Vollrausch mit 15, was nun? |
hitnak
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Re: Vollrausch mit 15, was nun? von hitnak (13.07.2011 10:47) |
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Hallo,
Es hat nichts damit zu tun, auf Jugendliche einzudreschen, was hier geschrieben wurde. Hier schreibt ein Vater, der sich um seine Kinder sorgt, und der sich um seine Kinder kümmert, und der seine Pflichten sehr, sehr ernst nimmt. Und der dabei von anderen Erwachsenen torpediert wird.
Sein Sohn muss Methylphenidat einnehmen, was ein Medikament ist, dass unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Dass man während der Einnahme keinen Alkohol trinken soll, hat nichts damit zu tun, dass die Erwachsenen, die den Beipackzettel geschrieben haben, uncool sind, und den Leuten nichts gönnen. Sondern es liegt daran, dass Methylphenidat zum einem die Wirkung von Alkohol verzögert, und gleichzeitig durch den Alkohol zu einem Stoff verändert wird, der Schäden, unter anderem an der Leber hervor ruft.
Das, was feivelmaus beschreibt, kann nur eine Folge des Medikaments sein: Sein Sohn dürfte kaum eine Wirkung des Alkohols gespürt haben, bis er plötzlich weg war. Für den "Filmriss" muss er bis dahin sehr viel Alkohol zu sich genommen haben.
Hätte er nicht selbst darauf kommen können, dass er viel zu viel trinkt? Nein. Er ist 15, und kann die Mengen nicht abschätzen. Hier wären die erwachsenen Aufsichtspersonen gefordert gewesen: Sie hätten erkennen können und müssen, dass er zu viel trinkt. Sie hätten ihn davor schützen müssen.
Nach allem, was Du, feivelmaus, hier berichtet hast, denke ich, dass das Jugendamt durchaus wissen sollte, wie die Situation in der Familie Deiner Ex-Frau und in deren Umfeld aussieht. Denn es geht nicht allein um Deinen Sohn - es geht auch um andere Jugendliche, von denen mit Sicherheit der eine oder andere ebenfalls MPH nimmt, mal abgesehen davon, dass Erwachsene auf keinen Fall dulden dürfen, dass 15jährigen Kampftrinken veranstalten. Und irgend jemand, selbst wenn niemand dabei war, hat es geduldet: Irgend jemand hat den Stoff besorgt.
Was Deinen Sohn betrifft, denke ich, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder er verzichtet auf das MPH, oder er verzichtet auf Alkohol, was allerdings auf meinem Planeten, wenn es um meine Söhne ginge, dazu führen würde, dass ich in regelmäßigen Abständen Kontrollanrufe starten würde, wenn sich einer der Jungs in einer "Gefahrenzone" aufhält - denn dies scheinen mir die Familie Deiner Ex und ihr Umfeld momentan zu sein. So wie Du die Dinge hier beschrieben hast, könnte ich mir gut vorstellen, dass dort zum Alkoholkonsum ermuntert wird. Und dieser Verdacht würde mir für extemes Misstrauen reichen. Ein Jugendlicher hält solchen Aufforderungen nicht immer stand.
Und nun zu opa:
Den Vollrausch gibt es beim Discounter um die Ecke für um die vier Euro die Flasche von was Hartem. Die Rechnung, die Du hier aufmachst, bezieht sich, vermute ich, auf Kneipen - und da ist es in der heutligen Zeit ziemlich unwahrscheinlich (wenn auch leider nicht ausgeschlossen), dass ein 15jähriger mit ausreichend Sprit für einen anständigen Vollrausch versorgt wird. Es bleibt de facto also nur die Privatparty.
Womit ich zum eigentlichen Problem komme: Neben jedem Jugendlichen, der sich betrinkt, sitzt, im übertragenen Sinne, ein Erwachsener, der ihm den nächsten Drink reicht - entweder in dem er ihm das Zeug verkauft, oder aber indem er für den Jugendlichen in den Laden geht, und den Stoff kauft, und in dem er duldet, dass der Jugendliche den Alkohol dazu missbraucht, sich, wie das so schön heißt, die Kante zu geben.
Gründe dafür, dass Erwachsene dies tun, gibt es einige: Da sind die, die die Männlichkeit ihres Sohnes an seiner Aufnahmefähigkeit messen. Da sind die, die auf den Erziehungseffekt hoffen ("Am besten sie lernen so früh wie möglich, wie schlimm ein Kater ist, dann machen sie es später nicht mehr"). Da sind die, für die Alkohol und Spaß fest zusammen gehören, und die glauben, dass auch die Kinder mal ein bisschen Spaß verdient haben. Und da sind die, die sagen, dass es besser sei, wenn die Kiddies sich unter Aufsicht betrinken, als wenn sie an der Bushaltestelle zusammen brechen. Keiner dieser Gründe ist in irgendeiner Weise ehrenhaft.
Denn ein junger Mensch lernt aus diesen Erfahrungen: Er lernt die gemütsverändernde Wirkung des Alkohols kennen, und er lernt sie kennen in einer Phase seines Lebens, in der er durch die Pubertät starken emotionalen Veränderungen ausgesetzt ist, die nicht immer angenehm sind, und in der auch noch häufig unter starkem Leistungsdruck bei gleichzeitiger Zukunftsangst steht. Ein Vollrausch allein mag noch keine schwer wiegenden körperlichen Auswirkungen haben - aber in der oben beschriebenen Situation öffnet er das Tor für Sucht: Der erste Vollrausch zeigt einen Ausweg aus Leistungsdruck und Zukunftsangt und aus den Gefühlsschwankungen der Pubertät. Die Suchtgefahr ist um ein Vielfaches höher als bei einem Erwachsenen, und gleichzeitig ist das Risiko, dass durch eine solche Sucht körperliche Schäden entstehen, um ein Vielfaches höher.
Ein Jugendlicher mag es blöd finden, wenn Erwachsene das sagen, aber es bleibt nun einmal eine Wahrheit, und es bleibt die Pflicht von Erwachsenen, den Nachwuchs davon abzuhalten, in diese Falle zu laufen (wobei es natürlich die Erwachsenen sind, die die von Menschen gemachten Ursachen von jugendlicher Alkoholsucht, also Druck und Angst, überhaupt erst aufgebaut haben).
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13.07.2011 10:47 |
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Mainkatze

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Herkunft: Deutschland Interessen: meine Familie, meine Hunde und ich. Beruf: Ehefrau, Mutter und Erzieherin Kinder: Ja. zwei Pubertierende. Familienstand: verheiratet
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Re: Vollrausch mit 15, was nun? von Mainkatze (13.07.2011 13:57) |
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Hey,
ich seh ein erstes Mal nicht gleich Suchtgefährdet. Ich weiß von meinem 13 jährigen Sohn, dass er auch schon mal Alkohol getrunken hat. Wieviel und was sagte er mir nicht. Muß aber für sein Verhältnis gereicht haben, denn er sagte, dass er schon benebelt gewesen ist. Und getrunken hatte er bei einem Freund. So konnten wir, Eltern, auch nicht darauf einwirken. Die Jungs waren bei diesem Freund alleine zu Hause. Also so viel zur Kontrolle, die Erwachsene durchführen sollen. Nach dem ich die Geschichte wußte, habe ich meinen Sohn in's Gebet genommen. Habe mich mit ihm unterhalten, ganz unverbindlich, und danach war die Sache erledigt. Das ist jetzt ein dreiviertel Jahr her. Wir, Eltern, trinken zu Hause hin und wieder mal abends ein Bier oder bei Anlässen auch andere alkohol. Getränke.
Das ist aber sehr selten. Ich sehe unseren Sohn jeden Tag, und kann sagen, dass er nicht abhängig ist. Ich denke, wir Eltern dürfen das Erlebte unserer Kinder nicht immer gleich so überbewerten. Wichtig ist, das wir unsere Kinder bewußt wahrnehmen. Sie ernstnehemn und mit ihnen Reden. Ihnen zeigen und sagen, wie wichtig sie für uns, Eltern, sind. So, das ist erstmal meine pers. Meinung über allgem. Pubertätserz.
Jetzt zu Dir, feivelmaus, ich würde, an Deiner Stelle, die Ex zur Rede stellen. Würde ihr sogar Bedingungen stellen. Wenn, von ihrer Seite keine Kooperation zu erwarten ist, würde ich das Jugendamt einschalten. Dies würde ich ihr vorab aber auch sagen. Schließlich brauchst Du das sichere Gefühl, dass es Deinem Sohn bei seiner Mutter gut geht. Und sie hat auch immerhin die Aufssichtspflicht, während den Besuchszeiten. Was ich nicht verstehe, dass sie damals keinen Krankenw. gerufen hatte, zumal Dein Sohn Medik. einnimmt. Du schreibst, dass Dein Sohn bei Dir zu Hause kein Bedürfniss nach Alkohol hat. Das sagt mir, dass er überhaupt und auf garkeinen Fall Diesem verfallen ist. Du kannst noch gut auf ihn einwirken.
Und zu Vereinen wollte ich noch sagen: Dort wird auch Alkohol getrunken. Sogar in Sportvereinen, wo diese Getränke erst garnicht verzehrt werden sollen.
Ich arbeite mit Kindern, und sogar da wird, bei Feierlichkeiten Alkohol angeboten. Also was sagt uns das? Alkohol prägt unser Leben. Es liegt nur an uns, wie wir damit umzugehen wissen.
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13.07.2011 13:57 |
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