kirena unregistriert
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Bei diesen Themen reg ich mich immer sehr auf.
Ich find es sehr unfair, das viele Eltern meinen, solang das "Kind" noch nicht 18 ist, haben sie die volle Entscheidungsgewalt ueber das "Kind". Dazu meinen dann einige noch, dass es Privatsphäre fuer Minderjährige ueberhaupt erst garnicht geben duerfte.
Ihr habt einen Menschen geboren, liebe Eltern, ihr habt ihm das Leben _geschenkt_. Ihr habt ihm viele Geschenke gegeben, während der ersten Jahre: die Sprache, ein Verhaltensmuster, ein Elternhaus, das fuer einen da ist, aber nun ist es auch langsam Zeit mal loszulassen.
Die Pubertät ist wohl die Zeit des zuschauens fuer Eltern. Es mag sein, dass das nicht einfach ist, aber eure Kinder haben eure Geschenke und eure Fuersorge dankbar angenommen, trotzdem ist es nun auch langsam Zeit, das eigene Leben zu erkunden. Warum meint manche, bis es 18 Jahre erlebt hat, kann es nicht entscheiden was richtig und was falsch ist. Bis es 18 ist darf es keine freie Entscheidung geben und bis es 18 ist darf man ueber das Kind entscheiden. Ich finde das manchmal sehr egoistisch.
Mir ist klar, dass viele Eltern sehr darunter leiden, wenn ihr Nachwuchs erwachsen wird, aber so ist der Lauf der Dinge. Die Funktion der Eltern in der Pubertät muss sich zurueck schrauben und am Ende, seid ihr, _wenn ihr Glueck habt_ (und das ist keineswegs etwas, worauf man ein Anrecht hat) der Rueckhalt der Jugendlichen. Lasst sie doch ihre Beulen holen, ihr habt sie euch doch auch geholt. Wenn sie auf die Nase fallen und zu euch zurueck kommen, dann ist das der Beweis, das ihr in all den Jahren ein Band zwischen euch geknuepft habt, das im Endeffekt immer da sein wird. Wenn ihr aber nicht loslassen könnt, dann kann das alles sehr leicht kaputt gehen!
Mal was dazu:
Mein Vater hat mir seit ich 13 war unheimlich viele Freiheiten eingeräumt: ich durfte allein mit Freunden von mir verreisen, die viel älter waren, ich durfte so lang weg bleiben wie ich wollte, er hat mir nie in meine Beziehungen reingeredet und als ich mit 15 mit der tollen Idee kam, mich zu verloben hat er geschluckt und gesagt "herzlichen Glueckwunsch". Mitte diesen Jahres, ich bin noch 16, hat er mich allein in ein anderes Land ziehen lassen.
Ich denke so ein Verhältnis, dass so absolut auf Vertrauen und Respekt basiert, kann nur entstehen, wenn ihr euren Kindern Freiraum lasst. Ich habe meinen Vater selten entäuscht, habe nie geraucht und nie Drogen probiert, war noch nie betrunken und hab ihn nie von irgendwo angerufen, miten in der Nacht, dass ich irgendwie nach Hause kommen muss. Wir konnten uns immer aufeinander verlassen und jetzt, wo ich hier allein wohne in meiner ersten eigenen Wohnung mit 16 im Ausland, merke ich, dass meine Familie der stärkste Rueckhalt ist, den ich habe. Ich habe mich nicht von ihnen abgeschottet, weil sie mir meinen Freiraum auch so gelassen haben, ich musste nicht darum kämpfen.
Vielleicht ist dieses Beispiel fuer viele Eltern etwas zu "krass" und man kann das auch durchaus nicht jedem Kind so zumuten bzw erlauben, aber ihr solltet doch vielleicht alle mal anfangen euren Kindern ein bisschen zu vertrauen und letztendlich auch in eure Erziehung und die Werte, die ihr ihnen mit auf den Weg gegeben habt.
Jetzt ist es Zeit zu sehen, was aus einem Nachwuchs wird.
Liebe Gruesse, Kirena
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12.12.2003 10:18 |
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