Bei Alex geht das Testen los

Ilona

Moderator
Teammitglied
Hallo Cordu

Ich versuche natürlich so gut es geht Alex das ganze so zu erklären das er zwar weis was Sache ist aber dass ich ihn nicht als Idioten da stehen lasse.

Bisher habe ich es so formuliert, dass er zwar in diesem oder jenen Bereich ein wenig mehr üben muss aber ich habe ihn dann auch immer aufgezeigt was er sehr gut kann.

Das mit den Medikamenten weis er noch nicht, das war gestern im Nachgespräch wo er im Wartezimmer gewartet hat.
Wie gesagt die Ärztin meinte das wir schauen müssen in wie fern die Medikamente anschlagen und bei ihm ist sein Selbstvertrauen/Selbstwertgefühl sicherlich auch dank dessen, dass ihm immer wieder aufgezeigt wird was er gut kann nicht so extrem in Mitleidenschaft geraten ist, dass die kleinen Erfolge die dann auftreten das wieder revidieren kann.

Ja ich weis, das es der kleine auch haben kann. Ich hatte es auch letztens im Kiga angesprochen und die Erzieherinnen und auch ich haben jedoch nicht den Eindruck, dass er es auch hat. Sie werden allerdings diesbezüglich ein Auge auf ihn werfen.

Ich werde mcih testen lassen da es bei mir dann doch einige Probleme gibt die ich dadurch habe und ich würde da dann gerne von einem Fachmann noch Möglichkeiten bekommen wie ich das besser handhaben kann.

Ich bin z.B. ein totaler Chaot wenn es ums aufräumen geht. Planen kann ich nur schwer. Zum Herbst hin bekomme ich Winterdepressionen, bin dadurch schwer motivierbar und es dauert ewig bis ich mich zu bestimmten Dingen aufraffe.
Desweiteren kommt meine Impulsivität mir oft in die Quere, wenn ich etwas nicht machen will sitze ich es aus bis mein Gegenüber nicht mehr versucht mich umzustimmen. Dann mache ich es jedoch meistens doch aber halt erst wenn der Druck weg ist und wenn ich dazu bereit bin. Bei vielen Dingen ist das verhalten nicht all zu schlimm aber es gibt Situationen wo es unangebracht ist.
Dazu kommt eine gewisse "Gefühlskälte" bei Dingen die jedoch nur mich selber betreffen. Mal als Beispiel: bei der Beerdigung meiner Mutter konnte ich nicht weinen, weshalb ich von einigen fernen Verwandten als Gefühlskalt betitelt wurde. Klar kann man sagen das es einen egal sein kann was andere von einem Denken. Nur leider kann ich es nicht. ich habe mir dann Wochenlang darum einen Kopf gemacht zusammen mit der Trauer die ja da war ich aber vor anderen nicht zeigen konnte, war das ein explosiver Mix.
Daher denke ich das bei all den Dingen mir ein paar Ratschläge schon gut tun würden.

Aber wie gesagt wichtiger ist zunächst Alex.
 

lilly7022

Ich wohne hier
Hallo Ilona,

ich denke, beides ist wichtig, sowohl Alex' Einstellung und evl weiter Therapie als auch Dein Seelenfrieden. Meine Erfahrung dahingehend lautet, daß es einfacher wird, wenn man mit sich selbst zurechtkommt/im Reinen ist. Dann läuft das ganze Leben um einen herum plötzlich viel einfacher. Möglicherweise, weil man nicht mehr hinter jedem Blick anderer z.B. etwas schlimmes vermutet. Das Selbstbewußtsein steigt an, man ist entspannt. Gerade Dein Beispiel zur Gefühlskälte kann ein Fachmann sehr gut entschärfen, so daß Du een nicht wochenlang als potentielle Bombe herumläufst. Dein innerer Frieden ist wichtig, damit Du nach außen zuFrieden sein kannst.
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
lilly na ja ich schiebe Alex vor weil er eben nicht weis damit umzugehen. Ich weis, dass ich besser damit umgehen kann aufgrund meiner Erfahrung. Wie gesagt ich hab schon Strategien entwickelt. Er nicht.
Einiges wird vielleicht generell einfacher wenn z.B. weg fällt, dass ich ihn 10 mal was sagen muss bis es bei ihm ankommt. verständlich, dass ich irgendwann energischer in der Forderung werde. Da er aber die ersten male nicht wahr genommen hat ist es für ihn so als sage ich es gleich beim ersten mal in dem strengen Ton.
Ergo: Er denkt ich schimpfe immer gleich und ich bin gereizt weil ich nicht verstehe warum er es nicht bei der ersten Aufforderung macht.
Gut seit dem ich das weis. reagiere ich anders. ich gehe zu ihm hin und suche den Augenkontakt wenn ich ihm etwas sage. Klappt zwar nicht immer (wenn ich z.B. in der Küche am Essen machen bin) aber man versucht jetzt mehr darauf zu achten. Das ganze hat die Situation zu Hause schon enorm entspannt.
 

lilly7022

Ich wohne hier
Direkten Kontakt mit dem Kind aufnehmen (auf Augenhöhe gehen, das Kind ansehen und bei den Händen nehmen) ist ja eine allgemeingültige Regel, die auch in Elternkursen o.ä. gern empfohlen wird. Versuche ich auch anzuwenden, funktioniert aber nicht immer zu 100 %, das stimmt. Aber da würde ja auch heißen, daß man perfekt wäre :-D
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
Ja genaus so mache ich es auch fast immer. Wie gesagt es gibt Situationen da geht es nicht aber da bin ich mir dann auch bewusst das er es eventuell überhört.
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
Morgen früh ist das EEG. Ich bin gespannt. Da ich arbeiten bin geht mein Mann mit Alex zu dem Termin.
 

Klara85

Neues Mitglied
Hallo Ilona,

ich drücke euch die Daumen, dass euer Sohn nicht schwer "erkrankt" ist.
Dass es vererbbar ist, wusste ich auch noch nicht.

Ich hoffe meine Kleinen bekommen es später nicht. wie zeigt es sich denn bei deinem Sohn, wenn ich fragen darf?
Bin da noch etwas unerfahren.
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
Hallo Klara
Na ja schwer oder nicht hängt auch von der eigenen Einstellung ab.
Das AD(H)S vererbbar sein kann, wusste ich bis Dezember letzten Jahres auch noch nicht.

Hmm wie zeigt es sich. ich selber wäre im normalen Alltag nie auf die idee gekommen zu denken er hat AD(H)S er ist halt so wie er ist und ich musste immer schon Aufgaben mehrmals sagen bevor er sie ausgeführt hat. Man Probiert halt von klein an wie man ihn am besten erreicht.
Ich habe und hatte halt schon immer die Einstellung jeder mensch ist anders und das trifft genauso auf Kinder zu.
irgendwann habe ich festgestellt, dass ich ihn eher erreiche wenn ich ihn anschaue, gegebenfalls auch anfasse also an der Schulter berühren usw.

Der erste verdacht kam als er in der Vorschule war und zur Logopädin musste. Diese meinte das er vielleicht ADS oder ADHS hat.
Da habe ich aber noch keine Notwendigkeit gesehen zu handeln, den ich kam ja mit ihm klar genauso wie die Erzieherinnen im Kiga/Vorschule.

Vor unserem umzug war er in einer anderen Schule. klar er hinckte hinterher aber die Kommunikation zwischen uns und der Lehrerin war eher mager. Wir mussten direkt fragen bevor wir genaueres erfuhren.
uns war zwar relativ früh klar, dass er für die Schulanfangsphase 3 jahre braucht aber das fanden wir nicht all zu schlimm. Als wir dann Ostern letztes Jahr umzogen und er nach den Sommerferien die Schule wechselt bekam er eine sehr angagierte Klassenlehrerin die sehr darauf bedacht war das Eltern und lehrer an einem Strang ziehen. Ende letzten Jahres hatten wir dann ein Einzelgespräch mit den Lehrerinnen und da wurde es uns dann zum zweiten mal gesagt das jemand (Die Klassenlehrerin) den Verdacht hat das er es haben könnte.
Ausserdem sagte sie und dann auch klipp und klar wie schwer es Alex in der dritten Klasse haben könnte, wenn er den Stoff der Schulanfangsphase nicht kann.
Daraufhin haben wir angefangen ihn testen zu lassen. Im Dezember war der erste termin bei der kinderärztin die sich auf AD(H)S spezialisiert hat.

Morgen bekommen wir dann die Auswertung des EEGs und wenn dieses ohne Befund ist, den dort wird nur geschaut ob die hirnströme einen anderen möglichen grund für seine Lernschwierigkeiten aufzeigen, bekommen wir nächste Woche dann von der Kinderärztin den endgültigen bericht zu den Test die sie mit ihm gemacht hat und dann müssen wir uns entscheiden wie wir weiter vorgehen wollen.

Da wir nicht ewig lang warten möchten auch im interesse von Alex haben wir uns gut informiert und entschieden wenn es den so ist, dass er Medikamente bekommen soll. Also wird dann noch ein Blutbild gemacht und wenn alles in ordnung ist bekommt er dann Ritalin oder ein vergleichbares Mittel zeitgliech wird dann auch festgelegt welche Art von therapie für ihn von Vorteil ist.
Die er begleitend bekommen wird.
Die Ärztin meinte zwar das sie noch abwarten wollte ob sein Selbstwertgefühl durch die dann durch die Medikamente eintretenden Erfolgserlebnise gestärkt wird. Aber in den vergangenen Tagen habe ich mich intensiver damit beschäftigt und denke das es ihm nicht schaden wird wenn er ausser jemanden zum reden hat. Den ich weis Eltern und auch Lehrern erzählt man nicht alles und oft sind aussenstehende unbefangener. Das sehen auch viele Kinder schon so.
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
Gestern hatte Alex wieder einen Termin. bzw. Ich, den die Ärztin hat mir das Ergebnis des Rechentests mitgeteilt.
Wobei ich ein wenig überrascht war, den ich hatte auch das Ergebnis wegen AD(H)S erwartet und das man dann gemeinsam schaut was Alex in dem Punkt helfen könnte.

Alex hat auch Dyskalkulie
Nun probieren wir es einen Monat mit Rechenkärtchen. Also auf der einen Seite steht die Aufgabe und auf der Rückseite dann das Ergebnis. Er soll also auswendig lernen statt im Kopf rechnen, da er eben das nicht kann, er rechnet immer mit den Fingern auch bei so einfachen Aufagben wie 10 - 5.
Karteikarten habe ich schon. Nachher werde ich anfangen die Karten zu beschriften also die Aufgaben rauf schreiben. Zunächst Minusaufgaben im 10er Bereich
 

cordu

Namhaftes Mitglied
Hallo Ilona,

immerhin habt ihr ja jetzt schon mal ein konkretes Zwischenergebnis.

Aus meiner Erfahrung und auch von Fortbildungen kann ich dir den Tip geben das du Alex was gibst mit dem er Rechnen kann. Ich hatte bei meinen Kindern einen Rechenschieber. Gerade Kinder mit Dyskalkulie haben kein Mengenverständnis und tun sich deshalb sehr schwer mit dem Rechnen.

Und nun noch zu ADS/H + eine Teilleistungsstörung (Legasthenie od. Dyskalkulie). Bei meinem Sohn wurde beim ADS Test festgestellt das er hochgradiger Legastheniker ist. Zu dem Zeitpunkt hatte er beim (ich glaube so hieß der Test) Hamburger Schreib- bzw. Lesetest sehr schlecht abgeschnitten. Er war mit seinem Können im einstelligen Prozentbereich. Das er Probleme mit der Rechtschreibung hatte war uns natürlich bekannt aber als so "schlimm" haben wir es nicht empfunden.
Gut es war nun mal das Testergebnis. Also wurde er beim LRS-Training in der Schule angemeldet ( als 5. Klässler unter lauter Grundschüler). Er musste nochmal bei 0 anfangen und den Grundwortschatz pauken. Es wurde etwas besser aber nur sehr langsam. Der Durchbruch kam dann mit dem Medikament. Nämlich erst als er seine Konzentration (leider nur mit Hilfe von MPH) über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten konnte, konnte er auch effektiv üben und das Geübte umsetzen und das zeigte sehr schnell Wirkung. Er wurde von Diktat zu Diktat besser. In der 9. Klasse war von der Legasthenie nichts mehr zu bemerken.
Heute sind wir der Meinung er war noch nie Legastheniker sondern hatte nur einen Rückstand bedingt durch seine mangelnde Konzentration.
Dein Sohn ist erst in der zweiten Klasse und hat somit noch alle Möglichkeiten seinen Rückstand aufzuholen.
Schaum mal hier rein. Diese Seite ist kostenlos und mein Sohn hat wirklich viel auf ihr geübt. Mittlerweile gibts da auch eine Seite mit Rechenübungen.

LG :bye: Cordu
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
Hallo Cordu danke für deinen beitrag.

Das ganze läuft nun bei Alex so ab, dass wir einen schriftlichen bericht bekommen, den bekommt die lehrerin, diesen reicht sie dann bei einer anderen Stelle ein ( Hab gerade vergessen wo genau.) und dann bekommt Alex auch Sonderförderung in dem Bereich. In der Schule bei ihm wird das schon für andere Schüler angeboten und die Gruppen werden klein gehalten Max. 5 Kinder glaube ich, Wo sie aber momentan nur Gruppen mit 3 Kindern haben.
Einen rechenschieber hat er aber der interessiert ihn nicht besonders auch nicht dann, wenn er Matheaufgaben lösen soll. ist ihm wahrscheinlich zu starr er nimmt lieber Perlen oer Knöpfe ie er frei hin und her schieben kann. Das prinzip ist ja das selbe.

Danke für den link schaue ich mir später an, wenn ich mehr ruhe habe.
 

cordu

Namhaftes Mitglied
Hallo Ilona,

ich hab mir jetzt die Seite noch mal angeschaut.

Sie ist wohl doch hauptsächlich für LRS-Kinder. Aber nichtsdestotrotz kann man sehr gut auch die Konzentration üben.
Und das ist ja das Hauptübel bei einem ADS`ler.

LG :bye:Cordu
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
Ein paar Onlinetrainingseiten sind aber auch für Dyskalkulie dabei. Bisher über er mit einem Computerlernprogramm für die 1 und 2 Klasse. Das macht ihm Spaß und er ist da auch motiviert. Klar er darf dann an den Laptop, das ist etwas was ihn sowieso interessiert und fasziniert.
Da kann ich dann auch gut motivieren indem wir kompromisse machen er soll erst 15 min. lernen, dann darf er ca. 20 min. Computer spielen. kommt aufs Spiel drauf an wenn es mal 25 min. dauert bis er das Minispiel durch hat ist das auch o.k.
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
Ich muss mich mal auskotzen.

Ich bin gerade auf 180. Wie oft muss man Lehrern erklären was eine Rechenschwäche ist oder was ADS bedeutet????

Ich habe zum xten mal den Hinweis im Mitteilungsheft, das Alex im Unterricht träumt, dass er dringend das kleine 1x1 auswendig lernen muss usw.

Er kann ja noch nicht mal richtig minus rechnen, wie soll er da die Malreihen können???
Er träumt ach ja? Er hat ja auch ADS. Wenn die Lehrer damit nicht klar kommen was soll ich den von Arbeit oder zu Hause aus dann machen? Soll ich mich im Unterricht neben ihn setzen?

Aber dann immer soooooo Verständnisvoll tun wenn man mit denen darüber redet.
"Ja das ist klar, ja das verstehen wir, ja wir machen das schön."

Nun ist Alex seine Klassenlehrerin seit 2 Wochen krank und wir wollten wegen den ständigen Einträgen im Mitteilungsheft einen Termin mit ihr machen.

Ich bin gerade drauf und dran der Mathelehrerin mal über das Mitteilungsheft zu erklären was dyskalkulie und ADS bedeutet und ob sie davon schon mal was gehört hat.

Letztens hatten wir auch so einen tollen Eintrag. Üben sie mit Alex Mathe.
Mein Mann hat dann darunter geschrieben was genau sollen wir üben. Es kam 0 Reaktion.

:angryfire :angryfire :angryfire :angryfire :angryfire
 

nummer3

Namhaftes Mitglied
Ich hatte ja in der Grundschulzeit auch einen Träumer (allerdings ohne ADS, dafür aber sehr intensiv).
Ich hatte oft das Gefühl, daß es für die Lehrerin schwierig war, die richtige Balance zu finden.
Ich denke, auch ein ADS-Kind kann und muß lernen, weniger zu träumen. Es braucht dazu eben manchmal einen Hinweis der Lehrerin. Und natürlich viel Geduld...
Ich hatte mich zusammen mit Ergotherapeutin und Lehrerin schließlich auf "Stille Karten" geeinigt. Wenn mein Sohn wieder abschweifte ins Träumeland hat die Lehrerin diese Karte auf seinen Tisch gelegt und er wußte, jetzt muß ich wieder was tun und hatte so das Signal, sich wieder zu sammeln. Auf den Karten waren Bilder drauf, die eine bestimmte Bedeutung hatten. Bei ihm war es für ihn selber so schlimm, daß er immer vor der ganzen Klasse als Träumer bezeichnet wurde.
Vielleicht ist das bei euch auch einen Versuch wert. Es ist schwierig, ohne Frage. Viele Lehrer sind in diesen ganzen Schwächen nicht ausgebildet und überfordert. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß von Seiten der Eltern da viel Eigeninitiative gefragt ist.

Aber eigentlich finde ich es von der Lehrerin gut, daß sie euch Feedback gibt. So könnt ihr doch viel besser auf die Situation reagieren. Vielleicht ist ja auch die Wortwahl der Lehrerin etwas unglücklich - (oder sie ist wirklich eine dumme Nuss).
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
Nummer 3
ich habe darüber auch schon oft mit meinen Mann geredet. Er meint ich sehe es zu sehr als Angriff auf meine Kompetenzen und ich müsse das lockerer sehen so als reine information.

Also auf der Sachebene und nicht auf der Persönlichen-Ebene.

Aber das fällt mir verdammt schwer, wenn diese Woche jeden 2 tag mindestens eine solcher Nachrichten im Mitteilungsheft stand.
Am mo. am mi. und heute auch wieder. Letzte Woche waren es auch 2 Mitteilungen im selben Stiel.

Ich bin genervt weil ich weis das es so ist und ich bin genervt weil ich kaum was daran ändern kann.
Ich bin genervt weil die Mathelehrerin ihren Stoff durchzieht obwohl er viel früher schon hinterherhinkte. Gerade in mathe da baut das eine auf das andere auf.
x baut auf + auf
/ baut auf - auf

+ kann er x auch einigermaßen wenn er sich mühe gibt aber wenn danach / kommt dann sehe ich schwarz.
Also übe ich mit ihm lieber - und x so nebenbei.
 

nummer3

Namhaftes Mitglied
Oh ja, dieses Gefühl kenne ich nur zu gut. Es ist oft kaum auszuhalten.
Mir hat es geholfen, daß ich mir wie ein Mantra gesagt habe, daß mein Kind so toll ist und gut ist, wie es ist - auch wenn es leider nicht 100%ig in die schulische "Schublade" paßt.
Auch ihm habe ich das immer und immer wieder gesagt.
Jetzt geht er schon in die 5. Klasse und geht das erste Mal gerne und auch mit Erfolg in die Schule. Man merkt zwar nach wie vor, daß er bei Sachen, die ihn interessieren, bessere Noten schreibt. Es ist jetzt aber alles im Rahmen.
Ich wünsche Euch, daß ihr auch den richtigen Weg für Euch findet.
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
nummer3 danke für die doch positive Persepektive. Ich hoffe das wir auch bald unseren Weg finden.
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
So langsam nehme ich die EInträge echt nicht mehr ernst. Fast jeden Tag steht mittlerweile was in seinem Berichtsheft. Er ist frech, arbeitet nicht mit usw. Aber keine Details. Was ist den frech? ist frech schon wenn er mal sagt, dass er etwas nicht in Ordnung findet, weil z.B. aus seiner Sicht ein anderes Kind ungerecht behandelt wurde? Wenn ja dann finde ich das das es von Selbstbewusstsein zeugt. Wer traut sich heutzutage schon seine Meinung zu sagen?
Ich habe das Gefühl, dass er bei den Lehrern mittlerweile abgestempelt ist und sie sobald er sich auch nur ein wenig daneben benimmt wird es eingetragen um uns mitzuteilen was er doch für ein schreckliches Kind ist.

Zu Hause geht es bis auf ein paar Ausnahmen aber die gab es schon immer.

Was mich dabei am meisten ärgert ist, dass Alex mittlerweile nur noch Negativeinträge bekommt und er immer wenn er sein Mitteilungsheft abgibt er weis, dass da wieder was schlechtes drin steht. Na wer hat denn da bitte noch Lust sich bübehaupt Mühe zu geben, wenn er trotz dessen er sich bemüht sowieso wieder was Negatives eingetragen wird?

Wenn alles klappt hat mein Mann am Donnerstag ein Gespräch mit der Lehrerin. Da wird er das ansprechen.
Ist auch wohl besser wenn er das gespräch führt. ich glaube ich wäre auch "frech"
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
Ach so hatte ich ja gar nicht berichtet.

ja es war erfolgreich.

Sie wird in Zukunft ein paar Stichwörter zu der Mitteilung ins Heft schreiben was sie genau meint.

Wir werden uns einmal im Monat mit den Lehrern und dem Erzieher zusammensetzen, damit der Austausch besser klappt als nur zwischen Tür und Angel.
.
Das Förderprogramm ist leider erst ab der 3. Klasse aber die Schule und die Sonderpädagogin wird ihn in diesem Schuljahr noch testen damit er dann gleich mit in die Fördergruppe kommt.

Sie werden auch mehr darauf achten auch positives ins Mitteilungsheft zu schreiben, dass Alex nicht imemr gleich enttäucht sein muss wenn er sein Mitteilungsheft abgeben muss. (Er geht nämlich zur Zeit berechtigterweise davon aus das immer was schlechtes eingetragen wird.)

Sie werden allgemein versuchen ihn mehr zu loben und ihn mehr zu motivieren den er kann wenn er will, das haben wir gesehen, als die Mathelehrerin vor einiger zeit von einem Zirkus 3 Freikarten bekam und die ersten drei kinder die ein Arbeitsbogen komplet und richtig ausgefüllt abgaben eine der Freitickets bekommen habe. Da war er der erste.

Von irgendwo her hat Alex die Einstellung das er krank ist, das müssen wir so wie er es sieht nun versuchen zu revidieren. Klar ADHS und Dyskalkulie sind Krankheiten aber nicht so wie er es sieht. Ich hatte an dem Abend mit ihm ein langes gespräch wo ich herausgefunden habe, dass er deswegen zu sich eine sehr negative Einstellung hat. nur hat ADHS ja auch vorteile die ich ihn jetzt versuche immer wieder zu sagen, damit seine grundeinstellung dazu nicht mehr so schlecht ist, den er denkt die krankheit ist schlecht also bin ich schlecht.
Allerdings fragen wir uns wo er das her hat, wir haben in seiner gegenwart nie so geredet.

Alex muss in den Ferien Mathe nachholen den er hat uns angelogen immer wenn ich fragte ob die Arbeitsblätter noch Hausaufgaben sind meinte er nein das sind Zusatzaufgaben. Es waren für ihn schon Hausaufgaben. Also darf er nun mittlerweile noch 10 Arbeiutsbögen bearbeiten, wobei die wenigsten davon komplet leer sind. Er hat die Aufgaben gemacht die er kann und da wo er ein wenig nachdenken muss hat er ausgelassen.

Dann stand von Seiten der Lehrerin noch die Frage im Raum was sollen sie machen wenn er sich daneben benimmt, sollen sie ihn machen lassen oder soll es für Alex auch Konsequenzen haben. Da wir ihn zu Hause ganz normal behandeln also sein Tun bei uns auch konsequenzen hat, meinte mein Mann dass das in der Schule natürlich dann am besten aus so gehandhabt wird.

Das Grundproblem ist das Alex träumt und andere zum Unsinn anstiftet anstatt seine Aufgaben zu machen. Ich kann dann natürlich die lehrer verstehen die halt noch 21 andere Kinder in der Klasse hat und sie können sich nicht nur auf Alex konzentrieren.

Nach Ostern bekommen wir von der Ärztin schriftlich das er ADHS und Dyskalkulie hat das geben wir dann nach den Ferien an die Lehrer weiter.

Leider beginnt erst im Mai die Therapie und die Einstellung mit Medikamenten.
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
Heute hatten wir die letzte untersuchung bevor es mit Medikinet los geht.
EKG, Untersuchung, und Blutabnahme.
Am mi. bekommen wir das Ergebnis der Blutuntersuchung und wenn alles in ordnung ist bekommt er am Do. eine halbe Tablette Medikinet 10mg.
Nach 3 Tagen können wir gegebenenfalls auf 3/4 tablette hochdosieren und nach weiteren gegebenenfalls auf eine ganze. Dann telefonieren wir mit der Kinderärztin.

Nun hatte ich mit dem retadierten mittel gerechnet aber sie hat das unretadierte verschrieben und meinte er müsse in der Schule weil ganztagsschule und Hort nachdosieren. nur wusste ich nicht ob die das in der Schule mit machen. hinterher erzählte uns Alex dass sein Freund das selbe hat, das wussten wir ja schon, und das er auch in der Schule noch mal eine tablette nehmen muss und die Lehrer und Erzieher das nach genauer anweisung vom Arzt auch machen.
Ja nur da hatten wir uns erst mal darauf geeinigt, dass er nur Morgens das medikament einnimmt.
Aussage der Ärztin war noch, dass man früher dachte je weniger Medikamente desto besser nur dass man heute weis, dass es besser ist noch mal nach zu medikamentieren.
Hinterher fiel mir auch ein dass ich mal was von rebounds gelesen habe, die unterschiedlich ausfallen können.
Na ja jetzt versuchen wir es die 9 Tage erst mal so und dann können wir es ja immer noch ändern, fals der Wirkungsabfall für ihn zu viel ist.
Alex kann da ja dann sicherlich auch was dazu sagen.

Oh je und ich dachte eigentlich das wird alles easy, aber man macht sich dann so oder so seine Gedanken.

Mit Alex haben wir auch gesprochen was das für ihn bedeutet, noch mal erklärt was ADHS ist usw. und vor allen das wenn er Fragen hat er zu mir kommen soll und wenn ich sie nicht beantworten kann wir die Ärztin anrufen. ich denke, dass ihm das auch noch mal Sicherheit gibt.
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
So die Einstellungsphase ist vorbei. Er braucht 7,5 mg also eine 3/4 Tablette.

Wir waren echt erstaunt als er die Dosis das erste mal nahm es war am Pfingstsonntag hat er sein Sammleheft mit seinen Sammelkarten raus geholt und hat sage und schreibe 5 St. seine Karten sortiert. Nach 2 St. haben wir ihn wegen dem schönen Wetter mehr oder weniger raus geworfen und draußen hat er dann inmitten den großen Trubels ca. 20 kinder rannten um ihn rum auf der Wiese 3 Stunden weiter sortiert.

Wir waren echt baff.

nebenwirkungen hat er zum Glück auch keine. der Appetiet ist wie immer und einschlafen kann er auch.

Als ich heute mit der Ärztin telefonierte fand sie es gut, dass wir nun doch für das Nachmedikamnetieren sind und er soll dann in der Schule auch eine 3/4 Tablette bekommen.
So ist der Tag dann bis ca. 17 - 18 Uhr abgedeckt.
In 10 - 14 tagen will die Ärztin ihn dann noch mal sehen.
 

Ilona

Moderator
Teammitglied
Mittlerweile bekommt Alex 2 mal am tag seine Tablette und es klappt auch prima einige feinabstimmungen was die Uhrzeit der nachmedikamentierung betrifft mmüssen noch gemacht werden.

Extrem schlimm finde ich nur dass er mittlerwile Abends wenn die Wirkung ja weg ist extrem ist.

Er ist impulsiv, ich bin impulsiv und dann kracht es.

Heute war auch wieder so ein Abend. Wenn mein Mann Abends da ist schafft er es ja den konflikt zwischen mir und Alex zu unterbinden indem er mit Alex redet während ich auf dem balkon gehe und dampf ablasse (rauchen bin)

Ich rede ja auch viel nur der große will das Thame Tod-diskutieren. Er begreift nicht, dass wenn ich nein sage es auch nein heißt obwohl es nie anders war.

Jedenfalls war es heute mal wieder so weit. Er ist geplatzt, ich bin geplatzt, es war eine äusserst explosive Stimmung heute Abend zwischen Alex und mir.
Von seiner Seite knallten Türen und flog Speilzeug durch sein kinderzimmer, von mir hagelte es verbote. geschichtenvorleseverbot, Hörspielverbot udn die Androhung, dass er beides für den Rest der Woche vergessen kann.
Das ist dann das Ergebnis wenn zwei impulsive ADHSler aufeinander treffen.

Am meisten tat mir Damian leid der es aber zum Glück gut versteht sich NICHT zwischen die fronten zu stellen.
 

cordu

Namhaftes Mitglied
Hallo Ilona,

schön das ihr so schnell eine gute Dosies gefunden habt.

Tja, das mit den Abenden, da müsst ihr wohl durch. Es ist häufig so das gerade abends die Fetzen fliegen. Aber (großes Aber) das ist sicher nicht nur alleine auf das ADHS zu schieben.
Bis zum Abend stauen sich halt immer mehr Reize bei einem Kind an. Die müssen die Kinder los werden. Manche Kinder regeln das mit sich selber und manche machen das halt mir ihrer Umwelt aus. Meistens ist das die Familie (oder Gott sei Dank!?).

Ich bin an solchen Abenden mit meinen Kindern meistens eine Runde gelaufen. Nichts aufregenden, sondern 20 - 30 Min. gemütlich um den Block.
Bis nach Hause waren die inneren Anspannungen bei allen meistens so weit runter das wir "normal" das zu-Bett-gehen meisterten.

Ich wünsche euch das es weiter so gut läuft.

LG Cordu
 
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