Erziehungsdiskrepanz mit dem Partner!!! |
kikra

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Re: Erziehungsdiskrepanz mit dem Partner!!! von kikra (22.09.2011 09:54) |
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Hallo,
das ist wirklcih ein interessantes Thema.
Ich persönlich vertrete die Ansicht, dass es nicht DIE Gangart gibt, um mit einem Kind umzugehen. Ich muss mein Verhalten an das Wesen meines Kindes anpassen, wobei es auch nach meiner Meinung klare Grenzen gibt, die selbst bei einem Kind einzuhalten sind, das strenge Regeln braucht.
Zum einen sind die gesetzlich verbrieft - hier diskutiere ich gar nicht erst, die achte ich. Zum anderen gebietet es mir auch die Wertschätzung zu meinem Kind als Wesen, dass mir (von wem auch immer) anvertraut wurde.
Den richtigen Umgang muss jeder - sowohl Mutter als auch Vater - erst lernen. Der eine begreift schneller, wie er sein Kind erreicht, der andere braucht länger, und weitere lernen es nie. Die Konsequenzen spüren wir dann in unserer Gesellschaft: Da gibt es dann Kinder, die Tiere mit Füßen treten, zuschlagen, sobald Ihnen Verhalten begegnet, das nicht ihren Vorstellungen entspricht etc. etc.
Erziehung ist eine riesige Herausforderung, aber manche Eltern machen sich das Leben echt schwer, indem sie versuchen, ihr Ding auf Biegen und Brechen durchzuboxen.
Mit meinem Partner habe ich in dieser Hinsicht auch immer wieder Diskussionen: Er selber wurde sehr dominant erzogen (Vater ist ranghoher Militär, da hatte das zu fluppen
). Er hat sich angepasst und verinnerlicht, dass man sich zu fügen hat, wenn der Vater das will. Herausgekommen ist zwar ein toller Mensch, den ich liebe - allerdings hapert es bei ihm massivst an der Streitkultur. Er geht praktisch immer den unteren Weg und kann sich in der verbalen Auseinandersetzung nur sehr schwer behaupten.
Was bei ihm noch funktionierte, geht mit unserer Tochter überhaupt nicht. Sie ist viel zu willensstark und temperamentvoll, als dass sie sich von ihm so dominieren lassen würde. Oftmals bewirkt dann nur sein längerer Hebel, dass sie tut, was er will. Begleitet wird dies von angedrohten Sanktionen und - ihrer Seite - Heulerei auch Ohnmacht.
Mein Mann schnackelt einfach nicht, dass er bei ihr so nicht das erreicht, was er möchte. Kaum dreht er sich um, macht sie doch was sie will. Und er ist nicht in der Lage, sein Verhalten zu ändern - für mich hat das auch etwas mit der Unfähigkeit zur Empathie zu tun.
Ich will jetzt nicht sagen, dass ich alles richtig mache. Jill treibt auch mich manchmal fast zum Wahnsinn. Aber ich habe den Zugang zu ihr gefunden und finde fast immer einen Weg, konstruktiv mit ihr umzugehen. Aber das ist harte Arbeit, Selbstdisziplin und ständige Auseinandersetzung mit ihrer sich entwickelnden Persönlichkeit. Und das leisten m. E. tatsächlich eher die Mütter als Väter. Ich mag eigentlich keine Pauschalisierungen, muss aber zugeben, dass Beobachtungen in Freundes- und Bekanntenkreis genau dies wiederspiegeln.
Hätte ich einen Partner, der Grenzen des respektvollen Umgangs überschreiten würde, würde ich es genauso wie usagimoon halten und intervenieren. Einmal mehr, wenn es nicht der leibliche Vater meines Kindes wäre.
Gruß
kikra
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22.09.2011 09:54 |
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Shani

User

Dabei seit: 15.09.2011
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Themenstarter
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Re: Erziehungsdiskrepanz mit dem Partner!!! von Shani (22.09.2011 11:45) |
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Hallo!
Erstmal DANKE an alle die sich hier fleißig beteiligt haben!
Jedoch möchte ich erstmal klarstellen, dass mein Freund kein Monster ist, sondern wie ich denke einfach auch oft überfordert ist im Umgang mit meiner Tochter. Vieles funktioniert super und manche Sache hat er auch mehr im Griff als ich. Und wir tragen unsere Diskussionen nie vor meiner Tochter aus!!!! Vielleicht kam das falsch rüber!
Auch liebt er meine Tochter und er wusste was er sich "einkauft" und das es uns nur im Doppelpack gibt und das meine Tochter IMMER an erster STelle stehen wird. Es ist halt nur schwierig inwieweit man den Partner bei Erziehungsdingen miteinbezieht und wo man die Grenze ziehen sollte wenn er nicht der leibliche Vater ist und halt eben erst nach 5 Jahren hinzukommt. Schließlich hatte er keine Vorbereitung und den schleichenden Übergang von Schwangerschaft, Säugling und Kleinkind.
Ich denke auch das es ok ist wenn der Partner was sagt wenn ihn etwas stört und wenn die Situation einmal vorkommt, das er es nicht vereissen kann, dann kann halt uach mal ein Aufschrei aufkommen. Deswegen würd ich jetzt meinen partner nicht rausschmeissen. Sind wir mal ehrlich uns passiert das auch auch wenn unsere Nerven strapaziert sind von den kleinen Terrorkrümmeln!!!
Für mich ist es wie gesagt nur schwierig wo man eine Grenze ziehen sollte (und damit mein ich nicht das das Kind geschlagen etc wird) sondern eine Erziehungsgrenze oder die Grenze zwischen das kannst du so handeln wie du es für richtig hälst und ich finde es in Ordnung und der Grenze hier übernehme ich weil ich meine Tochter besser kenne und es wird so gehandhabt wie ICH es will. Wie bringt man das jemanden rüber ohne ihm auf die Füss zu tretten??? Zumal er auch Erzeihungsratgeber gelesen hat, aber ich bin halt immer noch die expertin für mein Kind und man kann nicht von den ratgebern auf das Kind schliessen. Es sind ja auch nur Ratgeber.
Natürlich, und das haben wir auch gemacht und tun es immer wieder, versuchen wir alltägliches abzustecken und möglichst gleich zu intervenieren. Und das funktioniert auch gut!!!
Aber irgendiwe schon beruhigend das das wohl in vielen patchworkfamilien ein Thema zu sein scheint!!!
Liebe Grüßle
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22.09.2011 11:45 |
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feivelmaus
Mega-User
 
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Herkunft: Hessen Kinder: 3 Kinder (19, 15 und fast 12 Jahre) Familienstand: Partnerschaft
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Re: Erziehungsdiskrepanz mit dem Partner!!! von feivelmaus (22.09.2011 11:57) |
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Bücher zu diesem Thema
Hallo
OK, wenn ich das jetzt so lese, ist mir das klarer. Dir Grenzen ergeben sich aus meiner Sicht im Alltag und hängen von der Situation ab.
Beispiel: Arbeittest Du und Dein Freund ist arbeitslos zu Hause und kümmert sich um Deine Tochter, macht mit ihr Hausaufgaben (wenn sie dann in die Schule kommt), dann muss sie auf ihn "hören" und die zwischen Euch abgestimmten Reglen befolgen, die er auch einfordern kann und entsprechende Konsequenzen aussprechen und umsetzen kann.
Wenn er keinen Einfluss haben darf, dann kann sie sich ihm gegenüber benehmen wie sie will und da sage ich das mal andersrum als viele hier: Hätte ich eine Partnerin, die ihrem Kind jedes Verhalten erlaubt und das Kind mir gegenüber völlig respektlos ist und ich keine Erziehungsmitsprache habe, dann würde ich beide vor die Tür setzen.
Vor allem: Wenn Ihr Euch uneinig seid, kann ich Dir versprechen, dass Deine Tochter das bald rausbekommt und Euch gegeneinander ausspielt. Dann habt Ihr wirklich schlechte Karten in der Erziehung.
Die Grenze liegt also da, wo es ihn betrifft, wo er mit ihr umgeht, wenn er alleine mit ihr ist und Du unterwegs bist: Wenn er da keine Befugnis hat, wird das Deine Tochter ausnutzen und irgendwann wird er das nicht mehr mitmachen. Verständlich.
Dann gibt es natürlich klarere Themen: Schule, Krankheiten etc. und wie damit umgegangen wird. Das musst und sollst Du alleine entscheiden. Versetzung, Operationen, etc. da kannst Du allenfalls seine Meinung anhören, aber DU triffst Die Entscheidungen.
Ihr werdet also klar die Themen besprechen müssen, wo ihr die Grenze ziehen wollt. Bedenke auch: Dein Kind hast Du ein Leben lang, Partner verschwinden meist auch wieder und alle schmerzlichen Kompromisse, die Du eingehtst bereust Du nachher vielleicht. Deswegen sollte die Grenze für jeden akzeptabel sein und ein Zusammeleben ohne ständigen Streit ermöglichen.
LG
Micha
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22.09.2011 11:57 |
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Ilona

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Re: Erziehungsdiskrepanz mit dem Partner!!! von Ilona (22.09.2011 12:17) |
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Ich würde euch raten, wie auch einige andere hier schon geschrieben haben, euch mal in ruhe hin zu setzen und mal zu notieren wo ihr euch einig seit was die Erziehung betrifft und wo ihr euch uneinig seit.
Bei den wo ich nicht einer Meinung seit müsst ihr Kompromisse schliessen.
Bei mir und meinem Mann gibt es z.B. die regel, der der als erster von uns eine Entscheidung trifft der hat in dem moment das Vorrecht. Also z.B. ich hatte für mich entschieden die Kinder bekommen aus welchen gründen auch immer keine Süßigkeiten aber sie fragen ihren Vater und der sagt ja, dann stecke ich zurück um den kindern nicht die Möglichkeit zu geben, dass sie uns ausspielen. hinterher rede ich dann mit ihm und mittlerweile ist es auch in solchen Situationen, das wir das kurz absprechen also er fragt mich dürfen sie noch was und genauso mache frage ich ihn. Das wir also mittlerweile gar nicht mehr in so eine Situation kommen.
Kein mensch wird in dem moment wo ein kind in das Leben tritt die perfekte Mutter, der perfekte Vater. Jeder tag bringt neues und regeln die gestern noch galten können heute sinnlos sein.
Ich habe in meiner Ausbildung dazu gelernt, das regeln wie eine Ampel sind. Es gibt Dinge die generell verboten sind egal wie alt das Kind ist. Dazu gehört bei uns z.B. die Umgangsregeln also bitte und Danke sagen, Grüßen wenn man jemanden besucht und im kiga und Schule usw.
Dann gibt es Regeln die gelb sind und das sind meiner Meinung nach die die am schwersten sind, den das sind flexible Regeln die man immer wieder überprüfen muss. Wenn ein kind klein ist kommt es an der Straße bei mir an die hand. Nur irgendwann muss man den kindern auch einen gewissen freiraum geben und ihnen auch etwas zutrauen, also wird diese regel irgeendwann geändert, wichtig ist es da dann d en richtigen zeitpunkt zu finden.
Auch sehe ich bei meinen beiden das die Änderung je nach Charakter des Kindes in einem anderen Alter geändert wird und auch aufgrund der Erfahrungen die wir mit dem ersten gesammelt haben.
Zu grünen regeln brauche ich dann wohl auch kom noch was schreiben, das sind Regeln wo man sich selber fragen sollte sind sie dafür da um das Kind zu lenken oder um es einen selber einfach zu machen wie z.B. das ruhig sein im Auto. Klar nervt es mich auf langen fahrten auch wenn die beiden ohne Pause reden und ständig Fragen stellen. Ich sag dann auch mal ob sie mal 5 Min. ruhig sein können aber im grunde ist es dann nur eine Regel um mir selber Entlastung zu bringen, was iach jedoch auch wichtig finde, den ohne Ruhepausen hätte ich irgendwann nicht mehr die Kraft um mich für mein Empfinden gut um meine Kinder zu kümmern.
Kindererziehung ist nie einfach und es gibt nicht die perfekte Erziehung. Wir sind alle nur Menschen und machen Fehler und ich selbst hab sicherlich auch vieles Falsch gemacht und solange es nichts ist was die Kinder langfristig schadet vergessen sie auch vieles wieder und eine Schlechte Erfahrung kann mit 3 guten Erfahrungen gelöscht/gelindert werden.
Ich finde es z.B. auch ganz wichtig sich auch bei seinem Kind entschuldigen zu können wenn man etwas falsch gemacht hat. Wie soll ich den sonst von meinem Kind verlangen das es sich bei einem unerwünschten Verhalten auch entschuldigt, wenn ich es ihm nicht selber vorlebe?
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22.09.2011 12:17 |
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feivelmaus
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Herkunft: Hessen Kinder: 3 Kinder (19, 15 und fast 12 Jahre) Familienstand: Partnerschaft
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Re: Erziehungsdiskrepanz mit dem Partner!!! von feivelmaus (22.09.2011 13:05) |
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Hallo
da ja das Thema "Auto" schon öfter hier vor kam. Meine Kinder haben sich im Auto immer furchtbar benommen und gestritten. Alles Reden half nichts.
Mittlerweile handhabe ich das: Gibt es Streit fahre ich die nächste Möglichkeit ran, bleibe wortlos stehen oder steige aus und drehe ne Runde zu Fuss. Dabei rede ich gar nicht. Das habe ich ein paar Mal gemacht und dann wars vorbei.
Wir hatten im Sommer eine 12 Studen Fahrt nach Rügen und ich musste nicht einmal aus diesem Grund mehr anhalten.
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22.09.2011 13:05 |
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