Erziehung in den 70er / 80er |
pete77
User

Dabei seit: 19.01.2012
Letzte Aktivität: 19.01.2012 23:30
Beiträge: 2
Familienstand: Partnerschaft
 |
|
Re: Erziehung in den 70er / 80er von pete77 (19.01.2012 15:12) |
 |
Ich habe mir jetzt alle Seiten dieses Threads durchgeselen und jetzt bin ich an dem Punkt, wo ich nicht mehr nur als stiller Leser an diesem Forum teilnehmen kann. Es ist wirklich bedauerlich, aus welch kaputten Familien hier einige Menschen kommen und alle samt genießen sie auch mein Mitgefühl.
Was aber gar nicht geht, ist diese Kriminalisierung und Heuchlerei, wenn es um eine pflichtbewusste und verantwortungsvolle Erziehung geht. Bevor ich nun weiter aushole:
Ich bin (wie man dem Namen vielleicht entnehmen kann) ein 1977er Baujahr. Bis zu meiner Pubertät wuchs ich in einer intakten Familie auf. Ich wurde in meiner Kindheit weder geschlagen, noch psychisch diszipliniert. Meine Eltern beschränkten sich darauf, mich bei einem Fehlverhalten verbal zu belehren. Toll, oder?
Mitnichten! Intellektuell bin ich beiden Elternteilen weit überlegen. Die Fähigkeit, "weg zu hören", entwicklte sich bei mir schon sehr früh. Die meiste Zeit lebte ich prima damit. In der Schule zu faul und deswegen nur Realschule und Ausbildung anstatt Studium. Ich war nicht anders als andere Kinder und so habe ich auch lauter Dummfug gemacht - warum auch nicht?
Letztendlich - und das schreibe ich, obwohl ich meine Eltern sehr liebe und ihnen keinerlei Vorwürfe machen will - haben sie die Erziehung "verbockt". Der gute Wille alles richtig zu machen war vorhanden. Die Ausführung war mangelhaft.
In der Erziehung von Kindern gibt es wie in allen anderen Belangen des Lebens eine Kosten-/Nutzenrechnung. Die Verantwortung endet nicht damit, seine Kinder gewaltfrei aufwachsen zu lassen. Und wenn eine Tracht Prügel eine funktionierende Signalwirkung hat, dann ist das ein durchaus probates Mittel.
Hier wird geschrieben, dass körperliche Züchtigung grundsätzlich Folgeschäden hervorruft. Folgeschäden entstehen auch durch Vernachlässigung, Liebesentzug (Und das bitte aus der Sicht der KINDER betrachten!), fehlende Aufklärung, schlechte Schulbildung, kriminelle Aktivitäten, [...]
"Normale" Menschen, die in ihrer Erziehung körperlich gezüchtigt wurden, sind bis auf zwei Ausnahmen hier in diesem Thread nicht zu finden. Aber glaubt ihr denn wirklich alle, dass dies die Mehrheit widerspiegelt? Ist es nicht typisch für Internetforen, dass dort hauptsächlich negativ kommuniziert wird?
Abschließend erwähne ich noch, dass ich noch keine eigenen Kinder habe. Ich maße mir aber nicht an, ohne die Erziehung eines Kindes abgeschlossen(!) zu haben, irgend welches Jesuslatschengeblubber für den einzig gangbaren Weg zu halten und bemühe mich stets, offen und lernwillig weiter durchs Leben zu gehen.
|
|
19.01.2012 15:12 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
Ilona

Gruppenleiter
  

Dabei seit: 07.02.2005
Letzte Aktivität: Heute, 22:16
Beiträge: 29.417
Mein ebay:  Herkunft: Berlin Interessen: tanzen, lesen, schreiben Beruf: Erzieherin und nebenbei Selbstständig Kinder: Alex geb. am 4.10.2003, Damian geb. am 16.02.2007 Familienstand: verheiratet Sonstiges: Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken
 |
|
Re: Erziehung in den 70er / 80er von Ilona (19.01.2012 20:29) |
 |
pete Wenn du wirklich alles gelesen hast dann hast du auch gelesen dass ich auch seeliche Gewalt mit eingeschlossen habe zu der liebesentzug definitiv dazugehört.
Ebenso wird es auch in den von mir ziteriten Gesezestrexten genannt.
Wenn die verbale auseinandersetzung deiner Eltern mit dir keine früchte getragen hat vernute ich war sie einfach nicht konsequent genug.
natürlich gibt es bei der kindererziehung auch immer bestrafung nur wie gesagt darf sie nicht in Form von körperlicher oder seelicher Gewalt ausgeübt werden.
Wichtiger ist es jedoch das Kind für erwünschtes Verhalten zu loben. Den das selbe gilt auch für Erwachsene jeder mensch freut sich über ein lob und ist bestrbt wieder und wieder gelobt zu werden, weil es Hormone frei setzt die ein Glücksgefühl auslösen. Daher wird dieser mensch das wiederholöen für was er gelobt wurde.
mit einem lob erreicht man 1000 mal mehr als mit einer betrafung egal wie diese Aussieht.
Mal ein beispiel aus meinem Alltag:
Meine beiden zappelten heute beim Abendessen rum. Mein Großer wirft dabei seinen Becher um. Strafe er muss einen Lappen holen und es aufwischen. Als er fertig war habe ich ihn gelobt das er es ohne zu meckern und sehr ordentlich weggemacht hat.
Danach hat er gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd.
Fazit: Er weis, dass wenn er etwas anstellt er das selber wieder in Ordnung bringen muss aber er für das in Ordnung bringen wird er gelobt.
Er wird dadurch nicht öfter seinen Becher umwerfen weil er beim sauber machen dann gelobt wird sondern er weis das es mit Arbeit verbunden ist aber er weis auch, dass alles halb so schlimm ist wenn man Dinge wieder in Ordnung bringt.
Natürlich ist das ganze zeitaufwendiger als wenn ich ihn wie du es schreibst eine Tracht Prügel gebe. Aber jeder der kinder bekommt sollte sich im klaren sein das Kinder sehr viel Zeit beanspruchen egal wie Alt sie sind.
Ich zitiere hier mal einen Spruch den ich in dem zusammenhang mal gelesen oder gehört habe und von dem ich persönlich finde das da zumindest ein fünkchen Wahrheit drin steckt.
| Zitat: |
| Wer schlägt ist verbal unfähig- hilflos seiner geistigen Grenze ausgeliefert. |
|
|
19.01.2012 20:29 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
pete77
User

Dabei seit: 19.01.2012
Letzte Aktivität: 19.01.2012 23:30
Beiträge: 2
Familienstand: Partnerschaft
 |
|
Re: Erziehung in den 70er / 80er von pete77 (19.01.2012 22:42) |
 |
Bücher zu diesem Thema
Schade. Eigentlich hätte ich mir eine etwas tiefgreifendere und differenziertere Reaktion gewünscht. Zappelnde Kinder beim Essen als erzieherische Herausforderung, als Beilage etwas Ignoranz beim lesen, hübsch aufbereitet an einem gänzlich hirn- und bedeutungslosen Zitat eines unbekannten Niemands. Zum Dessert gibt es dann noch ein Bauernweisheitsorbet garniert mit zarter Selbstdarstellungsschokolade.
Manchmal würde es sich anbieten, beim lesen nicht nur die Brille aufzusetzen, sondern auch den Kopf in Bereitschaft zu versetzen und die Welt mal so real betrachten, wie sie nunmal ist - ganz ohne Schmetterlinge im Winter, mit Gravitationskräften, HARZ IV, Jugendkriminalität, stetig sinkendem Bildungsniveau, sozialen Brennpunkten...
Wenn es um Kinder und deren Erziehung geht, dann ist nicht das Jetzt entscheidend, sondern das Morgen. 6-jährige haben keine Lebenserfahrung, die ihnen dabei hilft, die richtigen Entscheidungen zu finden oder zu treffen. Sie verfügen auch noch nicht über die notwendige Sozialkompetenz, um Probleme auf einem anspruchsvollen Niveau lösen zu wollen oder zu können. Sie sind lediglich Opfer einer Elterngeneration, die sich für besonders überlegen hält und dann ihren Kindern Hochbegabung, Unterforderung und ähnlichen Quatsch einredet. Ihren entgültigen Schaden bekommen die Kids dann, wenn sie ihre Namen wie Leoni-Ilka oder Justin-Jason zum ersten mal wahrnehmen. Aber das ist alles keine Kindesmisshandlung. Das ist natürlich pädagogisch wertvoll und vor allem verantwortungsvoll.
Erwischt? -> Tip: Kondome benutzen und Hund kaufen.
|
|
19.01.2012 22:42 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
Maju

Ultra-User

Dabei seit: 20.10.2009
Letzte Aktivität: Gestern, 22:41
Beiträge: 1.502
Kinder: 3 Mädchen (14, 12 und 10) Familienstand: verheiratet
 |
|
Re: Erziehung in den 70er / 80er von Maju (19.01.2012 23:21) |
 |
@pete
Ich schätze mal, dass die meisten Kinder in sich selbst den Antrieb finden, ehrgeizig ihr Ziel zu verfolgen.
Ihr Ziel -das heißt nicht, dass das mit dem vorgegebenen Ziel der Eltern, der Lehrer, des deutschen Rentensystems, usw übereinstimmt. Ein Kind, das mit Gewalt, wie auch immer geartet, erzogen wird, findet sein Ziel nicht.
Wenn du heute weißt, dass du das Zeug zum Abi und Studium hättest, warum kreidest du es immer noch deinen Eltern an, dass sie dich nicht dorthin geprügelt haben? Sei ihnen einfach dankbar, dass du dein Ziel heute selber definieren kannst und verfolge es.
Wir beschäftigen uns alle mit der Realität. Sie hat aber viele Seiten und jeder nimmt sie anders wahr. Fakt ist trotzdem: auf Gewalt kann man immer verzichten. Ausnahmslos. Für jedes Problem gibt es eine gewaltfreie Lösung.
Gewalt erzeugt nur Gegengewalt, Rebellion, gebrochene Menschen. Es kommt nichts Gutes dabei raus. Das Abi und das Studium sind erprügelt nichts Gutes. Höchstens ein billiger Trostpreis.
|
|
19.01.2012 23:21 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
Ilona

Gruppenleiter
  

Dabei seit: 07.02.2005
Letzte Aktivität: Heute, 22:16
Beiträge: 29.417
Mein ebay:  Herkunft: Berlin Interessen: tanzen, lesen, schreiben Beruf: Erzieherin und nebenbei Selbstständig Kinder: Alex geb. am 4.10.2003, Damian geb. am 16.02.2007 Familienstand: verheiratet Sonstiges: Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken
 |
|
Re: Erziehung in den 70er / 80er von Ilona (19.01.2012 23:27) |
 |
Pete ja erwischt aber sicher nicht ich sondern Du. Aber es ist ja leicht nur weil jemand eine andere Meinung hat als du diesen jemand zu beleidigen.
Verallgemeinerungen sind auch leicht zu schreiben un mehr kann ich aus deinem letzten posting nicht herauslesen. Auf mein vorherigen Beitrag bist du nicht eigegangen lieber klopfst du Stammtischparolen.
Bist du also nur hier um zu provozieren oder um zu disktutieren?
Das hier ist ein Forum mit klaren Regeln die in den Nutzerbedingungen klar nachzulesen sind ( http://www.elternforen.com/news-f12/nutz...62009-t22686/1/ ) die auch jeder User bei der Anmeldung bestätigen muss.
Aber da du anscheinend ja noch nicht mal viel von Gesetzen hälst wirst du dich sicherlich auch über diese Regeln hinwegsetzen.
|
|
19.01.2012 23:27 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
heymomma
User

Dabei seit: 27.01.2012
Letzte Aktivität: 02.02.2012 15:37
Beiträge: 9
 |
|
Re: Erziehung in den 70er / 80er von heymomma (27.01.2012 15:58) |
 |
Bedanke mich auch moka ,bei mir ist es durch meine Kindheit mit meiner Mutter.Da ich mit 30 plötzlich schwere Depressionen,Angstzustände und Selbsrmordgedanken hatte musste ich in eine Gesprächstherapie,dort wurde in den 1,5 Jahren jetzt hauptsächlich meine ganze Kindheit aufgearbeitet...Ja,es ist traurig aber wahr.....
|
|
27.01.2012 15:58 |
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos ->
|
|
|