Schock! -  Sohn, 14J., kifft und läuft immer wieder mehrere Tage weg.

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User8

Guest
Also wisst ihr....
das Schwierige an dem ganzen ist: Wir wissen alle nicht wie es dem Jungen wirklich geht....wir lesen was die Mutter und in ihrer verzweiflung und Angst um ihr Kind erzählt.
Wir wissen das ein guter Bekannter und Gesprächspartner ihn massiv gefährdet abhängig von härteren Sachen zu werden sieht( und der war selber süchtig- und ist jetzt clean)
Wir wissen seine Betreuer sind der Meinung er zieht sich alles rein was er kriegen kann( das sind dann härtere schen - und das würde sein agressives Verhalten erklären, ich habe noch keinen agressiven Kiffer kenengelernt...und unter Musikern wird gekifft darum war ich schon damit konfrontiert ;-) )
Was die Betreuer angeht- also....ich kenne die als wirklich locker. Und wenn ich das sage sind die das auch*gg`das könnt ihr mir glauben. Also unspießig eben...auch was das kiffen angeht- um das mal so auszudrücken. wenn die das Gefühl haben da steckt mehr dahinter würde ich das jetzt schon ernst nehmen :(
Das die Mutter Angst hat- und nicht weiß ws sie noch tun kann.....das kann ich verstehen und ich mag mir gar nicht vorstellen wie es mir an ihrer Stelle ginge.
MEIN Sohn auf der Strasse, mit irgendwem, irgendwas intus das ihn möglicherweise runterzieht....ich schau mir Bilder von ihm an...frage mich wie es so weit kommen konnte.....muss mich gleichzeitig aber auch um mein anderes Kind kümmern....
Wahnsinn. Da kommt einem schon mal der gedanke das es ihm vielleicht weiterhelfen würde wenn er erstmal entgiftet wird( ey doch nicht vom kiffen...von all dem was er sonst intus hat)
Und wenn das JA ( das sonst schon sooo langsam in die Gänge kommt) sogar einer einrichtig weiter weg von zu hause zustimmt....
Allerdings würde mich jetzt schon interessieren was das für eine Einrichtung( weiter weg) sein soll? Ich reagiere auf dieses Thema( seid ich den Blog eines unserer user mitverfolge ) schon etwas ...sagen wir mal neugierig....
Auf alle Fälle ist es nicht ganz so keicht sein Kind einfach seine "Erfahrungen" machen zu lassen- und ich würde ans ende der Welt mit meinen Sohn ziehen....nur um ihn zu schützen.....
L.G (und ich hoffe ich konnte klar machen was ich meine)
Rebecca
 

fairplay1971

Neues Mitglied
Rebecca,
danke das Du mir da etwas Recht gibst. Ich würde für meine Kinder alles machen. Und abgeschoben habe ich meinen Sohn schon gar nicht. Nur um das klar zu stellen. Ich habe schon so vieles mit meinem Sohn durch. Sei es nun Thema Hilfe für ihn, oder sein Verhalten oder seine falschen Freunde. Ich komme mit ihm nicht mehr zurecht. Selbst ausgebildete Pädagogen wissen bei ihm nicht mehr weiter, wie soll ich ihn da verstehen. Die Mitarbeiter vom Jugendamt haben zu mir gesagt, es kann sich nicht alles nur um meinen Sohn drehen und ich solle doch jetzt endlich mal dran denken, das ich noch ein zweites Kind habe und auch ein eigenes Leben.
Und an Deine Beiden Vorredner,
meine Kinder werden bei mir weder verprügelt, noch kümmer ich mich nicht um sie. Ich versuche ihnen alles zu ermöglichen, was sie gern möchten. Ein Umzug kommt für mich nicht in Frage, da ich meine Tochter nicht aus ihrer gewohnten Umgebung reissen möchte (soetwas kann einem Kind nämlich auch schlecht bekommen). Ausserdem ist es auch eine Kostenfrage.
Ich lasse mir von keinem unterstellen, das ich mich nicht um meine Kinder kümmer und die Entscheidung meinen Sohn weg zu geben habe ich mir nicht einfach gemacht und schon gar nicht von jetzt auf gleich entschieden. Ich habe mir reiflich überlegt und abgewägt was das beste für mein Kind ist.
 

Betty

Aktives Mitglied
ich verstehe Dich @ fairplay...als wir unsere ganz schlimme Phase mit unserem Sohn hatten, stand ich auch davor ihn eine eine Therapeutische 5 tagesgruppe zu geben wo er nur am we und in den Ferien nach hause gekommen wäre.
und wenn ich den §35A durchbekommen hätte, dann hätte ich ihn auch ins Internat gesteckt...weil ich mit den Kräften am Ende war, mein großer Sohn extrem zurück gefallen ist mit der Entwicklung ect

Bei uns hat es sich zum Glück dank der KIJP und den Medis um 180c gewendet, mein Sohn war aber auch 11 und somit noch etwas leichter zu lenken als Deiner mit 14

Ich wünsche Dir trotz den ganzen Stress , schöne Weihnachten mit deiner Tochter

Alles Liebe

Betty
 

fairplay1971

Neues Mitglied
Danke Betty, meiner hat ja den § 35a. Es gibt jedoch nur wenige Gruppen, die solche Kinder aufnehmen, bzw. keine Plätze frei sind.
Es ist aber auch zum "Mäuse melken". Da reisst man sich den Hintern auf für die Kinder (was man ja auch sehr gerne macht) und dann muss man sich noch als "Rabenmutter" bezeichnen lassen. Diese Leute haben keine Ahnung was es heisst mit solchen Kindern zu leben und umzugehen. Ich wünsche ihnen echt, das sie niemals in diese Situation kommen und nur Musterkinder Zuhause haben.

Mein Sohn meldet sich natürlich nicht bei mir. Ich werde heute Abend mal in der Gruppe anrufen. Aber solange ich nichts von denen höre, ist das schon ein positives Zeichen. Wenn er wieder weg wäre, hätten die sich schon bei mir gemeldet.

Euch allen schöne Weihnachten. :xmas
 

hitnak

Namhaftes Mitglied
Hallo,

und zunaechst mal: Gaaaanz viel Kraft fuer Dich. Denn die kannst Du brauchen: Ich habe drei Soehne, von denen zwei mehr oder weniger starken Kontakt mit der Illegalitaet hatten, und von denen einer, Ofir, Deinem Kleinen ziemlich aehnlich gewesen zu sein scheint. "Gewesen", weil er heute anders ist, und das sollte Dir Mut machen: Jeder kann sich aendern, oder geaendert werden, und auch Dein Sohn. Ofir, Sohn einer Alkoholiker-Mutter, die sich nicht gekuemmert hat (gut, Beides ist bei Euch anders) hat gestohlen, geraubt, Leute genervt, ohne Ende, und auch gesoffen und wasweissichnichtalles geschluckt und vertickt und wurde dafuer zu drei Jahren Gefaengnis verurteilt. Das war der Punkt, an dem er bei uns, will heissen, meiner Frau, meinem Sohn und mir aufschlug: Mein Sohn hat ihn auf dem Gefaengnishof getroffen, zwei Wochen nachdem er im Knast gelandet war, weinend, weil sich keiner, seine Mutter und seine sogenannten Freunde um ihn gekuemmert haben. Und mein Sohn hat gesagt dass er gut ist und wir uns um ihn kuemmern werden. Yoav hat Recht behalten: Wir haben Ofir hart angefasst, ohne Schlaege und mit viel Liebe, aber eben hart, und heute ist er ein Mensch, der seine Jugend geniesst, auch wenn er noch nicht ganz frei ist. Dein Sohn kann das auch, denn er hat Dich.

Ich habe im Laufe der vergangenen Tage viel darueber nachgedacht, was man fuer Dich tun koennte. Ich habe auch mit anderen Leuten, unseren Psychologen, meiner Frau, und meinen Soehnen darueber geredet.

Zunaechst mal ein paar grundsaetzliche Gedanken: Das Wegschicken wird mit der Zeit von selbst kommen. Er hat sich wohl strafbar machen, und irgendwann wird er ins Gefaengnis dafuer muessen. Vorher wird er ein paar Richter finden, die ihm Bewaehrung und Sozialstunden geben, aber dann wird er irgendwann einfahren. Wenn kein Wunder geschieht, dann wird das der Punkt sein, wo Du als liebende Mutter und Vorbild, denn auch Frauen koennen Vorbilder sein, auftreten kannst. Auf der anderen Seite: Wenn Du ihn jetzt einweisen laesst, wirst Du das Tischtuch zerschneiden, denn dann bist Du die Agressorin, ganz gleich, ob berechtigt oder nicht. Und dann die Sache mit der Psychiatrie: Die gibt ihm das Gefuehl,, nicht verantwortlich zu sein, fuer sein Handeln, weil ja was mit seinem Kopf nicht stimmt.

Und jetzt ans Eingemachte: Weihnachten kann er meiner Ansicht nach knicken. Zumindest zu Hause. Er soll in seiner Einrichtung feiern, ohne Liebe. Am Besten so lange, bis er merkt, dass er einsam ist. Dann, wenn Du die Kraft hast, kannst Du zu ihm gehen, und ihm ein Geschenk und etwas zu essen bringen. Es waere am Besten, wenn Du mit den Sozialarbeitern dort sprichst, und darum bittest, dass sie ihn nicht verhaetscheln, an diesem Fest, und auch nicht gehen lassen - oder zumindest feststellen, wo er ist, damit Du ihn finden kannst. Denn Du kannst diesen emotionalsten aller christlichen Feiertage dazu nutzen, die Tuer zu ihm oeffnen, Deinen Weg zurueck zu ihm zu finden. Dafuer darfst Du ich auf keinen Fall auf Schuldzuweisungen einlassen.

Ich wuerde Dich aber, bevor Du das startest, gerne noch ein paar Kontakte in Deutschland finden, die Dir vor Ort weiter helfen koennen.

Viele Gruesse,

Ariel
 
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