Stumm vor Scheu

In diesem Forum geht es um Kinder mit Sprachdefiziten wie z.B. Dyslalie und Dysgrammatismus. Wir laden Sie ein, sich mit anderen Eltern über die speziellen Sprachschwierigkeiten und Sprachprobleme Ihrer Kinder auszutauschen.

Dieses Thema im Forum "Sprachstörungen bei Kindern" wurde erstellt von Hextina, 22 April 2008.

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  1. Hextina

    Hextina KrisenmanagerIn ;-) Mitarbeiter

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    Selektiver Mutismus

    Stumm vor Scheu

    Manche Kinder sprechen nicht mit Fremden, erstarren wenn man sie anspricht. Dabei sind sich nicht blöd, sondern nur schüchtern. Um dem Problem beizukommen hilft nur Vertrauen.

    Die Eltern merkten erst gar nichts. Ihre kleine Anna redete ja zu Hause ganz normal, hatte für ihre dreieinhalb Jahre sogar einen erstaunlichen Wortschatz. Die Erzieherinnen wunderten sich anfangs auch nicht über das stille Kindergartenkind. Vor allem wohlbehütete Muttersöhnchen und -töchterchen sind in ungewohnter Umgebung oft wochen- und monatelang sehr schüchtern, bis sie endlich auftauen. Aber Anna war nun schon fast ein halbes Jahr hier und noch immer stumm wie ein Fisch. Weder die Erzieherinnen noch die anderen Kinder hatten je ihre Stimme gehört. Als sie sich eines Tages schlimm verletzt hatte, liefen ihr lautlos die Tränen übers Gesicht.

    weiter geht es hier:http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/Selektiver-Mutismus;art304,2517439
     


  2. User 6

    User 6 Guest

    Ich hatte mal ein Mädchen in der Betreuung, da war es genauso. Allerdings handelt es sich ja nicht bloß um Schüchternheit, sondern in den meisten Fällen um eine psychische Blockade, die auch wirklich psychologische behandelt werden muss. Besagtes Mädchen, nennen wir es Conny, war die ersten drei Jahre völlig "normal". Dann stellte sie das Reden außerhalb der Familie ein, ohne von außen erkennbaren Grund. Sprach man sie an, ging der Kopf nach unten und die Schultern verkrampften sich. Das ging so bis zum 11. Lebensjahr, was in der Schule natürlich äußerst schwierig war. Zuhause war Conny völlig normal, wie Videos zeigtsn, lachte, lärmte, tobte. Außerhalb der Familie: still, verkrampft, in sich gekehrt. Sie sagte ihrer Mutter of zu Hause, sie wolle so gern mit den anderen reden - aber sie könne es einfach nicht, es sei wie eine Sperre. Auch liebevolle Zuwendung durch die vertrauten Betreuungspersonen konnten das arme Kind nicht aus der Isolation locken. Wir haben Conny im Nachmittagsbereich über die gesamte Grundschulzeit begleitet, und sie hat NIE auch nur ein einziges Wort mit uns geredet.

    Inzwischen ist Conny 15 und auf einer Regelschule, denn sie hat nach mehrjähriger psychologischer Behandlung tolle Fortschritte gemacht, so dass sie für Außenstehende "nur" noch etwas schüchtern wirkt.
     


  3. User3

    User3 Guest

    Macht mir keine Angst. :scared: Wie kann ich denn sowas verhindern?
    Wir sind auch nicht jeden Abend unterwegs und ich lasse bekanntermaßen auch nicht jeden an mein Kind ran ( :aetsch). Aber er ist eigentlich immer dabei, wenn wir unterwegs sind, egal, ob dort 2, 20 oder 200 Menschen sind. Mit vier Wochen war er schon mit auf einer Veranstaltung (naja, er hat sie komplett verpennt :zwinker:), auf der ca. 30 Leute waren, schön geschützt in seinem Kinderwagen. Gucken erlaubt, anfassen Tabu. Und er zeigt auch keine Anzeichen, dass er irgendwie Angst hat vor Fremden. Er fällt ihnen natürlich auch nicht gleich um den Hals. Er guckt eine Weile und dann macht er mit seinem Programm weiter. Klingt das ganz gut oder geht noch mehr?
     
  4. User 6

    User 6 Guest

    Also bei unserem Mädel war die Mutter extrem dominant, eine richtige Matrone, und der Papa so ein kleines scheues Männlein. Wir hatten immer den Eindruck, dass die Mutter zwar nach außen hin sehr besorgt war, aber das Kind einfach verstummt ist, WEIL die Mutter einfach so dominant war. Wie bei jeder psychischen Auffälligkeit gibt es immer Faktoren, die neagtiv, und andere, die positiv wirken. Wenn man sein Kind liebt, ihm dies zeigt, und Kommunikation wichtig in der Familie ist, auch mit andern, wenn man auch mal was "Dummes" sagen darf, ohne ausgelacht oder bestraft zu werden, dann sind das auf jedn fall gute Vorzeichen. Warum ein Kind letztlich zum Mutisten wird, kann ich jetzt aus dem Stegreif auch nicht sagen, ich meine aber mich zu erinnern dass da chon einiges zusammenkommen muss.
     
  5. f.j.neffe

    f.j.neffe Aktives Mitglied

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    Ist das höhere Niveau wirklich weiter unten?

    Welche Instanz im Menchen ist denn zuständig dafür, ob er schüchtern bleiobt oder auftaut? Warum schauen wir immer nur auf die öußeren Umstände? In der neuen Ich-kann-Schule kommen immer zuerst die inneren Umstände.
    Das "kluge Unbewusste" hat natürlich seine Gründe, warum es ein Kind sich zurückziehen lässt. Mit diesem Unbewussten - es ist wichtig, es als klug zu achten, wenn man etwas von ihm will - kann ich sprechen. Ich kann ihm ausmalen, wie sich alles vorzüglich entwickeln wird. Ich kann ihm mein Interesse bekunden, erleben zu wollen, wie gut es das alles steuern wird. Würde ich es drängen, dann machte ich Druck und bekäme als Reaktion Gegendruck: actio = reactio. Ich dränge und drücke aber kein Bisschen, im Gegenteil, ich erzeug SOG, indem ich mich für die gute Qualität interessiere, in der es das Unbewusste mit den Kräften und Talenten realisieren wird.
    Eine gute Möglichkeit, ungestört mit dem Unbewussten, das ja alle unsere Lebensfunktionen steuert, zu sprechen, ist wenn das Kind schläft; da hat das Bewusstsein Pause. In Coués Autosuggestion ist die Schlafsuggestion sehr einfach und praxisnah beschrieben. Sug-gestion ist Sog-gestion und sie ist mit das einfachste Mittel, auf FEINE Weise Einfluss zu gewinnen. Wenn wir uns nämlich nicht um die suggestiven Wirkungen kümmern, dann machen die ungestört, was sie wollen - und das ist oft das Gegenteil von dem, was wir wollen. Ich denke, das ist Grund genug, sich genauer damit zu befassen. Wir müssen es selber nicht einmal aussprechen. Im Grunde fordern uns schwéigende Kinder auf und heraus, doch einmal die Kommunikation mit DENKEN zu versuchen; die gibt es nämlich auch - von uns unbeachtet und deshalb auch unbeeinflussbar.
    Wenn ein Kind nicht mit uns spricht, sendet es dennoch Botschaften im Geiste, und es befindet sich dabei auf einem HÖHEREN Kommunikationsniveau. Das ist eine Aufforderung des Lebens an uns, es doch auch einmal eine Etage HÖHER zu versuchen! Dazu müssten wir uns Zeit füreinander nehmen und wieder WAHRnehmen lernen und FÜHLEN und DENKEN. Das ist uns offenbar unbequem. Da vermuten wir doch lieber, wenn jemand noch außerhalb unserer gewohnten Schalonen lebt, dass er krank ist. Gutes Überdenken wünscht
    Franz Josef Neffe
     
  6. Hextina

    Hextina KrisenmanagerIn ;-) Mitarbeiter

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    RE: Ist das höhere Niveau wirklich weiter unten?

    Aha, na wenn du meinst.....

    Tina *kopfschüttelnd*
     
  7. User 6

    User 6 Guest

    :shake Dann leiden die Kinder, weil wir zu dämlich sind, um sie zu verstehen - auf unserem "niederen" Niveau...? Das macht die Sache irgendwie auch nicht besser, oder???
     

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