Kind mit drei viel zu weit; fängt jetzt schon an zu schreiben  |
Galaxie

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Re: Kind mit drei viel zu weit; fängt jetzt schon an zu schreiben von Galaxie (02.04.2009 06:08) |
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Dies ist das Thema Kind mit drei viel zu weit, fängt jetzt schon an zu schreiben
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02.04.2009 06:08 |
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Emmi

User

Dabei seit: 02.12.2010
Letzte Aktivität: 19.12.2010 19:28
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Interessen: Fremdsprachen, Reisen, Ethnologie, Onomastik, Geschichte, Kochen, Landwirtschaft Beruf: DaF-Lehrerin, Sachbearbeiterin, Übersetzerin, Studentin Kinder: Noch nicht, aber Kinderwunsch nach Studium Familienstand: Partnerschaft
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Re: Kind mit drei viel zu weit; fängt jetzt schon an zu schreiben von Emmi (02.12.2010 10:07) |
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Ich würde empfehlen, das Kind bei allem, was es machen und lernen möchte, zu fördern. Fördern nicht im zwanghaften Sinne, sondern insofern, dass man dem Kind ein "Lernangebot" macht. Wenn es sich für Buchstaben interessiert und schreiben lernen möchte, dann ist das auch das Richtige für das Kind. Sobald es keine Lust mehr hat, lässt man es dann auch in Ruhe...
Ich bin auch HB und ich habe meine ganze Kindheit extrem darunter gelitten, dass nichts unternommen wurde und ich "wie normale Kinder" eingeschult wurde und die Schule durchlaufen musste... ehrlich, falls ich Kinder mit HB hätte würde ich sehr darauf achten, ihnen das nicht anzutun.
Ich habe auch mit 3 angefangen, zu schreiben (ich kannte das Alphabet und habe kleine Wörter wie "Mama", "Papa", "Oma" oder meinen Namen geschrieben). Dann habe ich mir eine Schreibmaschine von meiner Oma gewünscht und wild getippt und diese "Texte" (so in etwa "lanwöoivaäwknalseklfjoe" etc.) dann mir selbst laut vorgelesen... warn oft mehrere DIN A4 Seiten. Mit 7 habe ich ein Buch mit 400 Seiten in 2 Tagen durchgelesen (es war kein Kinderbuch). Und so weiter...
Die Schule war für mich Langeweile pur, weil ich alles schon konnte. In der Grundschule hatte ich eine kleine Digitaluhr, und ich saß da und habe die Sekunden gezählt, wann die öden Unterrichtsstunden denn endlich vorbei sind! Ich habe für jede Minute ein Kästchen auf einem Blatt ausgemalt und Ähnliches... ich hab dann in der Grundschulzeit angefangen, mir die Nagelbetten aufzureizen, Fingernägel abzuzupfen, die Haut an meinem Gesicht aufzukratzen etc. vor lauter Langeweile. Ich musste nie Hausaufgaben machen weil ich immer alles schon im Unterricht geschafft habe, und dann saß ich gelangweilt zuhause, weil alle Freunde noch mit Hausaufgaben beschäftigt waren und keine Zeit zum Spielen hatten.
Auf dem Gymnasium hab ich dann ab der 6. Klasse grundsätzlich nie Hausaufgaben gemacht oder gelernt, in den Unterrichtsstunden nur unter der Bank heimlich Bücher gelesen, oder ich habe Geschichten geschrieben, Karikaturen der Lehrer gezeichnet und herum gegeben, Comics gemalt... ich habe in den 9 Jahren am Gymi zusammengenommen maximal das erste Jahr überhaupt jemals im Unterricht zugehört... ab der Mittelstufe hab ich nichtmal mehr mitgeschrieben, ich war so geistig abwesend, ich hätte auch zu Hause bleiben können.
Ich war keine gute Schülerin mehr wie zu Grundschulzeiten, weil ich auch einfach keine Lust auf das Ganze hatte. Ich habe immer einen Tag vor den Klausuren gelernt, das hat dann gereicht, und das war's. Sonst habe ich das ganze Jahr nicht aufgepasst, nicht mitgeschrieben und zu Hause nichts gemacht.
Leider war ich keiner von den Schülern, die dann auffällig werden, ich war eher immer unsichtbar. Keinem ist was aufgefallen und meine Eltern sind auch nicht auf die Idee gekommen, dass ich unterforderd bin (ich selbst hatte auch keine Ahnung).
Heute ärgere ich mich schwarz, ich hätte so einige Klassen überspringen können und hätte bessere Noten geschrieben als ich es tatsächlich habe... ich hätte einfach ein paar Jahre eingespart, wäre jetzt schon mit dem Studium fertig, könnte schon Geld verdienen...
Ich sehe eine frühe Förderung keinesfalls als "Kindheit kaputt machen", die ganze Kindheit ist ein Lernprozess und wenn das Kind lernen will und Interesse zeigt, sollte man die Bedürfnisse stillen. Wenn das Kind HB ist, mit 4 Jahren zur Schule möchte und auch schon könnte, wieso nicht? Solange es dem Kind Spaß macht... Meiner Meinung nach macht man eher was kaputt, wenn man meint, am besten einfach garnichts zu unternehmen...
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02.12.2010 10:07 |
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