Wegen Trennungsangst in die Psychatrie |
Schützin

User

Dabei seit: 22.01.2010
Letzte Aktivität: 26.01.2010 08:32
Beiträge: 7
Herkunft: Bad Homburg Kinder: 3 Kinder Familienstand: getrennt
 |
|
Wegen Trennungsangst in die Psychatrie von Schützin (22.01.2010 10:36) |
 |
Mein 12 jähriger Sohn kann kaum das Haus verlassen. Vor der Schule bekommt er Panik und geht immer mal wieder nur 3-4 Stunden hin! Er meint, länger schafft er es nicht. Auch Nachmittags und am Wochenende meidet er fremdes Umfeld, selbst Einkäufe fallen ihm schwer. Die Kinderpsychiaterin meint, nur eine stationäre Aufnahme in einer Klinik mit verbundener sofortiger Trennung von den Eltern würde ihm helfen. Ich weiß garnicht wie er das schaffen soll, er hat noch nie auswärts geschlafen in den letzten 18 Monaten, früher schon, da war er sogar alleine im Urlaub. Ist der Rat der Ärztin richtig? Schützin
|
|
22.01.2010 10:36 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
Sala

Schokoholik
   

Dabei seit: 14.04.2009
Letzte Aktivität: 08.02.2012 10:54
Beiträge: 652
Herkunft: NRW Beruf: ex. Altenpflegerin Kinder: Patricia Katharina *3.10.2009 Familienstand: versklavt
 |
|
Re: Wegen Trennungsangst in die Psychatrie von Sala (22.01.2010 10:48) |
 |
Hm, keine Ahnung ob die Kinderpsychiaterin richtig liegt. Trotzdem würde ich eine zweite Meinung einholen. Und dein Bauchgefühl lass nicht außer Acht.
|
|
22.01.2010 10:48 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
Schützin

User

Dabei seit: 22.01.2010
Letzte Aktivität: 26.01.2010 08:32
Beiträge: 7
Herkunft: Bad Homburg Kinder: 3 Kinder Familienstand: getrennt
Themenstarter
 |
|
Re: Wegen Trennungsangst in die Psychatrie von Schützin (22.01.2010 10:55) |
 |
Vor lauter Aufregung das i in Kinderpsychiatrie vergessen, sorry!
|
|
22.01.2010 10:55 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
Schützin

User

Dabei seit: 22.01.2010
Letzte Aktivität: 26.01.2010 08:32
Beiträge: 7
Herkunft: Bad Homburg Kinder: 3 Kinder Familienstand: getrennt
Themenstarter
 |
|
Re: Wegen Trennungsangst in die Psychatrie von Schützin (22.01.2010 10:57) |
 |
Danke Sala, habe mich schon wo anderst erkundigt, jeder rät mir zu diesem Schritt, mein Verstand sagt ja und mein Herz, will es nicht wissen!
|
|
22.01.2010 10:57 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
cordu

Ultra-User Level III
 
Dabei seit: 14.12.2003
Letzte Aktivität: 04.02.2012 20:07
Beiträge: 4.600
Herkunft: Baden-Württemberg Kinder: Ja
 |
|
Re: Wegen Trennungsangst in die Psychatrie von cordu (22.01.2010 11:36) |
 |
Du wirst der Psychiaterin schon vertrauen müssen wenn du deinem Sohn helfen willst. Vertrauen bei so was ist das A und O.
Wenn du das nicht hast dann wirst du nicht umhin kommen einen anderen Arzt zu suchen.
Zum Thema Klinik kann ich nur meine Meinung sagen.
Ich würde den Rat der Psychologin befolgen und einer stationären Ausnahme zustimmen. Lieber jetzt eine stationäre Behandlung die evtl. Erfolg zeigt als darauf verzichten und sehr wahrscheinlich nicht mehr zuhause mit ihm klarzukommen.
Außerdem bin ich eher so das ich viel versuche. Auch um mir später mal keine Vorwürfe machen zu müssen das ich etwas versäumt habe.
LG
Cordu
|
|
22.01.2010 11:36 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
hitnak
Ultra-User Level II


Dabei seit: 26.07.2008
Letzte Aktivität: Heute, 02:11
Beiträge: 2.116
Familienstand: verheiratet
 |
|
Re: Wegen Trennungsangst in die Psychatrie von hitnak (22.01.2010 12:46) |
 |
Liebe Schützin,
zunächst wünsche ich Dir und Deiner Familie ganz viel Kraft. Ist der Rat der Psychiaterin richtig? Ist nur die sofortige Trennung von den Eltern durch eine Einweisung in die Psychiatrie erfolgversprechend?
Ich kann Dir beides nicht beantworten, weil die Entscheidung über die Behandlung von Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen am Ende eines recht komplexen Weges getroffen wird, wenn sie verantwortungsvoll getroffen wird: Man schaut sich das Kind, den Jugendlichen an, und man schaut sich auch die Eltern an, betrachtet, ob man mit der Mitarbeit der Bezugspersonen rechnen kann. Man versucht heraus zu finden, welche Störungen im Einzelnen vorliegen und stellt dann einen Therapieplan auf, dessen Bestandteile sich an einer Vielzahl von Erwägungen ausrichten sollten.
Ich kann Dir Deine Fragen vor allem deshalb nicht beantworten, weil Du nichts darüber geschrieben hast, was die Psychiaterin genau diagnostiziert hat, was sie möglicherweise in den vergangenen Monaten bereits versucht hat, ob unter Umständen andere Therapeuten bereits Therapien versucht haben, die möglicherweise gescheitert sind. Wenn Du mehr darüber schreibst, dann kann ich Dir sagen, was ich dazu denke.
Es kann aber gut möglich sein, dass eine stationäre Behandlung nun tatsächlich die einzige verbleibende Möglichkeit ist. Aber ich weiß das aus den angegeben Gründen nicht. Einer Fachperson, wie dieser Psychiaterin zu vertrauen, bedeutet nicht, dass man die Verpflichtung hat, sich blind in eine Sache hinein zu begeben. Die Einweisung in eine Psychiatrie ist ein Schritt, der sorgsam abgewägt werden muss, und an diesem Abwägungsprozess sollten auch die Bezugspersonen beteiligt sein. Vertrauen in den Psychiater, der einen solchen Schritt empfiehlt, bedeutet nicht, dass er keine Fragen zu beantworten hat - ganz im Gegenteil: Eine Behandlung in der Psychiatrie, verbunden mit möglicherweise Jahre langer medikamentöser Behandlung, ist ein Schritt, der meiner Ansicht nach eine besondere Transparenz gegenüber den Entscheidungsbefugten notwendig macht. Und damit natürlich auch eine sehr umfassende Beratung über mögliche ambulante Therapien, über die geplante Dauer des stationären Aufenthaltes, über die dort geplanten Therapien. Ihr dürft eine Antwort darauf verlangen, warum die Psychiaterin glaubt, dass dies der einzige Weg ist, und das allein deswegen, weil Ihr allein Eurem Kind verpflichtet seid.
Viele Grüße,
Ariel
|
|
22.01.2010 12:46 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
Schützin

User

Dabei seit: 22.01.2010
Letzte Aktivität: 26.01.2010 08:32
Beiträge: 7
Herkunft: Bad Homburg Kinder: 3 Kinder Familienstand: getrennt
Themenstarter
 |
|
Re: Wegen Trennungsangst in die Psychatrie von Schützin (22.01.2010 13:32) |
 |
Lieber Ariel,
vielen Dank für deine lieben Wünsche und für die guten Tips!
Ich werde nächste Woche beim Gespräch mit der Psychiaterin all diese Fragen auf den Tisch werfen, wir hatten erst zwei Gespräche und Sie meine nur, wir hätten ein zu gutes Mutter-Kind-Verhältniss, darum würde eine ambulate Behandlung nicht klappen, ich wäre wohl nicht konsquent genug und könnte mich nicht durchsetzen!
Vielleicht ist das auch so, aber man ist ja auch nur Mensch, zumal meine anderen Kinder keine Probleme haben, ich halte dich auf den Laufenden.
Auch alles Gute für dich und deine Familie!
Schützin
|
|
22.01.2010 13:32 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
hitnak
Ultra-User Level II


Dabei seit: 26.07.2008
Letzte Aktivität: Heute, 02:11
Beiträge: 2.116
Familienstand: verheiratet
 |
|
Re: Wegen Trennungsangst in die Psychatrie von hitnak (22.01.2010 14:38) |
 |
Hallo,
ist denn mal eine ambulante Therapie versucht worden? Hat die Psychiaterin gesagt, dass sie neben der Verlustangst auch andere Störungen sieht?
Die von Dir angegebene Begründung hat mich jetzt erst einmal stutzig gemacht. Es ist gut möglich, dass die Psychiaterin der Ansicht ist, dass auf Grund der mangelnden Konsequenz, die sie in Dir sieht, nicht davon ausgegangen werden kann, dass Du, Ihr als Eltern bei einer ambulanten Therapie mitarbeitet. Falls es allerdings zuvor keinen solchen Therapieansatz gegeben haben sollte, muss man sich die Frage stellen, ob eine solche Annahme ohne die Bestätigung durch einen gescheiterten Versuch tatsächlich ausreicht, um einen solch schwer wiegenden Schritt nach nur zwei Sitzungen bei einer Psychiaterin zu unternehmen. Es ist durchaus so, dass man in solchen Fällen auch Eltern therapeutisch begleitet, um eben Dinge wie mangelnde Konsequenz und Durchsetzungskraft abzustellen. Die Konfrontationstherapie, die sie sich da offensichtlich vorstellt, ist ausgesprochen radikal und kann massive Folgen für das künftige Leben Eures Sohnes im Allgemeinen und sein Verhältnis zu Euch im Besonderen haben.
Sie muss deshalb genau geplant sein, um möglichst wenige negative Überraschungen zu erleben, und Ihr solltet über die Pläne und auch über Alternativen und auch über Medikamente, die während der Behandlung gegeben werden, genauestens informiert und vor allem: beraten sein. Was sind die Alternativen? Was spricht gegen sie? Können wir die Dinge, die dagegen sprechen, ausräumen, indem wir zum Beispiel selbst auch eine Therapie machen? Was ist dagegen der Nutzen der Psychiatrie? Was sind die möglichen Nebenwirkungen? Was bewirken Medikamente, die gegeben werden sollen? Wie lange müssen sie genommen werden? Wie lange soll der Aufenthalt in der Psychiatrie andauern? Und auch eine wichtige Frage an die Psychiaterin: Arbeitet sie eigentlich ambulant oder empfiehlt sie grundsätzlich die Einweisung?
All' das sind Fragen, auf deren Antwort ihr ein Recht habt. Falls Ihr das Gefühl habt, dass Ihr nicht umfassend beraten werdet, Fragen mit "Schau'n wir mal" oder "Wir werden sehen" oder "Das müssen sie nicht wissen" beantwortet werden, oder falls die Psychiaterin grundsätzlich nur auf eine stationäre Behandlung bei solchen Patienten abzielt, würde ich mir unter allen Umständen eine zweite Meinung einholen. Was Oma, Nachbarin oder der Hausarzt sagen, würde ich hingegen in die Tonne kloppen.
Ich persönlich, als jemand der sowohl privat als beruflich mit Menschen zu tun hat, die emotionale Probleme haben, würde Euch als Familie ohnehin empfehlen, Euch selbst auch therapeutisch begleiten zu lassen: Die psychische Erkrankung eines geliebten Menschen kann auch für Angehörige sehr belastend sein. Diese Menschen brauchen aber ein Umfeld, das stark ist.
Viele Grüße,
Ariel
|
|
22.01.2010 14:38 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
Hextina

KrisenmanagerIn ;-)
 

Dabei seit: 01.03.2005
Letzte Aktivität: Gestern, 12:28
Beiträge: 2.321
Herkunft: Hamburgerin im wilden Syden
 |
|
RE: Wegen Trennungsangst in die Psychatrie von Hextina (22.01.2010 17:16) |
 |
Hi,
| Zitat: |
Original von Schützin
Mein 12 jähriger Sohn kann kaum das Haus verlassen. |
Wielange schon?
Wie ging es los., das dein Sohn diese Ängste entwickelt hat.
Hast du eine Idee was der Auslöser gewesen sein könnte?
| Zitat: |
| Vor der Schule bekommt er Panik und geht immer mal wieder nur 3-4 Stunden hin! |
Auch hier eine Frage, wielange geht das schon so?
Eigentlich müsste er doch schon 5 bis 6 Jahre zur Schule gegangen sein, was ist heute anders zu Zeiten in denen es besser geklappt hat?
| Zitat: |
| Auch Nachmittags und am Wochenende meidet er fremdes Umfeld, selbst Einkäufe fallen ihm schwer. |
Auch hier, war das schon immer so?
War er evtl. schon immer eher ein introventierter einzelgängerischer Mensch?
Hat er Geschwister, wie lebt er in eurer Familie usw usf?
Nach dem bißchen was ich bis jetzt aus deinen Post weiß, kann ich kaum wirklich helfen.
| Zitat: |
| Die Kinderpsychiaterin meint, nur eine stationäre Aufnahme in einer Klinik mit verbundener sofortiger Trennung von den Eltern würde ihm helfen. |
Hört sich jetzt erstmal ziemlich krass an, ja.
Aber wie seid ihr an die Psychiaterin gekommen? Sind andere Fachleute wie Kinderärtze oder ein Kinderpschologe (das st etwas ganz anderes als ein Psychiater!) involviert? Was gab es schon an Hilfe und wie genau begründet die Psychiaterin die Einweisung?
Und die Kinderpsychiatrien sind hier in DE völlig überlaufen, wenn er nicht als akut eigen- oder framdgefährdend eingestuft wird, dann werded ihr uU montalenag auf einen Platz warten müssen.
Hast du eine Ahnung ob er so eingestuft wird?
Und Trennung von den Eltern hört sich auch immer erstmal ziemlich radikal an. Aber unter bestimmten Bedingungen kann dieses für alle Beteiligten kurzfristig eine immense Entlastung bringen und damit auch viel Therapiefähigkeit erzeugen.
Bei dem Alter kann ich mir nicht vorstellen das ein Kontaktverbot ausgesprochen werden würde (ich vermute jetzt auch mal das das JA euch nicht das Sorgerecht entziehen will), aber das es für den Therapieansatz und *ersten* Verlauf indiziert sein kann, das erstmal 2 - 3 Wochen keine Besuche von ihm nach Hause ermöglicht werden.
Und in einer Psychiatrie weiß man wie man mit Angstpastienten umgehen muss, mach dir da mal nicht zu viel Sorgen.
| Zitat: |
| Ich weiß garnicht wie er das schaffen soll, er hat noch nie auswärts geschlafen in den letzten 18 Monaten, früher schon, da war er sogar alleine im Urlaub. |
Was hat sich vor 18 Monaten bei euch geändert?
LG,
Tina
|
|
22.01.2010 17:16 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
Schützin

User

Dabei seit: 22.01.2010
Letzte Aktivität: 26.01.2010 08:32
Beiträge: 7
Herkunft: Bad Homburg Kinder: 3 Kinder Familienstand: getrennt
Themenstarter
 |
|
Re: Wegen Trennungsangst in die Psychatrie von Schützin (22.01.2010 18:56) |
 |
Liebe Tina,
lieber Arie,
danke, das ihr euch soviel Zeit nehmt für mein Problem!
Mein Sohn war schon immer sehr anhänglich und änstlich, aber bis vor ca. 1 Jahr ist er immer zur Schule gegangen. Dann lernte mein Mann eine Frau kennen und wir trennten uns. Er zog gleich zu seiner Freundin und wohnte dadurch ziemlich weit weg.Ich lebte eigentlich mit meinen 3 Kindern sehr zufrieden (mein Sohn mit der Krise, ist der jüngste)aber aufeinmal kam das Problem mit meinem Sohn, aber schleichend, Bauchschmerzen , Verdacht auf Blinddarm, Krankenhaus, organisch gesund, trotzdem Bauchweh und Durchfall, von der Schule zu Hause geblieben. Bis ich merkte das es nicht organisch war, fehlte er schon 10 Tage in der Schule. Danach konnte er nur mal abundzu gehen, er brauchte Wochen um stufenweise auf 6 Stunden zu kommen. Dann Ferien und alles fing von vorne an. Erst 1 Std. dann tagelang nur 2 Std.usw. Dann meldete ich mich in der ambulaten Kinderpsychiatrie und bekam sofort einen Termin. Diese Ärztin meinte ich hätte ihn zu lange zu Hause gelassen und er müsste verstehen das er nicht machen kann was er will und sagte zu ihm, wenn du es nicht schaffst binnen einer Woche 6 Std zu gehen, dann kommst du in die Klinik, seitdem hängt dieses Schwert über uns. Mein Sohn zwang sich aus Angst vor der Klinik wenigsten 4 Std. zu gehen, aber ab gestern geht garnichts mehr. Die Lehrer machen Druck, die Mitschüler hänseln und er meint immer nur ich würde so gerne wie andere Kinder sein,warum hab ich das, warum kann ich nicht die ganzen 6 Std gehen. Jetzt will er Hilfe, aber ohne Übernachtung, ich kann ihm nichts versprechen, weil wir erst nächste Woche den Termin haben. Alle kinderpsychiatrischen Tageskliniken lehnen einen Termin zur Besprechung ab, wegen Zeitmangel oder kein Einzugsgebiet. Unsere zuständige Ambulanz ist diese, wo ich schon bin. Keine andere hängt sich da herein. LG Schützin
|
|
22.01.2010 18:56 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
|