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Die Frage nach dem warum ist keine kluge Frage.
Sorry, ich will Dir damit nicht zu nahe treten oder so, aber das ist einfach meine ganz persönliche Erfahrung.
Diese Frage ist zeit- und energieverschwendend. Du wirst keine Antwort bekommen, nicht von anderen Menschen, nicht aus Deinen eigenen Gedanken und erst recht nicht vom Christengott oder irgendeiner anderen Gottheit.
Leider passieren im Leben immer wieder Dinge, die einem sinnlos und ungerecht erscheinen und die man einfach nicht verstehen kann. Aber das muss man auch gar nicht...man muss "nur" lernen, damit umzugehen, sich daran zu stärken und als "besserer" Mensch daraus hervorzgehen.
Mir ist nach der Geburt meiner Tochter mit Down Syndrom fast der Schädel geplatzt vor lauter Nachdenken über das WARUM. Ich war "zu jung" für sowas, ich hatte in der Schwangerschaft alles beachtet, was man nur beachten kann, es gab "sowas" nie in unserer Familie.......und ich hatte mich soch so sehr auf mein "perfektes" Leben mit Baby gefreut. Und nun hatte ich ein behindertes Kind, das ewig im Krankenhaus bleiben musste. Ich fühlte mich von Gott und der Welt um mein Glück betrogen. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele wertvolle Lebensstunden ich mit trübsinniger Grübelei über die WARUM Frage vergeudet habe.....
Heute weiss ich, dass dieses Kind das Beste ist, was mir je passiert ist. Ich liebe sie mehr als mein eigenes Leben und sie hat mir soooo viel gezeigt, was ich ohne sie niemals auch nur gedacht hätte. Sie hat meinen kompletten Blick auf die Welt verändert, mich zu einem ganz anderen Menschen gemacht.
Natürlich gibt es auch Schicksalsschläge, die man unmöglich ins Gute wandeln kann....z.B. kann man eben keine "zu früh" Gestorbenen wieder ins Leben zurückholen....aber selbst an so einem Verlust kann man wachsen. Man kann rückblickend dankbar sein, dass man diesen Menschen überhaupt kennenlernen durfte und die Erinnerung lebendig halten. Und je nach Glauben kann man sich auch damit trösten, dass derjenige es jetzt vielleicht sogar besser hat....wer weiss das schon.
Ich selbst hänge der Naturreligion an, dieses Denkmodell kommt am ehesten an das ran, was ich persönlich mir vorstellen kann. Dazu gehört auch, dass alles Leben ein Kreislauf aus Werden und Vergehen ist. Nichts ist wirklich tot, es kommt alles wieder...in veränderter Form, aber es kommt wieder. Das hat mich sehr stark getröstet, als mein Vater gestorben ist. Er ist für mich nicht einfach tot, sondern er ist weitergegangen. Ich vermisse ihn dennoch, aber ich weiss, es geht ihm nicht schlecht und die Liebe, die er uns gab, ist nicht verloren.
Liebe Tamara, ich kann gut verstehen, dass Du keinen Sinn in zwei FG sehen kannst, wo Du Dir doch so sehr ein Kind wünschst......aber Du weisst nicht, wohin das Leben Dich noch führen wird und wozu Du diese bitteren Erfahrungen vielleicht noch brauchen wirst. Vielleicht geben sie Dir die Stärke, irgendwann für einen anderen Menschen da sein zu können, wenn es nötig ist.
Ich persönlich glaube fest daran, dass jede einzelne Erfahrung und sei sie noch so schrecklich, den Menschen auf seinem Weg weiter bringen kann. Auch wenn wir den Sinn nicht sehen können, es gibt ihn irgendwo. Unsere Persönlich keit ist nicht zuletzt auch eine Summe unserer Erfahrungen und der Art, wie wir damit umgehen und zurecht kommen.
Ich möchte Dir einfach nur raten, Dich nicht mit der Frage nach dem Warum aufzuhalten...die Antwort kommt vielleicht irgendwann in ferner Zukunft, oder auch nie....abere bestimmt nicht während Du grübelst. Versuche lieber, Dich mit dem Schicksal abzufinden und das Beste für Dich und Dein Leben daraus zu machen. Ich denke, das ist unsere Aufgabe im Leben, nicht die Frage nach dem Warum.
__________________ so what??
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