bei uns. Nur der Berliner Mauerstein mit seinem hübschen Graffiti erinnert jetzt noch an meine coole Single-Zeit.Er genießt einen Ehrenplatz in unserem ansonsten fast dekofreien Wohnzimmer.
Mauersteine gibt es auch heute noch in den Berliner Souvenirshops. Trotz der Zertifikate traue ich den Dingern nicht. Auf 3 Quadratzentimetern sind immer liebevoll 4 verschiedene Farben aufgesprüht. Wer, um alles in der Welt, soll denn auf 3 qcm so etwas getan haben, wenn er doch eine ganze Mauer zur Verfügung hatte? Und wie soll denn das Gesamtwerk ausgesehen haben?
Ich brauche jedenfalls kein Zertifikat für meinen Mauerstein. Ich habe Erinnerungen.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Maju: 18.11.2011 23:30.
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18.11.2011 23:29 |
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Maju

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Re: Majus heile-Welt-Blog von Maju (25.11.2011 21:15) |
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Alte Londonerinnerungen
Anna und Marie werden nächstes Jahr nach London reisen mit ihren Schulklassen. Sie sind schon ganz aufgeregt und freuen sich wahnsinnig drauf. Noch können sie es sich nicht vorstellen, dass sie dort in Gruppen zu zweit oder zu dritt ohne Lehrer zu ihren Gastfamilien zurückfinden sollen nach einem ganzen Tag in der City. Und da erzählte ich ihnen zur Beunruhigung, wie ich damals beim Schüleraustausch in London verloren gegangen war, in einer Zeit wo es noch keine Handys gab. Die Kinder saßen fassungslos am Tisch, lauschten mit Gänsehaut meiner Horrorgeschichte.
Es war ein richtiger Schüleraustausch damals mit einer Schule in York. Heute lernen die englischen Schüler lieber spanisch oder französisch, weswegen sie den Deutschen nicht mehr als Austauschschüler zur Verfügung stehen. Ich war eigentlich zu jung für die Fahrt nach England. Aber weil die Klasse über mir noch Plätze frei hatte, durften die drei besten Englischschüler der nächsten Klassen auch noch mit.
Zuerst ging es für zwei Tage nach London zur Stadtbesichtigung. Am Abreisetag erklärte uns ein Lehrer, wie wir nach York weiterreisen würden. Natürlich hörte kaum jemand zu, denn man lief ja in der großen Gruppe immer schön hinterm Lehrer her. Doch die "tube" kennt da kein Erbarmen. Zack, haut sie einem die Türen vor der Nase zu und weg ist sie. Mit dem ganzen Gepäck konnte man einfach nicht schnell genug reagieren.
Ich drehte mich um und sah zwei Mädchen mit schockiertem Gesichtsausdruck hinter mir stehen. Sie fingen an zu heulen, genau wie ihre Freundinnen in der abgefahrenen U-Bahn, die genau wussten, dass die zwei keine Ahnung hatten wo sie hin sollten. Mich vermisste eigentlich keiner.
Während die meisten Lehrer und Schüler am Bahnhof ankamen und fast durchdrehten, führte ich die zwei älteren Schülerinnen, die wirklich vollkommen ahnungslos waren, durch London auf meine Art. Ich stieg an anderen Haltestellen um, nahm andere Linien, musste die letzten 300 Meter zu Fuß zum Bahnhof gehen, kam dann einiges später am Ziel an -und war der Held des Tages.
Ich hatte nicht das geringste Problem mit den Stadt-und Fahrplänen und fürchtete mich nicht einen Augenblick. Die Liebe zur Städtereise war geboren! In den folgenden Jahren, erstmals mit zarten 14 Jahren, ließ mich meine Mutter dann alleine nach Paris reisen in den Sommerferien. Dort fuhr ich wochenlang mit meiner Urlaubsbekanntschaft aus Italien kreuz und quer durch die Stadt und abends wieder zurück ins kleine Bauerndörfchen. Wir gingen nie verloren.
Letztendlich geht man ja nie verloren, man macht höchstens Umwege. Kein Grund zur Aufregung also.
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25.11.2011 21:15 |
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Maju

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Re: Majus heile-Welt-Blog von Maju (29.11.2011 21:51) |
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Teddy!
Kurz vor Maries erstem Geburtstag gingen wir shoppen mit Oma. Marie sollte ein Kuscheltier bekommen. Wir suchten uns ein Kaufhaus aus mit extrem großer Stofftierabteilung und testeten die Wirkung der angebotenen Ware an unserem Baby.
Ein Wesen nach dem anderen wurde in den Kinderwagen gereicht. Die Reaktionen variierten von gar keine, über Preisschild befingern bis hin zum klassischen Rausschmiss. Als ich schon aufgeben, also selber auswählen wollte -ist ja auch eine bescheuerte Idee, ein Baby einer solchen Reizüberflutung auszusetzen- landeten wir den Volltreffer.
Ich gab Marie einen Teddy in die Hand, ich fand ihn eigentlich viel zu schlicht. Diesmal beachtete sie weder Knopf im Ohr, noch Preisschild oder Schleifchen um den Hals. Sie riss die Augen auf und fing an zu gurren und zu blubbern, schaute dem Teddy dabei konzentriert in die Augen. Es war Liebe auf den ersten Blick, das spürte jeder.
Teddy war immer und überall dabei. Er diente als Airbag beim Laufen- und Fallenlernen. Er war Tröster, Spielkamerad, nächtliche Wache und Reisebegleiter. Bis heute! Immer noch kommt Marie jeden Morgen mit ihrem Teddy im Arm zum Frühstück und wie immer setzt sie ihn schweren Herzens neben die Garderobe, wenn sie zur Schule muss.
Es ist November. Man besinnt sich auf den Tod, auf die Vergänglichkeit, auf geliebte Verstorbene. Und Marie bringt Sätze wie: "Mama, wenn ich sterbe, dann möchte ich, dass Teddy mit mir begraben wird." Ich hätte das ohnehin gemacht, auch wenn sie es jetzt nicht gesagt hätte. Marie ohne Teddy -das geht nicht. Aber ich wollte wissen, ob sie wirklich noch in der magischen Phase steckt, was mit 14 Jahren doch irgendwie seltsam wäre. Deshalb fragte ich zurück: "Meinst du nicht, dass Teddy dann furchtbar Angst hätte?" Marie lachte und meinte grinsend: "Ne, wenn ich sterbe, dann ist auch Teddy tot."
Sie und meine große Schwester sind die einzigen mir bekannten Menschen, die es schaffen, leblosen Dingen eine Seele zu geben.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Maju: 29.11.2011 21:52.
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29.11.2011 21:51 |
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