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Problem - Ich weiß einfach nicht mehr weiter..... (ADHS, Schulprobleme)

Wenn Kinder ständig zappelig und hyperaktiv sind, haben Eltern meist alle Hände voll zu tun. Viele Kinder (und Eltern) leiden darunter. Andere Situation: Studien zufolge leidet jedes 10. Kind unter ADS / ADHS (ADS-Syndrom) aber man erfährt nur wenig darüber. Tauschen Sie sich mit anderen im ADS-Forum über Ihre Erfahrungen aus und holen Sie sich Hilfe. Stichworte: Hyperaktivität bei Kindern, Therapie, Medikamente, Schule.

Dieses Thema im Forum "Hyperaktivität + ADS - ADHS bei Kindern" wurde erstellt von Morbina, 11 Januar 2017.

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  1. Morbina

    Morbina Neues Mitglied

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    Hallo alle zusammen...

    Ich bin ganz neu hier. Ich habe mich angemeldet, weil ich mit jemandem darüber reden möchte, was bei uns momentan los ist.
    Zu uns : Ich lebe mit meinem sechsjährigen Sohn allein, seit er ganz klein ist. Dass er Probleme in Gruppen und generell mit Sozialkompetenzen hat (Problemlösung, Kontaktaufnahme, das Zurechtkommen in großen Gruppen, Frembestimmung, das Äußern seiner Gefühle etc.) weiß ich, seit er mit drei in den Kindergarten gekommen ist. Vorher war er ca ein Jahr bei einer Tagesmutter, wo alles super lief. Bei dieser war er in der Zeit des Kindergartenwechsels, der aufgrund vieler Probleme dort auch und alles war okay. Zwar ist er wohl dort auch oft sehr aufgedreht und macht "dicht" in bestimmten Situationen, kriegt sich aber schnell wieder ein. Ich denke, dass das am familiären Umfeld liegt und der 1:1 Situation mit der Tagesmutter. Ist diese gegeben, kann es funktionieren, muss es aber auch nicht.
    Im letzten Jahr wurde er eingeschult. Ich entschied mich, ihn erstmal auf unsere normale Regelgrundschule zu schicken und zu sehen, wie es da so läuft. Leider musste ich sehr schnell feststellen, dass es eine absolut katastrophale Entscheidung gewesen ist, denn schon vom ersten Tag an berichtete er mir, er stünde hauptsächlich vor der Tür oder müsse allein im Gruppenraum nebenan sitzen und seine Aufgaben alleine erledigen. Fazit: Mein Kind musste an den Nachmittagen und Wochenenden manchmal mehrere Stunden an den Hausaufgaben sitzen und trotzdem schaffte wir nicht mal die Hälfte, da er sich kaum bis gar nicht konzentrieren kann und einfach dichtmacht, sobald man von ihm verlangt, sich damit auseinanderzusetzen. Sein Kommentar : "Das ist mir alles zu langweilig. Ich will nicht immer nur Buchstaben nachmalen."
    Viele Gespräche mit der Lehrerin folgten, viele, unendlich viele. Wir beschlossen, eine Schulbegleitung zu baentragen ( der Antrag ist bis jetzt noch nicht durch ) da die 1:1 Situation ja doch ganz gut funktioneren würde. Wir beantragten das sonderpädagogische Fördergutachten und bekamen dieses auch recht schnell durch.
    Gut, dachte ich mir, wenn es an einer Regelschule so viele Probleme mit ihm gibt, versuche ich es mal an einer Förderschule. Denn es fielen im Laufe der Zeit immer mehr negative Dinge an, die er so tat, als er dort war. Ende des Liedes, Halbtagsbeschulung von zwei Stunden pro Tag. Ich musste meinen Job kündigen und war fortan mit ihm zu Hause. Am Ende ließ ich ihn krankschreiben, weil ich ihn selbst in dieser Zeit nach einer halben Stunde schon abholen musste. Auch seitens der Schule sind pädagogisch viele Fehler vorgefallen, aber ich will nicht alles im Detail schildern, das würde den Rahmen mehr als sprengen.

    Ende letzten Jahres wurde er dann getestest und tada. Man sagte mir, er habe "leichtes ADHS" und einen IQ von 123, den er aber suboptimal nutzen würde wegen seiner enorm kurzen AUfmerksamkeitsspanne. Die übrigens sehr lang sein kann, wenn er einen Film kuckt oder irgendetwas tut, das ihm Spaß macht, mir bei einer interessanten Geschichte zuhört oder oder oder. Sprich, fordert es seinen Kopf, hat er Willen es zu tun und ist das ruhigste Kind von Welt. Sitzt er in einem Raum mit anderen, dreht er durch, macht nicht mir, sperrt sich, fängt an, andere zu beißen, zu schlagen oder mit Sachen um sich zu schmeißen. Übrigens vermuten sie auch noch einen Asperger, der nächste Woche ebenfalls getestet wird.
    Wo wir bei der aktuellen Situation wären.
    Seit Montag geht er nun in die Förderschule mit angeblichem sozial-emotionalem Schwerpunkt und ich bin absolut verärgert, verzweifelt und weiß nicht mehr, wie es weitergehen soll mit dieser ganzen Schulgeschichte..
    Am Montag erzählte er mir bereits, er hätte mehrere Male vor der Tür gestanden.
    Gestern holte ich ihn ab und war etwas früher da. Ich bekam mit wie der wohl gerade unterrichtende Lehrer mein Kind brüllenderweise und türenknallend des Zimmers verwies. Und kurz darauf, wie mein Kind weinend in sich zusammensackte und mir dann in die Arme fiel, als er mich sah. Ich habe ihn noch nie (!) so weinen sehen. Für gewöhnlich weint er auch sehr selten, selbst dann nicht, wenn er mit dem Kopf gegen die Tür rennt oder dergleichen (Wahrnehmungsstörung ist ein Wort, das ich auch schon oft gehört habe..)
    Als ich den Lehrer darauf ansprach, log er mir frech ins Gesicht :"Ich habe den jungen Mann freundlichst gebeten, den Raum zu verlassen, damit er sich eine Auszeit nimmt." Was ja nicht der Fall war. Als ich ihn darauf ansprach, dass ich die Situation mitbekommen hatte wurde er so dermaßen freundlich, dass ich Angst hatte, er umarmt mich gleich noch.
    Und heute war für mich der Gipfel des Ganzen. Das erste Mal kam Ian mit dem Transportbus der Schule nach Hause und das erste, was er mir erzählte, als er reinkam war, dass eine mitunterrichtende Lehrerin( nicht die Klassenlehrerin ) sich ... auf ihn DRAUFGESETZT hätte, als er rumgezappelt hat und dazwischengeredet. Und das wohl dreimal. Sie hat ihn zu Boden gerungen und seine Hände hinterm Rücken festgehalten und .. auf ihm draufgesessen. Ich rief natürlich sofort in der Schule an und fragte nach, wie es bitte zu so einer mittelalterlichen Methode an einer ach-so-tollen Förderschule kommen kann, die Antwort war : " Es wird schon seine Gründe gehabt haben.."
    Wenig später rief mich die Klassenlehrerin an, die wohl dabei gewesen war. Und er erzählte mir in vielen wohlwollenden Worten und ein wenig ausweichend und auch ein wenig so, als wär ich schwachsinnig, dass das ja alles gar nicht so gewesen ist, die zweite Lehrkraft hätte sich wohl nur neben ihn gesetzt, nachdem sie ihn gebeten hat, sich hinzulegen und hat versucht, ihn zu beruhigen, indem sie ihn festgehalten hat. Des Weiteren erzählte sie mir, mein Sohn hätte wild Sachen durch die Gegen geschmissen und anderen Kindern mutwillig wehgetan. Es ist nicht so, dass ich mir nicht vorstellen könnte, dass er sowas tut, denn ich WEIß, dass auch solche SItuationen schon öfter der Fall gewesen sind, dennoch...

    ...möchte ich mich erstmal für den ewig langen Text entschuldigen, aber ich suche wirklich Rat und Hilfe.
    Kann es sein, dass er Blackouts hat? Denn er behauptet steif und fest, dass es so gewesen ist und dass er nichts von dem, was die Lehrerin gesagt hat, gemacht hätte. Selbst nach einem halbstündigen, schon fast Verhör-artigem Gespräch. Er hat mich noch nie angelogen. Fängt er jetzt damit an? Wieso sollte er das tun? Oder erinnert er sich wirklich nicht mehr daran? Hat einer von euch schon mal eine ähnlich SItuation gehabt und weiß, ob ADHS-Kinder Blackouts haben können, die in stressbedingten Situationen entstehen? Er sagt nämlich sehr oft, dass er Dinge nicht mehr weiß, meistens, wenn es um das Thema Schultag geht.
    Ich frage mich, ob die Schule richtig ist. Für mich hat Ausschluss absolut nichts mit der angepriesenen Integration zu tun, von der mir alle vorgeschwärmt haben, als es um diese Schule ging.
    Ist es wirklich ADHS, was er hat, wenn er doch oft so lange sitzen und zuhören kann, wenn es um was interessantes geht, wenn man ihn fordert? Oder ist es vielleicht etwas ganz Anderes?
    Ich weiß, dass man das nicht übers Internet beurteilen kann, ich suche nur nach Jemandem, der Ähnliches erlebt hat und sich einfach mit mir austauscht.

    Vielen Dank fürs Lesen, ich freue mich über jede Antwort!
     


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