Was ist bei Trennung/Scheidung? |
Gerhard S.
fast-Alles-Versteher

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Re: Was ist bei Trennung/Scheidung? von Gerhard S. (29.08.2011 22:57) |
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@keh
gedacht hatte ich bereits etwas in dieser Richtung. Aber ich möchte deine Gedanken weder bestätigen, noch zersteuen.
Du hast noch Gefühle für ihn - er aber (scheinbar!) nicht mehr für dich? Ist das so das wesentliche, auf den Punkt gebracht?
"...da er auch nicht über Gefühle reden kann" ist m.E. nicht gleichzusetzten mit "hat keine Gefühle (für mich)".
Magst das mit dem "kaum wahrgenommen zu werden" nochmal genauer erklären? Lass ihn zu Wort kommen - durch dich hier. Wir wollen deinen Mann nicht bewerten - lediglich ein bischen besser verstehen können.
Welche Vorstellungen von eurer weiteren Gemeinschaft hast du, jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind? Und - kannst du dir denken, warum er depri sein könnte?
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29.08.2011 22:57 |
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Keh

User

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Re: Was ist bei Trennung/Scheidung? von Keh (03.09.2011 22:46) |
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Hallo Gerhard,danke für deinen Beistand! Um meine Lage zu erfassen muss ich sicherlich ausholen:Vor 21Jahren haben wir geheiratet.Unsere Tochter ist heute 20 Jahre alt.Unser Sohn 17 Jahre.Sie wohnen beide noch bei uns.Tochter fängt im Herbst ein Studium an.Sohn ist im 2 Lehrjahr. Wir waren eine normale glückliche Familie.Vor 11Jahren haten wir eine kleine Ehekrise.Mein Mann beklagte sich über zuwenig Zuwendung in Sachen Sex.Damit hatte er auch Recht. Zu meiner Verteidigung kann ich nur erwähnen das ich leider ein Opfer von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung bin. Dies ist Dank Theraphie kein wirkliches Problem mehr.Mein Handycup ist, daß bei mir der Appetit erst beim Essen kommt.Da mein Mann sehr einfühlsam sein kann,lief meiner Meinung nach alles O.K.Als wir diese Krise hatten bin ich in ein Loch gefallenund habe mir in einer Eheberatung Hilfe geholt.Als mein Mann nach ein paar Theraphiestunden auch mit sollte,ging er zwar mit ,aber hat sich verweigert. Seine Worte zum Therapeuten waren
as ist meine Privatsache,das muss ich ihnen nicht sagen.Wir haben uns dann trotzallem wieder zusammengerauft.Der Nächste Schlag kam im Jahr 2000. Da wurde bei meinem Mann durch Zufall festgestellt das er einen genetischen Defekt hat.Sein Gallensaft fliesst nicht.Dadurch ist seine Leber zersetzt.Einzige Lösung:Lebertranzplantation! Nur ist die Liste dafür sehr, sehr lang. Er musste bis zu 4 mal im Jahr, für ein bis zwei Tage ins Krankenhaus um die Gallengänge zu weiten.Vor 6Jahren haben wir ein altes Haus gekauft, dass wir mit viel Liebe und Kraft hergerichtet haben.Meinem Mann ging es langsam immer schlechter. Er hatte, durch die schlechten Leberwerte Kopfschmerzen,Juckreiz am ganzem Körper und Gliederschmerzen.Im Dezember2010 bekammen wir dann die Nachricht vom Tranzplantationszentrum, dass es nicht möglich ist, ein Spenderorgan zubekommen. Das war sehr schlimm für uns alle.Wir konnten mit dieser Nachricht nicht umgehen. Wir haben seit dem nicht mehr über die Krankheit sprechen können und wollen(ich zumindest)Es lag Spannung in der Luft.Im März kam dann das Wunder.Es gab ein Organ! Leider hat es nicht gepasst. Die Woche darauf gab es wieder ein Organ! Mein Mann durfte wieder ins Krankenhaus! Doch leider war diese Leber verfettet.2Tage später hat es dann geklappt!Mein Mann ist tranzplantiert worden!!!!! Es ist alles super verlaufen.Wir waren alle soooo erleichtert! Ich hatte das Gefühl, dass alles wieder ins Lot kommen würde. Mein Mann gab sich sehr zuversichtlich.Wir sind uns wieder sehr nahe gekommen.Doch dann hatte er einen Schlaganfall.Er ist wieder ganz genessen .Doch die Tatsache wie dieser Schlaganfall hätte ausgehen können macht ihm sehr zuschaffen.Mehr als seine schwere OP.Er hat sich sehr zurückgezogen.Und hat seine Familie einfach übersehen.Erst als ich ihn direkt darauf angesprochen habe rückte er mit so Sachen wie:Ich habe keinen Bock mehr,Ich fühle mich als Mann nicht wahrgenommen,ich will die Scheidung, heraus.Ich war wie vor den Kopf geschlagen.Bis zu diesem Tag hat sich alles nur um ihn gedreht.Wir haben uns alle zurückgenommen.Wegen seiner Krankheit. Um es ihm so einfach und so leicht wie möglich zu machen.Ich bin so stolz auf meine Kinder, die viel Geduld mit ihm und seinen manchmal unerträgliche Launen hatten.Ich konnte den Kindern gut vermitteln das vieles mit der Krankheit zusammen hängt.Zu mir muss ich sagen;ich habe vieles aus Liebe erduldet.Der ganze alltägliche Wahsinn wird von mir alleine bewältigt.Außerdem gehe ich 3mal die Woche arbeiten.Mein Mann erkennt dies leider nicht ! Ich bedauere es sehr, dass nach so vielen Stationen, die wir durchlaufen haben,alles vorbei sein soll.Mein Mann hat einer Eheberatung zugestimmt,aber auch gesagt, dass es kaum Sinn macht ,da er keine Liebe mehr empfinde. So Gerhard,ich habe mich ausgejammert.Bitte mach dir ein Bild davon.ich bin dir dankbar für jeden Kommentar! Dank!!!!!!!!!!!
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03.09.2011 22:46 |
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Gerhard S.
fast-Alles-Versteher

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Re: Was ist bei Trennung/Scheidung? von Gerhard S. (04.09.2011 19:53) |
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Bücher zu diesem Thema
Hallo keh,
- arbeitet die neue Leber jetzt tadellos und die Galle fliesst auch ordnungsgemäss?
- Wieviele OP's mit Vollnarkosen hatte dein Mann dieses Jahr 2011?
- Wie geht es dir gesundheitlich?
- Was hältst du davon, wenn wir uns in einen nicht-öffentlichen Bereich verziehen? (eventuell reicht schon die Kommunikation per PN hier, hast das vielleicht schon gesehen.)
Grüsse Gerhard
PS: Also Scheidung würde ich in eurem Fall vermeiden wollen. Scheidung ist m.E. etwas für Leute, denen etwas in der Ehezeit angetan wurde - oder für Leute, die einen neuen Partner haben oder es beabsichtigen. Aber das alles trifft ja bei euch nicht zu.
Aber jetzt einfach zu deinem Mann hingehen - und ihm ins Gesicht sagen, dass das Mist ist - so funktioniert es ganz sicher nicht.
Es ist nur so ein -vorläufiges- Gefühl in mir:
Er sprach das böse Wort aus, weil er verzweifelt ist. Ja, verzweifelt kann er trotzdem sein, nachdem&obwohl die "lebensrettende" Leber zu ihm gekommen ist. Und vermutlich möchte er dich nicht verlieren - aber an Abstand denkt er ganz sicher. Ein 50-Jähriger (so wie ich) spricht soetwas nicht zum Spass aus; man muss sowas auf jeden Fall ernst nehmen. Über den Umfang und die Art und Weise des -mutmasslichen- gewünschten Abstands wird er sich aber selbst noch nicht ihm klaren sein.
Ich habe in meinem Leben schon mehrere Personen nach Vollnarkosen gepflegt. Und ich kann dir sagen, dass die Patienten so "richtig da" erst nach 1-2 Monaten waren. Auch "meine" Patienten sprachen immer wieder davon, dem Tod gerade nocheinmal von der Schippe gesprungen zu sein - und Folgegedanken. Ich musste dienstlich mit denen darüber sprechen. Darum meine obige Frage.
Ich denke mir zwar noch mehr als das, was ich hier schreibe - aber hinsichtlich zur gebotenen Rücksicht auf die jugendlichen Leser vermeide ich dies öffentlich.
Er wird für eine Weile nicht mehr so können wie er will. Und das verunsichert bis ins Wurzeltschakra, kann ich dir sagen. Es geht um mehr als nur seine Leber und Irritationen; eure nahe Zukunft ist leider etwas unsicher. Wenn du ihn nun ständig fordern würdest, dann würde ihn das wahrscheinlich derzeit nicht erfreuen, sondern sogar verärgern.
Wenn ich so deine früheren Erfahrungen betrachte - und so wie du heute damit umgehst - du bist eine starke Frau und Mutter.
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04.09.2011 19:53 |
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