Angstattacken und dann noch schwanger! |
flussrose

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Angstattacken und dann noch schwanger! von flussrose (16.01.2004 20:19) |
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Hallo alle zusammen,
habe seit Jahren Angst und Panikattacken (Agoraphobie) und fühle mich zum Beispiel im Supermarkt total unwohl. Symptome: Schwindelgefühl, zittrige Knie, Angst in Ohnmacht zu fallen. Mache eine Therapie und habe bis vor kurzen auch Konfrontationsübungen gemacht. Doch nun bin ich schwanger, 8. Woche. Habe bereits ein Kind, fast 2,5 Jahre. Habe nun Angst, das meine Angst den Wurm im Bauch schaden könnte. Keiner weiß, ob ich noch die Konfrontationsübungen machen darf oder ob das schadet.
Hat jemand von Euch ähnliches erlebt und kann mir von seinen Erfahrungen berichten???
Liebe Grüße
Katrin :winken:
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16.01.2004 20:19 |
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Elchen unregistriert
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Re: Angstattacken und dann noch schwanger! von Elchen (16.01.2004 20:29) |
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Mich würde mal interessieren,ob Du Medikamente nimmst??
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16.01.2004 20:29 |
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flussrose

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RE: Angstattacken und dann noch schwanger! von flussrose (16.01.2004 21:14) |
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Hallo,
nein, Medikamente hatte ich nie und bin auch voll dagegen. Muß ja schließlich in meinen Verhalten was ändern und das geht mit Pillen nicht!
Warum ich Bedenken gegen diese Übungen habe? Weil ich da natürlcih unter einer enormen Daueranspannung stehe, das ist Streß pur. Also ganz massives Herzklopfen, zittern, weinen.... Ich muß dabei so lange in einer Angstsituation bleiben, bis die Angst von alleine nachläßt. Das kann schon eine halbe bis eine Stunde dauern... Und da weiß ich eben nicht, ob dieser extreme Streß gut fürs Baby ist!
Klar, wenn ich's nicht mache, bleibe ich quasi auf halben Weg stehen, aber ich will eben auch mein Kind nicht gefährden, versteht ihr das?
Liebe Grüße
Katrin
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16.01.2004 21:14 |
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Elchen unregistriert
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Re: Angstattacken und dann noch schwanger! von Elchen (16.01.2004 21:15) |
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Das verstehe ich voll und ganz!!Und muss zugebenda bin ich echt überfragt!!
Hast Du mal mit dem Frauenarzt darüber geredet??
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16.01.2004 21:15 |
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flussrose

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Re: Angstattacken und dann noch schwanger! von flussrose (16.01.2004 21:32) |
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Nein, habe ich nicht. Die Ärztin ist da sicher dagegen, weil mein erstes KInd so klein war und sie nun immer sagt, wir müssen alles tun, damit es diesmal besser wird. Habe Bedenken, sie danach zu fragen. Ich habe nur mit meinen Therapeuten gespochen und der meinte, ich bekomme ja auch so Angstattacken, ohne diese Konfrontationsübungen. Wöllte ich die alle vermeiden, dürfte ich ja gar nicht mehr rausgehen (übertrieben gesehen). Und diese Ängste im Alltag wären genauso Streß. Aus seiner Sicht wäre es sinnvoll, die Übungen weiter zu machen, damit ich mit meiner Therapie weiterkomme. Klar, das ist natürlich auch mein Ziel und ich habe schon viel geschafft!
Katrin
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16.01.2004 21:32 |
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silentsmile unregistriert
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Re: Angstattacken und dann noch schwanger! von silentsmile (16.01.2004 21:42) |
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flussrose, ich kann mich der Meinung Deines Therapeuten nur voll und ganz anschließen.....
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16.01.2004 21:42 |
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sassika

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Re: Angstattacken und dann noch schwanger! von sassika (17.01.2004 00:01) |
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Macht Dein Therapeut denn nur Verhaltenstherapie, oder habt Ihr auch einmal festgestellt woher Deine Angstattacken kommen?
Ich hatte selber lange Zeit Panikattacken der übelsten Sorte. Es hatte bei mir weniger damit zu tun, dass ich aus dem Haus ging, sondern ich hatte sie immer und überall, auch nachts, weshalb ich oft auch nicht schlafen konnte. Ich hatte eigentlich 24 Std. am Tag das Gefühl jetzt auf der Stelle umzufallen und zu sterben.
Mein Therapeut, den ich zu dieser Zeit hatte, konnte mir nicht wirklich helfen (war auch haupsächlich verhaltenstherapeutisch orientiert). Im Gegenteil, es setzten dann zusätzlich noch andere psychosomatische Symptome ein, so dass ich irgendwann, nachdem ich innerhalb von 3 Monaten 10 Kilo abgenommen hatte (wog dann nur noch 45kg), eine Nervenzusammenbruch bekam, und in eine psychosomatische Klinik (Keine Psychiatrie!!!) kam.
Dort hatte ich das Glück an einen sehr guten Psychologen zu geraten, der mir half herauszufinden, woher meine Panikattacken überhaupt kamen (man kann nur Panik haben vor etwas, dass man nicht kennt!!!!) Hatte alles verdrängt. Ab dem Zeitpunkt, wo ich wusste, woher meine Angst kam, ging es ständig aufwärts. Natürlich musste ich auch noch lernen, die Spirale, die die Panik überhaupt auslöst, zu durchbrechen, aber das war dann zweitrangig.
Mittlerweile kann ich von mir behaupten, dass ich gesund bin. Ich habe seit nunmehr 5 Jahren keine Therapie mehr gehabt und auch nicht gebraucht.
Auf Deine Frage mit der Schwangerschaft kann ich Dir leider keine Antwort geben, da ich erst später schwanger wurde, aber wenn Du Panik hast wird das Adrenalin ausgeschüttet, egal ob Du Konfrontation machst, oder nicht. Und was ist denn die Alternative? Allem aus dem Weg gehen, was Dir Angst macht? Erstens machst Du Dich damit kleiner, als Du bist, und zweitens merkt das Kleine in Deinem Bauch auch Deine Angst vor der Angst. (Ist meine Meinung!)
Ich weiss nicht, ob ich Dir mit meinem Bericht irgendwie weiterhelfen konnte, und wünsche Dir ganz fest, dass Du Deine Angst besiegst.
Was mir auch geholfen hat, war die Erkenntnis, dass wesentlich mehr Leute die gleichen Probleme haben, als Du meinst. Du sieht es den meisten nur nicht an, weil sie die perfekten Schauspieler sind (zu denen habe ich auch mal gehört!)
Also Alles Liebe
Saskia
P.S. Kennst Du das Buch "Angstfrei leben"? Ist von einer Amerikanerin, die Ihre Angstattacken auch alleine in den Griff bekommen hat.
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17.01.2004 00:01 |
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flussrose

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Re: Angstattacken und dann noch schwanger! von flussrose (17.01.2004 14:00) |
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Hallo Saskia,
Danke für Deinen Beitrag. Ja, ich weiß woher die Angst kommt. Es ist nun an mir, die besagte Angstspirale zu durchbrechen. Da ich die Angst schon Jahre habe, ist das sehe schwer! Ich konnte aber durch die Konfrontationsübungen sehen, das nicht das passiert, was ich so befürchte - nämlich ohnmächtig zu werden. Das war schon mal ein gutes Gefühl! Doch wenn ich eben nicht übe, tritt dieses Gefühl wieder in den Hintergrund die alte Panik macht sich breit. Ich versuche schon, meine Gedanken der Angst zu durchbrechen, indem ich umdenke. Manchmal klappt das auch schon gut. Mein Therapeut arbeitet auch gesprächsorientiert. Es ist eine gute Mischung, das Beste, was ich je hatte!
Vielleicht mache ich es auch so, das ich die ganz normalen Alltagsdinge weiter tue und da nix vermeide, aber extreme Konfrontationen meide. Zum Beispiel habe ich mal eine Übung gegen die Agoraphobie auf einen Bahnsteig voll Leute gemacht. Obwohl ich ein Auto habe und nie Zug fahren muß. Das war sehr schlimm für mich, und heute sehe ich es so, das ich das jetzt nicht unbedingt üben muß, da ich es nicht brauche und es mein Leben nicht einschränkt. Einkaufen gehen, spazierengehen mit meinen Kind, in den Zoo gehen, was mit Freunden unternehmen dagegen sind Dinge, die mir wichtig sind und die ich auch weiterhin üben werde. Meinst Du das wäre eine Lösung für die Zeit der Schwangerschaft???
Auch mache ich "shame attacking", also z.B. mit einer Banane am roten Faden durch die Stadt laufen. Mein Therapeut meint, es ist wichtig, auch negative Reaktionen der Leute auszuhalten und dann zu schauen, das ja eigentlich nix passiert. Mache mir nämlich immer Gedeanken, was andere von mir denken! Solche Übungen könnte ich ja auch während der SS machen, um weiter an mir zu arbeiten! Ist schon nicht so einfach das ganze - aber das hat ja auch keiner behauptet!
Liebe Grüße
Katrin :winken:
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17.01.2004 14:00 |
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sassika

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Re: Angstattacken und dann noch schwanger! von sassika (17.01.2004 22:01) |
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Wenn Du schon eine Besserung siehst, ist das doch super! Versuche einfach mal aus diesen Kleinigkeiten die Kraft zu ziehen, es durchzuhalten. So nach dem Motto: " Mensch, ich weiss doch, dass dieser Schwindel usw. nur von dem Adrenalin kommt und habe es beim letzten Mal auch geschafft es durchzuhalten!"
Sei vor allem stolz auf Dich, wenn es mal nicht ganz so schlimm war, auch wenn es vielleicht nicht gleich der Bahnhof war!
Gegen diesen Schub von Adrenalin hilft übrigens auch Laufen und andere körperliche Betätigungen. Ich weiss jetzt nicht, wie fit Du bist, und ob Deine Schwangerschaft gefährdet ist. Wenn nicht, kann es ja auch nichts schaden, vielleicht mal joggen zu gehen (natürlich nicht übertreiben).
Ich denke auch, dass es im Moment wohl die Mischung macht. Lass Dich von Deiner Angst bloss nicht unterkriegen, denn dann kommt sie auch stärker zurück. Ich würde deshalb bewusst nichts meiden, dass Du im Alltag sowieso machen würdest. Aber ich glaube nicht, dass Du jetzt unbedingt gleich extreme Konfrontationübungen machen musst. Ich denke, Du merkst am ehesten selbst, wie weit Du gehen kannst. Natürlich bekommt das Kind (später, Du bist ja erst in der 8 SSW) Deine Gefühlslage mit, aber die ist auch bei anderen Schwangeren geprägt von Gefühlsschwankungen, Ärger, Angst, Wut usw., und die Kinder sind trotzdem "normal", wenn sie auf der Welt sind.
Wenn Du gerade wieder eine Attacke hattest oder kommen merkst, rede einfach mit dem Wurm und "erkläre" ihm, was los ist. Das hilft mehr, als man glaubt. Dem Kind und Dir!
Weiss Deine Freundin, dass Du diese Probleme hast? Wie machst Du das mit Deinem Kind?
Denk immer daran: Du schaffst das!!!!!
Lg Saskia
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17.01.2004 22:01 |
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