atropa

Manchmal muss man um seine Ruhe kämpfen!
 
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Themenstarter
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April 2007
Es ist viel geschehen in den letzten drei Monaten. Wir waren bei einer Eheberatung, wo uns ,wo mir klar vor Augen geführt wurde, wie unterschiedlich unsere Ansprüche ans leben sind. Die Ansprüche an die Freizeitgestaltung, die Erziehung der Kinder, es gab sooo viele Dinge, die wir völlig unterschiedlich auffassen.
Wir haben uns einen weiteren Termin geben lassen, aber wir sind nicht hin. Die Sinnlosigkeit war vermutlich offensichtlich……….
In diesen drei Monaten seit Januar habe ich viele weitere Erfahrungen machen dürfen, müssen. Wie unglaublich groß der Neid eines so nahe stehenden Menschen sein kann. Meine Freundin drückte es so aus: „Wie kann er es wagen, dir dein Glück zu missgönnen?? Spürt er es nicht, diese glückliche Vibrieren in dir???“
Ich habe mich verändert, sehr sogar. Bin nicht mehr das kleine graue Mäuschen, zu dem ich mich gemacht habe, um jede Eifersucht von vornherein zu vermeiden. Hässlich machen für ihn, so kann man es wohl sagen. Sicht nicht selbst wahrnehmen, so hab ich es empfunden.
Aber ich wollte das nicht mehr, ich wollte endlich so sein dürfen, wie ich bin! Und ich kann nicht ein so schlechter Mensch sein, wenn ich mir jetzt die Resonanz meiner Umwelt anschaue….. Eiseskälte, Egoismus, über Leichen gehen, das waren noch die harmlosen Dinge, die mir vorgeworfen wurden. Neid hat er oft mir gegen über geäußert, Neid darauf, dass ich lachen kann trotz aller Alltagssorgen. Neid, dass man mit wenig im Leben trotzdem viel erreichen kann. Neid, dass ich so bin wie ich bin. („ ich liebe dich und ich hasse dich…. Ich kann nicht mir Dir, und ich kann nicht ohne dich…“ das waren seine Worte an mich ….:-(( )
Viele, viele Streithemen kamen immer wieder hoch, vieles was scheinbar doch noch nicht verarbeitet wurde. Die Vorwürfe, ich hätte ihm durch meine Entscheidungen in der Vergangenheit das Leben versaut, nagten an mir. Aber nicht mehr so wie früher, es war anders. Und mag sein, dass sich da mit der Zeit eine gewisse Eiseskälte eingestellt hat. Wenn ich an den Terror denke, den mein Mann mir gemacht hat, als ich mit meinem Sohn schwanger war, mir graust es immer noch davor…..
Er war ein Tropi, mogelte sich in mein leben, war schneller in meinem Herzen wie man gucken kann. Mütter halt *lach
Ich entschied mich für sein leben und gegen die Abtreibung, die mein Mann wollte, und nahm vor knapp 4 Jahren schon die Trennung von meinem Mann in kauf.
„Bleib und sei glücklich mit deiner Entscheidung, oder geh und sei auch dann glücklich“, das habe ich ihm gesagt. Er blieb…aber war nicht glücklich. Ich würde ihm sein leben zerstören, wie sollen wir das finanziell hinkriegen, als wenn ein Kind nicht schon stressig genug ist, wer weiß ob der überhaupt von mir ist, immer musst du deinen Kopf durchsetzen…all das habe ich mir angehört und doch, blieb ich dabei. Und selbst dieses Thema, 4 Jahre später, kam immer wieder mal bei ihm durch. Auch wenn er mittlerweile seinen Sohn nicht mehr missen mag, ihn liebt, wie er sagt.
Meine Freundin Bianca erzählte mir vor kurzem, dass sie damals in der Zeit an einem Abend hier im Ort unterwegs war und auf das Haus geschaut hat, wo wir einziehen wollten. Weil die andere Wohnung mit zwei Kindern ja nun zu klein war.(„Du dran bin ich ja schuld, müssen wir schon wieder umziehen“…war halt seine Meinung, ist ja immer leicht andern die Schuld für das eigene Leid zu geben…. *seufz) Er hat mich hochschwanger, wie ich war, rausgeworfen. Da stand ich nun, mit meiner kleinen Tochter an der hand und meinem Sohn im Bauch und fühlte mich mutterseelenallein in dieser Welt. Heulend bin ich mit meinen Mäusen in die alte Wohnung, die aber schon gekündigt war, die Möbel waren schon fast alle draußen. Was soll ich jetzt bloß machen…immer wieder kreisten meine Gedanken darum, allein mit zwei Kindern, wovon sollst du leben, wie bringst du deine beiden Kinder durch, allein das packst du nie ,nie nie…… ich kam wieder an, lenkte ein und die Welt war scheinbar in Ordnung. Aber dieser Stich, den er mir in dieser Zeit durch sein ganzes Verhalten mitgegeben hat, den vergesse ich nie. Meine Freundin ging wohl an dem Abend nach Hause und sagte ihrem Mann, wenn Andrea anruft, nicht nachfragen, kann sein dass sie mit Denise einen Schlafplatz braucht. Es war ihr wohl sonnenklar, was die Situation bedeutete, die sie beobachtet hatte. Aber ich rief nicht an, schluckte alles wie immer runter und hab nie ein Wort zu irgend jemanden darüber verloren. Jetzt, fast vier Jahre später erst, hat sie mir gesagt, dass sie das damals beobachtet hatte….ich musste arg schlucken, schämte mich für meine Feigheit damals……
Der große Knall kam am 19.April.
Der Morgen begann schon mies. Mein Mann wollte gerne Sex, ich hatte keine Lust (bin ein eingefleischter Morgenmuffel, da komme was wolle *g )
Stinkig setzte er sich an den Rechner, schrieb einem gemeinsamen bekannten eine Mail, wie schlampig ich doch die letzten Wochen geworden wäre, ich würde meinen Sport vernachlässigen ( das sagt der Mann, der seit 11 Jahren nicht ein klitzekleines Bisschen auf sich selbst geachtet hat, von Sport und täglicher Körperhygiene mal ganz abgesehen !) und dass wir wohl an diesem Tag noch viel über ihn reden werden…hm, na gut.
Er brauchte an diesem tag nicht arbeiten, machte ein paar Dinge, ging telefonieren, verschwand kurz nach Mittag. Kam nachmittags wieder nach Hause und meinte, wir müssten reden.
Und dann eröffnete er mir, dass er :
-jetzt grad ein Konto eröffnet hat
dass er jetzt grad eine Wohnung gemietet hat
dass er jetzt seine Sachen packt
und dass er heute Abend bereits ausgezogen wäre
Ob ich was dazu zu sagen hätte, was ihn umstimmen würde.
Puh, das kam echt unerwartet. Mein Kopf war leer, so wahnsinnig leer. Nichts, gar nicht konnte ich denken. Und irgendwann, er redete irgendwas weiter, kam ein Gedanke in mir hoch…“danke….danke … DANKE !!!!!!“ das war alles, was ich denken konnte!
In mir lief ein Fim ab, wie man es sich nicht vorstellen konnte. Er zieht aus, ohne Psychoterror, ohne Suizidversuche, ohne Zerstörung, ohne Drohungen&hellip | |