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Probleme in der Partnerschaft - Aus und Vorbei ? :





Aus und Vorbei ? - Ratgeber Probleme in der Partnerschaft - ...können viele Ursachen haben. Der Alltag zehrt am Miteinander, die Kommunikation ist schwierig. Die Auswirkungen können sich unterschiedlich zeigen, sei es ein Mangel an liebevollem Umgang oder wenig Lust. In unserem Partnerschafts-Forum können Sie Ihre Schwierigkeiten schildern und sicher gute Ideen finden, um den Umgang miteinander zu verbessern.
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marajoda
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Aus und Vorbei ?

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Ich bin froh dieses Forum entdeckt zu haben und wende mich heute Abend mit meinen Sorgen hilfe und ratsuchend an andere Besucher.
Ich habe am vergangenen Heiligen Abend entdeckt, dass meine Frau mich seit einiger Zeit mit einem Anderen betrügt. Ich war entsetzt.
Zur Rede gestellt hat meine Frau sich nicht wirklich distanziert.
Zunächst hat Sie sich zwar von ihm getrennt und mir mitgeteilt, wie froh sie sei, dass die Lügerei und Täuscherei ein Ende hat, nur 5 Wochen später ist es aber wieder losgegangen. "Wir reden noch miteinander" spiegelt wohl die aktuelle Situation wieder. Meine Frau sagt, dass sie mich nicht ganz verlieren will, aber zur Zeit nicht mehr liebt. Den Anderen kann und will sie derzeit aber auch nicht aufgeben/vergessen. (Sie sagt sie benötige Zeit zu begreifen, was sie wirklich will, am liebsten wäre ihr eine Trennung auf Zeit).
Klarer Fall also, ich muss doch bekloppt sein noch hier zu hocken, oder ?
Nun liebe ich meine Frau aber trotz all der Wut und Enttäuschung noch immer. Zudem haben wir zwei kleine Kinder (2 und 4 Jahre). Vor einem Jahr haben wir unser eigenes Haus mit nettem Grundstück bezogen.
Ich weiss wirklich nicht mehr weiter, schlafe kaum noch.
Trennung auf Zeit, sehe ich keine Möglichkeit, denn finanziell haben wir derzeit keinen Spielraum für eine Zweitwohnung, zu meinen Eltern will ich nicht.
Also versuchen wir uns im eigenen Haus nicht anzunerven.

Meine Frage an Euch (insbesondere an die Frauen unter Euch):
Nimmt mich meine Frau vielleicht nicht mehr ernst ? Eigentlich denke ich selbst, ich hätte doch längst meine Sachen packen sollen. Ich will unsere Beziehung aber irgendwie noch rumreissen. Glaubt Ihr noch an eine Rettungsmöglichkeit ?
Ehe-/Paarberatung kommt derzeit für meine Frau nicht in Frage. Sie sagt, die könnten Ihr die Gefühle für mich auch nicht zurückerzwingen.

Ich freue mich auf Eure Reaktionen.


Danke
marajoda
20.03.2004 22:47
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RE: Aus und Vorbei ?

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Hallo marajoda,

meine Geschichte ist Deiner recht ähnlich. Du kannst sie in meinen anderen Beiträgen nachlesen.

Ich schreibe Dir meine Gedanken ohne Anspruch auf Richtigkeit.

Trennung (erst mal) auf Zeit war auch mein erster "Lösungsansatz". Ralphis Signatur "Was man liebt, muss man loslassen" hat was. Ich bin dann doch nicht ausgezogen weil ich keine Lösung für die Kinder sah und auch bis heute nicht sehe. Das ist die Falle in der ich mich fühle. Als freier Mensch ohne Verantwortung für meine Kinder hätte ich nach einigen Wochen die Koffer gepackt.

Bekloppt bist Du mit Sicherheit nicht, wenn überhaupt sind für mich die bekloppt, die aus einer Verletztheit heraus sofort die Flinte ins Korn schmeißen. Mit den Kindern übernimmt man Verantwortung und das heißt für mich nach Lösungen zu suchen, die sowohl für die Kinder als auch für einen selbst tragbar sind. Das geht nicht in ein paar Wochen und schon gar nicht in der akuten Schmerzphase in der die Wut und der Zorn die Ratgeber sind.

Aus meiner Sicht nimmt sie Dich nicht ernst. Sie legt Dich auf Warteposition, testet den anderen und hält sich Dich als Sicherheit, falls der andere es doch nicht ist. Deshalb geht sie auch nicht mit zur Paarberatung. Dort Klartext reden zu müssen birgt für sie die Gefahr, Dich als Reserve zu verlieren. Meine Partnerin sagte zu mir nach ihrer ersten Affäre es hätte keinen Sinn zu reden denn sonst bräche hier alles zusammen. Leider habe ich diesen Satz erst Jahre später verstanden. Jetzt weigert sie sich unsere Paarberatung fortzusetzen, sie möchte mit aller Gewalt wieder zum Alltag zurück – ich nicht.

Zeit zu brauchen um mit den eigenen Gefühlen ins Reine zu kommen ist für mich absolut in Ordnung. Die Liebe mit dem anderen mit dem Wissen um die Gefühle seines Partners auszuleben, ist außerhalb meiner emotionalen und auch außerhalb meiner rationalen Reichweite.

Stimmt nicht ganz, rational sehe ich die Möglichkeit, dass Du durch ihr Verhalten die aktive Rolle und damit die "Verantwortung" an der Trennung übernehmen sollst. Emotional sehe ich in meiner Beziehung auch die Möglichkeit, dass da Störungen mitspielen, die mit unserer Beziehung gar nicht so viel zu tun haben. Ich setze mich zur Zeit mit Hellinger und Co auseinander. Vieles trifft auf mich und meine Partnerin zu. Ob ich der Sache traue, weiß ich noch nicht. Bringt für die Beziehung aber auf keinem Fall was, solange sich nur einer der Partner damit auseinandersetzt.

Rettungsmöglichkeiten? Du alleine kannst absolut nichts ausrichten. Rumreißen als aktives und schnelles Tun funktioniert schon gar nicht. Wenn überhaupt, hilft nur Zeit. Nicht Geduld haben, das ist schon wieder eine Forderung, an der Du dauernd Euere Beziehung misst und das macht Dich verrückt.

Meine vorübergehende Lösung ist, mich emotional zu distanzieren, sie nicht mehr an meine Seele heran zu lassen. Oberflächlich funktioniert das hervorragend, für Außenstehende führen wir eine Traumbeziehung. Für die Kinder ist diese Lösung auch sehr gut. Aber ich merke auch, dass ich auf Dauer dabei drauf gehe.

Was sich aus meiner Sicht lohnt, ist sich mit sich selbst und dem eigenen Beziehungsverhalten auseinander zu setzen. Für die aktuelle Beziehung nutzt das aber höchstens an der Oberfläche.

Dem zweiten Teil von Ralphis Signatur, "Kommt es zu dir zurück, gehört es dir. Kommt es nicht zurück, hat es dir nie gehört" stimme ich nicht zu. Es gibt viele Gründe zurück zu kommen. Meine Partnerin ist mit dem Kopf zurückgekommen, mit dem Rest eher nicht. Das war nach ihrer ersten Affäre auch so. Und das ist der einzige Tipp den ich Dir geben kann. Wenn sie zu Dir zurückkommt ist alleine deswegen gar nichts wieder gut. Die Bombe tickt weiter.

Was mit den Monaten langsam besser wird ist die Fähigkeit wieder Schönes außerhalb der Beziehung zu sehen und auch zu genießen. Schlafen kann ich aber auch jetzt nur wenn es mir vor Müdigkeit die Füße wegzieht und dann ist nach ein paar Stunden auch schon wieder Schluss.

Ich kann jetzt nach Monaten auch wieder halbwegs arbeiten. Und das ist sehr wichtig. Es nützt Dir nichts wenn es Dir auch noch wirtschaftlich die Füße wegzieht. Wir haben uns vor eineinhalb Jahren ein Haus gekauft und die Kinder mussten sich hier ein neues Nest bauen. Dieses Nest möchte ich ihnen mit all meiner Kraft erhalten. Dieser Gedanke hat mir sehr geholfen, beruflich wieder Fahrt aufzunehmen.

Liebe Grüße und ganz viel Kraft

Michl

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Hallo Marajoda,

Da Du explizit nach Frauenmeinungen fragst und ich eher eine Situation aus der Sicht deiner Frau erlebt habe, hier ein paar Zeilen:

Sich zu verlieben ist ein äußerst dynamischer Gefühlszustand, der hormontechnisch 12-18 Monate andauert und ich persönlich hab so meine Zweifel, OB man Gefühle mit dem Willen zwingen kann und/oder sollte! Ich kann das wohl nicht und habe, als ich mich vor 2 Jahren nach 15 Jahren Ehe in einen anderen Mann verliebte, einfach nur gehofft und abgewartet, dass dieses mich verschlingende Gefühl wieder abflaut!

Bei mir mag einfacher gewesen sein, dass der Mann und ich keinen Sex miteinander hatten, aber das war wirklich das einzige, was dem klassischen Betrug "fehlte" und herzensmäßig war ich eine Zeit wirklich mal hin und her gerissen. Ich hab meinem Mann das sofort erzählt, weil wir immer einen sehr offenen Umgang miteinander pflegen und das war furchtbar für ihn.

Mir war klar, dass ich meinen Mann und die 3 Kinder nicht verlassen wollte, rotzdem konnte ich mich den wirklich intensiven Gefühlen nicht entziehen und letztlich haben uns eine Eheberatung und ein Jahr, das ins Land ging sehr geholfen.

Was ich in deiner Schilderung vermisse, ist die geklärte Frage, WER es denn nun sein soll ... WENN das Bekenntnis zu Dir als Mann und Lebenspartner eindeutig ist, bleibe ich bei meinem Begriff der Herzenstreue und habe mir -nach etwas Abstand- die Freundschaft zu diesem Mann nicht nehmen lassen; denn verliebt hatte ich mich ja nicht ohne Grund in einen Menschen, der ganz viele Aspekte hatten, die mir in meiner Ehe fehlten. WENN dafür das Vertrauen zu nachhaltig beeinträchtigt ist, wird es superschwierig ... NUR dass deine Frau Dich nicht ernst nimmt, weil Du sie nicht tobend vor die Tür setzt, kann ich nicht bestätigen.

Mein Mann hat mir letztlich den *innerlichen* Freiraum, den ich wirklich zum Glücklichsein benötige, NICHT zugestehen können.
Ich befürchte heute, dass in dieser Phase leider viel von meiner grundlegenden Liebe "gestorben" ist und ich frage mich noch bang, ob es da eine Rettung geben kann?
HÄTTE er anders, ich sag jetzt mal "erwachsener", so wie ich z.B. Michl und Mick immer gelesen habe, reagiert, hätte mir das vermutlich gezeigt, dass es einen Besseren als ihn auf keinen Fall geben könnte ...

Für mich heißt "wahre Liebe" in letzter Konsequenz auch, dem anderen Glück zuzugestehen, selbst wenn das bedeutet, das mir dadurch Schmerzen entstehen.
Ich würde auf Respekt, Diskretion und Einhaltung abgemachter Regeln bestehen, aber letztlich halte ich es auch mit Ralphi und meine noch weitergehend, dass niemand niemandem "gehört"!

Ich weiss natürlich nicht, ob meine Sicht auch nur das kleinste bisschen hilft - mein Verständnis und meine guten Wünsche für ein glückliches und liebevolles Leben habt Ihr unbedingt!

LG Lili

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marajoda
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Hallo Lili, Hallo Michl,

ich kann Euch gar nicht sagen wie sehr mir Eure Zeilen "geholfen" haben.
Zeigen Sie mir doch, dass ich nicht allein bin mit derartigen Sorgen.
Wo und wie meine Frau zu mir steht kann ich im Augenblick nicht exakt definieren. Ich habe ein ziemlich gutes Gespür dafür entwickelt, ob ich belogen werde oder nicht. Im Augenblick versuche ich meinen Emotionen ein wenig aus der Sache zurückzuziehen. Manchmal gelingt das recht gut, dann wieder fällt mich die Entäuschung an wie ein wütendes Tier.

Michl, ich denke ich muss wirklich an meinem Beziehungsverhalten arbeiten, auch wenn das natürlich nichts an der momentanen Situation ändern wird. Ich weiss nur derziet keinen Anlaufpunkt dafür. Was steckt hinter Hellinger und Co. ?
Lili,
was hast Du in der Zeit Deiner Liebe zu einem Anderen für Deinen Mann empfunden ? War er ein guter Freund, den Du nicht missen mochtest, oder wie würdest Du das beschreiben.
Für meine Frau bin ich "der beste Vater" den es gibt, ein guter Freund, aber eben nicht der begehrte Mann.
Was hat bei Euch in diese Situation geführt ?
Wie bei mir das Gefühl meiner Frau "Du hörst mir nicht zu", "Aufeinanderhocken" nach der Geburt der Kinder, fehlende Befriedigung beim Sex ?
Meine Frau möchte mich im Grunde nicht verletzten, aber mein Bohren nach der Wahrheit hat mir einige Verletzungen beschert.

Würde gern mehr von Euch hören. Michl, wo finde ich Deine "recht ähnliche Geschichte" ?

Herzlichen Gruß
marajoda

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Liliki: 18.12.2004 10:21.

21.03.2004 21:54
marajoda
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Hallo Lili,
was hast Du von Deinem Mann erwartet in Eurer Situation ?
Und warum hat es nicht geklappt ? Habt Ihr Euch schließlich getrennt ?
Was hast Du für Ihn empfunden in all der Zeit Deines Verliebtseins in einen Dritten.
Meine Frau hat mir auch gesagt, dass sie mich nicht verlassen will und dass sie auch nicht will, dass ich ausziehe.
Ich weiss, dass mann Gefühle nicht erzwingen kann, natürlich kann mann das nicht. Doch diese Erkenntnis lindert nicht den eigenen Schmerz.
Sogar der Gedanke, dass ich schließlich will, dass meine Frau glücklich ist ist mir schon gekommen, aber das ist doch fast schon Selbstaufgabe, oder ?
Ich möchte auch glücklich sein.

Wie geht es Dir heute, nachdem Dein Mann Dir nicht die notwendige Freiheit zu geben vermochte ?

Gruß
marajoda

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21.03.2004 22:05
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@ Marajoda

[quote]Lili,
was hast Du in der Zeit Deiner Liebe zu einem Anderen für Deinen Mann empfunden ? War er ein guter Freund, den Du nicht missen mochtest, oder wie würdest Du das beschreiben.[/quote]

Puh, das wird dann wieder eines meiner ellenlangen Postings, die das EF eine Zeit lang sicher vermisst hat  Zahnlücke   ...

Dazu muss ich ausholen und sagen, dass mein "Hauptdefizit" mit meinem Mann sein nicht sehr ausgeprägtes Interesse an Kommunikation (meinem Lieblingshobby ...) und seine -hm, wie soll ich das nennen- eher "liebevoll-gleichgültige" Haltung mir gegenüber waren. Dafür hatte ich jede Menge Freiraum, praktische Unterstützung und viele andere gute Seiten.
ALS dann die Sache begann, hat mein Mann sich sehr verändert und wurde zum ersten Mal so emotional, wie ich mir das Leben zumindest ab und an wünsche (ich bin ja Realistin in der Mann-Frau-Sache) und ich hab ihn daher sehr begehrt, weil er mich begehrt hat. Wir hatten kein "guter Freund"- Verhältnis und ich hatte eine Zeit lang das Gefühl, dieses Intermezzo hätte ihn wachgerüttelt, worum es im Leben vielleicht wirklich ginge (Emotionen) - ich wollte nie immer nur neben jemandem herleben ...

Leider war das wohl ein Strohfeuer und eine Art Werbung, so lange die "Bedrohung" bestand.

Was er immer während der Zeit hatte und auf alle Zeit haben wird, sind Freundschaft (das finde ich zu meinem Lebenspartner ganz wichtig), Respekt und Fürsorge ... dieses "Mann meines Lebens"- Gefühl kann ich momentan nicht so sicher in mir finden und befürchte eben, das hat doch letalen Schaden genommen. Da kann man sich ja lange allerhand vormachen, aber ich bin momentan relativ nüchtern ...

Unsere Kinder sind aber noch nicht alle sehr groß und ich kann es sicher ganz gut mit ihm aushalten - OB MIR das aber auf alle Zeiten reicht???

LG Lili

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Selbstaufgabe ist die eine Seite, denke ich .... DAS würd ich nie machen- aber ich denke anders über eheliche Treue als die meisten anderen Menschen und finde den Zustand, 17 Jahre Sex mit dem immer gleichen Menschen zu haben, eher unnatürlich! Weil mein Mann natürlich anders darüber denkt, lebe ich meine Einstellung nicht - glaube aber, dass in diesem Anspruch ein großer Teil der Probleme liegt.

Ich hätte meinem Mann immer eine eher diskrete Affäre zugestanden und finde es "normal" sich innerhalb langer Jahre mal zu verlieben ... WENN man respektvoll, anständig und "erwachsen" miteinander umgeht!

BOHREN NACH WAHRHEIT finde ich ganz unglücklich, weil diese Wahrheiten immer furchtbar schmerzen und man sich nur weh tut ... Nichtwissen kann auch eine Gnade sein!

Vielleicht ist die Weichenstellung in diesen Jahren, wo man Existenzen gründet und die Kinder klein sind, so extrem wichtig für den Fortbestand einer Beziehung ... ich ziehe heute für mich aber AUCH die Bilanz, dass die Frau heute mit 40 mit der Frau von 24 nicht mehr so wahnsinnig viel gemein hat, was die Prioritäten und Bedürfnisse angeht ... DAS ist meiner Meinung nach etwas, das einfach vorkommen kann!

LG Lili

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Hallo marajoda,

meine Geschichte habe ich hier auf viele Beiträge verstreut. Du kannst sie über die Suchfunktion mit meinem Nick finden.

Der Zweikampf zwischen der Ruhe und dem wilden Tier ist mir sehr vertraut.

Hellinger und Co sind Bert Hellinger (Heilsame Beziehungen-Wie Liebe gelingt und Anerkennen was ist), Norbert Mayer (Beziehungsgestaltung), Hans Jellouschek (Wenn Mutters Sohn Vaters Tochter heiratet), Arno Gruen (Die Schwierigkeit, sich selbst zu sein), Norbert Mayer (Das verlorene Zuhause). Geht um Systemische Psychologie oder so ähnlich. Grundsatz scheint zu sein, dass in jedem Menschen sehr viel aus seiner Vergangenheit und der seiner Ahnen mitschwingt und diese Menschen unbewussten Zwängen folgen müssen. Einiges ist für mich nicht nachvollziehbar aber ich fand eben sehr viele Ansätze, die ein Nachdenken lohnen.

Meine Partnerin sagt mir auch ich wäre für sie als Lebens- und Familienpartner die Idealbesetzung, Ihre Leidenschaft kann sie jedoch mit mir bis auf ganz wenige Ausnahmen in den letzten Wochen nicht ausleben. Läge dies an meinen "Liebhabequalitäten" (saublödes Wort) wäre das für mich in Ordnung und ich könnte das in Grenzen nachvollziehen. Sie sagt mir aber auch "Du bist für mich der beste Liebhaber der Welt" und wenn wir uns mal sehr nahe gekommen sind, es wäre für sie wunderschön gewesen. Und dieser Widerspruch machte mich verrückt. Ich kann eben nicht nachvollziehen warum sie ihre Leidenschaft nur mit anderen Männern ausleben kann. Wir haben mit o.g. Ausnahmen seit sechs Jahren nicht miteinander geknutscht oder innig gekuschelt. Sie ist mit ihrer Leidenschaft in dieser Zeit nie zu mir gekommen. Immer war ich der aktive und 19 von 20 Annäherungsversuche meinerseits endeten in Ablehnung. Ich habe heute das Gefühl, dass von ihr Kleinigkeiten aufgebauscht wurden, um ihre Ablehnung zu legalisieren. Das zermürbt beide Seiten. Leider war ich über viele Jahre nicht ICH und habe mich in meine Arbeit zurückgezogen und habe letztendlich meine Bedürfnisse oberflächlich zurückgestellt. Ich dachte ich hätte angenommen, dass sie halt so ist. Tat ich natürlich nicht wirklich und das war mit Sicherheit einer der Gründe für meine immer wieder hochkommende Aggression gegenüber unserer Beziehung.

Und dann sitzt du plötzlich zu Hause und musst erkennen, dass sie eben ganz anders ist. Sie ist plötzlich bereit für ihre Leidenschaft alles aufs Spiel zu setzen. Sie sagte mir "Ich fahre jetzt zu ihm und ich nehme mir alle Zeit der Welt die ich brauche! - Bist Du morgen früh noch da?". Dann saß ich bis 04:00 hier mit den drei Kindern, sie im achten Monat schwanger, und sah den Film in mir ablaufen was ein paar Meter weiter gerade passiert. Ich habe dann nur noch gekotzt. Sie war drei Wochen vorher schon eine Nacht bei ihm, Ich bin nachts aufgewacht und spürte wie ihre Hülle durchbrochen wird. Ich sprach sie noch in der gleichen Nacht darauf an. Nach ersten Verleugnen erzählte ich ihr von den Bildern die ich sah, sie nickte dann. Wir haben dann drei Wochen lang sehr intensiv, ruhig und sehr innig miteinander geredet. Sie wusste um meine Liebe für sie, sie wusste von meinem jahrelangen Verzicht, sie wusste von meinen Qualen – gefahren ist sie dann trotzdem und drei Wochen später noch mal.

Und hier weiche ich von Liliki ab. Sich verlieben ist in Ordnung, seine Leidenschaft nicht ein Leben lang auf einen Partner konzentrieren zu können vielleicht auch aber die Freiheit endet eben dort wo der Seelenfrieden des Partner endet. Ich habe heute keine Probleme mehr mit ihrer ersten Nacht aber um so mehr mit der zweiten und dritten. Sie hat meinen Seelenfrieden für ihre Verliebtheit und ihre Leidenschaft geopfert. Sie sagt mir heute, sie hätte keine Wahl gehabt und was ich denn wolle, sie sei doch zu mir zurückgekommen. Erstens habe ich zwar keine Wahl was meine Gefühle betrifft, aber ich habe Kontrolle über meine Beine ob sie meine Gefühle wo hin tragen. Zweitens kam sie nur mit ihrem Kopf zurück. Herz und Bauch sind nicht bei mir. Ihre Leidenschaft, mit obigen Ausnahmen, auch nicht.

Und hier sehe ich Treffer beim Systemischen. Ihre Mutter konnte sich ihrem Vater aus vorgeschobenen katholischen Gründen nicht hingeben. Ihr Vater ist geblieben, hat seine Bedürfnisse den Kindern geopfert. Eine ihrer Schwestern trennt Lebens- und Liebepartner ebenso wie sie, eine bezeichnet sich als beziehungsgestört arbeitet aber seit Jahren daran und eine, das ehemalige schwarze Schaf der Familie, weicht deutlich ab.

Ihre Mutter war (hat sich heute geändert) sehr außendefiniert, bestimmte ihren Wert und in Teilen den ihrer Kinder über dass, was Außenstehende über sie denken könnten. Meine Partnerin sagte mir, sie hätte Respekt und Anerkennung bei dem Typen gesucht und dann hätte sie sich halt in ihn verliebt. Sie sagte mir auch sie wäre nie mit dem zufrieden was sie hat. Dies wäre auch die Ursache einer früheren seelisch/körperlichen Krankheit gewesen.

Ich selbst empfinde mich nach 30 Jahren Selbstzweifel und Nichtanerkennung meiner selbst seit vielen Jahren sehr innendefiniert. Die Bestätigung von Außen brauche ich nur noch eingeschränkt. Ich kann mich auch mit meinen Macken gut leiden.

Die Systemiker, wenn ich sie richtig verstehe, sagen die Kinder könnten Schuld für die durch ihr Dasein verursachte Opfer ihres Vaters übernehmen und hätten deshalb den Zwang ihre Beziehungen zu zerstören, nur um nicht glücklicher als der Vater zu werden.

Ein weiterer Treffer ist, dass der Typ ihre Jugendliebe war und sie ihn in einer für ihn sehr schwierigen Phase sehr schnell wegen eines anderen Mannes aufgegeben hat. Wieder eine Schuld?

Wir hatten vor sieben Jahren die gleiche Situation schon einmal. Diesmal bin ich aufgewacht und deshalb gibt es für mich keinen Alltag mehr in dem ich mich, meine Gefühle oder meine Leidenschaft verleugne.

Ich habe nur noch keine Lösung mit der ich meine und die Bedürfnisse der Kinder unter einen Hut bringe! Wahrscheinlich schwingt auch immer noch ein Rest Hoffnung mit, denn ich liebe meine Partnerin immer noch, ich spüre meine Schmetterlinge, bin in sie verliebt.

Liebe Grüße

Michl

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[quote][i]Original von Liliki[/i]
Puh, das wird dann wieder eines meiner ellenlangen Postings, die das EF eine Zeit lang sicher vermisst hat  Zahnlücke   ... [/quote]

Wenn Du das Vermissen nur auf die Länge Deiner Postings beziehst – da habe ich Dich gut vertreten.

[quote][i]Original von Liliki[/i]
Sich zu verlieben ist ein äußerst dynamischer Gefühlszustand, der hormontechnisch 12-18 Monate andauert und ich persönlich hab so meine Zweifel, OB man Gefühle mit dem Willen zwingen kann und/oder sollte![/quote]

Vielleicht sind Männer (oder zumindest ich) weniger hormongesteuert. Gefühle erzwingen geht mit Sicherheit nicht. Gefühle aktiv kaputtdenken sehr wohl. Ich habe mich in Ralphis Schmetterlingen darüber ausgelassen.

Mir sind in den zehn Jahren unserer Beziehung drei Frauen über den Weg gelaufen die meinen Schmetterlingen vorübergehend die Orientierung nahmen. Ich habe Ihre Gegenwart und das Flirten genossen. Jede der drei hätte ich versucht für mich zu gewinnen, habe mich aber jedes Mal für meine Partnerin entschieden. Und das habe ich angenommen wie es ist. Deshalb spüre ich auch keine Reue etwas verpasst zu haben. Meine Partnerin ist auch heute noch meine Traumprinzessin, nicht weil sie perfekt ist oder meinen Träumen in allen Winkeln entspricht. Sie ist es, weil ich sie liebe. Anerkennen was ist.

Ich gestehe meiner Partnerin den Freiraum den sie für ihr Glück zu brauchen scheint auch nicht mehr zu. Ich akzeptiere ihre fast vollständige Trennung von Lebens- und Liebespartner nicht weil ICH mit meiner Leidenschaft darin deutlich zu kurz komme. Diese Selbstaufgabe nehme ich nicht länger hin. Und das hat nichts mit absoluter ehelicher Treue zu tun sondern mit dem er alles, ich fast nichts.

Sie hat sich die Freiheit sich mit ihm zu treffen eben durch den Sex mit Ihm selbst genommen. Sie musste erfahren, dass meine Sensoren viele ihrer Treffen mit ihm spürten. Sie weiß auch, dass meine Toleranzgrenze am Limit ist. Und dies ist kein Exklusivanspruch von mir auf ihren Körper sondern das Resultat meiner über viele Jahre zu kurz gekommenen Leidenschaft.

Ich habe erwachsen reagiert? Da habe ich meine Zweifel. Ich hatte wegen den Kindern und der Schwangerschaft keine Wahl. Ich saß im Käfig!

Die Person kann einem mit Sicherheit nicht gehören, die Liebe dieser Person schon.

Liebe Grüße

Michl

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22.03.2004 11:53 michl ist offline E-Mail an michl senden Beiträge von michl suchen Nehmen Sie michl in Ihre Freundesliste auf Webnews Registrieren Sie sich jetzt kostenlos -> Registrieren Sie sich jetzt kostenlos!
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mmh??

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hallo zusammen,

es scheint uns männer hier schlecht erwischt zu haben. denke affären brauchen offenheit. was ist es denn für eine parnerschaft, bei der ich parallel meine sache am laufen habe und das über monate für mich behalte?

ich tue mich wirklich schwer bvei affären (kein seitensprung) nur an sexuelle anziehung zu denken. ja, selbst wenn dem so ist, finde ich es aber einem gewissen grad einfach scheisse. wie komm ich mir den vor - hässlich, nicht beachtet, nicht begehrt. ich meine, das ist doch keine basis für die nächsten jahre.

ich habe meine frau ihre affäre ausleben lassen. "schau es dir an". ja, mit welchen ergebnis? es ist keine liebe, aber ihre andeutungen lassen den schluss zu, sie will sich weiter treffen. TOLL!

jeder hat so sein grundsätze und ideale. ich glaube an die liebe und habe mich schon mehrfach dazu geäußert. was bringt mir hellinger? willst du deine frau verstehen und sie dann auf ihrem weg des "abarbeitens" begleiten? nein, das ist leider der falsche ansatz. vielleicht verstehen und jemanden ziehen lassen.
auf die liebe warten? ich dachte es kommt langsam wieder und gestern kamen wieder so texte, wo ich einfach denke, meine gute frau lebt in einer anderen welt.

abenteuer? erfahrung? ja, aber aus einer erfüllten beziehung und nicht als fluchtpunkt. und wenn schon fluchtpunkt, dann doch bitte verstehen WOLLEN was mit einem passiert. einfach der emotion freien lauf lassen und nicht nachspüren ist als single super, aber in der ehe ein großer irrweg. ja, das ist die tickende zeitbombe!

das wirklich schlimme wie es dich besetzt und umtreibt, du nicht abschliessen kannst, weil es dich immer wieder aufs neue besetzt. was nützt das ganze verstehen, wenn dein partner nicht deine sprache spricht. reden reden reden, für was? liebe entsteht nicht im kopf und man kann sie nicht zwingen. ihr vielleicht raum geben zum wachsen? aber wo hört es denn auf? das ist der punkt. wenn ich immer wieder an die gleiche stelle des schmerzes komme, heisst es langsam " find the way out".

mmh, gib mir die kraft und weitsicht dies zu sehen.

for today

LG
foisa

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Liliki Liliki ist weiblich
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@ Michl,

Ganz klar möchte ich noch mal sagen, dass Du für Deine Geschichte meinen vollen Respekt und auch mein Mit-Leid hast (ich meine das im ursprünglichen Sinn des Wortes!) und dass jede Paargeschichte eben ganz einzigartig ist!

Ich stolpere am ehesten darüber, wie ein Mensch trennen kann zwischen "Liebhabertum" und "Leidenschaft", d.h. wie eine Frau einen Mann als Traum-Lebenspartner und Traum-Liebhaber bezeichnen kann, aber NICHT als den Mann für die Leidenschaft - DAZU hab ich keinen Denkansatz und kann mich nicht einfühlen ... vielleicht noch in etwa "ich teile mit dem anderen verrückte Ideen, abstruse Kinofilme und Enthusiasmus" - DANN aber brauchte es keine körperliche Affäre!

So kann ich dein Dilemma nicht wirklich "verstehen".

Über Jahre war Erotik bei uns schon etwas, was mit 2 sehr anstrengenden Jobs und immer kleinen Kindern eher kurz gekommen ist und da gab es schon immer mal unterschiedliche Sehnsüchte ... was ich aber auf dem Boden vieler anderer Gemeinsamkeiten nicht als alleroberste Priorität angesetzt hätte und was auch nicht meint, dass unsere Leidenschaft grundlegend nicht funktioniert hätte.

Ich hab mich 15 Jahre nie verliebt ... und dann eben mit voller Wucht!

Ich sehe dann noch einen Unterschied zwischen der offenen Kränkung durch die Nacht, in der Deine Frau ging und Du gekotzt hast - ich hab ein einziges Mal diesen Mann besucht und mein Mann hat es gewusst und unsäglich gelitten ... DAS hab ich danach nie mehr getan.
Mein Mann hat mich dabei übrigens explizit gebeten, so etwas nie mehr offen zu tun (was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss), weil ihn das Wissen mehr als alles andere verletzt habe ...
Ich persönlich bin da anders gstrickt und möchte lieber offen wissen, was Sache ist und scheue schwere Dinge nicht, aber da sind alle Menschen unterschiedlich. Ich hab mich an seine Bitte gehalten und mich 2, 3mal heimlich getroffen.

Völlig legitim finde ich, dass BEIDEN Partnern eine unabhängige Entscheidung zusteht, d.h. deine Frau (wie ich auch) kann noch so oft beteuern, das SIE DICH NICHT verlassen will, WENN Deine Toleranz am Ende ist, gehst Du eben ggf trotzdem und könnte mein Mann auch gegangen sein - DAS muss man sich eben sehr genau überlegen, bevor man seinen Gefühlen freien Lauf lässt und das ist die Form von Fairness, die bei aller Überschwemmung mit Hormonen gern vergessen wird! Bei uns war das ganz klar!

NO WAY OUT .... fällt mir manchmal ein in diesem Zusammenhang und ich weiss keine Lösung - ich hab nur ein paar von meinen Gedanken zusammen getragen.

UND ich weiss EHRLICH nicht, wie es sich GENAU anfühlt, wenn jemandem (einzig und allein und über Jahrzehnte) meine Liebe gehört .. es ist doch alles immer so sehr im Fluss und ich neige vielleicht zu Inkonstanz bzw Ermüdungserscheinungen ...

Wenn ich ehrlich bin, waren aber vielleicht manche Entwicklungen bei uns auch vor 15 Jahren schon absehbar und mein Mann wäre nie auf die Idee gekommen, mich als seine Traum- Prinzessin zu bezeichnen ... DANN hätten wir dieses Problem vielleicht heute nicht ... und man will ja immer gerne haben, was man nicht bekommt!

LG Lili

__________________

Ich glaubte es wäre ein Abenteuer, aber in Wirklichkeit war es das Leben.

Joseph Conrad

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Liliki: 18.12.2004 10:25.

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