Problem - HILFE!!!!! Muss ich da nicht eingreifen?

Wenn Kinder ständig zappelig und hyperaktiv sind, haben Eltern meist alle Hände voll zu tun. Viele Kinder (und Eltern) leiden darunter. Andere Situation: Studien zufolge leidet jedes 10. Kind unter ADS / ADHS (ADS-Syndrom) aber man erfährt nur wenig darüber. Tauschen Sie sich mit anderen im ADS-Forum über Ihre Erfahrungen aus und holen Sie sich Hilfe. Stichworte: Hyperaktivität bei Kindern, Therapie, Medikamente, Schule.

Dieses Thema im Forum "Hyperaktivität + ADS - ADHS bei Kindern" wurde erstellt von Ela1969, 12 Februar 2007.

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  1. Ela1969

    Ela1969 Aktives Mitglied

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    Hallo liebe Foris!

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mit meiner Frage in diesem Bereich richtig bin, aber ich habe gelesen, dass Messis wohl auch unter ADS leiden und so dachte ich, ich versuche mal hier mein Glück.

    Es geht um mein Patenkind (12 w.). Sie lebt mit ihren Eltern in einem großen Haus mit einem großen Grundstück, mit Hund, Katzen und Hängebauchschweinen. Bis hierhin hört sich das alles noch sehr idyllisch an, Tatsache ist aber, dass das Haus fast komplett (ca. 90 % würde ich schätzen) zugemüllt ist. Also nicht, dass das alles Hausmüll ist, das wohl nicht, aber alles andere fliegt dort einfach überall rum. Sie schmeißen nichts weg und kaufen immer neues (Aldi, Tchibo, Penny), eben so Sachen, die die Welt nicht braucht, z. B. neue Gardinen. Wofür? Man kommt gar nicht bis ans Fenster. Oder einen Koffer für das Kind. Wofür? Sie haben keine Zeit zum Verreisen. Oder Tischdecken, der Tisch ist aber nie freigeräumt. Es gibt auch noch eine riesige Garage, die ist auch voll. Oft finden sie ihre Kleidung nicht mehr, dann fahren sie zu KIK und kaufen sich neue. Da das Kind stark übergewichtig ist (die Mutter ist Ärztin und Oecotrophologin!!!!!) hatte es auch noch nie normale Kleidung. Früher haben sie sie echt in Jogginghosen in die Schule geschickt und auch heute hat sie immer nur umgeschlagene Hosen an, obwohl es doch jetzt schon xxxl-Mode für Kinder gibt. Und am Geld kann es nicht liegen, denn sie kaufen ja ständig neue Sachen (die die Welt nicht braucht). Das Kind hat immer das neueste Handy und bekommt auch sonst alles, was es will.

    Leute, das ist so ein Chaos, ich kann das gar nicht mehr mit ansehen, aber wenn ich da eingreife, dann ist das Kind futsch, fürchte ich. Und das sind doch auch unsere Freunde. Wegen des Übergewichtes habe ich ja schon mit der Mutter geschimpft und hab ihr Adressen gegeben, damit dem Kind geholfen wird, aber es hat nicht gefruchtet. Mein Mann hat auch dem Vater schon angeboten, dass man einen Container bestellt und dann zusammen rausschafft, aber der meinte nur, dass man das doch nicht wegschmeißen könne.

    Nun bin ich ja auch die Patentante des Mädchens und habe da eine gewisse Verantwortung übernommen, zumal sie auch die beste Freundin meiner Tochter ist. Aber ich bin da völlig in der Zwickmühle.

    Was denkt Ihr???????????
     


  2. teddy

    teddy Aktives Mitglied

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    RE: Muss ich da nicht eingreifen?

    vielleicht kann man ja beim jugendamt mal nachfragen, so ganz ohne namen-nennung, wie man dem teenager helfen könnte? ?(?
    ich glaub ich könnt das mädel auch nicht so weiterleben lassen, denn daran kann ein junger heranwachsender auch "futsch" gehen.
    dass es freunde von dir sind, macht es halt nicht einfacher...
    eine gute möglichkeit wäre, das mädel in eine kur für übergewichtige kinder zu schicken, den eltern die pistole auf die brust setzten ( ín aller freundschaft natürlich ) und das gerümpel gemeinsam entfernen?? klingt so einfach....ist es aber nicht, ich weiss...
     


  3. Ela1969

    Ela1969 Aktives Mitglied

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    RE: Muss ich da nicht eingreifen?

    Hallo Teddy!

    Vielen Dank für Deine Antwort!!!!!

    Ich fürchte, darauf lassen die sich nicht ein. Habe aber jetzt mal eine Mail an die Telefonseelsorge geschrieben, vielleicht haben die ja eine Idee, wohin ich mich wenden kann, ohne dass gleich Panik entsteht.

    Ja eben, und noch ist es nicht zu spät.

    Das kannst Du laut sagen........

    Das hab ich ja schon versucht, aber es rührt sich nix.

    Ich weiß, wir sind auch eine ADS-Familie mit großer Messie-Tendenz, aber soooooo schlimm war es bei uns noch nie und ich lerne auch immer mehr dazu, wie ich dagegen ankommen kann. Wenn man es aber gar nicht versucht, dann wird es wohl nichts werden. Und mehr als Hilfe anzubieten, kann man ja wohl nicht machen.
     
  4. Hextina

    Hextina KrisenmanagerIn ;-) Mitarbeiter

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    RE: Muss ich da nicht eingreifen?

    Versuch macht klug?

    Das von dir Geschilderte ist mind. hart an der Grenze der Verwahrlosung (im besten Fall?!).

    Was würdest du von einer Freundin erwarten, wenn du so mit deinem Kind umgehen würdest?
    Das sie schweigend zu sieht oder das sie Hilfe holt?

    Was ist Freundschaft und was nicht?

    Du hast also alles getan was du tun selbst tun konntest, wie kannst du jetzt als Mensch und Freund noch helfen?

    Verstehst wodrauf ich hinaus will? Freundschaft ist doch auch das man Hilfe holt wenn der andere sichtbar völlig überfordert ist. Sicher belastet das uU erstmal die Freundschaftsebene aber Freundschaft sollte das eigentlich aushalten und vorangig zu eurer 'Freundschaft' sollte doch das Wohl des Kindes stehen, oder?
    Du hilfst doch deiner Freundin wenn du Hilfe holst....

    Kommt darauf an wie akut du die Kindeswohlgefährdung einschätzt.

    LG,

    Tina
     
  5. Liliki

    Liliki Mensch

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    Oh weh, das geschilderte Verhalten und die dazu beschriebene Ausbildung der Mutter spricht ja für eine Menge eigene Beteiligung und die bisher fehlende Einsicht, dass vor allem den Erwachsenen geholfen werden muss, damit es den Kindern gut geht.

    Neigt Deine Freundin zu Depressionen und Selbstzweifeln? Wirkt die Familie an sich glücklich und relaxt oder fallen Dir Stress-Symtome auf?


    Ich weiß leider auch nicht konkret, wie man am besten die richtige Hilfe organisiert ... ich würde mir wahrscheinlich die Freundin schnappen, sehr ernsthaft mir ihr reden und danach mal mit ihr zu einer Beratungsstelle fahren, bevor ich eine offizielle Stelle wie ein Jugendamt einschalte.


    Deine Verzweiflung kann ich gut nachvollziehen - ich spür das bis hier!



    :druecker Lili
     
  6. Ela1969

    Ela1969 Aktives Mitglied

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    Hallo Ihr Lieben!

    @Tina
    Meinst Du echt, man sollte da gleich das Jugendamt kontaktieren. Da hab ich echt ein bischen Angst.

    Das ist ja das Problem. ICH kann es gar nicht verstehen, wenn man sich keine Hilfe holt. Ich selbst war schon öfter bei der Erziehungsberatungsstelle und die haben immer schnell und unkompliziert geholfen.

    Ich MUSS irgendwie helfen, aber ich weiß einfach noch nicht wie.

    Das Kind kennt es nicht anders, aber ich finde, es wird immer schlimmer. Außerdem sieht das Mädel ja jetzt auch bei Mitschülern zu Hause und auch bei uns (ganz stolz bin), dass es anders geht. Ich denke, innerlich leidet sie schon.

    @Lili
    Ja, so ist es. Die müssen sich erstmal selber helfen und da frage ich mich natürlich, ob das Kind dann dort wirklich noch am rechten Platz ist.

    Dauerstress, bedingt durch Arbeit, Haus und pflegebedürtige Eltern. Und außerdem leben die gar nicht richtig zusammen. Es gibt kein gemeinsames Schlafzimmer der Eltern. Sie ist einfach völlig ausgebrannt und er hat meistens einfach keinen Bock, zu Hause etwas zu machen, nur so Aktionsweise. Als er eine Weile arbeitslos war, hat sich auch nichts getan zu Hause. Er sitzt lieber bei den Nachbarn und trinkt Bier. Depressionen hat sie, glaube ich, eher nicht, eher Burn-out. Selbstzweifel auf jeden Fall, die hat sie schon von ihren Eltern mitbekommen. Nicht einmal einen richtigen Weihnachtsbaum sollte es zu Weihnachten geben, da bin ich aber auf die Barrikaden gegangen, dass sie doch mal daran denken sollen, dass sie ein KIND zu Hause haben. Ebenso hörte ich jetzt, dass sie nicht beim Konfirmationsunterricht angemeldet wird, weil sie ja nicht dort hinkommen kann. Da platzt mir bald der Kragen. Wenn man will, kann man alles möglich machen, dass tu ich für meine Tochter doch auch!

    Die fährt garantiert nirgendwo mit mir hin, dafür hat sie gar keine Zeit.

    Danke für Dein Mitgefühl!
     
  7. Hextina

    Hextina KrisenmanagerIn ;-) Mitarbeiter

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    Wenn du akute Angst um das Kind hast, dann ist das das Mittel der Wahl, ja.

    Kann ich gut verstehen.
    Ich habe auch mal daran gedacht jemandem Hilfe zu schicken, jemand von dem ich wußte das er es als massiven persönlichen Angriff verstehen würde. Ich habe es nicht getan. Ich habe es ziemlich bereut.

    Heute würde ich *mir* Hilfe holen. Will sagen, ich würde beim JA, Caritas,...... anrufen und um einen Termin *für mich* bitten. Dann würde ich denen meine Ängste und Befürchtungen in alle Richtungen erklären. Vllt können sie *dir* helfen wie du erstmal einen We für dich findest und sie können uU beurteilen ob da mal jemand vorbei schauen sollte.

    Ein Kind wird nicht so einfach aus einer Familie genommen. Das ist immer nur die allerletze Lösung. Aber es hört sich an als ob deiner Freundin und ihrer Tochter eine Erziehungsbeistandschaft nicht schaden könnte.

    Dann hol dir doch jetzt genau da Hilfe ;-)

    LG,

    Tina
     
  8. Ela1969

    Ela1969 Aktives Mitglied

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    Hallo!

    Ja, ich glaube, genau das werde ich machen. Die Leute da kenne ich schon und die reagieren auch nicht über. Gleich morgen früh ruf ich an und frage nach einem Termin, denn die nächste offene Sprechstunde ist erst wieder nächsten Mittwoch.

    Bin trotzdem weiterhin dankbar für Eure Meinungen und Ratschläge!
     
  9. sandra

    sandra Aktives Mitglied

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    HAllo,
    ich kann deine Ängste da auch total gut verstehen.
    Ich muss dazu sagen, das ich auch aus einer Messi-Familie komme, und das mit dem Zumüllen sehr gut kenne!
    Ich denke ein Mensch, der sowas noch nicht gesehen hat, der kann sich sowas nicht vorstellen, nicht mal annähernd!

    Wir sind 3 Kinder von denen die große total peniebel geworden ist!! Ich bin jetzt ein Mensch, der schon mal das Geschirr stehen lässt, aber meine Wohnung muss mind einmal pro woche gewischt und gesäubert werden, und meine andere Schwester ist auch sehr reinlich!!

    Als Kind jedoch hab ich immer sehr unter den Zuständen gelitten, und es war mir auch immer furchtbar peilich, wenn jemand zu uns nach hause gekommen ist, ich hab allerdings auch nie Freunde oder so eingeladen! ich hab das praktisch schon sehr früh geblickt, das es bei uns das reine Chaos ist!!!!!!!

    Mein Sohn hingegen dentiert auch mehr zum Sammeln, und nichts wegschmeisen können! Verpackungen von Spielsachen zb hat er schon im Kleinkindalter nicht wegschmeissen können!! Früher wars einfach, da hab ich das ZEug einfach weggeworfen, und dann wars halt weg. Heute sucht sobald er merkt das eine Schachtel oder so weg ist, selbstständig in der Mülltonne, da gibts bei uns die REgel was in der Tonne ist, bleibt in der Tonne! Und das Zimmer wird einmal pro Woche pikobello aufgeräumt, so das ich wischen und Saugen kann!

    Meiner ist auch ein ADHS ler, und bei mir bzw meinen Eltern hab ich auch stark den Verdacht, das die in die Richtung schlagen.

    Was ich eigentlich auch sagen wollte ist, das ich denke die MEssis, nehmen ihr Caos überhaupt nicht wahr!! Die haben da meiner Meinung nach ein ganz anderes Bild davon. OFt ist es auch so, das sich Messis in andern Wohnungen ganz anderster verhalten, und da jede Spinnwebe an der Wand sehen.
    Die Oma einer Freundin beispielsweise schlägt auch in die Richtung, zuhause voll zugemüllt, und bei anderen mit dem Finger über die Schrankwand.
    Ich würd nochmal versuchen mit deiner Freundin ein ernstes und ganz ehrliches Gespräch zu führen, und ihr auch zu verstehen zu geben, das es dir vor allem um das Wohl des Kindes geht!!Vielleicht findest ja einen schönen Vorhang, oder ne schöne Tischdecke, und ihr könnt gemeinsam so einen Aufräumtag starten!!??

    lg
     
  10. Ela1969

    Ela1969 Aktives Mitglied

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    Hallo Sandra!

    Dein Beitrag (Du als betroffenes Kind) hat mir sehr geholfen. Ich weiß jetzt, dass ich ganz dringend etwas unternehmen muss.

    Das Angebot mit der Hilfe beim Aufräumen und Entrümpeln haben wir ja beiden schon gemacht. Es hieß immer nur, dass wir das nicht können, weil wir ja nicht wissen, was mit den Sachen passieren soll. Oh doch, wir wissen, sie müssen in den Container ;-).

    Wenn wir jetzt das Gespräch nochmals suchen, es dann nichts hilft und anschließend taucht da jemand von der Jugendhilfe o.ä. auf, dann wissen die doch sofort, wer das gemacht hat. Ich will aber meine Freunde nicht verlieren, sondern dem Kind helfen.
     

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