Aussage vom 10jährigem |
Cancro

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Aussage vom 10jährigem von Cancro (14.10.2010 16:22) |
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Wir haben gerade mal wieder riesen Zoff und Stress hier mit unserem Sohn, weil er mal wieder unsere Nerven bis aufs letzte ausreizt.
Er hat auch ziemlichen Ärger bekommen, usw.
Eben kam er an und hat gesagt, ob man denn stirbt, wnn man sich ein Messer ins Herz sticht.
Wie soll ich denn darauf reagieren, wie ernst soll ich denn solche Aussagen nehmen?!
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14.10.2010 16:22 |
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cordu

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Re: Aussage vom 10jährigem von cordu (14.10.2010 16:50) |
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Als unser Sohn, er müsste damals etwa auch 10 Jahre alt gewesen sein, meinte er möchte nie mehr gesehen werden haben wir das sehr ernst genommen und ich habe einen Termin mit der Kinderärztin ausgemacht. Allerdings war ich erst mal alleine bei ihr.
Wir waren dann doch recht lang in therapeutischer Behandlung bei einer Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, was uns allen gut getan hat.
LG
Cordu
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14.10.2010 16:50 |
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Gerhard S.
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Re: Aussage vom 10jährigem von Gerhard S. (14.10.2010 21:31) |
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Ich würde mich mit dem Kind beschäftigen und spielen, Zeit nehmen. Und eher beiläufig unauffällig mal fragen, ob der Junge soetwas irgendwo gesehen hat. Wahrscheinlich wird er sagen: Im Fernsehen.
Vielleicht will er sogar von sich aus die Szene nachspielen. Würde ich mit meinen Kind altersgemäss machen und zumindest keine Erklärungen dem Kind schuldig bleiben. Der Junge kann so die Geschichte verarbeiten.
mfg
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14.10.2010 21:31 |
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Meggy FIne

User

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RE: Aussage vom 10jährigem von Meggy FIne (14.10.2010 22:54) |
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Hallo, ich bin ja erst neu hier.
Aber eigentlich ist das doch eine sehr vertrauenswürdige normale Frage.
Man könnte sagen: "Ja, da hast Du Recht, das kann dann passieren".
Das Kind wird dann in der Reaktion zeigen, ob es weiter reden will, oder ob es sich erledigt hat.
Vielleicht fragt es ein paar Tage später auch nochmal, zum Beispiel beim Zubettbringen.
Es ist wirklich ganz normal.
Du schreibst im Satz davor, dass es viel Stress gab. Gibt es denn einen Zusammenhang zwischen der Frage des Kindes und dem Stress? Bzw. hast Du da Sorgen diesbezüglich, oder ist das mehr zufällig nacheinander formuliert?
Ich würde mir keine Sorgen machen, wenn trotz allem Stress ganz viel Liebe da ist.
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14.10.2010 22:54 |
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usagimoon

sadness

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Re: Aussage vom 10jährigem von usagimoon (15.10.2010 00:30) |
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Ich merke auch, dass sich Kinder ab einem bestimmten Alter mit sowas beschäftigen. Tod kennen sie nicht und stellen auch Fragen, welche uns Angst machen oder unangenehm sind. Sie reden auch offen, über tote Verwandte.
Ich wunder mich auch manchmal, was für Fragen mein kleiner manchmal hat, aber soweit ich weiß schnappt er das im KIGA auf oder beim Nachbarsjungen, der mal wieder irgendeinen Mist erzählt hat.
Solange das Kind sonst nicht anders ist, sich nicht verändert hat oder auffällig ist, sollte man auch Fragen,welche mit dem Tot zu tun haben, beantworten.
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15.10.2010 00:30 |
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cordu

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Re: Aussage vom 10jährigem von cordu (15.10.2010 09:28) |
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Es ist richtig das sehr viele Kinder irgendwann man sagen : "Ich möchte am liebsten nicht mehr da sein." od. so was ähnliches.
Da Cancro es aber hier im ADHS Forum schreibt nehme ich an das es sich um ein Kind mit mindestens einem Verdacht auch ADHS handelt.
Meiner Meinung nach haben aber viele dieser Kinder ein Problem mit sich selbst. Sie bemerken ja auch das sie anders ticken als andere Kinder. Auch wenn man ihnen tgl. sagt sie seien so in Ordnung wie sie sind, Kinder möchten nicht auffallen und möchten so sein wie alle anderen.
Ich und mein Mann als Eltern kamen da an eine Grenze. Wir schafften es nicht alleine Sohn in diesem Fall wirklich gut zu helfen. Wir haben nach Hilfe gesucht und gefunden.
Was uns auch noch dazu bewegt hat die Aussage ernst zu nehmen ist das wir unserem Sohn zeigen wollten das er mit allem zu uns kommen kann und wir ihm auch helfen werden. Und das es keine Schande ist sich auch mal Hilfe von einem Therapeuten zu holen wenn mans alleine nicht schafft.
LG
Cordu
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15.10.2010 09:28 |
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Cancro

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Themenstarter
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Re: Aussage vom 10jährigem von Cancro (15.10.2010 14:14) |
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Wir haben ja schon zwei Jahre Therapie hinter uns und ein Jahr mit der Familienhilfe vom JA.
Ich denke schon dass diese Aussage im Zusammenhang mit dem Ärger steht.
Ich hab ihm spontan halt geantwortet, dass man da nicht sofort tot ist sondern erstmal ziemliche Schmerzen hat und es eventuell auch passieren kann, dass man dann daran stirbt.
Nicht dass er auf dumme Gedanken kommt, falls ihm mal wieder alles zu viel wird und das mal ausprobiert.
Er ist sehr naiv was sowas betrifft.
Fernsehen weiß ich nicht wann er das das letzte mal gemacht hat, und da schauen wir schon genau was er schaut. Es sei denn er ist woanders, da kann man es ja nicht kontrollieren.
An dem besagten Tag hat er bei dem Bruder eines Freundes Geld geklaut und hat natürlich riesen Ärger bekommen und es war ihm im Nachhinein bestimmt alles sehr unangenehm.
Ich bin mal wieder an einem Punkt angekommen, wo ich nicht weiter weiß und mir alles zu viel wird.
Und das bekommt er dann auch schon heftig ab!
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15.10.2010 14:14 |
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Maju

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Re: Aussage vom 10jährigem von Maju (15.10.2010 20:38) |
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@ Cancro
Und nochmal eine Frage an alle: Wenn ein Kind im Streit/Zorn hin und wieder brüllt, es wolle lieber tot sein, oder ähnliches, aber sonst ein liebenswürdiges, fröhliches Kind ist, muss man dann eine Therapie beginnen? Brüllt nicht jedes Kind irgendwann so etwas in der Art?
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15.10.2010 20:38 |
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hitnak
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Re: Aussage vom 10jährigem von hitnak (15.10.2010 21:18) |
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Nur dann, wenn es ein Problem hat. Wenn es Aufmerksamkeit braucht. Oder wenn es mit etwas nicht klar kommt. Man muss nicht jedes Mal eine Therapie beginnen, nein, aber ernst nehmen muss man es.
Ich denke, dass die Äußerung von Cancros Sohn allerdings eher aus Neugier heraus gekommen ist. In solch einem Fall sollte man erklären, und man sollte keine Scheu haben, den Tod direkt anzusprechen. Es hilft sogar, weil es den Sinn für gefährliche Handlungen in der Jugendzeit stärkt: Nur ein Jugendlicher, der weiß, dass er nicht unverwundbar ist, lötet sich nicht die Birne weg. Und Erziehung zum Tod (er gehört nun mal zum Leben) ist ein wichtiger Teil dabei, dass zu verhindern.
Ich werde aber jetzt etwas tun, wovon ich bisher nie gedacht hätte, dass ich es tun würde: Cordus Worte haben mich persönlich sehr berührt, weil sie Recht hat. Ich weiß das, weil ich mit zehn selbst in dieser Situation gewesen bin. Ich bin Autist und HB. Ich habe damals unglaublich oft daran gedacht niemals geboren worden zu sein. Man kann mit dem Ganzen nicht umgehen. Man glaubt gefangen zu sein, in einem Leben, das anders ist. Und leider kann man das in dem Alter nicht formulieren. Und man kann schon gar nicht sehen, dass in diesem Anders sein eine Chance wohnt, die man finden muss.
Man sieht nur, das die eigenen Eltern unter einem leiden, und man kann es nicht ändern, weil man selber leidet.
Viele Grüße,
Ariel
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15.10.2010 21:18 |
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