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Mir läuten bei Hochbegabung immer die Ohren.
Meine älteste Tochter konnte übrigens mit 12 Monaten Zweiwortsätze sprechen, konnte sich toll konzentrieren und war sehr schnell sauber. Irgendwann hat sie in ihrer Entwicklung einen Stop eingelegt. Woran das lag, weiß ich nicht, vielleicht weil bei uns noch soviele kleinere Kinder kamen, an denen sie sich dann versucht hat zu orientiern und nicht nur an dem Großen und das war auch gut so.
Sie hat in kürzester Zeit ihren großen Bruder eingeholt gehabt, sogar in der Grüße und in ihrer Schuhgröße, sie wurden gleichzeitig sauber, obwohl sie fast 20 Monate auseinander sind. Das war für den Großen überhaupt nicht lustig.
Heute ist sie in einer Gesamtschule und kommt in die sechste Klasse. In den Hauptfächern erreicht sie meist die volle Punktzahl, in den Sprachen hat sie oftmals Fehler. Das lehrt sie, dass man zum Erreichen einer guten Leistung auch etwas dazu tun muss, nämlich Vokabeln lernen. Ich fände es furchtbar, wenn ihr alles in den Schoß fallen würde.
Ich finde es schon wichtig, die Kinder in eine richtige Schulform zu geben, aber es auch nicht überzubewerten. Ich war auf einigen Seminaren, die sich mit Minderbegabung, aber auch am Rande mit Hochbegabung auseinander gesetzt haben. Dort kam ganz klar heraus, in der Regel sind es Teil- Hochbegabungen, also nicht in allen Bereichen. Ideal ist es, wenn es eine Schulform ist wo ihnen in ihren starken Fächern noch Zusatzaufgaben gestellt werden, damit sie sich in diesen Fächern nicht zu langweilen und dann u. U. da absacken, weil sie einfach dichtmachen. Früher einschulen ist auch manchmal eine Lösung, wo ich doch aber auch immer sehr skeptisch bin, was es mit den Kinder im sozialen macht, ob sie da nicht auf Dauer überfordert sind. Dann es müssen immer alle Bereiche abgewägt werden, die geistige, die emotionale und soziale Reife.
Ich fördere meine Kinder in dem sie sich frei entwickeln dürfen, viel kreatives Holzspielzeug, viel in der Natur, viel vorlesen, aber auch Lego oder Duplo. Ab der ersten Klasse ein Musikinstrument. Wenn sie älter sind, meinetwegen zwei. Da es soviele unterschiedliche Alterstufen sind, kommen wir an den Medien auch nicht mehr vorbei und das ist auch in Ordnung so. Auch Spiele und Puzzels sind bei uns hoch angesagt, bei Allen. Ich bin mittlerweile zur Überzeugung gekommen, die Mischung macht es. Doch eine Hochbegabung daran fest machen zu wollen, wie toll es mit den Medien umgehen kann, wage ich zu bezweifeln. Mit dreieinhalb sich im Zahlenraum bis 40 gut auszukennen ist sehr gut. Wahrscheinlich liegt ihre Stärke wirklich in der Mathematik und das kann man ja spielerisch fördern und ich würde es auch nicht versuchen einzudämmen. Und wie Du schon schreibst, die hat ältere Geschwister. Meine Kleinen können Dinge, davon hätten ihre älteren Geschwister nur geträumt.
Liebe Grüße, Irene
__________________ Das Leben ist unendlich viel seltsamer als irgend etwas, das der menschliche Geist erfinden könnte. Wir würden nicht wagen, die Dinge auszudenken, die in Wirklichkeit bloße Selbstverständlichkeiten unseres Lebens sind.
Sir Arthur Conan Doyle
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Irenchen: 20.08.2007 18:08.
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