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Geburtsbericht zur Geburt von Nico

Schwerpunkte: Schwangerschaft, Schwangerschaftstest, Schwangerschaftskalender




Am 13.01.04 hatte ich meine Vorsorgeuntersuchung. Mittlerweile war ich in der 38. Woche schwanger. Meine Schwangerschaft ist bis dahin sehr gut verlaufen. Weder hatte die für die Anfangszeit typische Übelkeit, noch Sodbrennen oder sonstige Wehwechen. Das einzigste waren seit einiger Zeit Wassereinlagerungen in den Beinen und den Händen. Seit dem Wochenende
Schwangerschaft: Geburtsbericht von Stefanie
kamen dann noch Kopfschmerzen, leichte Schwindelanfälle und extreme Müdigkeit dazu. Ich freute mich auf das Ende der Schwangerschaft um endlich unser kleines Baby im Arm zu halten. Ich wusste nicht, das dies schneller als geplant so sein sollte. Die Hebamme die an diesem Tag bei meinem Frauenarzt die Vorsorgeuntersuchungen durchführte, machte sich also an die Untersuchung. Leider waren die Ergebnisse nicht so toll wie sie sein sollten. Mein Blutdruck lag bei 150/110 und ich hatte Eiweiß im Urin. Daraufhin machte der Arzt sofort einen Ultraschall. Bei diesem kam heraus, das ich zu wenig Fruchtwasser hatte. Er meinte, ich müsse sofort ins Krankenhaus, da die Schwangerschaft ab sofort sehr gut überwacht werden müsse um eine Gefahr für unser Baby und mich auszuschließen.

Der Begriff Gestose (Schwangerschaftsvergiftung) kam in diesem Zusammenhang das erste Mal zur Sprache. Auch von einem möglichen Kaiserschnitt war die Rede. Von diesem Moment an war ich erstmal nervlich angeschlagen. Ich musste Weinen und fühlte mich von der Natur im Stich gelassen. Ich hatte mir die letzten zwei Wochen meiner Schwangerschaft so nicht vorgestellt. Eine Geburt per Kaiserschnitt war ist nie mein Wunsch gewesen. Die Sprechstundenhilfe versuchte meinen Mann zu erreichen, damit er mich in die Klinik bringt. Natürlich ging er nicht ans Telefon! Sie fragte mich gerade, wen sie stattdessen anrufen solle als das Telefon schellte. Mein Mann war dran. Er hatte die Nummer im Display unseres Telefons gesehen und zurückgerufen. Die Sprechstundenhilfe sagte ihm, das ich sofort in die Klinik müsse und er mich doch bitte holen solle. Kurze Zeit später war er dann auch schon da. Als wir in der Klinik angekommen sind, wurden wir erstmal aufgenommen. Dann ging es ab auf die Frauenstation und in den Kreißsaal. Dort wurde ich ans CTG und an einen Wehentropf angehängt, um einen Wehenbelastungstest zu machen. Ich bekam schon bald leichte Wehen. Die Hebamme und der Arzt waren zufrieden, da unser Kleiner trotz der Wehen gut versorgt wurde. Gegen 21:30 Uhr wurde ich schließlich auf mein Zimmer verlegt und ich schickte meinen Mann nach Hause. Die ganze Nacht über wurde alle 2 Stunden mein Blutdruck gemessen. Dieser hatte sich wieder normalisiert und betrug nun 120/80.

Am nächsten Morgen wurde mir erstmal das Frühstück verweigert – man wollte weitere Untersuchungen abwarten. Also kam ich wieder in den Kreißsaal. Erneut wurde ein Wehenbelastungstest gemacht. Auch dieser fiel wieder sehr gut aus. Im Anschluss bekam ich gegen 10 Uhr auch endlich mein Frühstück. Da hieß es auch schon, das ich um 11:30 Uhr zur Doppleruntersuchung müsse. Daraufhin rief ich meinen Mann an. Er wollte bei dieser Untersuchung dabei.

sein. Er hatte sich für diesen Tag extra frei genommen. Wir wussten schließlich noch nicht, was uns erwartete. Als wir bei der Untersuchung waren wurde natürlich erstmal wieder ein CTG geschrieben. Als die Arzthelferin eine zeit lang vergeblich nach Herztönen suchte, bekamen wir beide Angst. Lebt unser Baby noch? Zum Glück hatte sich das Baby nur gedreht, denn schließlich fand die Arzthelferin doch noch das pochende Herzchen. Anscheinend hatte er sich nur in eine Ecke verkrümelt und wollte seine Ruhe. Anschließend ging es zum Doppler. Da wurde festgestellt dass das Baby wirklich ein Kleiner war! Er hatte die Maße eines Babys in der 34. Schwangerschaftswoche! Der Arzt meinte, mit etwas Glück hätte er 2.500 Gramm. Aber wenigstens waren sein Blut- und Hirnströme in Ordnung. Auch die Plazenta und die Versorgung über die Nabelschnur war sehr gut. Wieder in der Klinik angekommen, ging es auch schon wieder in den Kreißsaal zum Wehenbelastungstest. Auch dieser war wieder sehr gut. Am Nachmittag schickte ich dann meinen Mann nach Hause und meinte, er solle morgen wieder in die Arbeit da es noch einige Tage so weiter gehen würde. Mein Tag verging mit, Wehenbelastungstest, Blutdruck messen, Blutentnahme usw. Auch die Nacht über wurde wieder alle 2 Stunden mein Blutdruck gemessen. Da ich sowieso nicht schlafen konnte, war es mir so ziemlich egal.

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Der nächste Tag war Donnerstag der 15.01.2005 – 13 Tage vor dem eigentlichen Entbindungstermin. Natürlich wurde mich auch diesmal wieder das Frühstück verweigert. Und wieder ging es in den Kreißsaal zum – wie sollte es auch anders sein - Wehenbelastungstest. Dieser fiel allerdings nicht so gut aus! Die Herztöne von unserem Baby wurden immer schlechter, bis sie unter Wehentätigkeit fast gegen 0 waren. Sofort wurde der Test eingestellt. Daraufhin erholte sich das Baby dann zum Glück auch. Das Ende meiner Schwangerschaft stand nun definitiv fest. Es musste ein Kaiserschnitt gemacht werden und zwar so schnell wie möglich, um das Baby und mich nicht weiterhin unnötig in Gefahr zu bringen. Zum Glück war ich bereits in einer Schwangerschaftswoche angekommen, wo eine Geburt nicht allzu schlimm war. Unser Baby würde demnach also keine Frühgeburt sein. Ich rief meinen Mann in der Arbeit an, damit er kommt. Innerhalb von 15 Minuten war er da. Der Anästhesist klärte mich über die verschiedenen Narkosearten auf. Ich entschied mich für eine Spinalanästhesie, da ich wenigstens ein wenig von der „Geburt“ mitkriegen wollte. Ich bekam einen Blasenkatheder, wurde rasiert und bekam die unvermeidlichen Thrombosestrümpfe sowie das OP-Hemd.

Dann ging es auch schon zum OP. Vor dem OP verabschiedete sich mein Mann von mir. Er wollte draußen warten, und den Kleinen in Empfang nehmen. Ich wurde in den OP geschoben und bekam meine Spinale verpasst. Entgegen der Aussage des Anästhesisten tat sie dennoch höllisch weh! Ich wurde an zahlreiche Geräte angeschlossen und festgeschnallt. Der Arzt fragte mich, ob ich dieses oder jenes spüre. Da ich nichts mehr spürte, begann die Operation. Der Anästhesist redete ununterbrochen auf mich ein. Schließlich sagte ich ihm er solle ruhig sein, sie sollten endlich mit der OP anfangen. Ich wollte es nur noch hinter mich bringen. Da spürte ich schon ein Ruckeln und der Arzt sagte „12:58 Uhr. Glückwunsch ihr Sohn ist da!“ Er hob ihn kurz über die Abgrenzung damit ich ihn sehen konnte und schon war er wieder weg. Ich fragte nach ihn, ob er gesund sei, und alles in Ordnung wäre. Ich hatte keinen Schrei gehört. Da brach mir der Kreislauf etwas weg. Mir wurde schwindlig und schlecht. Als kurze Zeit später die Hebamme mir den Kleinen brachte, ging es mir aber schon wieder besser. Ein Arm wurde mir los geschnallt, sodass ich ihn wenigsten ein bisschen berühren konnte. Leider war er viel zu kurz da. Schon wurde er wieder raus gebracht. Ich wurde noch fertig zugenäht und kam dann in den Aufwachraum. Gegen 16 Uhr wurde ich endlich auf mein Zimmer verlegt, und konnte unser Baby endlich in die Arme schließen. Er war wirklich ein Winzling. Gerade mal 47 Zentimeter groß brachte er lediglich 2.530 Gramm auf die Waage.

 

Obwohl er so klein und schwach war, musste er zum Glück nicht in die Kinderklinik. Am nächsten Tag durfte ich dann endlich aufstehen und ihn selbst versorgen. Nach 2 weiteren Nächten, war ich endlich wieder soweit fit, das ich ihn auch nachts bei mir lassen konnte. Auch wenn ich mittlerweile weiß das der Kaiserschnitt für mich und den Kleinen notwendig war, habe ich lange gebraucht, um es zu akzeptieren. Ich habe mir Gedanken und Vorwürfe gemacht. Was hätte ich anders machen können? Warum bin ich nicht in der Lage ein Baby normal auf die Welt zu bringen? usw. Auch habe ich lange gebraucht, um ihn als meine Sohn zu akzeptieren. Mir fehlen einfach die 3 ersten Stunden seines Lebens. Wie gerne wollte ich ihn direkt nach der Geburt halten und dieses Erlebnis mit meinem Mann teilen. Und nun konnte er diese Erfahrung alleine machen. Aber wie gesagt, habe ich das mittlerweile gut verarbeitet und hoffe nun, das die 2. Entbindung in ein paar Wochen angenehmer für uns alle wird.

 

Claudia


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Foto: pregnant lady © Mehmet Alci