Mein Sohn möchte ein Mädchen sein |
Linda13
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Re: Mein Sohn möchte ein Mädchen sein von Linda13 (21.11.2009 19:28) |
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herzlichen Dank euch allen für eure Feedbacks und Anregungen. Das hat mir alles schon geholfen und auch gut getan.
Ich hatte heute privat die Möglichkeit, mit seinem Lehrer zu sprechen (wir kennen uns ja). Er hat mir gesagt, dass mein Sohn in der Schule jetzt viel offener und entspannter ist. Gerade so, als ob er vorher in einem Korsett (oder vielleicht passender: in einem Käfig) steckte und jetzt, da er sich wie ein Mädchen geben darf, in sich selber ruht.
Das freut mich sehr für ihn, denn es ist schon so - und auch das hat mir sein Lehrer bestätigt - dass nicht alle Kinder gut damit umgehen können, dass er jetzt neu Mädchensachen trägt. Es sind fast ausschliesslich Jungs, die ihn jetzt deswegen hänseln. Aber er kann gut damit umgehen, sagt der Lehrer. Mein Sohn könne den "Rowdies" mit Charme und Freundlichkeit begegnen, so dass diese dann irgendwann aufhören und ihn in Frieden lassen. Die Mädchen aus seiner Klasse haben wenig Mühe, wie es scheint. Viele sind seit langem seine Freundinnen und daran hat sich auch nichts geändert.
Der Schritt zum Psychologen ist mir aber jetzt auch vom Lehrer nahegelegt worden. Er hat mir einen Bekannten empfohlen und mir versichert, dass man da auch mal reinblicken kann, ohne dass es einem dann gleich den Ärmel reinnimmt... das ist nämlich meine Angst.
Wir können nächste Woche am schulfreien Mittwochnachmittag vorbei zu einem Kennenlernen. Dann sehen wir weiter.
Jetzt bin ich ziemlich ruhig und auch mein Söhnchen scheint glücklich. Hoffe, alles kommt gut.
Wünsche allen ein schönes Wochenende!
Linda
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21.11.2009 19:28 |
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Linda13
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Psychologe von Linda13 (26.11.2009 03:37) |
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Hallo ihr Lieben
Wir hatten gestern Nachmittag den Termin beim Psychologen, und obwohl es - meiner Meinung nach - gut gelaufen ist, bin ich wohl noch etwas durch den Wind, kann zumindest nicht schlafen :-o. So nutze ich die Zeit und fasse kurz das Wichtigste zusammen.
Also: Insgesamt war es wirklich positiv. Der Psychologe (Bekannter von Kims Lehrer) war freundlich und aufgeschlossen, aber vor allem seine Praxispartnerin war eine Wucht. Offenbar hatten die beiden sich gemeinsam auf diesen "Fall" vorbereitet und vereinbart, dass die Frau die "Behandlung" durchführen wird. Und die hat das wirklich super gemacht. Zwar durfte ich die ganze Zeit dabei sein, aber es war von allem Anfang an bis zum Schluss eine intensive verbale und nonverbale Kommunikation zwischen Kim und der Psychologin. Ich glaube, Kim hat ganz schnell vergessen, dass ich auch noch anwesend war (etwas im Hintergrund) und konnte voll auf die Frau eingehen.
Sie haben dann gemeinsam geplaudert, diskutiert, gespielt, gearbeitet, Sachen erlebt... fast den ganzen Nachmittag lang. Anschliessend nahm sie sich noch über eine Stunde Zeit, um mir und ihrem Praxispartner ihre Beobachtungen zu erläutern und Vorschläge für das weitere Vorgehen zu machen. In dieser Zeit durfte sich Kim einen Film anschauen.
Sehr knapp und kurz zusammengefasst empfiehlt sie, die momentanen verschiedenen Bedürfnisse meines Sohnes halb-aktiv zu unterstützen. Sie trennt dabei den Wunsch, ein Mädchen zu sein (und sich wie ein solches zu verhalten sowie als solches wahrgenommen und behandelt zu werden), und denjenigen, das Kleinkind zu sein; letzteres habe ich so nicht realisiert, obwohl mir schon auffiel, dass er lieber Kleinkinder-Kleider trägt und sich seit einigen Wochen viel "kindischer" aufführt. Sie sieht die Wurzel dieser Bedürfnisse in den eher schwierigen ersten Lebensjahren, dem Fehlen des Vaters und daraus dem Wunsch nach Geborgenheit. Sie ist sich sehr sicher, dass die Phase des Kleinkindverhaltens relativ rasch vorübergehen wird, wenn ich es jetzt zulasse und halb-aktiv (zu diesem Begriff komme ich noch) unterstütze.
Bezüglich dem Wunsch, ein Mädchen zu sein, wollte sie keine Prognose abgeben. Sie habe während des gesamten Nachmittags nie einen Zweifel daran gehabt, dass sie es mit einem Mädchen zu tun habe... das hat mich dann schon etwas geschockt und ich bin mir jetzt - ein paar Stunden später - nicht mehr sicher, ob sie nicht einfach testen wollte, wie ich darauf reagiere... mmmh. Jedenfalls relativierte sie dann in dem Sinne, dass seine Reaktionen und Denkmuster viel mehr denen eines Mädchens als denen eines Jungen entsprächen, dass dies nicht in Stein gehauen jedoch schon etwas relativ Stabiles sei. Sie empfahl mir auch auch hier halb-aktive Unterstützung. Aus ihrer Sicht wird es sich im Laufe der nächsten Monate herauskristallisieren, es wäre aber hilfreich, wenn ich mich damit auseinandersetzen würde, dass mein Sohn evtl. in Wirklichkeit ein Mädchen sei. Es sei aber sehr gut möglich, dass der ganze "Spuk" in wenigen Monaten so schnell vorbei sei, wie er gekommen ist, und Kim fortan als ganz "normaler" Junge lebt.
Noch zum Begriff "halb-aktiv". Ich soll offen und empfindsam seinen Wünschen entsprechen, diese jedoch nicht von mir aus noch verstärken oder wecken. Wenn er also das Kleinkind spielen will, soll ich das zulassen und quasi "mitspielen", ihm auch ermöglichen, diese Rolle auszuleben. Ich soll aber nicht von mir aus ihn dazu ermutigen, wenn es nicht von ihm aus kommt. Das gleiche beim Wunsch, Mädchen zu sein. Was das jetzt alles genau bedeutet in den nächsten Wochen, weiss ich auch noch nicht. Es wird sicher spannend, aber irgendwie hatte ich gehofft, dass es einfacher wird.
Ich weiss nicht, ob mein Geschriebsel irgendwie Sinn macht bzw. verständlich ist. Waren mal nur ein paar Fakten, aber meine Gefühle habe ich mir jetzt noch nicht von der Seele geschrieben... ich glaube, ich brauche noch etwas Zeit.
Bitte sagt mir, wenn etwas nicht verständlich war/ist. Vielleicht habe ich wichtige Zusammenhänge ausgelassen.
Bin weiterhin froh um Ratschläge und Tipps, und auch einfach darum, hier darüber reden bzw. schreiben zu können.
Danke euch allen
Linda
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26.11.2009 03:37 |
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Linda13
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Re: Mein Sohn möchte ein Mädchen sein von Linda13 (26.11.2009 19:02) |
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Hi Maju
Überlegt habe ich mir das auch schon und auch schon sehr genau gekuckt, ob man irgendetwas in dieser Richtung erkennen kann. Aber rein äusserlich scheint er ganz Junge zu sein. Denkst Du, dass er zweigeschlechtlich sein kann, und man das von aussen gar nicht sieht?
Vielleicht wäre das eine Abklärung wert. Immerhin hätte das vielleicht auch einen Einfluss auf seine weitere körperliche Entwicklung. Andererseits hat bisher niemand von den involvierten Leuten darüber gesprochen.
Wir haben morgen eine zweite (viel kürzere) Sitzung in der Praxis der Psychologen. Ich frag da mal still (ohne dass Kim es mitbekommt), ob das möglich wäre.
Der heutige Tag war übrigens leider nicht so toll. Die Kinder hatten Papiersammlung und Kim wurde in eine reine Jungs-Gruppe eingeteilt. Sie haben ihn heute so arg gemobbt, dass er sich auch mit seiner freundlichen Art nicht "retten" konnte. Er war und ist noch ziemlich verzweifelt und heult immer wieder bitterlich los. Bin froh, das morgen beim Termin auch gleich platzieren zu können.
LG
Linda
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26.11.2009 19:02 |
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Linda13
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Re: Mein Sohn möchte ein Mädchen sein von Linda13 (07.12.2009 22:34) |
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Hallo Ihr Lieben
In der Zwischenzeit hat sich nicht viel verändert, aber ich wollte Euch noch darüber informieren, dass die "Sitzungen" bei den Psychologen gut verlaufen sind und sich Kim nach wie vor sehr wohl fühlt. Mobbing gab es seither kaum mehr, zumindest hätte ich nichts mitbekommen. Es macht den Eindruck, dass sich auch die Jungs an die neue Situation gewöhnt haben und ihn jetzt eher in Ruhe lassen.
Wir lassen es jetzt mal auf unbestimmte Zeit so weiterlaufen, treffen uns aber regelmässig mit Lehrer und Psychologen.
Eine neue Sorge ist aufgetaucht, aber ich will Euch nicht damit belästigen. Vielleicht ist es ja auch gar nicht so, wie ich das interpretiere. Vielleicht melde ich mich demnächst mal mit einem neuen Beitrag, falls es doch noch zum Problem werden sollte.
Liebe Grüsse
Linda
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07.12.2009 22:34 |
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Schiffchen

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Re: Mein Sohn möchte ein Mädchen sein von Schiffchen (07.12.2009 22:48) |
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Gerade läuft im Fernsehen eine Sendung über Jungs, die lieber Mädchen sein wollen - war sehr interessant...
Aber auch ein schwieriges Thema.
Ich drück Euch die Daumen, dass Ihr gute Lösungen für Euren Sohn findet
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07.12.2009 22:48 |
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die_andere_Mama unregistriert
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Re: Mein Sohn möchte ein Mädchen sein von die_andere_Mama (14.12.2009 10:18) |
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Da war letztens wie Schiffchen sagte eine Dokumentation in Fernsehen über genau dieses Thema. Verschiedene fallbeispile von Jungs und Mädchen wurden gezeigt. Einen konkreten Ratschlag gab es nicht. Es wurde über die Entwicklungshilfen solcher Kinder (es gibt einen Fachbegriff dafür) gesprochen über Sitzungen um dieses Problem genauer zu untersuchen. Zunächst muss festgestellt werden, ob es sich dabei um eine Phase handelt oder ob sich das Kind wirklich in falschen Körper geboren fühlt. Gerade im Alter zwischen 6 und 10 Jahren kann dieser Wunsch extrem werden. Die meisten Eltern haben sich mit den Wunsch ihrer Kinder angefreundet und nachgegeben, nachdem sie mit den Therapueten darüber gesprochen haben. Im Teenangeralter nahmen sie wachstumshemmende Tabletten, bis sie sich sicher waren, ob sie nun ein Mädchen oder Junge bleiben wollten (damit sich keine Pupertät einstellen konnte wie Brüste wachsen zu lassen, Stimmbruch und so weiter).
In den meisten Fällen hat sich dies in der Pupertät wieder "normalisiert" und der extreme Wunsch verschwand. Bei manchen Kindern hielt der Wunsch an. Die Doku war auf das amerikanische Volk bezogen. In Deutschland wären die Schritte denke ich anders. Aber ein Therapeut kann das genauer einschätzten. Ich finde es gut, das du ihn nicht zwingst, "normal" zur Schule zu gehen und ihn auch seinen Wunsch respektierst. Dasb muss eine menge Kraft kostet. Davor habe ich großen respekt!... Schließlich ist er was auch kommen mag dein Kind und wird es immer bleiben.
Ich wünsche euch das beste und das ihr gut mit eurer Situation umgehen könnt
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14.12.2009 10:18 |
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Duroc
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Re: Mein Sohn möchte ein Mädchen sein von Duroc (18.03.2010 13:05) |
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Hm, für mich klingt das stark nach Transsexualität... Ich hatte ein wenig mit dem Thema zu tun, weil es in meinem Freundeskreis so einen Fall gibt (allerdings umgekehrt). Vorübergehend habe ich es auch bei meiner Schwester befürchtet, aber die ist zu ihrem Glück doch zufrieden damit, ein Mädchen zu sein, es ist eher der Einfluss von fünf Brüdern um sie herum.
Es ist gut, dass ihr bereits einen Psychologen habt, denn wenn man dann wirklich eine Hormontherapie beginnt, braucht man soweit ich weiß entsprechende psychologische Gutachten, damit die Krankenkasse die Behandlung übernimmt, und muss auch noch begleitend in Therapie.
Jedenfalls wünsche ich Kim alles Gute, egal ob jetzt auf die Dauer als Junge oder als Mädchen.
dafür, wie gut du mit dem Thema umgehst!
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18.03.2010 13:05 |
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LeanLamb

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Dabei seit: 18.05.2009
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Beiträge: 151
Herkunft: S-A Beruf: Azubi Kinder: Vada, geb. 12.3.09 Familienstand: Single
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Re: Mein Sohn möchte ein Mädchen sein von LeanLamb (14.07.2010 22:31) |
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Also ich habe jetzt mal das komplette Thema durchgelesen und muss sagen: WOW!Ich schließe mich voll und ganz Duroc an..du hast meinen vollsten Respekt dafür,wie du mit der Sache umgehst!
Echt unglaublich..ich wüsste nicht,wie meine Eltern darauf reagieren würden,und auch nicht,wie ich darauf reagieren würde,wenn meine Tochter den Wunsch hätte,ein Junge zu sein..ich würde mir aber wünschen,es genauso hinnehmen zu können wie du.
Ich wollte dir noch ganz viel Kraft für den weiteren Weg schenken,ich bin mir sicher,ihr beide schafft das - gemeinsam.Und denkt nicht daran,was andere dazu sagen..ich denke mal,es wird immer engstirnige Menschen geben,die dann denken,du wärst daran Schuld,weil du ihn zu sehr 'vertüddelt' hast (ich schätze so würden meine Eltern denken..)
..aber hör bloß nicht darauf!Diese Menschen haben einfach ein Mitteilungsbedürnis..
Ich werde dieses Thema weiter verfolgen und hoffe,du hältst uns weiter auf dem Laufenden!
Liebe Grüße,Cila!
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14.07.2010 22:31 |
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hitnak
Ultra-User Level II


Dabei seit: 26.07.2008
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Beiträge: 2.120
Familienstand: verheiratet
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Re: Mein Sohn möchte ein Mädchen sein von hitnak (15.07.2010 00:01) |
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Hallo,
zunächst mal: Ich finde es auch gut, dass Du, Linda (auch wenn Du schon eine zeit nicht mehr hier warst), so offen an das Thema heran gehst.
Allerdings sollte man mit Diagnosen, wie sie hier sehr freizügig verfügbar gemacht wurden, sehr vorsichtig sein: Störungen der Geschlechtsidentität in diesem Alter sind recht häufig, und sind bestenfalls ein Hinweis darauf, dass ein Kind transsexuell sein könnte, wobei niemand bis zum Teenager-Alter sagen kann, dass das so ist. Während alle Transsexuellen im Kindesalter Probleme mit der Geschlechtsidentität hatten, sind in der westlichen Welt (für die es verlässliche Daten gibt) nur weniger als ein Prozent der Menschen, die eine Störung der Geschlechtsidentität im Kindesalter aufweisen, transsexuell und leben im falschen Körper.
In 43 Prozent der Fälle ist ein solches kindliches Verhalten schlicht und ergreifend ein Hinweis darauf, dass das Kind sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlt, also homosexuell ist, und die Wahl der Kleidung des anderen Geschlechts eine Reaktion auf soziale Normen (Erwartungen) ist: "Wenn ich mich anziehe wie ein Mädchen, dann finden mich die Jungs schön". In dem Moment kann man davon sprechen, dass der Leidensdruck, ganz gleich ob transsexuell oder homosexuell, sehr groß ist, und eine Begleitung durch einen Therapeuten notwendig wird, Dieser Therapeut sollte sich allerdings damit auskennen.
Und damit komme ich auf den nächsten Punkt zu sprechen: Es wundert mich, dass die Therapeutin auf Grund der Körpermaße nicht auf den offensichtlichsten Punkt gekommen ist: hormonelle Störungen. Dies ist in immerhin 52 Prozent der Fälle von gestörter Geschlechtsidentität der Fall. Die Bandbreite läufit hier bei Jungs von einem unbehandelten Hodenhochstand (großes Drama im Erwachsenenalter, wenn er nicht rechtzeitig behandelt wird) bis hin zu genetischen Besondernheiten. Bei Lindas Sohn hatte ich zum Beispiel spontan an das Klinefelter-Syndrom gedacht, dass eben jene weibliche Erscheinungsweise mit sich bringt, und sich recht einfach diagnostizieren (durch einen einfachen Gentest) und behandeln lässt (durch Hormoninjektionen).
Es lässt also nichts in diesem Alter den Schluss zu, dass das Kind transsexuell ist. Es ist unmöglich, eine solche Diagnose in diesem Alter zu treffen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es das ist, ist sogar ausgesprochen gering - was nicht heißt, dass es das nicht ist. Aber das würde man erst in ein paar Jahren sagen können, und bis dahin ist es wichtig, körperliche Ursachen auszuschließen (->Endokrinologe; Humangenetiker) und sich darüber hinaus psychologisch begleiten zu lassen. Dazu zählt auch eine Beratung für die Eltern: Wie viel Mädchenkleidung sollte man zulassen? Wie reagiert man überhaupt richtig darauf?
Es wäre schön, wenn Du Linda, falls Du hier noch liest, mal ein Update gibst.
Viele Grüße,
Ariel
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15.07.2010 00:01 |
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