Ab wann eigentlich schwer erziehbar? |
MartinaRosa

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Ab wann eigentlich schwer erziehbar? von MartinaRosa (20.01.2004 13:52) |
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Dies ist ein Thema aus dem Jahr 2004:
Hallo!
Ich bin neu hier und möchte mich erst mal kurz vorstellen. Mein Name ist Martina, bin 39 Jahre alt und habe drei Kinder (14m.,8w,3m). Meine Hobbies sind lesen, basteln und Familie.
Wobei das letzte im Moment eher etwas schiefläuft. Und damit wäre ich auch schon bei meinem Problem:
Mein Sohn (3) kam im Oktober in den Kindergarten. Ich war so froh, daß er auch gerne hingeht. Kein Jammern und Heulen. Einfach tschüss Mama und gut. Doch nach 1 Woche fingen die Schwierigkeiten an. Er kratzt, haut, schubst und das den ganzen Vormittag. Die Kinder, die er angreift sehen schrecklich aus. Total zerkratzte Gesichter. Ich war eintsetzt. Es lässt einfach nicht nach. Ich habe es ihm immer wieder erklärt, daß das weh tut, daß man so was nicht macht, daß es doch viel schöner ist mit anderen Kindern zu spielen usw.....
Lt. Erzieherin passiert das ohne Vorwarung und ohne ersichtlichen Grund. Das glaube ich ihr, denn wenn ich ihn abhole bekommt erst mal jeder, dem er gerade begegnet eine geschmiert - auch die Mütter wurden schon angegriffen. Die haben natürlich für so ein auffälliges Kind gar kein Verständnis und für mich als Mutter nur verachtende Blicke übrig. Mir krampft sich automatisch der Magen zusammen, wenn ich vor der Gruppe sitze, um darauf zu warten, daß die Tür aufgeht. Weil täglich ein anderes Kind ein zerkratztes Gesicht hat. Ich grüße die anderen Mütter nur kurz, kann aber keinem in die Augen schauen. Ich komme mir vor als wenn alle nur tuscheln.
Zu Hause ist er auch sehr auffällig. Seine Geschwister werden ständig angegriffen. Ein zusammen Spielen gibt es nicht. Dann muß er sich bei mir hinsetzen, damit er eine Auszeit bekommt. Danach geht es mal ein paar Minuten gut. So langsam verlieren wir alle die Geduld und werden auch mal laut.
Wenn er etwas von mir will und ich verstehe es nicht sofort schreit er so laut, daß selbst die Nachbarn mich mal angesprochen haben. Oder er wirft mit allen möglichen Gegenständen. Auch habe ich jetzt schon mehrmals versucht, daß mal ein Kind zu uns kommt, damit er wenigstens einen Freund bekommt. Aber niemand kommt freiwillig. Kann ich auch verstehen. Aber so langsam zweifle ich an meinem Verstand. Ich schlafe kaum noch durch und zittere den ganzen Tag furchtbar.
WAS MACHE ICH DENN FALSCH????????
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Pusher2: 24.05.2009 06:41.
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20.01.2004 13:52 |
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David
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Herkunft: Südbayern ;-) Interessen: Kinderpädagogik / Psychologie, Medizin / Homöopathie, Pfadfinden, Aikido Beruf: Fachinformatiker für Systemintegration Kinder: 50 im Alter von ca. 6 bis 20 :-D
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Re: Ab wann eigentlich schwer erziehbar? von David (20.01.2004 13:57) |
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Könnte es sein, dass er vielleicht das Gefühl hat zu wenige Aufmerksamkeit zu bekommen? Hört sich ein bisschen so an...
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20.01.2004 13:57 |
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MartinaRosa

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Re: Ab wann eigentlich schwer erziehbar? von MartinaRosa (20.01.2004 14:14) |
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Ich weiß mir keinen Rat. Ich spiele und bastle mit ihm wie mit den anderen auch. Nur daß er keine 5 Minuten sitzen bleiben kann. Ein Buch vorlesen geht gar nciht. Das zerfetzt er anschließend.
Dieses Verhalten fing eigentlich schon mit dem 2. Lebensjahr an. Aber es wird halt immer schlimmer. Ich habe einfach keine Kraft mehr. Mein Mann versucht mir immer einzureden "Das wird schon wieder". Ich muß dazusagen, daß mein ältester Sohn ganz genau so war. Bei ihm dauert die Phase extakt vom 1. Lebensjahr bis zum 3. Schuljahr. Auch ohne erkennbaren Grund
(
Meine Bekannten, die die noch geblieben sind, meinen, ich soll ihm mal kräftig den Hintern versohlen. Aber das bringe ich nicht über´s Herz. Damit lernt er doch nur, daß Aggressivität ok ist
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20.01.2004 14:14 |
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David
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Re: Ab wann eigentlich schwer erziehbar? von David (20.01.2004 14:21) |
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[quote][i]Original von MartinaRosa[/i]
Meine Bekannten, die die noch geblieben sind, meinen, ich soll ihm mal kräftig den Hintern versohlen. Aber das bringe ich nicht über´s Herz. Damit lernt er doch nur, daß Aggressivität ok ist[/quote]
Lass das besser!
Gewalt erzeugt nur Gegengewalt!
Ich weiß nicht, ob das hilft, mein Bruder ist ein ganz ähnlicher Fall, und ich habe eine eigene Methode entwickelt ihn wieder zur ruhe zu bringen. Jedes Mal, wenn ich merke er flippt gleich wieder aus nehme ich ihn einfach in den Arm und lasse nicht mehr los. Zwar schlägt seine Aggression dann zwar ziemlich schnell in tränenreiche Trauer aus, (Ich denke er kommt sich dann ein wenig hilflos vor, und weiß nicht wo hin mit seiner Wut, daher.) aber weinend ist er wesendlich leichter zu beruhigen als aggressiv.
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20.01.2004 14:21 |
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MartinaRosa

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Re: Ab wann eigentlich schwer erziehbar? von MartinaRosa (20.01.2004 14:27) |
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hallo David!
Die Methode nennt sich Holding. Damit habe ich es auch schon probiert. Er heult und schreit dann, aber sobald ich ihn dann wieder loslasse, wenn er sich beruhigt hat, wird´s nur noch schlimmer. Ich müßte praktisch den ganzen Tag mit einem schrecklich wütendem und schreiendem Kind auf dem Schoß dasitzen.
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20.01.2004 14:27 |
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Mary-Nick unregistriert
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Re: Ab wann eigentlich schwer erziehbar? von Mary-Nick (20.01.2004 14:27) |
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Dann hat er eben das super-aktiv-Gen mitbekommen.
Hmh...Was sagen denn die Erzieherinnen im Kindergarten dazu? Wie reagieren sie, wenn er einem Kind das Gesicht zerkratzt???
Und - ich bin ja auch kein Freund von Arsch versohlen - aber mein Nilsemann hat auch mal die Phase gehabt, wo er alle gekratzt hat wie blöd. Teilweise blutig. Ich habe mir auch gedacht, dass sich das gibt - aber als er das dann - kurz bevor er in den KiGa kommen sollte immer noch gemacht hat, musste ich was tun.
Also habe ich einmal, unmittelbar nachdem er meine Tante so blutig kratzte, dass ihr echt das Blut runterlief gepackt - ihm nochmal ganz ruhig erklärt, dass das wehtut und ihn gefragt, ob ich ihn mal so kratzen soll.
Da ich ganz kurze Fingernägel habe ging das. Ich habe ihn einmal ziemlich feste, so dass er es merken konnte aber ohne bleibenden Schaden gekratzt - und er hat verwundert draufgeschaut und dann habe ich gesagt, dass genauso und viel weher es bei den Leuten tut, die er attakiert.
Seitdem war Ruhe.
So handhabe ich das immer, wenn er nach wiederholten Aufforderungen oder so solche Geschichten nicht lässt. Ihn das selber mal spüren lassen - bedacht - aber auch so, dass er das mal spürt.
Das hilft. Dadurch hat er auch gelernt, sich zu entschuldigen. Denn nach solchen Aktionen sage ich "Sorry, dass ich dir jetzt mal wehtunmusste, es tut mir leid - aber ich wollte dir mal zeigen, wie du anderen Weh tun kannst."
Klingt vielleicht etwas krasser als es eigentlich ist... :prost
Ach-ja...Schneide die Fingernägel von ihm bis ganz runter - so dass er gar nicht mehr kratzen kann! Habe ich bei Nils übrigens auch als unterstützende Maßnahme gemacht.
Und - auf jeden Fall auch mal mit den Erzieherinnen sprechen!
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20.01.2004 14:27 |
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IlkaM. unregistriert
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Re: Ab wann eigentlich schwer erziehbar? von IlkaM. (20.01.2004 14:31) |
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Also erstmal: "Falsch" machst Du überhaupt nichts. Auch Kinder haben ihre eigenen Charaktere, sie funktionieren meistens nicht so, wie wir uns das für sie so vorstellen.
Was kann da los sein mit Deinem jüngsten Spross?
Spontan kommt mir in den Sinn, dass er es vielleicht genießt, im Kindergarten erfahren zu haben, dass er - der er bislang immer der Jüngste war - auch mal Macht und Gewalt über andere haben kann. Dabei können Jungs durchaus aggressiver werden.
So, wie Du es beschreibst, geht sein Verhalten aber wohl zu weit. Er schadet nicht nur anderen, sondern auch sich selber.
Was kannst Du tun?
Ein tendenziell aggressives Kind kannst du sicherlich nicht von heute auf morgen zu einem kleinen Engel machen. Was er aber sicherlich lernen kann, ist, seine Aggressionen zu kanalisieren. Versuch doch mal, ihm etwas anzubieten, wo er seine Aggressionen gezielt ablassen kann - einen Punchingball zB oder große Kissen, auf die er wild eindreschen kann. Mach das zu einer täglichen "Sportstunde" - lass ihn sich richtig auspowern (auch schreien, brüllen...).
UND: Sei ganz konsequent in Deiner ablehnenden Haltung gegenüber seiner Aggression anderen gegenüber! Mach ihm (mit Worten, in einem strengen Tonfall) deutlich, dass das nicht geht. Und vergiss nicht, ihn zu loben, wenn er sich friedlich verhält :)
Als Hilfestellung kannst Du natürlich immer eine Erziehungsberatung aufsuchen - die sind ja für sowas da.
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20.01.2004 14:31 |
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MartinaRosa

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Re: Ab wann eigentlich schwer erziehbar? von MartinaRosa (20.01.2004 14:32) |
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Tja im Kindergarten sind 2 Erzieherinnen in der Gruppe. Wenn er mal wieder ausflippt muß er bei einer von beiden sitzen bleiben. Die finden das natürlich auch nicht soooo toll.
Fingernägel schneiden ist bei uns schon fast tägliches Ritual. Und merkwürdigerweise sagt er dabei immer den gleichen Satz "Da bin ich jetzt lieb" und zeigt dabei auf seine Finger. Und jedesmal habe ich neue Hoffnung. Seine Geschwister verlieren langsam die Geduld und haben ihn dann auch schon mal geschubst oder gekratzt. Dann kommt er heulend zu mir. Ich erkläre ihm dann jedesmal, daß es für die anderen genauso ist wenn er sie kratzt oder beißt oder......
Es fruchtet nicht!
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20.01.2004 14:32 |
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Sonja unregistriert
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Re: Ab wann eigentlich schwer erziehbar? von Sonja (20.01.2004 23:11) |
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Hallo Martina!
Da das ganze Theater nach Beginn des Kindergartens aufgetreten ist, würde ich darauf tippen, dass er dort irgendwelche Erfahrungen gemacht hat, die ihn agressiv machen. Eine Vermutung: er war es bisher nicht gewöhnt mit Gleichaltrigen auf längere Zeit auf engerem Raum zusammen zu sein. Denn das ist doch etwas ganz anderes wie große Geschwister oder Eltern! Vielleicht hat er am Anfang Probleme gehabt sich einzugewöhnen, wurde nicht an Spielen beteiligt, wollte Sachen die andere haben und ihm fehlten die Mittel sich zu wehren, sich durchzusetzen. Mit Gewalt und Verbreitung von Schrecken kann er sich aber eine Position in der Gruppe schaffen. Und das versucht er sicherlich auch zu Hause.
Meine Tipp: engmaschig mit den Erzieherinnen arbeiten, fragen, ob der Kiga-Träger auch psychologische Beratung anbietet. Strategien besprechen, die sowohl im Kiga als auch zu Hause durchgezogen werden. Konsequent negatives Verhalten nicht honorieren, aber Auswege zeigen. Austobgeräte anschafen, so wie Ilka es vorgeschlagen hat!
Wenn das auf Dauer nicht bringt, würde ich eine Beratungsstelle aufsuchen. Eventuelle mit dem Kinderarzt reden.
Viele Grüße
Sonja Knippenberg
-Moderatorin-
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20.01.2004 23:11 |
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