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Du hast bei dem ganzen einen sehr erwachsenen Blick auf die Dinge, was aber überhaupt nicht heißen muss, dass es der "richtige" Blick ist - sprich der, den Dein Kind so teilt bzw. teilen würde, wenn Du ihm nur die entsprechenden Angebote machst.
Märchen und Mythen sind ganz wichtig für Kinder! Die Religion bietet dabei eine Möglichkeit, dem Kind Geschichten zu erzählen, an denen es sich orientieren kann und die ihm Trost bieten können. Im Christentum sind das vor allem die Geschichten rund um Jesus, die ich auch nicht für eine Zumutung halte - man muss nämlich den ganzen religiösen Rattenschwanz überhaupt nicht ins Thema einbeziehen (Hexenverfolgung, Inquisition, Kreuzkriege, Unterdrückung der alten Naturreligionen ...), diese Differenzierung würde ein Kind völlig überfordern und damit auch einen Teil seiner gesunden Entwicklung stören.
Das Schöne an Wicka ist es doch zum Beispiel, dass der Gedanke der Mission völlig fehlt: Als Anhängerin dieser Naturreligion dürfte Dir ansich nichts ferner liegen als das Herumhacken auf dem Glauben anderer. Von daher könntest Du auch eine gewisse Gelassenheit und Offenheit dafür entwickeln, mit Deinem Kind die großen, beeindruckenden Feste zu feiern. Du kannst doch durchaus den Sinn dieser Feste erweitern (Weihnachten als das "Lichfest" zum Beispiel: Licht tritt in unsere zu dieser Jahreszeit dunkle Welt; Ostern als die Freude über den Neuanfang, der sich ja sowohl im Erwachen der Natur als auch in der Kreuzigungs-/Wiederauferstehungsgeschichte spiegelt ...).
Aber zur Theorie
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Für Kinder ist die Mystik, die sie in Märchen oder religiösen Geschichten finden, deshalb so wichtig, weil sie das Leben und die Probleme des Heranwachsens auf den Punkt bringen und in eine dem kindlichen Unterbewusstsein nahestehende Form stutzen. Die Angst vor einem Monster ist dabei immer eine übertragene Angst, keine reale! Ein Monster ist eine wichtige Projektionsfläche für ein Kind! Vor einem Monster kann es viel hemmungsloser Angst haben als zum Beispiel davor, von den Eltern verlassen zu werden - verstehst Du? Letztere Angst kann ein Kind nicht zulassen, ohne daran zu zerbrechen - hat es die Möglichkeit, die Angst auf ein Monster zu übertragen (unbewusst natürlich), hat es damit auch die Möglichkeit, seine Seele gesund zu erhalten.
Ängste, die kein derartiges Ventil finden, fressen sich in die kindliche Seele. Und dass verdrängte Ängste psychische Folgen haben, ist auch durch die Erwachsenenbrille ersichtlich.
Deine Aufgabe ist es also, fortzuführen, was hunderte Elterngenerationen vor Dir nicht ohne Grund getan haben: Erzähle Deinem Kind Geschichten und stärke seine magische Welt, wie auch immer die aussehen mag. Nur ein starkes Kind mit einem festen, unerschütterlichen Glauben kann später den Mut aufbringen, dieses Gerüst in Frage zu stellen und damit zu dem zu werden, was Du Dir offensichtlich wünschst: religionskritisch.
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