Ratgeber Eltern und Familie Bücher zu diesem Thema kaufen

Ratgeber Wenn Kinder und Erwachsene trauern -

Wichtige Informationen zum Thema ' Wie mache ich es richtig? '



Wie mache ich es richtig? im Ratgeber Wenn Kinder und Erwachsene trauern:

Nicht nur wir Erwachsenen trauern, auch die ganz Kleinen kriegen schon sehr viel mit und wissen oft nicht damit umzugehen. Wie können wir helfen? Hier diskutieren auch Frauen, die durch eine Fehlgeburt, Totgeburt, medizinisch indizierten Abbruch, eine Frühgeburt, während oder kurz nach der Geburt oder durch den plötzlichen Säuglingstod ihr Kind verloren haben.





Sie sind hier: Ratgeber für Eltern - Forum Schwangerschaft, Babys und Kinder (Startseite) » Kinder + Erziehung » Wenn Kinder und Erwachsene trauern » Brauche Rat   Wie mache ich es richtig?


» Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]

Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Schrift + | Schrift -
Startseite | Suche | Rezepte für Kinder | Ratgeber Diät + Abnehmen | Blog | Lexikon | Reproduktionsmedizin | Kinderwunschzentren | Ihre Seite eintragen
Forenbereiche: Schwangerschaft | Baby + Kleinkind | Kids + Teens | Familie + Beruf | Single + Partnerschaft | Besondere Themen | Freizeit + Hobby
Ratgeber und Info: Schwangerschaft, Geburt und Baby | Kinder + Erziehung | ADS + Hyperaktivität | Gesundheit + Schönheit | Familie | Freizeit + Geld
Herzlich willkommen im Forum für Eltern! Bitte klicken Sie hier, um sich kostenlos zu registrieren und alle Vorteile dieses Forums nutzen zu können!
Eröffnen Sie ein neues Thema zu Ihrer Frage und sehen Sie innerhalb von Minuten die Antworten anderer Mitglieder.

ADS und Hyperaktivität
   Kinder
Familie
      Familie
Gesundheit und Schönheit
   Gesundheit

Registrierung Fachinformationen Schwangerschaft Partner des Forum Schwangerschaft Kinderrezepte - Rezepte für Kinder im Forum Schwangerschaft Lexikon Schwangerschaft und Baby Teammitglieder Suche Häufig gestellte Fragen elternforen.com-Chat im Forum Schwangerschaft Blog im Forum Schwangerschaft, Babys und Kinder Folge elternforen.com

Antwort erstellen Dieses Thema empfehlen
Seiten (2): [1] 2 nächste »
Zum Ende der Seite Wie mache ich es richtig?
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
schnupe schnupe ist weiblich
Giga-User


Dabei seit: 20.12.2003
Letzte Aktivität: 21.06.2010 18:11
Beiträge: 864
Beruf: Beruf Raumausstatterin, aber derzeitig tätig in Küche und Service im Altenpflegezentrum
Kinder: 3 (w,m,wm) 15, 12 und 6 und einen im Herzen adoptierten 16 jährigen
Familienstand: geschieden
Sonstiges: Die Welt ist ein Irrenhaus, und hier bei mir ist die Zentrale



Wie mache ich es richtig? von schnupe (27.12.2009 21:16)

Diesen Beitrag empfehlen       Zum Anfang der Seite


Ich weiß derzeit einfach nicht mehr weiter.

Kurz zur Situation.

Die Mutter des Freundes (C. 16 Jahre) meiner Tochter (k. 15) ist schwer erkrankt. Krebs im Endstadium.

Das sie im Endstadium ist, habe ich ihm gerade erst vor Augen geführt, weil er es nie so hat wirklich wissen wollen.
Am 9.12 kam seine Mama ins Hospiz, und ist dort sehr gut aufgehoben.

Das Verhältnis zu seinem Vater ist sehr schwierig, eigentlich gibt es kein Verhältnis zwischen den beiden.

C. fühlt sich hier bei uns zu Hause.

Einen Tag nach dem Hospizeinzug der Mutter kam die für uns alle unfassbare Nachricht. Der Bruder(27) von C. hat sich erhängt. Zu Hause, am Balkon. C. hat ihn abends gefunden, als er von hier aus heim kam.

Es war ein Schock für alle, am größten jedoch für C.

Ich habe ihn begleitet zum Abschiednehmen, ich war bei der Beerdigung dabei, und seit 2 Wochen muß ich 2 Pubis immer mal wieder auffangen, weil die nicht klar kommen mit der ganzen Situation.

C. bekommt psychologische Unterstützung durch Hospizmitarbeiter, aber die wird wenig Erfolg haben, da er nicht wirklich mitarbeitet.

Heiligabend habe ich ihn dazu überreden müssen, das er mal heim fährt, weil auch seine Ma kurz zu Besuch da war.

Heute haben die beiden Pubis die Mutter besucht(mit dem Vater zusammen).

Sie fragten mich, wieso sie so voller Wasser sitzt, warum nichts dagegen getan wird etc.

Ich weiß einfach nicht mehr.....wie ich richtig handeln soll, bzw. kann ich es überhaupt noch? Die Stimmungen sind von ein auf die andere Minute so unterschiedlich teilweise.

Eigentlich weiß ich nicht, was ich fragen will.....aber viell kann mir ja doch der ein oder andere den einen oder anderen Rat geben.
27.12.2009 21:16 schnupe ist offline Homepage von schnupe Registrieren Sie sich jetzt kostenlos -> Registrieren Sie sich jetzt kostenlos!

Nicht das Thema, das Sie suchen? Ähnliche Themen: Datum letzter Beitrag Antworten Hits
Problem Wenn auch unspektakulär und harmlos aber wie verhalte [...] (Forum: Pubertät bei Jungen + Mädchen)   25.01.2011 12:15 von Claudia42     26.01.2011 20:59 von Maju   10 2.164
Hilfe! Wie mache ich es richtig? (Forum: Kindererziehung - Erziehungsfragen + Erziehungsberatung)   03.06.2010 04:03 von jenny 1985     24.06.2010 14:00 von Jasmina   2 1.259
Wichtig wie ernähre ich mein kind richtig? was hält ihr von de [...] (Forum: Babynahrung + Babypflege)   08.03.2010 12:59 von anna82     09.03.2010 13:20 von Celeste   7 3.071
Bin ich hier auch richtig? (Forum: Behörden + Sozialleistungen - von ALG II über Hartz IV bis Kindergeld)   26.12.2009 18:19 von oma cia     02.01.2010 10:33 von Ilona   4 1.621
Brauche Rat Wie reagiere ich richtig? (Forum: Mein Baby)   15.10.2008 17:35 von User3     17.10.2008 23:47 von june75   48 3.234
Brauche Rat wie verhalte ich mich richtig? (Forum: Patchwork - Mein Partner hat schon Kinder)   24.03.2008 18:28 von Miez87     28.03.2008 07:58 von kukulux   11 5.229
Bin ich hier richtig? (Forum: Alltags-Sorgen-Forum)   11.05.2005 21:17 von connie52     19.05.2005 06:24 von connie52   4 4.543
Freu Bin ich hier richtig? (Forum: Hallo, ich bin neu hier!)   29.01.2004 20:57 von Medea75     03.02.2004 11:31 von mausepieps   5 938

cordu cordu ist weiblich
Ultra-User Level III


Dabei seit: 14.12.2003
Letzte Aktivität: 19.05.2012 20:26
Beiträge: 4.684
Herkunft: Baden-Württemberg
Kinder: Ja



Re: Wie mache ich es richtig? von cordu (27.12.2009 21:31)

Diesen Beitrag empfehlen       Zum Anfang der Seite


Richtig oder falsch kann ich auch nicht sagen.

Ich meine alles was ehrlich ist hilft. Auch wenn du zugibst mit der Situation etwas überfordert zu sein.

Vielleicht gibts bei euch so was wie eine Selbsthilfegruppe für verwaiste Kinder. Da würde ich erst mal nachfragen ob die auch Hilfe anbieten wenn, in diesem Fall die Mama, noch nicht gestorben ist.

Übrigens habe ich immer gemeint das mein Sohn bei "seiner" Therapeutin nicht mitarbeitet und ihm die Sitzungen nichts bringen. Erst jetzt nach Jahren weiß ich das es sehr wohl was gebracht hat.
Gerade Jugendliche machen nach außen hin oft dicht.

LG Bye Cordu
27.12.2009 21:31 cordu ist offline Registrieren Sie sich jetzt kostenlos -> Registrieren Sie sich jetzt kostenlos!
Hextina Hextina ist weiblich
KrisenmanagerIn ;-)


images/avatars/avatar-4035.jpg

Dabei seit: 01.03.2005
Letzte Aktivität: 24.05.2012 22:22
Beiträge: 2.323
Herkunft: Hamburgerin im wilden Syden



RE: Wie mache ich es richtig? von Hextina (27.12.2009 22:07)

Diesen Beitrag empfehlen       Zum Anfang der Seite

Bücher zu diesem Thema

Hi du,

ich hab eben beim lesen tief Lust holen müssen, ob dieser Geschichte. Allein schon was du bereits alles getragen und auffgefangen hast scheint mir gerade fast unfassbar.

Zitat:
Original von schnupe
den einen oder anderen Rat geben.


Nein, kann ich leider nicht. Ausser das du auch gut auf dich aufpasst bitte. Weil die Kinder werden dich noch länger brauchen. Hast du evtl. Kontakt zu JA oder anderen Beratungsstellen, so das man auch Hilfe zu dir transpotieren kann. Sowohl mentaler als auch ganz praktischer Art.

Ich wünsch dir alle Kraft der Welt,

Tina
27.12.2009 22:07 Hextina ist offline Registrieren Sie sich jetzt kostenlos -> Registrieren Sie sich jetzt kostenlos!
schnupe schnupe ist weiblich
Giga-User


Dabei seit: 20.12.2003
Letzte Aktivität: 21.06.2010 18:11
Beiträge: 864
Beruf: Beruf Raumausstatterin, aber derzeitig tätig in Küche und Service im Altenpflegezentrum
Kinder: 3 (w,m,wm) 15, 12 und 6 und einen im Herzen adoptierten 16 jährigen
Familienstand: geschieden
Sonstiges: Die Welt ist ein Irrenhaus, und hier bei mir ist die Zentrale


Themenstarter Thema begonnen von schnupe

Re: Wie mache ich es richtig? von schnupe (27.12.2009 22:40)

Diesen Beitrag empfehlen       Zum Anfang der Seite


Hallo Cordu,

ja auch C. macht dicht.....ist doch eh alles quatsch dieses Psychogeschwafel etc ;)

Wenn ich nun von Dir lese, das Du Jahre später gemerkt hast, das es doch was gebracht hat....okay, ich habe wieder Hoffnung, danke!

@Hextina

hilfe? Wo sollte ich mir die holen? Ich bin ja nicht wirklich selbst betroffen...ich stehe nur mittendrin, aber ehrlich? Das nimmt ganz schön mit.

Als am 10.12. un 20.15 der anruf kam, rief ich meiner Tochter sofort ein Taxi(ich konnte nicht weg, die kleine schlief ja bereits) das sie zu C. fahren konnte. Durch die Nachbarn erfuhr ich Tage später, was für ein Aufgebot dort war(als meine Tochter eintraf) 3 RTW, Polizei, Notarztwagen, später Bestatter....gegen halb zwölf nachts kamen beide mit Taxi hierher, C wollte hier schlafen....wir haben geweint, geredet, aber schockzustand halt. Als ich beide Morgens weckte, weil ich zur arbeit mußte, und beide bei seinem Vater ablieferte, eben mit rein und so weiter, ich bin dann zur Arbeit gefahren, dort angekommen, und habe erstmal nur geweint.
Ich stieß dort auf totale Verständnis....Aber wo sollte ich mir Hilfe suchen? Wenn man nicht auf dringlichkeit macht, dauern Termine Monate....und ich selber bräuchte jetzt Rat und Hilfe, damit ich die Pubis gut über die Runden bringen. Mir tut, was ich grad merke, das "reden" hier schon sehr gut.
27.12.2009 22:40 schnupe ist offline Homepage von schnupe Registrieren Sie sich jetzt kostenlos -> Registrieren Sie sich jetzt kostenlos!
hitnak hitnak ist männlich
Ultra-User Level II


images/avatars/avatar-58.jpg

Dabei seit: 26.07.2008
Letzte Aktivität: Gestern, 22:53
Beiträge: 2.120
Familienstand: verheiratet



Re: Wie mache ich es richtig? von hitnak (27.12.2009 23:17)

Diesen Beitrag empfehlen       Zum Anfang der Seite


Hallo,

ich finde es wunderschön, dass Du für den Jungen da bist. So wie es klingt, hat er ja, wenn überhaupt, nicht so viele Menschen, die ihn fest halten. Ich weiß, wie gerne man jetzt, sofort alles gut machen möchte, wie hoffnungslos und verzweifelt man dabei wird, und manchmal auch enttäuscht, weil der andere nicht alles, was man versucht, annimmt. Für ihn entwickeln sich die Ereignisse, sind noch nicht abgeschlossen, die Wunden, die man heilen müssen wird, sind noch nicht einmal vollständig aufgerissen. In so einer Situation kann und darf man von einer psychologischen Betreuung nicht zu viel erwarten, zumal sich in solchen Situation auf den Psychologen auch eine gute Portion Abscheu und Ablehnung entladen kann: "Was will der mir erzählen, der weiß doch gar nicht was ich durchmache".

Es ist gut, dass Du für ihn da bist. Mehr als das kann ohnehin niemand leisten. Du selbst solltest aber in dieser Situation mehr als sonst Dir in Erinnerung zurück rufen, was Du gerne tust, was Dir Energie bringt, und das auch mal tun. Da zu sein bedeutet nicht, so lange ständig da zu sein, bis die Batterien leer sind. Man darf auch zwischendrin gerne mal die Tür hinter sich zu machen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Viele Grüße und ganz viel Kraft,

Ariel
27.12.2009 23:17 hitnak ist offline Registrieren Sie sich jetzt kostenlos -> Registrieren Sie sich jetzt kostenlos!
schnupe schnupe ist weiblich
Giga-User


Dabei seit: 20.12.2003
Letzte Aktivität: 21.06.2010 18:11
Beiträge: 864
Beruf: Beruf Raumausstatterin, aber derzeitig tätig in Küche und Service im Altenpflegezentrum
Kinder: 3 (w,m,wm) 15, 12 und 6 und einen im Herzen adoptierten 16 jährigen
Familienstand: geschieden
Sonstiges: Die Welt ist ein Irrenhaus, und hier bei mir ist die Zentrale


Themenstarter Thema begonnen von schnupe

Re: Wie mache ich es richtig? von schnupe (27.12.2009 23:53)

Diesen Beitrag empfehlen       Zum Anfang der Seite


Danke Ariel

Deine Worte waren die, die mich grad wirklich erreicht haben. Ich vermute, Du hast ähnliches, vermutlich schlimmeres hinter Dir.

Ich werde meine Kraft versuchen zu halten....Auszeiten nehmen, sofern wie möglich als alleinerziehende...aber den Haushalt können wir dann auch zum Frühjahrsputz wieder in Angriff nehmen.

Ich lächle grad, waren nette Worte, danke
27.12.2009 23:53 schnupe ist offline Homepage von schnupe Registrieren Sie sich jetzt kostenlos -> Registrieren Sie sich jetzt kostenlos!
hitnak hitnak ist männlich
Ultra-User Level II


images/avatars/avatar-58.jpg

Dabei seit: 26.07.2008
Letzte Aktivität: Gestern, 22:53
Beiträge: 2.120
Familienstand: verheiratet



Re: Wie mache ich es richtig? von hitnak (28.12.2009 00:12)

Diesen Beitrag empfehlen       Zum Anfang der Seite


Hallo,

es freut mich, dass Du lächelst. So kannst Du Ruhe und Halt und Zuversicht in einer unruhigen Zeit scheinbar ohne Hoffnung geben.

Viele Grüße,

Ariel
28.12.2009 00:12 hitnak ist offline Registrieren Sie sich jetzt kostenlos -> Registrieren Sie sich jetzt kostenlos!
emma0668 emma0668 ist weiblich
Super-User Level III


Dabei seit: 13.11.2009
Letzte Aktivität: 06.04.2010 18:24
Beiträge: 184
Herkunft: Heilbronn
Interessen: Meine Familie, lesen, stricken, Kochen, backen
Beruf: Bürokauffrau
Kinder: Jason (13 Jahre) Tanita (5 Jahre)
Familienstand: verheiratet
Sonstiges: Zickig? Ne, emotional flexibel



Re: Wie mache ich es richtig? von emma0668 (28.12.2009 06:52)

Diesen Beitrag empfehlen       Zum Anfang der Seite


oh man, schlimm sowas zu lesen unglücklich
mein vater liegt auch mit krebs im endstatdkium da, und es gibt nichts was man tun kann, ich weis wie schrecklich der gedanke ist einen geliebten menschen zu verlieren... wie schlimm muss es dann erst für einen jungen menschen sein der doch gerade selbst die "größsten" probleme der welt hat? (pubertät etc.) und dann noch das mit seinem bruder unglücklich

was du da leistest und wie du dem jungen hilfst und natürlich auch deiner tochter, hut ab!
vll solltest du mal bei der diakonie um hilfe bitten, einfach auch sagen das du bald an deine grenzen kommst, den jungen auch nicht im stich lassen möchtest aber auch nicht mehr wirklich weiter weist, was du tun sollst da er ja psychologisch hilfe z.b. verweigert
oder auch einfach die telefonseelsorge anrufen (klingt doof ich weis unglücklich ) aber die wissen sicher auch ein paar nummern oder anlaufstellen an die du dich wenden kannst.
bei uns gibt es hier eine trauergruppe, da kann man sich hinwenden und auch hilfe holen wenn man trauert und grade kinder und jugendliche werden da unterstützt vll gibt es da eine hilfe für euch?

ich wünsche euch weiterhin viel kraft und stärke, vor allem dem jungen er hat es bitter nötig unglücklich
28.12.2009 06:52 emma0668 ist offline MSN Passport-Profil von emma0668 anzeigen Registrieren Sie sich jetzt kostenlos -> Registrieren Sie sich jetzt kostenlos!
Liliki Liliki ist weiblich
Mensch


images/avatars/avatar-6166.jpg

Dabei seit: 06.06.2003
Letzte Aktivität: 31.12.2011 20:54
Beiträge: 3.703
Herkunft: Nordlicht



Re: Wie mache ich es richtig? von Liliki (28.12.2009 08:47)

Diesen Beitrag empfehlen       Zum Anfang der Seite


Hallo Schnupe,

C und Deine Tochter werden wissen, was Sie an Deiner Unterstützung haben ... irgendwann! Von hier eine dicke Kraftmütze für Dich; denn die Geschichte in der Du gerade steckst, ist ja an Schwere kaum zu fassen ...

Rund um ein Hospiz gibt es eigentlich eine Menge Menschen, die helfen können und wollen. Das fängt bei den behandelnden Ärzten und dem Pflegepersonal an und endet bei ehrenamtlichen (lang ausgebildeten) Helfern und Seelsorgern, die oft auch Unterstützung durch Psychologen haben, die mit Traumatherapie erfahren sind.

Die werden auch versuchen, den Suizid des Bruders mit aufzufangen. Glaubt die Familie, dass er mit dem bevorstehenden Tod der Mutter nicht zurecht kam oder hatte er andere Gründe?

Ich würde umgehend Kontakt zum Team aufnehmen und mir eine Ansprechperson (auch für Dich!) suchen.

Nach dem Konzept der Palliativmedizin gehört jeder mit ins "Team" rund um einen sterbenden Menschen, der dort ist ... egal, welche verwandschaftliche Stellung er hat! Das kann ein Nachbar sein, eine Jugendfreundin ... oder eben auch die Mutter der Freundin des Sohnes.

Ihr habt also alle zusammen kompetente Ansprechpartner in der Nähe, die Ihr gerne "nutzen" solltet!

Ansonsten gilt vermutlich: einfach von Tag zu Tag aufnehmen, was ansteht und sehen, dass Du präsent bist/bleibst. Eine gute Hühnersuppe kochen und gesprächsbereit bleiben ... und für Dich "Gutes tun", so gut es in so verrückten Zeiten geht.

Bevorstehendes Sterben verkehrt alle Prioritäten, die wir Menschen so haben und trotzdem geht parallel das Leben weiter - eigentlich unfassbar!

Sonnenschein Lili
28.12.2009 08:47 Liliki ist offline Registrieren Sie sich jetzt kostenlos -> Registrieren Sie sich jetzt kostenlos!
hitnak hitnak ist männlich
Ultra-User Level II


images/avatars/avatar-58.jpg

Dabei seit: 26.07.2008
Letzte Aktivität: Gestern, 22:53
Beiträge: 2.120
Familienstand: verheiratet



Re: Wie mache ich es richtig? von hitnak (28.12.2009 15:45)

Diesen Beitrag empfehlen       Zum Anfang der Seite


Hallo,

ich möchte das, was ich gestern abend geschrieben habe, etwas verändern: Ich denke, Du hast einem Menschen das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht, dass man nur überreichen kann, ein Geschenk, dass man für Geld nicht kaufen kann, dass es eigentlich reichlich geben müsste, aber das trotzdem ausgesprochen rar ist: Du bist für diesen Menschen da, einfach nur da, gibst ihm Halt. Dieser Mensch, C, wird, jetzt nicht, und vielleicht nie, direkt darüber nachdenken, was Du für ihn tust, und ich denke auch nicht, dass das so sein sollte: Wichtig ist doch, dass er fühlt, tief innen drin, dass er eine Zuflucht hat, in einer Zeit, in der seine Welt untergeht. Wenn man darüber nachdenkt, wirkt es ausgesprochen zynisch: Gerade in der Zeit des Leids braucht er Sicherheit - und Freude. Denn die hilft ihm dabei, Kraft zu schöpfen; sie hilft, zu verhindern, dass die Wunden, die im Moment am Aufreissen sind, unheilbar werden. So wie für Dich Auszeiten, und damit auch Deine eigene Freude, absolutes Recht und Pflicht Dir selbst gegenüber sind, braucht C auch Auszeiten, während derer er sich ausstrecken kann, durchatmen kann, zu sich selbst zurück finden kann. Dass ist die Schnittmenge zwischen Dir und ihm, das ist das Geschenk, dass Du ihm machst.

Ich halte es aber deshalb auch für ausgesprochen wichtig, ihn nicht zu überfordern, zu nichts zu drängen. Denn das Problem scheint mir größer als das Sterben der Mutter zu sein. Hier geht, wie gesagt, eine ganze Welt unter, im wahrsten Sinne des Wortes: Seine Familie zerbricht nicht nur, sie verschwindet rasend schnell. Seine Mutter stirbt; zu seinem Vater (gehe ich richtig in der Annahme, dass die beiden getrennt leben?) hat er kein Verhältnis, sein Bruder hat sich getötet. Nahe Verwandte, wenn es sie gibt, dürften momentan sehr mit sich selbst mit dem Sterben der Mutter, mit dem Tod des Bruders beschäftigt sein.

Was geht in solch einem jungen Menschen vor, der gerade mitten im Übergang vom Kind zum Mann ist, den wir Pubertät nennen? Der Körper baut sich um, und mit ihm die Psyche: Als Kind ist man eins mit den Eltern. In der Pubertät entsteht die eigene Identität. Meist nervt uns das als Eltern ganz mächtig. Aber es ist gerade diese Phase, in der Halt und Anleitung wichtig sind: Man ist auf dem Weg in eine Welt, auf deren Herausforderungen man noch nicht vorbereitet ist. Da ist der Tod, und noch viel mehr als das, der eklige, brutale, unschöne Tod von vertrauten Menschen etwas ist, auf das man nicht vorbereitet ist. Und da ist das eigene Leben, das Leben wie man es bisher kannte, das zu enden scheint und die Unsicherheit erzeugt, die in der verzweifelten Frage resultiert, was denn nun mit einem selbst passiert: Da ist ein Kind auf dem Weg zum Mann, das kein Zuhause mehr hat. Das sich mit der eigenen Not alleine glaubt, während die Gefühle verrückt spielen. Wozu dann noch hinzu kommt, dass erwartet wird, dass dieses Kind auf dem Weg zum Mann eine Rolle gegenüber der Mutter erfüllt. Sie stirbt, sie hat den legitimen Wunsch, dass ihr Sohn an ihrer Seite ist, in diesen letzten Tagen, und es kann Unverständnis erzeugen, wenn er sich dagegen sträubt. Es ist eine Kollision der Bedürfnisse, die die Betroffenen meist selbst nicht formulieren können, die zum Gefühlschaos noch mehr Emotionen hinzufügen. So entsteht das ausgesprochene Gefühl: "Dieses Psychogelabere bringt doch nichts".

Gut möglich, dass er damit Recht hat: Decken diese Gespräche die ganze Bandbreite seines Leides ab? Als Erwachsener neigt man dazu, das Problem auf das Offensichtliche, das Sterben der Mutter zu reduzieren. Und man neigt dazu, eine psychologische Betreuung als das Nonplusultra zu betrachten, nachdem man so etwas über Jahrzehnte hinweg verteufelt hat. Ich denke, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen: Psychologische Betreuung, Therapie hilft, aber sie hat meist Grenzen - sie kann aufarbeiten, einordnen, aber der Aufbau von Lebensstrukturen muss im Alltag passieren. Ein Berater im Hospiz, ein onkologischer Psychologe hilft Angehörigen dabei, mit der Erkrankung, dem nahen Tod eines nahen Menschen umzugehen, aber sie sind in ihrer Tätigkeit auf dieses Feld beschränkt - sie bereiten nicht auf das alltägliche Leben nach dem Tod vor, können es gar nicht.

Wenn C "dicht macht", dann bedeutet das nicht unbedingt, dass er Hilfsangebote ablehnt - es sind vielleicht ganz einfach nicht die richtigen Angebote für ihn.

Ich persönlich halte es für richtig, sich bereits jetzt Gedanken darüber machen, was mit ihm passieren soll. Er braucht ein Zuhause, feste Strukturen, gerade jetzt, und vielleicht könntest Du Dir überlegen, welche Verwandten da sind, die ihn nicht nur aufnehmen, sondern auch eine Heimat geben können, in der er dann anfangen kann, dass, was er in diesen Tagen erlebt, aufzuarbeiten. Ich persönlich bin mir nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, dem Jungen zuzumuten, jetzt, in dieser Situation, eine Beziehung zu seinem Vater aufzubauen - falls das überhaupt möglich ist, denn wenn die Eltern (was ich momentan nur vermute) getrennt sind, dann könnten auch da viele negative Emotionen vorhanden sein.

Wichtig ist, dass im Moment für Dich nur drei Personen im Vordergrund stehen dürfen: Du, Deine Tochter, C. Ihr beide könnt dem Jungen nur helfen, indem ihr auf Euch selber aufpasst. Man kann es nicht oft genug sagen. Sprich ruhig mal mit Deiner Tochter über ihre Sicht der Dinge.

Und bei alledem: Füge Deinem Geschenk an C noch etwas ganz Einfaches hinzu, und überfordere ihn nicht.

Viele Grüße und ganz viel Kraft,

Ariel
28.12.2009 15:45 hitnak ist offline Registrieren Sie sich jetzt kostenlos -> Registrieren Sie sich jetzt kostenlos!
  Seiten (2): [1] 2 nächste »
Antwort erstellen Dieses Thema empfehlen
Gehe zu:
» Kostenlos bei elternforen.com:
Kostenlos bei elternforen.com: Für Frauen vor und nach der Schwangerschaft: Jetzt unsere aktuellen Gratis-Informationen zu allen Schönheits-Behandlungen per Formular anfordern.

Suchbegriffe, unter denen andere Personen dieses Thema fanden:
fragen zum hospizeinzug, richtig trauern.

Beiträge Forum letzter Beitrag Antworten Hits
 Die letzten Beiträge deaktivieren Die letzten 5 Beiträge ausgewählter Foren
Alarm! Kindsmutter aggresiv gegenüber Baby Alltags-Sorgen-Forum Heute, 08:11 von Gerhard S. 2 144
Lehrer, die sich bei Facebook mit Schülern be ... Medien und Kinder Gestern, 22:33 von Maju 5 362
Dummer Modetrend? Small Talk Gestern, 22:24 von Maju 10 414
Achtung Fragen von Eltern zum Thema Kindergarten Kinder Kinder Gestern, 20:50 von Sabrinam 0 109
Zigaretten gefunden Kindererziehung - Erziehungsfragen + Erz ... Gestern, 15:48 von Springpferd 3 225

Sie sind hier: Ratgeber für Eltern - Forum Schwangerschaft, Babys und Kinder (Startseite) » Kinder + Erziehung » Wenn Kinder und Erwachsene trauern » Brauche Rat   Wie mache ich es richtig?

Werde ein Fan von uns auf facebook | Folge uns auf twitter

Bücher zu diesem Thema

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbedingungen | Wir über uns | elternfragen.net

Forensoftware: Burning Board, entwickelt von WoltLab GmbH

Gerade über Google gesucht: alleiniges sorgerecht, ss streifen reduzieren, roter juckender ausschlag nach impfung

Fotos © drubig-photo, Ramona Heim, pete pahham, Svetlana Fedoseeva, Valua Vitaly, Piotr Marcinski - fotolia.com