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Hi Nele - ich kann Dein Erstaunen bzw. Deinen Stolz da total nachvollziehen, uns geht es mit Anna genauso. Vor allem sprachlich ist sie dermaßen weit - die braucht sich vor keinem Grundschulkind zu verstecken und steckt sie vermutlich zum Großteil noch in die Tasche. Es sind sowohl ihr außerordentliche Wortschatz als auch ihre (wirklich!) perfekte Artikulation und Satzbauten, die zumindest Erwachsene eben so aussehen lassen:
Elefantengedächtnis - genau! Sie kann ganze Bücher auswendig, und aus dem Kindergarten kommen auch immer wieder so Erzählungen: Sie schaut bei einer Übung zu, die eine Erzieherin mit einem Vorschulkind macht. Es geht zum Beispiel um das Heraussuchen und Benennen von geometrischen Körpern. Und zwei Tage später möchte Anna diese Übung dann auch machen - und wiederholt die Namen zu den entsprechenden Körpern ohne Zögern und absolut korrekt (Kegel, Kubus, vierseitige Pyramide, Würfel ...).
Ich habe mich auch eingelesen in dieses Thema - ganz allein deshalb, weil mein Mann und ich beide sozusagen "vorbelastet" sind und die Wahrscheinlichkeit von daher recht groß ist, dass auch unsere Tochter einen hohen IQ hat. Und WIR sind eben in einer Zeit groß geworden, in der es sowas wie Begabtenförderung entweder nicht gab oder sie total verrucht war ("Streber"). Wir haben uns also durch die Schulzeit durchgefaulenzt und erst DANACH gelernt, dass man sich manchmal mühen muss, um weiterzukommen.
Das ist es, was ich meiner Tochter ansich "ersparen" möchte (auch wenn wir in dem Sinne nicht unglücklich sind - es ist halt nur, vor allem bei meinem Mann mit einem IQ von 148, ab und zu das blöde Gefühl, etwas verpasst zu haben, das man jetzt "auf die alten Tage"
mühsam nachholen muss).
Deshalb auch der Montessori-Kindergarten: Wir möchten sie größtmöglich gefördert wissen bei kleinstmöglichem Druck. Ich finde es ganz wichtig, dass sie wirklich ihre Kindheit auskosten kann und keinen Druck verspürt.
Das ist zumindest bei ihr nämlich so eine Kehrseite der Schlauheit: Sie steht ziemlich unter innerem Stress. Denn sie MÖCHTE immer alles richtig machen - vor allem auf sozialem Gebiet, in ihr unbekannten Situationen. Das, was bei anderen Kindern ganz leicht einfach passiert, ist für sie Schwerstarbeit. Denn immer arbeitet ihr Köpfchen mit, immer beobachtet sie sich selber in den Situationen.
*seufz*, ich komme ins Erzählen. Ich finde es auf der einen Seite wunderbar, so ein Kind erleben zu dürfen - auf der anderen seite ist es aber auch stellenweise unglaublich anstrengend. Die kleinen Macken sind halt auch da ...
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von IlkaM.: 03.03.2008 17:27.
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