Wie erziehe ich selbstbewusste Kinder? |
Maju

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Wie erziehe ich selbstbewusste Kinder? von Maju (17.10.2010 15:27) |
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Meine „küchenpsychologischen“ (Ein Wort das ich von Ariel gelernt habe) Betrachtungen:
Nach ausgiebigen Überlegungen kam ich zum Ergebnis, dass ich in Ansätzen 1. ein Helfersyndrom habe, 2. ein Perfektionist bin und 3. daraus wahrscheinlich resultierend ein Narzisst sein müsste. Außerdem bin ich mit 54 kg untergewichtig und blogge im Internet, was ebenfalls ins Muster passt, gefallen zu wollen. Sicherlich das alles nicht in krankhaftem Ausmaß. Ich leide nicht unter Stress oder chronischen Krankheiten deswegen. Aber ein gesundes Selbstbewusstsein wäre mir natürlich auch lieber.
http://www.psychotipps.com/helfersyndrom.html:
„Der Begriff Helfersyndrom wurde von Wolfgang Schmidbauer eingeführt. Die Merkmale des Helfersyndroms sind:
Betroffene
-haben ein geringes Selbstwertgefühl.
-beziehen ihr Selbstwertgefühl daraus, anderen zu helfen.
-berücksichtigen manchmal die Wünsche desjenigen, dem sie helfen wollen nicht, sondern drängen ihre Hilfe auf.
-lehnen Unterstützung bei der Hilfe durch andere ab.
-übersehen eigene körperliche Grenzen.
-vernachlässigen eigene Bedürfnisse und Wünsche.
-erwarten von den Menschen, denen sie helfen, Dankbarkeit und Anerkennung.
Betroffene lernen in der Kindheit, sich von der Anerkennung durch andere abhängig zu machen. Sie halten sich nur dann für liebenswert und wertvoll, wenn andere ihnen dankbar sind und sie für diese wichtig sind. Sie fühlen sich in der Rolle des Märtyrers wohl, der sich für andere aufopfert. Sie glauben, sonst nichts zu besitzen, als besonders leidensfähig und aufopferungsvoll zu sein. Es ist ihr Weg, sich aufzuwerten und als etwas Besonderes zu sehen.
Betroffene denken häufig nur in einer Alles-oder-Nichts-Schiene: Entweder ich bin ein guter Mensch und bin immer hilfsbereit oder ich bin egoistisch, berücksichtige meine Bedürfnisse und bin ein schlechter Mensch.“
Was den Perfektionismus betrifft ist er bei mir noch meist funktional, kann aber jederzeit in einen krankmachenden, dysfunktionalen abrutschen. Mit Helfersyndrom, Perfektionismus und Narzissmus ist man der gefragteste Mitarbeiter heutzutage, steht aber auch immer mit einem Bein im Burnout oder in Depressionen. Soweit – so schlecht.
Das alles wäre jetzt kein Problem für mich (noch nicht…), wenn ich nicht sehen würde, wie meine Mittlere (Anna,11) schon die gleichen Tendenzen zeigen würde. Ich habe gelesen, dass das Helfersyndrom dadurch entstehen kann, dass Eltern ihren Kindern vermitteln, sie wären verantwortlich für die Gefühle von Mama und Papa. Nach reiflichen Überlegungen schließe ich diese Variante bei mir und meinem Mann aber aus.
Ich sehe keinen Ausweg aus der Situation. Wenn Anna mal wieder bis zum Umkippen schuftet (in zwei Stunden 13 alte Tujabäume von Hand umsägt, Äpfel säckeweise aufklaubt und danach noch das halbe Haus putzt, und vieles mehr), dann bin ich natürlich froh über die Hilfe und sie hat die Anerkennung aus der sich ihr Selbstbewusstsein nährt und ist glücklich. Aber genau das ist ja falsch. Ihr Selbstbewusstsein soll sich ja auf etwas anderes gründen. Aber worauf? An diesem Punkt komme ich nicht wirklich weiter, weil ich ja auch anders empfinde als es sein sollte.
Auch Anna ist schon untergewichtig und stolz darauf.
Meine anderen beiden Töchter sind übrigens ganz anders! Sie sind nicht so darauf angewiesen zu gefallen, sie ruhen einfach in sich selbst.
Meine Befürchtung ist jetzt natürlich, dass ich ein paar Antworten bekomme in Richtung: „Du gibst nicht genug Liebe…“ Ja, das kann schon sein. Aber dann gebt mir doch bitte auch einen Rat, wie man seine Liebe steigern kann.
Danke euch allen, die ihr das alles gelesen habt, ohne die Augen zu verdrehen und allen, die sich um eine Antwort bemühen.
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17.10.2010 15:27 |
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hitnak
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Re: Wie erziehe ich selbstbewusste Kinder? von hitnak (17.10.2010 22:00) |
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Liebe Maju,
das ist unglaublich viel, was Du da in die Runde schmeißt, und es ist auch unglaublich interessant, weil das, was Du beschreibst, im Großen und Ganzen etwas ist, was sehr viele Menschen betrifft, und ich befürchte, dass sich dies nicht in einen oder mehrere Begriffe, oder sogar Diagnosen, pressen lässt.
Ich kann das Streben vieler Menschen verstehen, den Dingen einen Namen geben zu wollen, denn wenn die Dinge einen Namen haben, dann glaubt man, auch etwas dagegen machen zu können. Man kann es googeln, und man kann Medikamente vom Arzt fordern, oder in einem Forum nach Gleichgesinnten, oder nach Rat suchen.
Leider hat das Leben aber nicht nur einen Namen, aber es kann durchaus passieren, dass man sich Probleme schafft, wo bisher keine oder nur wenige sind, wenn man versucht den Dingen selbst einen Namen zu geben. Hast Du ein Helfersyndrom; hast Du Narzissmus? Ich kann es Dir nicht sagen, und das Internet auch nicht. Das einzige was ich Dir sagen kann ist, dass aus Deinen Zeilen die Angst spricht, nicht das absolut allerbeste für Deine Kinder zu tun. Ist das Perfektionismus? Vielleicht. Es könnte auch Mutterliebe sein.
Man sollte sich nie selbst diagnostizieren, selbst wenn man vom Fach ist. Ich frage mich gerade wieder einmal, warum die Menschen, die ihre Psyche oder die Psyche anderer anhand des Internets diagnostizieren und therapieren eigentlich mit gebrochenen Knochen zum Chirurgen gehen? Es weiß doch jeder, wie man gebrochene Knochen behandelt - um eine Orthese dran zu machen braucht es wirklich keinen Arzt. Und dennoch tut man das, während man die ungleich komplexeren Probleme der Psyche, die man nun wirklich nicht auf Anhieb erkennen kann, selbst diagnostiziert und behandelt. Macht das irgendeinen Sinn? Für mich nicht.
Was Du beschreibst, ist etwas, dass vielen Menschen passiert: Man macht sich Sorgen, man weiß nicht, ob das was man tut, wirklich das Beste für die Kids ist. Aber man sollte sich ernsthaft die Frage stellen: Habe ich ein Problem? Fühle ich mich wohl, so ich bin? Und noch viel mehr als das: Sehen andere bei mir ein Problem? Denn wenn das so ist, dann ist der allerbeste Weg, seine KInder davor zu bewahren, den Gang zu einem anständigen, gut ausgebildeten Therapeuten anzutreten.
Denn Kinder nehmen immer ein Stück von uns mit ins Leben, im Guten, wie im Schlechten: Der Alkoholismus des Vaters, die Depressionen der Mutter - all' das kann abfärben, genauso wie die guten Dinge abfärben. Wie zum Beispiel Empathie.
Helfersyndrom, Narzissmus - das sind Probleme, die Dir nicht erst jetzt aufgefallen wären: Andere hätten Dich darauf hingewiesen, Dich dafür kritisiert. Und Du wärst keinesfalls ins Netz gegangen, und hättest selbst nachgeschaut. Denn in diesen beiden Störungskonzepten, vor allem nicht, wenn sie sich kombinieren, ist es nicht vorgesehen, dass man seine Handlungen kritisch hinterfragt: Man ist davon überzeugt, dass es seine Richtigkeit hat, und dass die anderen einfach nur neidisch und undankbar sind.
Wie ich bereits geschrieben habe: Es ist etwas, dass unglaublich oft vorkommt. Und für das es unglaublich viele Gründe gibt. Die dominante Mutter, die ihren Kindern alle Entscheidungen abnimmt, und keine anderen Meinungen akzeptieren kann, die Schläge der gute Rater, die alles stehen und liegen lassen, damit man genau das macht, was sie für das Richtige halten, wenn man mal krank ist - sie sind überall, sie gehören zum Alltag, und in den meisten Fällen fällt es den Beteiligten gar nicht auf, oder sie beschweren sich bestenfalls im Elternforum über ihre Schwiegermonster, denn man lebt selber bereits seit Jahren mit diesen Menschen. Schmidbauer hat damals diese Alltagshölle nur formuliert; ein Krankheitsbild wollte er damit nie schaffen - er hat eine Grundlage geliefert, auf der wir aufbauen, und die wir weiter entwickeln, überall auf der Welt und auf die jeweiligen sozio-kulturellen, sozio-ökonomischen Umstände abgestimmt. Seine Grundlage hat zur Beschäftigung mit den Over-bearing Moms in den USA oder der Ima in Israel oder den Helfersyndromlern in Deutschland aufgerufen. Als Grundlage für eine Diagnose war sie nie gedacht.
Denn heute wissen wir, dass nicht allein mangelndes Sebstbewusstsein die Ursache sein kann - sie kann auch im Gegenteil in einem ausgeprägten Kontrollbedürfnis ihre Wurzeln haben. Bindungsstörungen können ein Helfersyndrom auslösen. Und das Helfersyndrom selbst kann sich in eine Vielzahl verschiedener Komponenten aufteilen. Es kann auch unterschiedliche Schweregrade einnehmen - bis hin zu einem Punkt, an dem es zerstört.
Immer ist es aber so, dass nicht allein und vor allem derjenige, der ein Helfersyndrom hat, darunter leidet - es sind auch und vor allem diejenigen, denen geholfen wird, die ein Opfer des Syndroms sind, denn es ist sehr schwer, vor allem für einen Kranken, zu akzeptieren, dass ihm die Entscheidungen aus der Hand genommen werden, sondern es kann seine Krankheit weiter verschlimmern, wenn es zum "Knall" kommt, und sich der Kranke mit den Vorwürfen des Helfers auseinander setzen muss, undankbar zu sein, und durch seine Krankheit den Helfer "zu zerstören".
Aber das ist nicht das einzige Szenario: Gerade im familiären Umfeld, und wenn es um Kinder geht, kann ein solches Verhalten Kinder in ihrer Entwicklung behindern, und sie im Extremfall sogar krank machen. Ein Eingreifen durch Dritte ist in einem solchen Fall nahezu unmöglich, weil der HSler fest davon überzeugt ist, dass es völlig so sein muss, weil man ja seine Kinder lieben und beschützen muss, und es dafür auch notwendig ist, sich selbst zu zerstören. Jeder der dies kritisiert, wird als bösartig gesehen. Hier ist es dann mehr eine Bindungsstörung des betreffenden Elternteils, gepaart mit einer Rollenveränderung in den Augen des Erkrankten, durch die das Kind nicht mehr Kind, sondern aus Einsamkeit eher Partner geworden ist, als ein reiner Mangel an Selbstbewusstsein, der zum Helfersyndrom führt, wobei in diesen Fällen die Grenzen zu anderen Störungen auch sehr fließend verlaufen können. Auch eine aggressive oder auto-aggressive (zum Beispiel Tablettenmissbrauch) Eskalation ist möglich, vor allem wenn Realitätsverlust, Depressionen, Narzissmus hinzu kommen.
Das Besondere dabei ist, dass, wie bei allen Arten des Helfersyndroms eine Konfrontation des Betroffenen sehr lange auf sich warten lässt, weil das Umfeld ja nun einmal oft selbst glaubt, dass das so sein muss, und weil Beobachter in Fällen wie dem letzt genannten Szenario zunächst Schwierigkeiten haben, die Zusammenhänge und Rollenverteilungen zu erkennen: Was kann an einer besorgten Mutter schon verkehrt sein? Und wie mies ist es denn, dass ein 15jähriger einfach so ausziehen will? Wie mies, dass er mit Selbstmord droht? Sich die Familie zurück zieht? Wo es doch so schlecht geht, weil die Mutter einfach nur da sein will? Auch dies ist eine Facette des Helfersyndroms, falls man es dann überhaupt noch so nennen kann. Diese Aneinanderkettung von Störungen hat keinen Namen, obwohl es häufig passiert.
Wie können wir unsere Kinder davor schützen? Vor allem, in dem wir uns selbst schützen. Auf uns aufpassen. Auch mal die Tür hinter uns zumachen, wenn es zu viel wird. Aber vor allem, indem wir aufpassen, dass wir anderen Menschen unseren Willen nicht aufdrücken.
Ich selbst habe ja, wie Du weißt, sechs von neun Kindern, die sehr schwere, und auch extremste Erfahrungen in ihrem Leben machen mussten. Meine Frau und ich haben kein Helfersyndrom. Aber wir sind uns der Gefahr immer bewusst, aufgesaugt zu werden, in das schwarze Loch des Missbrauchs. Wir sind uns bewusst, dass die Gefahr groß ist, den Kindern vorzuschreiben, wir sie mit ihren Erfahrungen umzugehen haben. Und ich denke, dass das ein sehr großer Teil des Schutzes ist. Wir leiten sie an, aber die Entscheidungen müssen sie selbst treffen.
Mir fällt gerade spontan ein Beispiel ein: Unser Ältester war gerade bei uns eingezogen, als er sich das Bein gebrochen hat, und wir vor der Wahl der richtigen Behandlungsmethode standen, denn es gibt bei Knochenbrüchen tatsächlich mehrere Möglichkeiten, die Vor- und Nachteile haben, die man abwägen muss. Ich habe dem Jungen und einigen seiner damals neuen Freunde die Möglichkeiten erklärt, und habe sie dann drüber diskutieren lassen, und nur Informationen zur Verfügung gestellt, wenn sie gebraucht wurden. Es war faszinierend zu sehen, wie 16jährige eine Entscheidung treffen, und darüber hinaus auch noch eine Rationale, Nachvollziehbare. Es ist die Mischung aus Freiraum, Selbsterfahrung und klaren Ansagen, die Selbstbewusstsein erzeugt - man kann es nicht an einem Tag schaffen.
Ich bin bei meinem Ältesten am Anfang manchmal schier verzweifelt, weil er keine Entscheidung treffen konnte - er war daran gewohnt, zusammen geschlagen zu werden, wenn er das gemacht hat. Wir saßen im Restaurant, und er konnte sich nichts bestellen. Also habe ich ihn in den Supermarkt geschleppt und ihm ein paar Stunden lang gesagt, er soll sich Nahrungsmittel aussuchen und sie selbst kochen - es gibt dabei ja nur "schmeckt" oder "schmeckt nicht". Auch das erzeugt Selbstbewusstsein: Man muss auf seinen eigenen Geschmack hören.
Viele Grüße,
Ariel
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17.10.2010 22:00 |
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Maju

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Re: Wie erziehe ich selbstbewusste Kinder? von Maju (18.10.2010 16:21) |
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Bücher zu diesem Thema
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort, Ariel!
Ja, ich bin ein Kind unserer Zeit, wie es so viele sind. Leistungsdruck: es zählt nicht nur gut zu sein, man muss der/die Beste sein. Jeder ist sofort austauschbar, im Beruf und in der Ehe, da macht man die Menschen schon mal gerne von sich abhängig in der Annahme man hätte dann mehr Sicherheit. Menschen werden zunehmend über ihre Leistung, nein noch eher sogar über ihr Einkommen definiert.
Und man passt sich an, ob man will oder nicht. Man bekommt Ellbogen oder wird süchtig nach Erfolg und Aufmerksamkeit.
Helfersyndrom, Narzissmus, Perfektionismus habe ich in die "Runde geschmissen". Es sind recht plakative Begriffe, gebe ich zu, aber wir sind im Net, da habe ich keinen Rahmen für charmante Umschreibungen. Ich schrieb ja, dass ich es "in Ansätzen" hätte, nicht krankhaft. Und hoffte dass sich in dieser Beschreibung noch andere wiedererkennen würden.
Ich mache "meine Opfer" übrigens nicht krank, kann gar nichts mit Kranken, Alten und Sterbenden anfangen, da suche ich meist das Weite. Aber es gibt Bereiche, wo ich Leistungen erbringe und Dankbarkeit dafür verlange, nicht aus Freundschaft sondern weil ich die Anerkennung brauche.
Mich hat keiner mit der Nase auf diese Missstände gestoßen. Ich lese Psychologisches wie andere Romane lesen. Da stolperte ich dann irgendwann über diese Begriffe und erst mit den Beobachtungen an meiner Tochter kamen sie mir wieder in den Sinn. Nur ab und zu äußerten sich Verwandte besorgt darüber, dass ich nichts für mich tun würde. Und mein Mann schüttelt ab und zu den Kopf , wenn ich wieder stundenlang für nur ein Dankeschön geschuftet habe.
Hier daheim nehme ich mich in letzter Zeit immer weiter zurück. Um mich an anderer Stelle umso mehr einzusetzen...Aber nachdem ich deine Antwort gelesen habe, nahm ich mir vor, dem Genießen wieder mehr Raum zu geben. Vielleicht kann sich Anna das ja auch von mir abschauen und in Zukunft daraus ihre Lebensfreude ziehen, und nicht nur aus der Schufterei.
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18.10.2010 16:21 |
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Ilona

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Re: Wie erziehe ich selbstbewusste Kinder? von Ilona (18.10.2010 17:26) |
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Du hast dir die Lösung selbst schon gegeben.
Anerkennung und Lob sind für alle Menschen enorm wichtig.
Was meinst du warum mir meine Arbeit trotz des schlechten Rufes denen versicherungen so anhaftet so einen enormen Spaß macht. Ich bekomme Lob und Anerkennung und sei es nur für ein Telefonat mit einem potentiellen Kunden vor dem ich mich lange gedrückt habe.
Da stört es mich auch nicht so sehr, dass ich noch nicht ein so hohes Einkommen habe wie ich es hätte wenn ich Angestellt wäre. ich komme meinem ziel finanziell, von meinem Mann unabhängig zu sein zwar langsam näher aber es braucht Zeit. Nur es ist mir egal den wichtig ist das Zwichenmenschliche am Arbeitsplatz. Wenn die Arbeit spaß macht arbeitet man auch für ein wenig weniger Geld.
Daher weis ich dass das enorme Motivation sein kann.
Man macht und tut um die Anerkennung zu bekommen. Sie kommt nicht also möchte man es noch besser noch schneller machen und erhofft sich so die Worte die man hören möchte.
Nun ist es in der Gesellschaft die immer mehr verroht nicht mehr üblich alles zu loben und so erziehen einige auch ihre Kinder. Allerdings tun es viele nicht bewusste, denn wie sollten sie es besser wissen wenn sie es selber nicht anders kennen gelernt haben?
Ich kann nur das beibringen was ich selber erfahren habe.
Klar man kann den Kreis durchbrechen aber man muss es gerade anfangs sich immer wieder bewusst machen, das es so unendlich wichtig ist.
Anfangs kam ich mir auch komisch vor wenn ich meine Kinder wegen Kleinigkeiten die in meinen Augen selbstverständlich sind gelobt habe.
Mitlerweile ist es mir in Fleich und Blut übergegangen und ich muss nicht mehr darüber nachdenken.
Aber nicht nur Kinder freuen sich über Lob und Anerkennung auch Erwachsene und versuch es mal du wirst erstaunt sein was für reaktionen von deinen Mitmenschen kommen.
Zum Glück sehen das mittlerweile auch immer mehr Arbeitgeber und schaffen ein angenehmeres Arbeitsklima in dem Lob und Anerkennung groß geschrieben wird, den dadurch wird man Produktiver.
Das Lob ist die Belohnung wie süßes für Kinder. Es bewirkt im körper einen Glücksrausch, wenn der nachlässt möchte man davon noch mehr und setzt alles dran wieder ein Lob zu bekommen.
Also ein Prduktiveres und vor allen entspanteres Arbeitsklima.
Da man die Familie auch wie eine kleine Firma sehen kann ist es wichtig als "Chef" (Eltern) auch das Lob immer wieder an die Kinder zu geben, dann wird es ein entspannteres miteinander und vor allen als netter nebeneffekt helfen die meisten Kinder dann auch ein wenig mehr mit im haushalt und entlasten einen. Meine beiden z.B. bringen mitlerweile ihr geschirr selber raus, Wischen den tisch ab und helfen beim Geschirrspühlen. Das haben sie vorher nicht gemacht.
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18.10.2010 17:26 |
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LinyNeu
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Re: Wie erziehe ich selbstbewusste Kinder? von LinyNeu (18.10.2010 19:23) |
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| Zitat: |
Original von Ilona
Du hast dir die Lösung selbst schon gegeben.
Anerkennung und Lob sind für alle Menschen enorm wichtig.
Was meinst du warum mir meine Arbeit trotz des schlechten Rufes denen versicherungen so anhaftet so einen enormen Spaß macht. Ich bekomme Lob und Anerkennung und sei es nur für ein Telefonat mit einem potentiellen Kunden vor dem ich mich lange gedrückt habe.
Da stört es mich auch nicht so sehr, dass ich noch nicht ein so hohes Einkommen habe wie ich es hätte wenn ich Angestellt wäre. ich komme meinem ziel finanziell, von meinem Mann unabhängig zu sein zwar langsam näher aber es braucht Zeit. Nur es ist mir egal den wichtig ist das Zwichenmenschliche am Arbeitsplatz. Wenn die Arbeit spaß macht arbeitet man auch für ein wenig weniger Geld.
Daher weis ich dass das enorme Motivation sein kann.
Man macht und tut um die Anerkennung zu bekommen. Sie kommt nicht also möchte man es noch besser noch schneller machen und erhofft sich so die Worte die man hören möchte.
Nun ist es in der Gesellschaft die immer mehr verroht nicht mehr üblich alles zu loben und so erziehen einige auch ihre Kinder. Allerdings tun es viele nicht bewusste, denn wie sollten sie es besser wissen wenn sie es selber nicht anders kennen gelernt haben?
Ich kann nur das beibringen was ich selber erfahren habe.
Klar man kann den Kreis durchbrechen aber man muss es gerade anfangs sich immer wieder bewusst machen, das es so unendlich wichtig ist.
Anfangs kam ich mir auch komisch vor wenn ich meine Kinder wegen Kleinigkeiten die in meinen Augen selbstverständlich sind gelobt habe.
Mitlerweile ist es mir in Fleich und Blut übergegangen und ich muss nicht mehr darüber nachdenken.
Aber nicht nur Kinder freuen sich über Lob und Anerkennung auch Erwachsene und versuch es mal du wirst erstaunt sein was für reaktionen von deinen Mitmenschen kommen.
Zum Glück sehen das mittlerweile auch immer mehr Arbeitgeber und schaffen ein angenehmeres Arbeitsklima in dem Lob und Anerkennung groß geschrieben wird, den dadurch wird man Produktiver.
Das Lob ist die Belohnung wie süßes für Kinder. Es bewirkt im körper einen Glücksrausch, wenn der nachlässt möchte man davon noch mehr und setzt alles dran wieder ein Lob zu bekommen.
Also ein Prduktiveres und vor allen entspanteres Arbeitsklima.
Da man die Familie auch wie eine kleine Firma sehen kann ist es wichtig als "Chef" (Eltern) auch das Lob immer wieder an die Kinder zu geben, dann wird es ein entspannteres miteinander und vor allen als netter nebeneffekt helfen die meisten Kinder dann auch ein wenig mehr mit im haushalt und entlasten einen. Meine beiden z.B. bringen mitlerweile ihr geschirr selber raus, Wischen den tisch ab und helfen beim Geschirrspühlen. Das haben sie vorher nicht gemacht. |
Da geb ich dir total recht. Übrigens hab ich auf www.tausendkind.de letztens dazu auch einen interessanten Bericht gelesen. Find den Direktlink aber nicht mehr..
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18.10.2010 19:23 |
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Maju

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Re: Wie erziehe ich selbstbewusste Kinder? von Maju (18.10.2010 20:46) |
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Loben ist auf jeden Fall besser zum Erziehen geeignet als Schimpfen. Keine Frage.
Meine Unsicherheit geht aber gerade dahin, dass ich glaube ein Kind so erzogen zu haben, dass sich sein Selbstwertgefühl nur noch auf die Anerkennung durch andere stützt. Und das kann doch nicht richtig sein. Wenn es so bleiben würde, dann müsste dieses Kind total untergehen, wenn ihm einmal etwas nicht gelingt oder wenn es über einen längeren Zeitraum keine Leistung erbringen kann.
Worauf gründet sich ein gesundes Selbstwertgefühl? Ich nehme an, auf dem Bewusstsein, sich geliebt und wertvoll zu fühlen, ohne dafür eine Leistung erbringen zu müssen.
Aber wie können wir das erziehen, wenn wir doch selber so leistungsorientiert ticken?
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18.10.2010 20:46 |
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Ilona

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Re: Wie erziehe ich selbstbewusste Kinder? von Ilona (18.10.2010 21:24) |
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| Zitat: |
Original von Maju
Loben ist auf jeden Fall besser zum Erziehen geeignet als Schimpfen. Keine Frage.
Meine Unsicherheit geht aber gerade dahin, dass ich glaube ein Kind so erzogen zu haben, dass sich sein Selbstwertgefühl nur noch auf die Anerkennung durch andere stützt. Und das kann doch nicht richtig sein. Wenn es so bleiben würde, dann müsste dieses Kind total untergehen, wenn ihm einmal etwas nicht gelingt oder wenn es über einen längeren Zeitraum keine Leistung erbringen kann. |
Mal angenommen sie würden sich wirklich nur über ihre leistung und das damit verbundene Lob von anderen definieren, was bei keinem menschen der fall ist den jeder mensch hat die Angewohn heit sich auch selbst zu loben/Belohnen.
Den wenn man mit sich selber zufrieden ist oder mit dem was man getan hat gönnt man sich oft etwas, was Ausgleich schafft.
Bei mir z.B. habe ich einen tag sehr viel getan, gönne ich mir Abends ein schönes entspannendes Bad mit einem Buch. Das ist meine eigene belohnung die ich mir gebe für dinge die ich gut gemacht habe andere aber nicht anerkennen/anerkennen können weil sie das Ergebnis vielleicht gar nicht sehen.
Aber wie gesagt mal angenommen das wäre nicht so, dann würde das Kind versuchen das Lob zu bekommen, es würde so lange weiter machen bis es das Lob bekommt, den das Ziel ist es ja den Glücksrausch der durch das Lob verursacht wird.
Warum soll es untergehen? man kann die Welt nicht so stark verändern, dass sie perfekt ist, demnach kann man auch nie das Lob verlangen sondern kann es zwar erwarten aber nicht fordern.
Ein kind ohne Selbstbewusstsein würde nun unter gehen den wenn es sich den Wert von sich selber und die damit verbundenen Aufgaben die es erledibgt nicht bewusst ist kann es dazu führen dass es sich in sich verkricht.
Mit Selbstbewusstsein weis es jedoch um seinen Wert und ist nicht so stark von den Wertschätzungen anderer abhängig.
| Zitat: |
| Worauf gründet sich ein gesundes Selbstwertgefühl? Ich nehme an, auf dem Bewusstsein, sich geliebt und wertvoll zu fühlen, ohne dafür eine Leistung erbringen zu müssen. |
Du hast es erfasst, daher ist es wichtig dem kind zu zeigen du bist O.K. wie du bist und ich liebe dich um deinetwillen und nicht um deiner taten willen.
| Zitat: |
| Aber wie können wir das erziehen, wenn wir doch selber so leistungsorientiert ticken? |
Ja das ist die große Preisfrage.
Ich nehme an dass es nicht ohne Veränderungen der eigenen Einstellung richtig funktioniert.
nur stellt sich nun die Frage ob man selber schon ein wenig von dem innehaben muss wie man erziehen möchte oder ab es sich die Einstellung nicht auch einfach durch das blosse tun ändert.
Ich hatte auch so einen hang zum perfektionismus. ich musste auch lernen, dass ich nicht perfekt bin bzw. das was ich tue nicht immer perfekt ist. Die Erkenntnis dass ich nicht perfekt sein muss kam dann auch bald. Solange ich das liebe was ich mache und es so gut ich eben kann verrichte ist es gut genug. Man muss mit dem Herzen dahinter stehen, dann wird es auch gut genug.
Bei mir hat geholfen, dass ich mir jeden tag aufgesagt habe. ich bin nicht perfekt aber ich bin gut so wie ich bin. irgendwann stellte sich die Veränderung ein und als ich es akzeptiert hatte ging es mir ein sehr großes Stück besser und ich hatte auf einmal nicht mehr das gefühl die Last der Welt auf meinen Schultern zu tragen.
Das Prinzip nennt man Autosugestion, man kann es auch gut machen indem man sich einen text der positiv formuliert ist aufnimmt, ihn auf einem MP3 Player spielt und ihn sich wenn man ins bett geht sich anhört, den auch im Schlaf und besonders dort setzen sich diese positiven Sätze im Unterbewusstsein fest.
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18.10.2010 21:24 |
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Maju

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Re: Wie erziehe ich selbstbewusste Kinder? von Maju (18.10.2010 22:14) |
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Danke Ilona, dass du dir so viel Zeit nimmst für meine Fragen!
Ich merke schon, dass wir ungefähr die gleichen Vorstellungen von Leistung und Belohnung haben. Ob sie richtig sind? (du kennst mich, ich lasse nie locker...) Sollten wir uns nicht auch ein Schaumbad gönnen an Tagen wo wir nur Mist gebaut haben?
Und ich glaube sehr wohl, dass es Menschen gibt, die sich niemals eingestehen würden, dass sie eine Sache wirklich gut gemacht haben. Ich zum Beispiel. Gut genug, ja vielleicht, aber nicht des Lobes wert. Ich finde immer einen Punkt, wo ich es noch besser hätte machen können. Das Tiefstapeln ist unter Frauen weit verbreitet. Es gibt Menschen, die belohnen sich mit Essen und werden dann magersüchtig, weil sie in ihren Augen doch nichts Belohnenswertes geschafft haben. Durch Belohnungen schafft man auch Abhängigkeiten.
Vermutlich wird andersrum ein Schuh draus: Ein Mensch mit gutem Selbstwertgefühl kann seine Leistung gnädig betrachten und ist einfach zufrieden mit sich.
Durch Autosuggestion zu einem besseren Selbstbewusstsein? Das klingt sehr einfach. Ich befürchte, es geht nicht ohne eine ordentliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, oder den Gründen, oder den Auslösern für ein untergrabenes Selbstbewusstsein.
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18.10.2010 22:14 |
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Ilona

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Re: Wie erziehe ich selbstbewusste Kinder? von Ilona (18.10.2010 22:49) |
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Klar sollte man sich das Bad auch an tagen gönnen wo alles schief ging den das braucht dann die Seele. Oder aber man stellt sich vor den Spiegel und lacht sich selber an. Nach 5 Min. ist aus dem künstlichen lachen ein echtes geworden. Tut im übrigen auch unheimlich gut und danach ist es egal wie der tag war den durch das lachen schüttet der Körper Glückshormone aus die die Sorgen dann viel kleiner werden lassen.
Das meine ich wenn man es nach besten wissen und gewissen getan hat dann kann man auch Stolz darauf sein und sollte es nicht unter den Scheffel stellen.
Autosuggestion kann vieles nur leider nicht die Vergangenheit ändern. Irgendwann kommt man dann an den Punkt wo man entscheiden muss, schaffe ich es so also lasse ich Vergangenheit Vergangenheit sein und wende mich dem hier und jetzt zu oder ist es so einschneidend gewesen, dass man es aufarbeiten muss.
Ich habe für mich den Kompromiss gefunden indem ich mir sage so wie ich bin bin ich gut und das ist nur so WEIL meine Vergangenheit so war wie sie war.
Klar war nicht alles schön aber alles auch die Fehler haben mich zu dem Menschen gemacht der ich bin und mit dem ich mitlerweile auch sehr zufrieden bin den das Leben welches ich führe und auch wie ich es führe gefällt mir auch wenn es immer mal wieder Punkte gibt die anders laufen könnten aber wie gesagt nichts ist perfekt und das Leben schon mal gar nicht.
Jede Niederlage bringt mich dazu wieder aufzustehen es weiter zu versuchen. Wer gibt sich schon leicht geschlagen?
Denn
Erfahrung nennt man die Summe aller unserer Irrtümer.
Thomas Alva Edison
Eine schöne Geschichte zu ihm ist auch
Der geniale Erfinder Edison wurde einmal gefragt, warum er
so viel Misserfolg hatte beim Erfinden der Glühbirne. Er antwortete,
dass er keinen einzigen Misserfolg hatte, aber 999
Möglichkeiten entdeckt hatte, die Glühbirne nicht zu erfinden.
Dazu muss man sagen, dass er ungefähr 9000 Versuche brauchte also hat er ungefähr 8999 Arten entdeckt wie es nicht geht.
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18.10.2010 22:49 |
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Maju

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Re: Wie erziehe ich selbstbewusste Kinder? von Maju (19.10.2010 22:02) |
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Ilona, du hast Recht. Es gibt kein Leben ohne Schattenseiten und wenn man versucht, sie als wertvolle Charakterbildung zu sehen, dann kann man sie bestimmt etwas gelassener nehmen. Nur wenn die Verletzungen zu dolle sind, dann geht das nicht mehr so einfach.
Nochmal zur Autosuggestion. Es ist ja ziemlich modern geworden, durch vielerlei Tipps und Tricks zu einem glücklichen, erfüllten Lebensgefühl zu gelangen. In den USA wurden 2008 4000 neue Bücher zum Thema Glück angeboten. 8 Jahre vorher gab es nur 50 Neuerscheinungen. Mittlerweile ist die Annahme weit verbreitet, man wäre tatsächlich selber verantwortlich dafür, dass das Glück zu einem findet oder nicht.
Aber es gibt die sogenannte Glücksfalle. Seit man sich so intensiv damit beschäftigt glücklich zu werden, gibt es in Deutschland noch viel mehr unglückliche Menschen. Man scheitert bei der Suche nach Glück, obwohl es doch scheinbar so einfach ist, und fühlt sich dann doppelt schlecht. Die Menschen wollen nicht mehr anerkennen, dass man nicht immer glücklich sein kann.
Widrige Lebensumstände und verletzte Seelen lassen sich nicht einfach weglächeln. Doch wenn es uns wirklich gut geht, dann sollten wir unsere Mundwinkel auch bewusst heben und uns schlechte Laune verbieten.
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19.10.2010 22:02 |
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