Hochbegabung |
IlkaM. unregistriert
 |
|
Re: Hochbegabung von IlkaM. (04.04.2009 08:30) |
 |
Ich kann aus eigener, nunmehr erwachsener Erfahrung und aus der Erfahrung meines Mannes und eines anderen guten Freundes sagen: Wir alle wären froh gewesen, wenn unser "Anderssein" in manchen Gebieten früher durch das Aussprechen dessen, was wir höchstens fühlen konnten (Wir sind schlauer und wir denken völlig anders ...), bestätigt worden wäre.
Ich will hier gar nicht in diverse Details ernsthafter psychischer und psychosomatischer Probleme eintreten, die dann entstehen, wenn ein HB aus dem relativ geschützen Schulraum in die "wirkliche" Welt entlassen wird und dann plötzlich vor eine Wand nach der anderen läuft. Ich will nur sagen: Ich sehe es als Fortschritt, dass Kinder heute durchaus mal genauer angeguckt werden, und zwar auch von Psychologen.
Viel zu lange wurden Kinder alleine gelassen mit diesen Dingen.
Davon ganz abgesehen bin ich aber vollständig (und ich glaube, das kommt bei dem, was ich hier so rundum schreibe, generell auch durch) auf der Seite derer, die sagen: Das Kind ist wichtig! Dein Herz ist wichtig!
"Vorbeugend" würde ich übrigens tatsächlich NICHTS analysieren lassen. Also nicht nach dem Motto "Wir machen uns Sorgen, dass er irgendwann mal ..."
Diese Zukunft ist vollkommen unsicher. Ihr SOLLTET Euer Kind beobachten und eingreifen, wenn es Probleme hat.
ABER Ihr solltet ihm auch die Chance lassen, einen eigenen Weg zu finden. Ihn in seiner Art stärken, das könnt Ihr ja trotzdem. Sein Selbstbewusstsein aufrechterhalten.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von IlkaM.: 04.04.2009 08:30.
|
|
04.04.2009 08:30 |
|
|
Coleman unregistriert
 |
|
Re: Hochbegabung von Coleman (04.04.2009 08:33) |
 |
Ja, Hextina, dir nehme ich ohne weiteres ab, dass es dir um das Kind geht. Ganz ernsthaft.
Nach wie vor kann ich einer überdurchschnittlichen (auch weit überdurchschnittlichen) Intelligenz keinen Krankheitswert beimessen. Risiken und Begleiterscheinungen: ja, selbstverständlich! Unterforderung, soziale Schwierigkeiten, alles, was hier und andernorts beschrieben wird. Daher ist auch ein besonderer Umgang erforderlich - aber doch keine Behandlung einer Krankheit! Das würde für mich bedeuten, nach Möglichkeit die Wurzel des Übels zu beseitigen und nicht nur die ungewollten Begleiterscheinungen zu minimieren. Wenn man hohe Intelligenz als Krankheit begreift, müsste man mithin in letzter Konsequenz das Kind dümmer machen. Das will kein Mensch.
Ich glaube durchaus, dass es sowohl für das Kind als auch für die Eltern nicht leichter, sondern schwieriger wird, ein hochbegabtes Kind zu haben. Ich glaube auch, dass es wichtig ist, zu erkennen, woher Probleme und Auffälligkeiten kommen.
Wir lehnen beide das weit verbreitete Schubladendenken ab und können es nicht leiden, wenn Eltern sich mit ihren (angeblich) hochbegabten Kindern brüsten.
Aber wenn nicht zwischenzeitlich Schiffchen ihre Geschichte erzählt hätte, würde ich noch immer nicht erkennen, wozu breit seite ihr Kind (von dem sie doch längst weiss, dass es hoch begabt ist und weit über dem Durchschnitt liegende intellektuelle Fähigkeiten besitzt) einem standardisierten Test unterziehen sollte.
Es tut mir sehr leid, Hextina, aber dieses mal warst nicht du es, die es geschafft hat, meine Meinung zu ändern, sondern Schiffchen. Du kommst also zu spät, und trotzdem sehe ich inzwischen ein, dass es sinnvoll sein kann, einen derartigen Test zu machen.
Edit: ich habe einen deiner Sätze nicht vollständig gelesen - und daher missverstanden. Du sagst: HB ist nicht einfach nur ein IQ über 130, und ich hatte verstanden, du sagst: HB ist ein IQ über 130. Darum habe ich einen Teil meines Postings wieder gestrichen - obwohl ich nicht weiss, was ausser dem hohen IQ noch dazugehört, um HB zu definieren.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Coleman: 04.04.2009 08:38.
|
|
04.04.2009 08:33 |
|
|
Hextina

KrisenmanagerIn ;-)
 

Dabei seit: 01.03.2005
Letzte Aktivität: 24.05.2012 22:22
Beiträge: 2.323
Herkunft: Hamburgerin im wilden Syden
 |
|
Re: Hochbegabung von Hextina (04.04.2009 11:59) |
 |
Bücher zu diesem Thema
| Zitat: |
Original von Coleman
Nach wie vor kann ich einer überdurchschnittlichen (auch weit überdurchschnittlichen) Intelligenz keinen Krankheitswert beimessen. |
Okay, okay, okay, das habe ich wohl sehr missverständlich ausgedrückt.
Die HB hat keinen eigenen Krankheitswert sondern ein hohes Krankheitsrisiko für Folgeerkrankungen.
| Zitat: |
| Es tut mir sehr leid, Hextina, aber dieses mal warst nicht du es, die es geschafft hat, meine Meinung zu ändern, sondern Schiffchen. |
Damit kann ich gut leben, Hauptsache jemand hat dein Ohr öffnen können :-)
Und Schiffchen beschreibt genau das was ich mit innerem Leidendruck des Kindes meinte
LG,
Tina
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Hextina: 04.04.2009 12:00.
|
|
04.04.2009 11:59 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
Coleman unregistriert
 |
|
Re: Hochbegabung von Coleman (04.04.2009 12:18) |
 |
Und jetzt müssen wir nur noch aufpassen, dass und nicht wieder irgendwer einen Schmusekurs vorwirft. Aber ich glaube, selbst damit kämen wir klar, oder?
breitseite, halt uns auf dem laufenden, wie sich die Dinge entwickeln, ja?
|
|
04.04.2009 12:18 |
|
|
breit_seite
User

Dabei seit: 03.04.2009
Letzte Aktivität: 03.03.2010 16:35
Beiträge: 9
Themenstarter
 |
|
Re: Hochbegabung von breit_seite (04.04.2009 20:00) |
 |
Was schiffchen beschreibt, ist insgeheim meine Hoffnung:
Ich würde mir von einem Test erhoffen, dass unser Sohn sich besser akzeptieren kann und mit seinen Fähigkeiten auch was anfangen kann. Ich möchte nicht, dass er auf ein Internat mit lauter HB-Kindern gehen muss, sondern in der Familie, in der näheren Umgebung mit seinen Freundeskreis bleiben kann. Ich möchte auch keine extremen Fahrzeiten und ich bin so egoistisch, dass ich sage, ich möchte auch meine Zeit mit meinem Kind verbringen und es gibt eine Welt außerhalb der Schule.
Noch ist ja nichts tragisches eingetreten, lediglich können wir und der Klassenlehrer gewisse Tendenzen erkennen, die uns etwas besorgen.
Schiffchen, wo hast du denn dein Kind testen lassen und was hat der Test gekostet?
|
|
04.04.2009 20:00 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
Schiffchen

Ultra-User Level III
 

Dabei seit: 21.11.2004
Letzte Aktivität: 18.08.2010 18:40
Beiträge: 2.885
Herkunft: Niedersachsen Kinder: 2 Jungs
 |
|
Re: Hochbegabung von Schiffchen (04.04.2009 23:00) |
 |
Hallo Breit-Seite,
also bei uns war es so, dass wir uns ohne eine Überweisung des KiA eine Kinder- und Jugendpsychaterin gesucht haben, die uns relativ schnell einen Termin geben konnte. Der Name stand auf einer Liste von Empfehlungen, die wir von der Erziehungsberatungsstelle erhalten haben.
Dort sind wir zu einem Erstgespräch vorstellig geworden - mit unserem Jungen, der aber nicht genau wußte, warum wir dort waren. Wir haben ihm nur gesagt, dass wir für ihn Hilfe suchen würden. Die Psychaterin hat erst eine ganze Weile mit unserem Jungen gesprochen und erst dann uns Eltern dazugeholt. Nach diesem Gespräch ist dann erst vereinbart worden, diesen ersten Test zu machen.
Nach dem Ergebnis des ersten Testes sind noch einige andere Test gemacht worden, um den ersten Test zu spezifizieren. Unser Sohn wußte beim ersten Test noch nicht, auf was oder warum er getestet wurde - wir haben ihm gesagt, dass wir seine Stärken und Schwächen rausfinden wollen, um ihm besser helfen zu können.
Alle Test sind mit der Krankenkasse abgerechnet worden - da die Psychaterin eine Ärztin ist, darf sie mit der KK abrechnen. Wir haben nichts bezahlt. Im Anschluß an die Tests sind noch einige Gespräche in der Praxis gewesen, die uns als Familie und unserem Sohn im Verständnis für seine HB hilfreich gewesen sind. Auch diese sind mit der KK abgerechnet worden.
Ich hoffe, ich hab Dir ein bißchen helfen können - wenn Du weitere Fragen hast, stell sie ruhig.
LG Schiffchen
|
|
04.04.2009 23:00 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
Sanny

*extrem* (GL N8Bar)
 

Dabei seit: 31.10.2005
Letzte Aktivität: Gestern, 18:29
Beiträge: 4.987
Kinder: 2 (11/96; 12/02) Familienstand: keine Angabe
 |
|
Re: Hochbegabung von Sanny (04.04.2009 23:08) |
 |
huhu,
auch mal kurz mitmisch:mein Sohn hat nen IQ von 146 u. ne HB in Mathe u. im kognitiven Verhalten...
Test hat ein Kinder- Jugendpsychater gemacht u. wurde auch von der KK übernommen!!!
Da mein Sohn "nebenbei" noch extremes Adhs hat, werd ich wohl auf dem Gebiet speziell nicht weiterhelfen können....
Alles Gute u. berichte mal was euch so widerfahren ist
|
|
04.04.2009 23:08 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
breit_seite
User

Dabei seit: 03.04.2009
Letzte Aktivität: 03.03.2010 16:35
Beiträge: 9
Themenstarter
 |
|
Re: Hochbegabung von breit_seite (25.02.2010 17:50) |
 |
Ich gebe mal ein neues Update:
Unser Haus- und Kinderarzt fragt meinen Sohn neulich als Small-Talk nach der Schule. "Na, und wie läuft es in der Schule?" Antwort : "Langweilig!"
Der Arzt schaute mich etwas verwundert an. Ich habe ihm dann erklärt, dass unser Sohn den Schulstoff der 4. Klasse nebenbei schafft und sich extrem langweilt. Er schneidet während des Unterrichts die Haare, die Fingernägel odre die Ärmel seines Pullovers kaputt. Täglich sind ca. 5 Blätter aus seinem Block bekritzelt. Seine Kopfnoten (Arbeits- und Sozialverhalten) werden von Zeugnis zu Zeugnis schlechter. Schriftlich steht er nahezu überall auf 1, mündlich klinkt er sich immer mehr aus. Jetzt hat er auch angefangen seine Mitschüler zu stören und hält sich nicht an vereinbarte Regeln.
Unser Hausarzt fragte mich daraufhin, ob wir schonmal über das Thema HB nachgedacht hätten. Seine eigene Tochter hätte er auch testen lassen, diese hätte aber auch noch ADHS. Er hat mir daraufhin eine Kinder- und Jugendpsychaterin empfohlen, zu der wir dann nun auch im März gehen werden.
Ich wollte mir alle Wege offen halten, wenn jetzt der Wechsel an die weiterführenden Schulen ansteht. Unser Sohn freut sich schon sehr auf das Gymnasium (Hoffentlich lerne ich da endlich was Neues und muss mich mal anstrengen.) Ich fürchte nur, das er gar nicht weiß, wie man sich anstrengt. Sobald irgendetwas nach Arbeit aussieht, hat er tausend Ausreden.
Ich bin mal gespannt, ob ich ein paar Tipps bekomme, wie ich ihm helfen kann.
P.S.: Seit ca. 2 Wochen haben die Kinder ein neues Sachkundethema, das meinen Sohn sehr interessiert: Feuer. Da hat er tatsächlich etwas Neues erfahren und er fand die Experimente interessant. Dadurch ist er insgesamt wie ausgewechselt und kann auch den "langweiligen" anderen Unterricht besser ertragen.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von breit_seite: 25.02.2010 17:52.
|
|
25.02.2010 17:50 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
Schiffchen

Ultra-User Level III
 

Dabei seit: 21.11.2004
Letzte Aktivität: 18.08.2010 18:40
Beiträge: 2.885
Herkunft: Niedersachsen Kinder: 2 Jungs
 |
|
Re: Hochbegabung von Schiffchen (25.02.2010 22:26) |
 |
Hey - vielen Dank für Dein Update
Hälst Du uns auch auf dem Laufenden, was die Tests bringen? Das wär schön.
Viel Glück
LG Schiffchen
|
|
25.02.2010 22:26 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
breit_seite
User

Dabei seit: 03.04.2009
Letzte Aktivität: 03.03.2010 16:35
Beiträge: 9
Themenstarter
 |
|
Re: Hochbegabung von breit_seite (01.03.2010 09:19) |
 |
Klar, morgen gehen wir zum Erstgespräch. Ich weiß leider gar nicht, was ich unserem Sohnemann sagen soll, warum wir da hingehen. Hat hier jemand einen Tipp für mich?
LG
|
|
01.03.2010 09:19 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
|